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Notwehr bei Einbruch

Erstellt von Chak, 04.07.2012, 19:16 Uhr · 59 Antworten · 5.553 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von Chak

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    Notwehr bei Einbruch

    Das Thema wurde gestern diskutiert. Dazu würde mich eure Meinung interessieren.

    Darf man einem Einbrecher ordentlich einen über die Rübe ziehen wie ich meine oder ist man dann wegen Körperverletzung dran, wie mein Gesprächspartner meinte?

  2.  
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  3. #2
    Avatar von JT29

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    Du darfst ihn festhalten, notfalls mit Gewalt (also vorläufig festnehmen) bis die Polizei da ist, Du darfst Dich aber auch wehren, wenn es um Gefahr von Leib und Leben geht, aber alles andere ist schlicht Körperverletzung (wobei Du dann nichts dafür kannst, wenn er auf der Flucht in einen Gartenrechen läuft )

  4. #3
    Avatar von Leopard

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    Verhältnismäßigkeit der Mittel!

    Ihm "eine drüber hauen" darfst Du nur, wenn er Dich körperlich angreift, also eine Notwehrmaßnahme. Das darfst Du auch nur so lange, wie der Angriff andauert.

    Der Einsatz eines (entsprechend großen) Hundes gegen den Einbrecher gilt übrigens als Waffeneinsatz.

    Wenn er in den Gartenrechen läuft, kannst Du unter Umständen noch haftbar gemacht werden und vom Einbrecher auf Schadenersatz und Schmerzensgeld verklagt werden. Das ist leider kein Witz.

    Ich wünschte mir, wir hätten in Deutschland die US-Amerikanischen "Stand your ground Gesetze". Da bräuchte man mit Einbrechern nicht lange fackeln und die Gerichte wären entlastet.

  5. #4
    Avatar von strike

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    Vor allem muss man ja mal hinterfragen, ob es sich beim dem Taeter nicht in Wirklichkeit um ein Opfer dieser grausamen Gesellschaft handelt.
    Am Ende agiert naemlich er in Notwehr, denn schliesslich ist Existenzsicherung ein Menschenrecht.
    Insofern bietet sich also zu allererst mal ein Diskurs mit dem Einbrecher an, um die Umstaende fuer seine Verzweiflungstat zu klaeren.

    Sollte sich allerdings in der Kommunikation herausstellen, dass er lediglich bereichernde Gruende fuer sein Tun anfuehrt, wuerde ich den Austausch sofort abbrechen und unmissverstaendlich darauf aufmerksam machen, dass den Missetaeter unter Umstaenden die volle Wucht unserer Gesetze treffen kann.

  6. #5
    Antares
    Avatar von Antares
    1. Das Recht braucht dem Unrecht nicht weichen.
    2. Auch das persönliche Eigentum ist ebenso wie die Körperliche Unversehrtheit Notwehrfähig. (Notwehrfähig ist jedes dem Angegriffenen oder Dritten zustehende Gut und jedes rechtlich anerkannte Interesse)
    3. Die Verhältnissmäßigkeit der Mittel, im StGB ist der Sachverhalt des Notwehrexceses abgebildet. Solange ein Angriff andauert sind alle geeigneten Maßnahmen erlaubt den Angriff zu beenden.

    In praxi "darf" man in Deutschland einen Einbrecher bis zum Eintreffen der Polizei festsetzen oder mit mit einem Warnschuss (z.B.. Jäger, Sportschützen können das theoretisch) vertreiben. In den Rollstuhl prügeln fällt unter Punkt 3.
    Hatt der Einbrecher allerdings eine Waffe, oder einen Gegenstand welchen man als solchen gebrauchen kann in der Hand (großer Schraubenzieher z.B.), sieht es natürlich anders aus......

    M.

  7. #6
    Avatar von norberti

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    Die Frage ist doch wo in Deutschland oder Thailand ?

  8. #7
    Avatar von strike

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    Also meine Antwort bezog sich auf Deutschland.

    In TH wird m.E. auf einen Einbruch sicherlich wesentlich toleranter als in D reagiert, da der Buddhismus ja Gelassenheit, Verstaendnis und Vergebung gerade impliziert und - anders als in Deutschland - auch entsprechend gelebt wird.

  9. #8
    Antares
    Avatar von Antares
    Und was passiert dem Villenbesitzer auf Phuket wenn er den Birmesischen Einbrecher in den Rollstuhl ballert? Nix!!

    M.

  10. #9
    Avatar von Leopard

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    @ Antares

    Warnschuss bei z.B. Jäger etc. ist völlig falsch und bringt mächtig Ärger.

    Warnschuss ist rein rechtlich identisch mit dem gezielten Schusswaffeneinsatz. Heist nur wenn die Voraussetzungen für einen (tödlichen) Schuss vorliegen, darf man auch einen Warnschuss abgeben.

    Schusswaffeneinsatz gegen einen nicht selbst mit Schusswaffe bewaffneten Einbrecher mit Tötungsabsicht gegen den Hauseigentümer geht also (leider) nicht. Ob der Täter Schusswaffe und Tötungsabsicht hat, erfährt man als Betroffener leider erst wenn es zu spät ist.

    Muss man nicht verstehen, ist halt deutsche Gesetzgebung.
    In Deutschland geht halt Täterschutz vor Opferschutz.

  11. #10
    Avatar von Nokgeo

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    Zitat Zitat von Leopard Beitrag anzeigen
    Verhältnismäßigkeit der Mittel!

    Ihm "eine drüber hauen" darfst Du nur, wenn er Dich körperlich angreift, also eine Notwehrmaßnahme. Das darfst Du auch nur so lange, wie der Angriff andauert.
    Verhältnissmässigkeit der Mittel,
    ist der springende Punkt.

    Lässt sich alles im Strafgesetzbuch nachlesen.

    Gefahr für Leib und Leben.

    Was..wann..du machen darfst. In D .-Land. Geht das um D.-Land ?

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