Seite 10 von 22 ErsteErste ... 8910111220 ... LetzteLetzte
Ergebnis 91 bis 100 von 215

Ist Deutschland ein Beamtenstaat?

Erstellt von sombath, 25.12.2012, 10:12 Uhr · 214 Antworten · 14.416 Aufrufe

  1. #91
    Avatar von beran

    Registriert seit
    09.12.2012
    Beiträge
    607
    Zitat Zitat von strike Beitrag anzeigen
    Das Parlament spiegelt in keiner Weise "das Volk".

    Ein Arbeiternehmeranteil von 0,3% und ein Anteil von Beamten/Angestellte des oeffentlichen Dienstes von fast 50% im Deutschen Bundestag macht deutlich, wessen Interessen dort vorrangig beruecksichtigt und gewahrt werden.
    Das Parlament spiegelt das Wahlergebnis wider (wobei der Anteil des öffentlichen Dienstes im Bundestag etwa 30% ausmacht, nicht 50%).

    Warum ist denn der Anteil des öffentlichen Dienstes im Parlament so hoch? Doch deswegen, weil sich die im öffentlichen Dienst Beschäftigten sich in der Politik und in der Gesellschaft entsprechend engagieren, während der normale Arbeiter sich kaum die Mühe macht, sich überhaupt über politische Themen zu informieren. Dies aber kann man doch den Beamten nicht vorwerfen, sondern man muss den anderen Gruppen ihr mangelhaftes Interesse vorwerfen.

    Damit man gewählt wird, muss man entsprechend bekannt sein. Viele Politiker beginnen ihre Karriere im kommunalen Bereich, wobei es gerade hier hilfreich ist, wenn man in vielen Vereinen (z.B. Sportverein) mitmacht und dort ein Amt übernimmt. Dies sind in der Regel Ehrenämter, die außer viel Arbeit wenig Ertrag bringen.

    Es ist auch nicht so, dass Politiker ein Traumberuf ist. Die meisten Politiker haben einen vollgestopften Terminkalender, bei dem fast regelmäßig auch das Wochenende verplant ist. Was die Arbeitszeit und den Termindruck angeht, stehen Politiker den Managern in der freien Wirtschaft nicht nach.

    Wer also kritisiert, dass zu viele Beschäftigte des öffentlichen Dienstes im Parlament sitzen, der muss vor allem dafür plädieren, dass sich die anderen Gruppen mehr in der Politik engagieren sollen und der soll selber mit gutem Beispiel vorangehen. Alles andere ist verlogen.

  2.  
    Anzeige
  3. #92
    Avatar von strike

    Registriert seit
    08.12.2007
    Beiträge
    28.011
    Zitat Zitat von beran Beitrag anzeigen
    Das Parlament spiegelt das Wahlergebnis wider (wobei der Anteil des öffentlichen Dienstes im Bundestag etwa 30% ausmacht, nicht 50%).....
    So, so, das Wahlergebnis.
    Wer gewaehlt werden darf bestimmt noch mal genau wer?

    Meine Aussage war:

    ... ein Anteil von Beamten/Angestellte des oeffentlichen Dienstes von fast 50% im Deutschen Bundestag
    Fuer mich fallen die 319 (von 622)* Abgeordneten, die zu den Beamten, Angestellten des oeffentlichen Dienstes sowie politischen, gesellschaftlichen Organisationen gezaehlt werden darunter.

    Aber mach mal, Du wirst das jetzt schon irgendwie verargumentieren - ich selbst sag "Danke!" und verabschiede mich mal fuer eine Weile aus diesem Thread.

    * womit ich das "fast" streichen muesste - waeren da unter den Lehrern nicht auch ein paar Angestellte erfasst.

  4. #93
    Avatar von beran

    Registriert seit
    09.12.2012
    Beiträge
    607
    Zitat Zitat von strike Beitrag anzeigen
    So, so, das Wahlergebnis.
    Wer gewaehlt werden darf bestimmt noch mal genau wer?
    Gewählt werden darf jeder Deutsche, der das Mindestalter hat, also auch der normale Arbeiter. Aber er muss sich eben in einer politischen Partei engagieren, weil wir ein Parteiensystem haben.

