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Japan und der II. Weltkrieg

Erstellt von noritom, 09.08.2015, 10:42 Uhr · 92 Antworten · 4.013 Aufrufe

  1. #51
    Avatar von Loso

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    Halte ich für realistisch, die 500Tsd. möglichen Gefallenen der USA im Falle einer Invasion. Allen relevanten Zeitzeugen-Aussagen nach haben erst die A-Bomben die Japaner zur bedingungslosen Kapitulation veranlasst. Das war die Bedingung der Amerikaner, nicht eine Art ehrenhafter Waffenstillstand, zu dem die Japaner vorher bereit waren und sondiert haben. Auch ein massiv geschwächtes Kern-Japan hätte die bereits ca. 130Tsd. gefallenen Amis vervielfacht, da braucht man sich nur mal die verbissenen Kämpfe auf Iwojima und anderen Eilanden ansehen. Die Gründe seitens der Amis mögen vielfältig gewesen sein (Druck hat vor allem das Militär gemacht), auf Seiten der Japaner haben die A-Bomben den Ausschlag gegeben. Und selbst der hat gegen starke Widerstände Tage gebraucht, um sich durchzusetzen.

    Japan war zu dem Zeitpunkt alles andere als zerbombt und sturmreif. Die meisten Städte waren in der Fläche nicht annähernd so zerstört wie die deutschen. Dazu reichten die verfügbaren Flughäfen/Reichweite im Vergleich zu Deutschland nicht, um auch nur einen Bruchteil der Bombenlast ans Ziel zu bringen. Und gemessen an den Gefallenen Soldaten und der Gesamtbevölkerung war da noch ein Potential an wehrfähigen Männern im Verhältnis geschätzt 10 zu 1 im Vergleich mit Deutschland.

  2.  
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  3. #52
    Avatar von Dieter1

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    Zitat Zitat von Loso Beitrag anzeigen
    Halte ich für realistisch, die 500Tsd. möglichen Gefallenen der USA im Falle einer Invasion. Allen relevanten Zeitzeugen-Aussagen nach haben erst die A-Bomben die Japaner zur bedingungslosen Kapitulation veranlasst.
    Das mit einer kompetenten und serioesen Quelle zu belegen, duerfte nicht einfach werden.

    EDIT


    EDIT // Bitte keine persönlichen Herabsetzungen.
    Danke.

    @strike

  4. #53
    Avatar von rolf2

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    Zitat Zitat von Dieter1 Beitrag anzeigen
    In welchem Zusammenhang steht jetzt diese Aussage?
    das sich Politik und Aussagen von Politikern ändern, je nach Lage.

    Die Atombombe hat kurzfristig die Kräfteverhältnisse verschoben, zumindestens solange die Amis glaubten die Russen wären selbst noch nicht in der Lage eine A-Bombe zu bauen. Insofern war das Zünden der beiden Bomben über Japan eine Drohung in Richtung der Russen.

  5. #54
    Avatar von clavigo

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    Naja, zwischen Hiroshima und der ersten russischen Atombombe liegen immerhin vier Jahre. Ohne deutsche Wissenschaftler die 1945 nach Russland verschleppt wurden (oder finanziell geködert worden waren) hätte es vermutlich noch länger gedauert.

    Bemerkenswert übrigens dass Stalin in der Mandsc....i erst angegriffen hat nachdem die beiden A-Bomben gefallen waren. Eine Zerschlagung der letzten wirklich einsatzfähigen Armees Japans hätte vermutlich die Bomben überflüssig gemacht. Aber lass mal erst die Amis die Drecksarbeit machen.

  6. #55
    Avatar von Dieter1

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    Zitat Zitat von rolf2 Beitrag anzeigen
    Insofern war das Zünden der beiden Bomben über Japan eine Drohung in Richtung der Russen.
    Richtig, genau darum ging es letztlich. Seit Sommer 1945 kuehlte das Verhaeltnis zwischen den beiden Grossmaechten rapide ab.

  7. #56
    Avatar von clavigo

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    Sekundär Dieter. Primär hat Loso Recht - wenn die 500 Tausend G.I.s als potentielle Opfer bei einer Invasion Japans fefinitv zu hoch gegriffen sind. Aber es ging ja auch um potentielle Verluste bei den Allierten. Vergiss' nicht das bei Waffenstillstand ca. 110.000 bewaffnete Japaner in Thailand standen (die Hälfte davon kampftruppen). Wenn du Pridis Memoiren gelesen hättest wüsstest Du das er befürchtete die Japaner könnten ihn, den Regenten, inhaftieren und -ähnlich wie in Indochina - die komplette Macht übernehmen.
    Dann wären die Briten von Burma her einmarschiert und wer weiss wie Thailand dann ausgesehen hätte.

    Wow, jetzt habe ich tatsächlich sogar einen Thailand-Bezug hergestellt.

  8. #57
    Avatar von Conrad

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    Zitat Zitat von rolf2 Beitrag anzeigen
    das sich Politik und Aussagen von Politikern ändern, je nach Lage.

    Die Atombombe hat kurzfristig die Kräfteverhältnisse verschoben, zumindestens solange die Amis glaubten die Russen wären selbst noch nicht in der Lage eine A-Bombe zu bauen. Insofern war das Zünden der beiden Bomben über Japan eine Drohung in Richtung der Russen.
    Die A-Bombe wurden aber gezündet um Japan zur Kapitulation zu zwingen, weil man den Eltern von ca. 500 000 GIs schlecht hätte erklären können warum sie bei der Invasion Japans sterben mußten, wo es doch Atombomben gab, mit dem der Krieg schlagartig hätte beendet werden können, ohne das 500 000 junge Amerikaner bei der Invasion Japans sterben mußten.

