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Ist Deutschland ein Beamtenstaat?

Erstellt von sombath, 25.12.2012, 10:12 Uhr · 214 Antworten · 14.384 Aufrufe

  1. #81
    Avatar von beran

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    Zitat Zitat von sombath Beitrag anzeigen
    Mir geht es aber nicht so sehr um den Vergleich Beamte -Angestellte im ÖD ,
    sondern in der " freien Wirtschaft "
    Wenn der Angestellte in der freien Wirtschaft im Alter nicht in Armut fallen will ,
    braucht er eine zusätzliche Altersversorgung , die er in der Regel aus seinem Netto bestreiten muß ,
    da seine Vorsorgepauschale bereits durch die gesetzliche Rentenversicherung aufgebraucht ist .
    Die Beamten , die bereits eine tolle Altersversorgung haben , haben hier auch noch steuerliche Vorteile .
    Der Angestellte in der gesetzlichen Krankenkasse braucht , wenn er im Krankenhaus nicht in
    einem 4 - Bettzimmer liegen u. nicht vom Arzt in Ausbildung behandelt werden will , auch noch
    eine Kranken-Zusatzversicherung .

    Sombath
    Du machst einen Vergleich zwischen beamteten Lehrern und angestellten Lehrern, und sagst dann, dass es dir gar nicht um diesen Vergleich geht, sondern um einen Vergleich mit der freien Wirtschaft? Schon etwas komisch.

    Wenn du aber einen Vergleich mit der freien Wirtschaft machen willst, dann musst du auch die in der freien Wirtschaft gezahlten Gehälter ansetzen. Dabei musst du natürlich eine vergleichbare Vorbildung berücksichtigen.

    Vergleiche dann doch mal das Gehalt beispielsweise eines Schulleiters mit dem Gehalt eines Managers in der freien Wirtschaft in einer ähnlichen Position. Da liegen Welten dazwischen, wobei es natürlich schwierig ist, das Gehalt eines Managers überhaupt zu ermitteln. Wenn ich nur daran denke, was ein Bankdirektor verdient, da kann jeder Beamte in Leitungsposition nur davon träumen (sogar die Bundeskanzlerin verdient ja weniger).

  2.  
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  3. #82
    Avatar von Helli

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    Warum wird aus meiner Sicht auf die Beamten so geschimpft?
    Da spielt wohl auch etwas Neid mit. Die Beamten waren bis in die 70er Jahre noch Diener des Volkes, auch in ihrem Selbstverständnis, wobei sich die Justiz natürlich abhob. Die war durch die neuen Gesetze nach dem Krieg mit der Gewaltenteilung vollkommen unabhängig geworden und macht seitdem ihr eigenes Ding (auch nicht immer nachvollziehbar).Durch den Zeitgeist der späten 60er Jahre und die SPD-Regierungen der 70er bekam der öffentliche Dienst mit Hilfe der Gewerkschaften kräftigen Rückenwind. Er wurde massiv aufgewertet, bekam neue Beförderungsrichtlinien und durch umfassende Garantien die Möglichkeit, ohne Risiken sich um Parlamentssitze zu bemühen (der private und die Hauptsteuerlast zahlende Mittelstand wurde hierbei geflissentlich ausgespart). Das hatte die heutigen Zustände zur Folge.
    Irgendwann hat man gemerkt, dass das kaum noch zu bezahlen ist. Unter Ausschluss ihrer eigenen Klientel haben die beamteten Parlamentarier dann den öffentlichen Dienst "reformiert". Komischerweise ist das nach meinem Gefühl nur bei den Angestellten angekommen. Bei den Beamten hat man zwar den zukünftigen Bedarf zurück gefahren aber die bestehenden Strukturen nicht grundlegend geändert.
    Der Ärger bekam Nahrung bei der Frühpensionierung der Bundeswehrbeamten (die in ihrem Berufsleben ja nur Krieg "gespielt" haben, wie mein Vater sagte) und der Begründung, man müsse einen Beförderungsstau abbauen!
    Dann kamen die von der Bevölkerung nicht gewollten Privatisierungen von Bahn und Post, bei denen auf einmal zigtausende Beamte nicht mehr gebraucht und mit vollen Bezügen heim geschickt wurden (was haben die vorher gemacht?).Aus heutiger Sicht ist festzustellen, dass unsere parlamentarischen Beamten oder beamteten Parlamentarier per Gesetz und den dann nachfolgenden Verordnungen und Ausführungsbestimmungen, die ja von der gleichen Interessengruppe gemacht werden, immer mehr und unerwünscht in unser Leben eingreifen, es ungewollt organisieren und zensieren, uns ungeniert in alle Taschen fassen und genau so ungeniert die eigenen Taschen nicht vergessen.

