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Notwehr - oder warum immer weniger Menschen helfen

Erstellt von strike, 06.11.2009, 21:08 Uhr · 127 Antworten · 6.787 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von strike

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    Notwehr - oder warum immer weniger Menschen helfen

    Sven G. wurde an einer U-Bahn-Haltestelle von Jugendlichen attackiert, [highlight=yellow:545c7a4895]in Notwehr stach er einen Angreifer nieder[/highlight:545c7a4895]. Richter schickten ihn deshalb [highlight=yellow:545c7a4895]fast vier Jahre[/highlight:545c7a4895] ins [highlight=yellow:545c7a4895]Gefängnis[/highlight:545c7a4895] - doch der Bundesgerichtshof hob die Entscheidung auf. Jetzt wird der Fall neu aufgerollt.
    Quelle

    Noch Fragen?
    Ich nicht.

  2.  
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  3. #2
    petpet
    Avatar von petpet

    Re: Notwehr - oder warum immer weniger Menschen helfen

    Verkommt doch sowieso zur "mir sind alle anderen egal" Gesellschaft! Das geht durch jeden Lebensbereich. Wundern tun mich solche Dinge nicht mehr.

  4. #3
    Avatar von Thaimax

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    Re: Notwehr - oder warum immer weniger Menschen helfen

    Strike und Petpet,

    was ihr teilweise ironisch angedeutet habt, ist das Problem der Rechtssprechung.

    Eine Frau verprügelt einen Mann, ist keine Seltenheit, wird halt nicht oft kommuniziert, was machst Du? Helfen und das Risiko eingehen wegen versuchter .............. selber bestraft zu werden?
    Es gab da vor ein paar Wochen die "schöne" Meldung, ging eh durch alle Medien, von den 4 Mädels, die einen Wehrlosen fast zu Tode (oder starb er gar?) getreten und geprügelt haben.

    Wie reagierten die "Zuseher"? Gar nicht, sie dachten einfach, dass es schon seinen Grund haben wird, warum die Mädels auf den Mann einprügeln, gerade dass sie ihnen nicht geholfen haben. - Und wie ein Gericht das im Endeffekt sieht ist doch mehr als unklar. 17-19jährige Mädels sind sicherlich mehr in der Lage ihre "Notsituation" zu erklären, als der böse, 40jährige Mann, der ja sicherlich nur versucht hat die Mädels zu begrappschen.


    Das war jetzt mal einfach ein Extrembeispiel. Täglich gibt es aber sicherlich tausende davon, in denen der Täter schon im Vorhinein klar ist, auch wenn er das Opfer ist. (Ich erinnere an den Thread von Wegen .............. in der Ehe und strafbar).

    Sonst ist es meistens Feigheit, warum man nicht einschreitet, und absolutes Desinteresse, warum man sich nicht als Zeuge meldet.

    Zweiteres ist zwar das häufigere Problem, aber Ersteres führt oft erst zu den Katastrophen. - Ich bin anders

  5. #4
    Avatar von ernte

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    Re: Notwehr - oder warum immer weniger Menschen helfen

    Ich parkte immer mit dem Auto im Grünen. Musste zur Fuß durch einen Tunnel laufen. Bis vor 1 Monat war das auch alles ok.

    Aber jetzt wo es morgens und abends dunkel wird im Tunnel hab ich mir einen Parkplatz gebucht. Kostet mich zwar 30 Euro im Monat, aber ich muss nicht mehr im dunkeln durch den Tunnel.

    Der Grund ist folgender. Ich beobachtete schon beim hellen komische Jungendliche dort - und ich hab keine Bock mit diesen eine Feindberührung zu erleben,im dunkeln.

  6. #5
    Avatar von Thaimax

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    Re: Notwehr - oder warum immer weniger Menschen helfen

    Zitat Zitat von ernte",p="793071
    Der Grund ist folgender. Ich beobachtete schon beim hellen komische Jungendliche dort - und ich hab keine Bock mit diesen eine Feindberührung zu erleben,im dunkeln.
    Ich gehe "möglichen Feindberührungen" eigentlich nie aus dem Weg, provoziere selber aber niemals soetwas und reagiere auf "gewünschte Feindlichkeit" mit Gleichgültigkeit, bis es halt jemand wirklich wissen möchte.