    Es war übrigens ein deutscher Wissenschaftler (Klaus Fuchs) der den Bauplan der amerikanischen A-Bombe an die Russen verriet. Ohne diesen Verrat hätten die Russen mindestens doppelt so lange gebraucht, um die Atombombe zu entwickeln.

    Und das Politiker ihre Aussagen der jeweiligen Lage anpassen ist ja wohl völlig normal und nötig, oder willst Du denen das etwa vorwerfen, dass sie aktuell ihre Meinung ändern und den jeweilig neuen Verhältnissen anpassen ? Das wäre dann der endgültige Beweis für deine Irrationalität.

    Naja, gibt halt Leute, die sich in der Rolle des Ami-Hassers und Verschwörungsfans wohlfühlen und meinen, sich damit wichtig zu machen. Es gibt genug Bekloppte, die tatsächlich glauben, die Mondlandung (es waren wie bereits aufgeführt 6) hätte nie stattgefunden, die Twintowers wären von dem Amis gesprengt worden um einen Grund zu haben in Afghanistan einzumarschieren und die Welt wird zu 3/5 von Juden regiert. Denen ist halt nicht zu helfen.

    Das gehört aber alles in einen anderen Treat und sollte dahin verschoben werden.

  9. #58
    Avatar von Dieter1

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    Zitat Zitat von clavigo Beitrag anzeigen
    Sekundär Dieter. Primär hat Loso Recht.
    Irrtum Hartwig.

    Churchill selbst erkannte bereits kurz nach Kriegsende, dass der Einsatz der Atombombe militaerisch unnoetig war.

    Selbst der amtliche Bericht (der USA) ueber den strategischen Bombenkrieg gibt dies zu und faehrt fort:

    "............Dennoch scheint es klar, dass unsere Luftueberlegenheit, selbst ohne die Atombombenabwuerfe, genuegend Druck ausuebte, um die bedingungslose Kapitulation herbeizufuehren und eine Invasion Japans nicht mehr notwendig zu machen......"

    In etwa gleichlautend aeussern sich die beiden Flottenchefs der US Navy, Admiral King und Admiral Leahy.

    Letzterer war ausserdem der Vorsitzende der hoechsten alliierten Planunginstanz, der "Combined Chiefs of Staff".

    Quellen:

    Winston Churchill "Memoiren"
    Liddel Hart "Geschichte des 2. Weltkriegs"

    Ps.: Das Thema gehoert eigentlich abgetrennt.

  10. #59
    Avatar von rolf2

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    Zitat Zitat von Conrad Beitrag anzeigen
    Die A-Bombe wurden aber gezündet um Japan zur Kapitulation zu zwingen, weil man den Eltern von ca. 500 000 GIs schlecht hätte erklären können warum sie bei der Invasion Japans sterben mußten, wo es doch Atombomben gab, mit dem der Krieg schlagartig hätte beendet werden können, ohne das 500 000 junge Amerikaner bei der Invasion Japans sterben mußten.
    Nun, ich nehme an Du gehst davon aus das Kriege aus heroischen ehrbaren Motiven geführt werden, das sehe ich anders. Den Regierenden und Mächtigen sind in aller Regel die Leiden und Nöte des Volkes völlig Wurst. Es gilt das eigene Klientel und eigene Pfründe zu schützen und zu fördern. Natürlich braucht das Volk und die Politik um einen Krieg vom Zaum zu brechen "ehrbare" Motive und entsprechende Geschichten. Wenn man jedoch Soldaten zur Umsetzung braucht ist der Tod dieser Soldaten kalkuliertes Risiko, sei es
    im Falle der Amis Vietnam, der Irak oder Afghanistan. Rücksichtnahme auf das Leben von Soldaten wird nur dann gewährt wenn es nicht mehr zu vermeiden ist. Aus meiner Sicht hat man den taktisch unnötigen Einsatz der A-Bomben nicht zum Schutz der eigenen Soldaten befohlen, sondern um geopolitisch und strategisch die Russen im Zaum zu halten. Hunderttausende japanische Zivilisten in die Luft zu sprengen verkauft sich nicht gut, da braucht es schon gute nachvollziehbare Gründe.

    Man zieht ja auch leichter in den Krieg wenn man weiß das der Gegner über Massenvernichtungswaffen verfügt und ganz dolle böse ist, so werden Kriege verkauft, indem man Angst und Zweifel schürt, passiert übrigens grad wieder.

  11. #60
    Avatar von Dieter1

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    Zitat Zitat von rolf2 Beitrag anzeigen
    Nun, ich nehme an Du gehst davon aus das Kriege aus heroischen ehrbaren Motiven geführt werden, das sehe ich anders. Den Regierenden und Mächtigen sind in aller Regel die Leiden und Nöte des Volkes völlig Wurst. Es gilt das eigene Klientel und eigene Pfründe zu schützen und zu fördern. Natürlich braucht das Volk und die Politik um einen Krieg vom Zaum zu brechen "ehrbare" Motive und entsprechende Geschichten.
    Das mag fuer viele Kriege zutreffen, fuer alle trifft es natuerlich nicht zu.

    Die Allianz, die sich zusammenfand um den Weltbeherschungsphantasien einer deutschen national.sozialistischen Bewegung entgegenzutreten, hatte keine Eroberungen zum Ziel.

    Abgesehen von den Russen natuerlich. Die sind voellig aus dem Ruder gelaufen, nachdem ihr Sieg klar war.

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