    Dazu passt die Weigerung der Schwarz/gelben, alle Einkünfte offen zu legen; dazu passt die schon unverschämte Preisgestaltung der Pharma-Industrie (die prahlt sogar mit den gezahlten Millionen für ihre erfolgreiche Lobbyarbeit - wer hat diese Millionen bekommen?) und dazu passt z.B. eine Beschwerde der CDU-Fraktion im Mainzer Landtag, warum man auf Regierungsseite soviele teure Planungen und Beratung von außen hole, wenn man doch selbst so gute und sachkundige Bedienstete und Stabsstellen habe (Hosenbandorden lässt grüßen).
    Die politischen Farben mögen in ähnlichen Fällen anders sein und den Bund der Steuerzahler mit seinen aufgelisteten und fundierten Unglaublichkeiten möchte ich nur am Rande erwähnen.

    Der Beamte wird also heute mit dem Parlamentarier gleich gesetzt und umgekehrt. Das schafft viel Frust gegen "die da oben" und das Machtgefühl dieses Berufsstandes ist auch längst bei dem kleinsten beamteten Sekretär (wenn es den überhaupt noch gibt) in einer Gemeindeverwaltung angekommen (nicht zu vergessen: unsere wohlwollenden und im Dienste unseres Volkes autark arbeitenden Freunde bei der Botschaft).



  4. #83
    Avatar von sombath

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    Hallo Helli ,
    genau hier ist das Problem , der politische Einfluß !
    Überall wird die Frauenquote diskutiert , aber keine Partei kommt auf die Idee
    eine Beamtenquote zu fordern . Warum wohl ?

    Sombath

  5. #84
    Avatar von beran

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    Zitat Zitat von sombath Beitrag anzeigen
    Hallo Helli ,
    genau hier ist das Problem , der politische Einfluß !
    Überall wird die Frauenquote diskutiert , aber keine Partei kommt auf die Idee
    eine Beamtenquote zu fordern . Warum wohl ?

    Sombath
    Beamtenquote, wie soll die denn aussehen? Es gibt Berufe, die hoheitliche Aufgaben erfüllen. Dort braucht man Beamte. Beispiele hierfür sind die Polizei und die Finanzbehörden. Willst du beispielsweise bei der Polizei den Anteil der Beamten begrenzen? Oder willst du in jeder Firma einen Mindestanteil an Beamten einführen?

    Deutschland ist kein Beamtenstaat. Das zeigt sich allein schon daran, dass nur etwa jeder 20. Beschäftiger ein Beamter ist. In Prozent ausgedrückt sind lediglich etwa 5% der Beschäftigten Beamte.

    Aber Deutschland ist ein Staat, der nicht zuletzt auch durch die Arbeit der Beamten sehr gut funktioniert. Korruption ist in Deutschland unbedeutend im Gegensatz zu vielen anderen Staaten.

  6. #85
    Avatar von Helli

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    Zitat Zitat von beran Beitrag anzeigen
    Deutschland ist kein Beamtenstaat. Das zeigt sich allein schon daran, dass nur etwa jeder 20. Beschäftiger ein Beamter ist. In Prozent ausgedrückt sind lediglich etwa 5% der Beschäftigten Beamte.
    Dann wäre es doch ganz einfach, wenn der Anteil von Beamten in allen Parlamenten auf 5% beschränkt werden würde.

    Über den letzten Satz möchte ich nicht diskutieren, aber wie definierst Du denn Lobbyarbeit?

  7. #86
    Avatar von sombath

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    Beamter ist kein Beruf sondern ein Status .
    Nach unserem GG sollte die Exekutive von der Legislative strickt getrennt sein .
    Durch den hohen Anteil von Beamten u. Gleichgestellten in den Parlamenten wird der
    Grundsatz verletzt .
    Also wie Helli schon schreibt , den Anteil der Beamten auf 5% begrenzen .

