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Religion und ihr Einfluss auf das reale Leben

Erstellt von Micha, 03.09.2011, 15:26 Uhr · 12 Antworten · 1.585 Aufrufe

  1. #11
    Avatar von Waitong

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    Zitat Zitat von Dieter1 Beitrag anzeigen
    Zum Glueck reichts beim "Raubtierkapitalismus" noch fuer fast unbegrenzte persoenliche Freiheit und eine soziale Haengematte.

    Nenne mir ein effektiveres System.

    Wie lange noch ?


    Die "Jungen" koennen die kommenden Lasten nur schwer schultern.

    Schulden Schulden Schulden .............. fuer was ? Wozu ?

    Was ist wenn sie sagen ........ NEIN ! wir wollen nicht mehr ?

    Die persoenliche Freiheit sehe ich bereits jetzt bei vielen bedroht.

    Sie werden in ein krankes System zwangsverpflichtet nur des Systems wegen, nicht um den Menschen gerecht zu werden.

    Steuergelder werden immernoch fuer unsinnige Kriege verschwendet.

    Es wurden Menschen gemordet/getoetet mit deutschen Waffen.

    Durch deutsche Soldaten.

    Die sogenannten christlichen Parteien waren niemals christlich. Der christliche Glaube wurde von den Kirchen im zusammenwirken des Staates ad absurdum gefuehrt.

    Als Stichwort fuehre ich an: "Geistliche segn(et)en Kanonen".

    Sogenannte christliche Parteien (CDU/CSU) lassen es zu, dass Deutschland einer der weltfuehrenden Waffenexporteure der Erde ist.

  2.  
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  3. #12
    Avatar von Jarga

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    Raubrittertum

    Hallo @Waitong.
    Durch dein zitieren von @Dieter seiner Ansicht und der anschliessenden Frage sehe ich mich bestätigt, dass dieser "Herr" ausser dumm anböbeln nichts auf die Reihe bekommt.
    Er ignoriert Beiträge wie diesen, ohne auch nur mal ein paar Zeilen des Links anzulesen und stellt in seiner unnachahmlichen Art nur Minuten nach einstellen fest, dies sei Schund.
    Es folgte ein kurzer Schlagabtausch zwischen uns, der aber zum Glück sogleich von einem Admin gelöscht wurde. War Ok so. Deshalb, wie anfangs gesagt, habe ich den auf Ignorieren gesetzt, hilft dem Forenfrieden.


    Wenn jemand diesen Raubtierkapitalismus als effektiv betrachtet, nur weil es momentan noch soziale Leistungen verspricht für einen verschwindend kleinen Prozentsatz innerhalb eines Wohlfahrtstaates, so verkennt ein solcher auf welch ausbeuterischen Macht Milliarden von Mitmenschen ausgebeutet werden um diese angebliche Freiheit zu garantieren.

    Dabei verwechselt er Freiheit mit Abhängigkeit, spricht modernem Sklavenhalten.

    Es gibt kein 'effektiveres' in einem "fiat money System" wie heute , noch in einem auf Geld Schulden kumulierendem Ketten & Schneeballsystem ein anderes, ausser einem Zerschlagen des vorherrschenden. Erst danach. Aber haben wir auch schon angesprochen.

    Zwei Abschnitte lesenswerten Mitmenschen, leider kürzlich gestorben, der viel Zeit aufbrachte um interessierten eine 'Schnellfassung' des geschichtlichen Hintergundes darzulegen, ohne dicke Bücher zu wälzen.

    Martin Herzog beschreibt diese Zeiten, von denen Heinsohn/Steiger und Paul C. Martin ihre Theorie des Schuldsystem ableiten.

    Mit dem neuen Glauben kamen nicht nur neue religiöse Strukturen und Normen, sondern auch politische und wirtschaftliche. Klöster - Bischoftümer - das Papsttum als absolute kirchliche Herrschaft, schufen Eigentumsrecht an Boden, das es unter den Kelten nicht gegeben hatte, womit sie die Bauern in die Versklavung, zumindest Schuldensklaverei trieben.

    Und an präzise diesen Normen entzündeten sich die Widerstände. Die ersten Häretiker, also die erste Sekte, waren die Katharer, die den Ketzern ihren Namen gaben. Sie verlangten von der Kirche, dass sie Armut hochhalte, arm sei und armen helfe.
    Die Kirche wollte aber reich sein und Reichtum horten. Ähnliche Anliegen wurden von Bettlerorden wie den Dominikanern, Franziskanern, Augustinern und Karmelitern vertreten, deren Vertreter dann oft im Feuer endeten.

    Mit dem Protestantismus entstand ein individualistischeres Modell des Hortens fürs Jenseits. Reichtum wurde zum Zeichen Gottes Wohlgefallen. Die Armen waren nun zwar nicht mehr gehalten, zum Reichtum der Kirche beizusteuern, aber dazu, sich friedlich durch "gottgegeben" Reiche ausnehmen zu lassen. Die Kirche hat also immer wieder für viele erst eigentlich die Hölle auf Erden eingerichtet, um sie um so besser mit dem Himmelreich am Ende des Lebens zu vertrösten.