    Kommt aber wirklich ganz selten bei mir vor, egal wo, mit Unfreundlichkeit fange ich niemals selber an.

  7. #6
    Avatar von strike

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    Re: Notwehr - oder warum immer weniger Menschen helfen

    Zitat Zitat von Thaimax",p="793075
    ... Ich gehe "möglichen Feindberührungen" eigentlich nie aus dem Weg, [highlight=yellow:49ad548117]provoziere selber aber niemals[/highlight:49ad548117] soetwas und reagiere auf "gewünschte Feindlichkeit" mit Gleichgültigkeit, bis es halt jemand wirklich wissen möchte. ...
    Naja, Thaimax, wann weiss man denn sicher, dass der Andere sich nicht provoziert fühlt?
    Mir geht dies hier nicht aus dem Kopf:
    Die Urteilsbegründung verdeutlichte, dass die Strafkammer den Studenten nicht als Opfer sah. Der "körperlich deutlich überlegene und zudem bewaffnete" Sven G. habe mit dem Stich "überzogen" gehandelt, erklärte die Kammer. Er habe den Jugendlichen mit keinem Wort gewarnt und auch das Messer so versteckt gehalten, dass dieser es nicht bemerkt habe. Nicht zuletzt habe G. gegen S.´ Hals gezielt, nicht gegen dessen Arme oder Beine.

    "Es gab zwar eine Notwehrlage", so Richter Götzl, doch der Einsatz des Messers sei unverhältnismäßig gewesen. "Sie sind über das zulässige Maß weit hinausgegangen", sagte er direkt an Sven G. gerichtet.

    Sven G. habe "zielgerichtet" zugestochen, auch sein "überlegtes Verhalten" nach der Tat lasse nicht erkennen, dass er aus Angst gehandelt habe. Denn Sven G. hatte nicht etwa die Polizei informiert oder Hilfe geholt - was möglicherweise sogar als strafbefreiender Rücktritt von der Tat gewertet worden wäre - sondern flüchtete in seine Wohnung. Dort fand die Polizei am Tag nach der blutigen Auseinandersetzung am U-Bahnhof ein Butterfly-Messer, dessen Besitz strafbar ist.

    Das Argument des Angeklagten, er habe auf S.´ Attacke in "panischer Angst" reagiert, ließ die Kammer nicht gelten. Laut Strafgesetzbuch (StGB) wird derjenige nicht bestraft, der "aus Verwirrung, Furcht oder Schrecken" die Grenze der Notwehr überschreite. Juristen sprechen in einem solchen Fall von einem "intensiven Notwehrexzess". Aus Sicht der Richter gab es dafür im Fall von Sven G. keine Anhaltspunkte.
    Heisst: irgendein ........ entscheidet was für die beschriebene Situation als

    a) angemessen
    b) verhältnissmässig
    c) zielgerichtet
    d) überlegt

    gelten darf.
    "Körperlich deutlich überlegen" - was bedeutet es schon etwas grösser zu sein?

    Ein Typ, der wegen seines Alters und seiner Lebensumstände vom wahren Leben auf der Strasse wohl kaum etwas weiss.
    Damit sind all die Betroffenheitsrituale der Politik nach den üblichen Vorfällen einfach nur zum K.tzen und für die Katz.

    4 Jahre - die es ja nun vielleicht/hoffentlich nicht werden - für anerkannte Notwehr!
    12.500 Euro für eine mögliche (!!!) verhinderte Profikarriere für den Täter.
    Ich fasse es einfach nicht.


    Im Namen des Volkes?
    Bestimmt nicht.


  8. #7
    Avatar von Thaimax

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    Re: Notwehr - oder warum immer weniger Menschen helfen

    Zitat Zitat von strike",p="793079

    Heisst: irgendein ........ entscheidet was für die beschriebene Situation als

    a) angemessen
    b) verhältnissmässig
    c) zielgerichtet
    d) überlegt

    gelten darf.