    Sombath



    Zitat Zitat von beran Beitrag anzeigen
    Beamtenquote, wie soll die denn aussehen? Es gibt Berufe, die hoheitliche Aufgaben erfüllen. Dort braucht man Beamte. Beispiele hierfür sind die Polizei und die Finanzbehörden. Willst du beispielsweise bei der Polizei den Anteil der Beamten begrenzen? Oder willst du in jeder Firma einen Mindestanteil an Beamten einführen?

    Deutschland ist kein Beamtenstaat. Das zeigt sich allein schon daran, dass nur etwa jeder 20. Beschäftiger ein Beamter ist. In Prozent ausgedrückt sind lediglich etwa 5% der Beschäftigten Beamte.

    Aber Deutschland ist ein Staat, der nicht zuletzt auch durch die Arbeit der Beamten sehr gut funktioniert. Korruption ist in Deutschland unbedeutend im Gegensatz zu vielen anderen Staaten.

  8. #87
    Avatar von beran

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    Zitat Zitat von Helli Beitrag anzeigen
    Dann wäre es doch ganz einfach, wenn der Anteil von Beamten in allen Parlamenten auf 5% beschränkt werden würde.
    Kennst du eigentlich unser Wahlsystem? Wir haben ein Wahlsystem, bei dem die Hälfte der Abgeordneten direkt im Wahlkreis gewählt wird. Die restliche Hälfte wird entsprechend den erreichten Prozentanteilen der Parteien vergeben.

    Nehmen wir nur mal die direkt gewählten Wahlkreisabgeordneten. Du weißt ja im vorhinein nicht, welcher Kandidat gewählt wird. Wie willst du allein hier sicherstellen, dass nur 5% Beamte gewählt werden? Willst du den Wählern vorschreiben, wen sie wählen müssen?

    Außerdem, wenn du den Anteil bei den Beamten auf 5% begrenzen willst, dann musst du dies doch folgerichtig auch bei allen anderen Berufsgruppen machen. Du musst dann also vorschreiben, dass nur x% Unternehmer, nur x% Ärzte, nur x% Rechtsanwälte usw. gewählt werden dürfen.

    Ich hoffe du merkst, welchen Blödsinn du vorgeschlagen hast.

  9. #88
    Avatar von beran

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    Zitat Zitat von sombath Beitrag anzeigen
    Nach unserem GG sollte die Exekutive von der Legislative strickt getrennt sein .
    Durch den hohen Anteil von Beamten u. Gleichgestellten in den Parlamenten wird der
    Grundsatz verletzt .
    Die in das Parlament gewählten Beamten üben ja als Abgeordnete ihren Beruf als Richter oder Polizist usw. nicht mehr aus. Somit ist die Trennung der Gewalten sichergestellt.

  10. #89
    Avatar von Nokhu

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    Zitat Zitat von beran Beitrag anzeigen
    Außerdem, wenn du den Anteil bei den Beamten auf 5% begrenzen willst, dann musst du dies doch folgerichtig auch bei allen anderen Berufsgruppen machen. Du musst dann also vorschreiben, dass nur x% Unternehmer, nur x% Ärzte, nur x% Rechtsanwälte usw. gewählt werden dürfen.
    Wen vermisse ich nur in deiner Aufstellung? Ah...jetzt fällt es mir ein.. Als da wären: Dachdecker, LKW-Fahrer, Lidl-Kassiererin und Hartz4er.

  11. #90
    Avatar von strike

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    Das Parlament spiegelt in keiner Weise "das Volk".

    Ein Arbeiternehmeranteil von 0,3% und ein Anteil von Beamten/Angestellte des oeffentlichen Dienstes von fast 50% im Deutschen Bundestag macht deutlich, wessen Interessen dort vorrangig beruecksichtigt und gewahrt werden.

    Das der einzelne Beamte das okay findet, sich dagegen nicht wehrt oder es gar kritisiert, ist menschlich und nachvollziehbar.
    Aber dass sich die, die das ganze System zu alimentieren haben damit nicht wohlfuehlen auch.

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