    Die erste Überordnung der Katholischen Wirtschaft: Alles Geld der Kirche, wurde durch die Reformation gestürzt. Die zweite Überordnung der protestantischen Kirche: Alles Geld den Auserwählten ... lebt leider noch. Die dritte:
    Alles Geld allen, der Kommunismus, wurde mit dem Marktbbann der Irrationalität belegt, so dass man nicht mal daran denken darf ...

    Feudalismus-Ordnung: Wer das grösste Land hat kriegt die meisten Abgaben und gewinnt. Wer seinem Herrn die grössten Abgaben beschafft, gewinnt die grösste Pfründe. Wer sich fügt wird zum Untertanen, wer Widerstand leistet wird zum Sklaven.

    Dies war die Zeit der Stammesverbände, die durch Kleinstaaten und Städteherrschaften abgelöst wurde, die allerdings weiterhin unter der Fuchtel des Adels standen, der bloss zum Teil, vor allem in den Städten, die Macht mit dem neuen Geldadel teilen musste.

    Die Terroristen die sich diesem Struktur- und Wertewandel am tatkräftigsten und grausamsten widersetzten waren die Hunnen und Mongolen, die gleich die Strukturen wegputzten, also ganze Städte.

    Die Raubritter nutzten bloss ihre erlernten Fähigkeiten um sich ihren Anteil an Macht und Geld auch im neuen System zu sichern.

    Erst der Ewige Reichslandfriede von 1495 sollte das Fehderecht im ganzen Reich ein für alle Mal beenden. Wie bekannt änderte sich aber damit nur, dass sich in der Folge religiöse Überzeugungen, später vor allem Nationen bekriegten. Hier fasste langsam die Überzeugung Fuss, dass nur der König Truppen aufstellen und Kriege führen sollte. Die reichlich vorhandenen Söldnerheere zeigen allerdings, dass dieses Privileg weitgehend "privatisiert" wurde. Die Idee der Blutrache wurde nach und nach um die der Gnade ergänzt. Übeltäter sollten sich auch wieder rehabilitieren, u.U. in den Landfrieden einkaufen können.

    Die Einführung des Landfriedens, und damit des Gewaltmonopols des Staates, war vermutlich die wichtigste Entwicklung dieser Zeit, vermutlich eben so wichtig wie Protestantismus und Renaissance.

    Am demokratischsten scheint damals Dänemark gewesen zu sein, denn dort wurde dieser Vertrag als Rechtsgemeinschaft zwischen Volk und König aufgefasst, die eng zusammen arbeiten sollten, um Recht und Friede zu erhalten. [dtv-Lexikon des Mittelalters: Landfriede]

    In der Folge wurde also das Gewaltmonopol des Staates mittels Gesetzgebung, Verwaltung und Gerichten gefestigt - und neue Normen entstanden, die dann mit der französischen Revolution und dem Liberalismus wieder gestürzt wurden: Weg mit dem Staat - alle Freiheit den Bürgern (also denen, die Geld haben natürlich ...).

    FAZIT:

    Die Geschichte lehrt uns, dass jede Norm, jede Ordnung ausgenutzt werden kann und ausgenutzt wird, sobald sie formuliert und installiert ist:

    Das zeigt sich seit (beinahe) Urzeiten anhand der Usurpation der Macht durch Religionsführer, die sich die göttliche Macht anmassen, zum eigenen Vorteil ausnutzen.

    Das zeigt sich bei den politischen Führern, denen es sehr oft viel mehr um das eigenen Wohl als das des Volkes ging und geht

    Das zeigt sich bei den Wirtschaftsführern, die sich Rücksicht aufs Gemeinwohl bereits von vornherein verbieten.

    Dies zeigt sich aber auch bei Naturalisten, die möchten dass die Natur regiert - was wir ja hatten, all die hunderttausende von Jahren der Entwicklung des Menschen bis sich Technik und Kultur entwickelten.

    Die Gewalt äusserst sich dann meist nicht mehr so brachialisch wie bei den Raubrittern, sondern als versteckte, strukturelle Gewalt.
    In Memoriam
    Martin Herzog
    Geboren am 16.03.55
    Verstorben am 18.05.11

  4. #13
    Avatar von Waitong

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    Zitat Zitat von Jarga Beitrag anzeigen
    ... Zerschlagen des vorherrschenden...
    ...wird kommen.

    Das System wird sich selbst zerschlagen, kein Mensch (kein Land oder Politiker) wird das verhindern koennen.

    Wir koennen nur noch eines tun - das System verlassen bzw. unsere Abhaengigkeit soweit als moeglich reduzieren.

    Ich versuche mich auf das zu konzentrieren was lebensnotwendig ist.

    Je mehr wir Teil des Systems sind, desto enger wird es fuer uns werden auch, oder gerade, fuer die materiell Gutgestellten.

    Wer dann nicht teilt ist weg vom Fenster...



    Hunger mobilisiert - der physische Hunger, als auch der Hunger nach Gerechtigkeit.

    Es wird Zeit, dass das System faellt.

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