    Im Namen des Volkes?
    Bestimmt nicht.
    Gekürzt jetzt natürlich, Dein Zitat, also quasi auf den Nenner unserer gemeinsamen Kritik gebracht :-)

    Mich interessiert der ganze Quatsch relativ wenig, weil von mir ein penetranter Stänkerer, also jemand, der meiner Freundin und mir unerträglich lästig wird, einfach einen auf die Glocke bekommt. - ist aber nur mein persönliches Ding, und verklagt werde ich wegen sowas nicht, das mach ich auf meine Art schon klar, ausser ich wäre der Provokateur gewesen, dann würde ich mich einer Verhandlung auch stellen, und das auch zugeben. Ist so meine Art, ich mag nur Ungerechtigkeit nicht, und da kann ich schonmal unangenehm werden. :-)

    Der von Dir in dem "Richterzitat" angesprochene Grund der "Angemessenheit der Gegenwehr", bzw. überhaupt der "Angemessenheit des Einschreitens" ist, leider Gottes, nicht nur in Deutschland von der Tagesverfassung eines Richters abhängig. Ist nunmal so. Ich könnte hunderter Beispiele nennen, alle in Bezugnahme auf Thailand, wo Deutsche sich über die mangelnde Rechtssicherheit in Thailand echauffieren. - Klare Regeln und effiziente Richter, das war ein Thema bei einer Arbeit von mir in Österreich, die natürlich keinen so tollen Anklang bei meinem Professor Brauneder, der auch im Verfassungsrang als Richter tätig ist, Anklang fand ;-D

  9. #8
    Kali
    Avatar von Kali

    Re: Notwehr - oder warum immer weniger Menschen helfen

    [...]weil von mir ein penetranter Stänkerer, also jemand, der meiner Freundin und mir unerträglich lästig wird, einfach einen auf die Glocke bekommt. [...]
    Erinnert mich an meine Bundeswehrzeit vor 45 Jahren. Die standartfrage war: " Was machen sie, wenn eine Russe (wir hatten damals noch ein klares Feindbild ;-D ) aus dem Gebüsch tritt und ihre Freundin ............. will? "

    Im Ernst:
    Gewalt unter und von Jugendlichen ausgehend wird zu einem ernst zu nehmenden Problem.
    Ich weiß, wovon ich schreibe, dreißig Jahre Arbeit in einem Jugendknast sind genug.

    Das Urteil ist in der Tat unverständlich, die Verhältnismäßigkeit bei Notwehr beginnt dort wo man das eigene oder das Leben Anderer schützt, wobei der Einsatz der Mittel situativ bedingt ist.

    Und das kann kein Richter beurteilen...

    Meine Meinung...

  10. #9
    Avatar von Conrad

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    Re: Notwehr - oder warum immer weniger Menschen helfen

    Die deutsche Justiz ist eben auf maximalen Täterschutz getrimmt, zumal der Täter Ausländer war, da gilt das erst recht:

    "Was schaust du?"

    Der Informatikstudent Sven G. hatte am 14. März 2008 mit Freunden den Geburtstag seines jüngeren Bruders gefeiert. Auf dem Heimweg trifft die Clique gegen Mitternacht in der Nähe des Münchner U-Bahnhofes Garching auf eine Gruppe junger Serben, die kurz zuvor aus einem Freizeitheim geworfen wurde, weil die jungen Männer dort randaliert hatten. Unter ihnen der sturzbetrunkene Mergim S. Der 17-Jährige war zudem in eine Prügelei mit einem anderen Teenager verwickelt. Ganz offensichtlich ist er auf Krawall aus.

    Es kommt zu einem Wortwechsel, in dessen Verlauf Mergim S. einen Freund von Sven G. mit einem Fausthieb zu Boden schlägt. Dann wendet er sich Sven G. zu und schnauzt ihn an: "Was schaust du?" Auch Sven G. - 1,85 Meter groß und 95 Kilo schwer - ist nicht mehr nüchtern, 1,8 Promille werden später ermittelt.

    http://www.spiegel.de/panorama/justi...659320,00.html
    Normalerweise hätte es andersrum laufen müssen. Merim S. im Knast denn er war der Angreifer. Aber in Deutschland ist eben alles anders....

  11. #10
    Avatar von Nokhu

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    Re: Notwehr - oder warum immer weniger Menschen helfen

    Zitat Zitat von Kali",p="793111
    Das Urteil ist in der Tat unverständlich, die Verhältnismäßigkeit bei Notwehr beginnt dort wo man das eigene oder das Leben Anderer schützt, wobei der Einsatz der Mittel situativ bedingt ist.

    Und das kann kein Richter beurteilen...

    Meine Meinung...
    ....mit der Du nicht alleine bist!

    Aber gegen einen Haufen Mist ist schlecht anzustinken.

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