    Der öffentliche Dienst stellt im Bundestag 199 von 622 Abgeordneten und damit wie von mir geschrieben etwa 30%. Du kannst nicht einfach alle gesellschaftlichen Organisationen dem öffentlichen Dienst zuschlagen (was hat zum Beispiel ein Tierschutzverein mit dem öffentlichen Dienst zu tun?).

    http://de.wikipedia.org/wiki/Mitglie...en_Bundestages

  5. #94
    Avatar von sombath

    Registriert seit
    03.03.2009
    Beiträge
    2.733
    OK , ist auch mein letzter Beitrag .
    Das Problem ist doch , wer von den Parteien aufgestellt wird .
    Da finden in den Hinterzimmern die Absprachen statt .
    Bei der Wahl kann ich nur mein Kreuz bei einem Beamten A B C machen .
    Oder die Absicherung findet über die Liste statt .
    Schluß + Ende .

    Sombath



    Zitat Zitat von beran Beitrag anzeigen
    Gewählt werden darf jeder Deutsche, der das Mindestalter hat, also auch der normale Arbeiter. Aber er muss sich eben in einer politischen Partei engagieren, weil wir ein Parteiensystem haben.

    Der öffentliche Dienst stellt im Bundestag 199 von 622 Abgeordneten und damit wie von mir geschrieben etwa 30%. Du kannst nicht einfach alle gesellschaftlichen Organisationen dem öffentlichen Dienst zuschlagen (was hat zum Beispiel ein Tierschutzverein mit dem öffentlichen Dienst zu tun?).

    Mitglied des Deutschen Bundestages

  6. #95
    Avatar von strike

    Registriert seit
    08.12.2007
    Beiträge
    28.011
    Selbst wenn es nur 30 Prozent waeren: es bleibt fuer mich einfach Irrsinn.
    Das Profiteure dies anders sehen ist voellig okay.

    ...... So war es bislang noch bei fast jeder Reform im Öffentlichen Dienst. Am Ende konnten die Beamten ihre Privilegien verteidigen oder ausbauen. Nicht umsonst verfügen die Staatsdiener über die bestorganisierte und einflussreichste Lobby im Land. Ver.di und Beamtenbund stellen mit ihren fast vier Millionen Mitgliedern nicht nur einen entscheidenden Stimmblock bei jedem Wahlgang in Bund, Ländern und Gemeinden. Sie können auch auf mehr Gewährsleute in den Parlamenten zurückgreifen als jede andere Interessengruppe.

    Allein im Bundestag entstammen rund 40 Prozent der 601 Abgeordneten dem Öffentlichen Dienst, in den Landtagen beträgt der Anteil nach Berechnung des Verwaltungsrechtlers Hans Herbert von Arnim durchschnittlich sogar 50 Prozent.

    Nirgends lässt sich die Kumpanei von Politik und Staatsdiener-Lobby so anschaulich besichtigen wie bei den jährlichen Kongressen des Deutschen Beamtenbundes im fränkischen Kurstädtchen Bad Kissingen. Seit 28 Jahren pilgern Minister und Parlamentarier in das gemütliche Hotel "Frankenland", um vor Hunderten Standesvertretern den obligatorischen Kotau abzuliefern. Da wird der Öffentliche Dienst dann entweder zum "deutschen Erfolgsmodell" (Innenminister Otto Schily) oder zur "tragenden Säule des Staates" (Helmut Kohl) hochgejubelt.

    Die Allianz ist fest gefügt, und wer sie anzugreifen wagt, muss sich auf schmerzhafte Niederlagen gefasst machen. .....
    DER SPIEGEL*42/2004 - Trickreiches Trio
    Volksparteien ohne Volk: Das Versagen der Politik: Amazon.de: Hans Herbert von Arnim: Bücher
    http://www.zparl.nomos.de/fileadmin/...Parl_10_03.pdf

    Frohe Ostern!



    Viel Spass noch.
    Ich bin dann mal wirklich weg ......

  7. #96
    Avatar von beran

    Registriert seit
    09.12.2012
    Beiträge
    607
    Zitat Zitat von sombath Beitrag anzeigen
    Das Problem ist doch , wer von den Parteien aufgestellt wird .
    Und wer wird von den Parteien aufgestellt? Natürlich derjenige, der sich engagiert und der zu einer Kandidatur bereit ist.

    Entschieden wird dies nicht in einem Hinterzimmer, sondern durch Wahlen innerhalb der Partei. Es wird zwar normalerweise eine Liste von den entsprechenden Parteigremien erarbeitet und vorgeschlagen, aber diese Liste kann bei der parteiinternen Wahl durchaus geändert werden (was auch des öfteren passiert).

    Aber zur parteiinternen Wahl sind nur die Parteimitglieder oder die von den Parteimitgliedern gewählten Delegierten zugelassen. Deshalb muss man Mitglied in einer Partei werden, dann kann man schon bei der Kandidatenauswahl mitbestimmen.

  8. #97
    Avatar von Helli

    Registriert seit
    23.02.2013
    Beiträge
    6.273
    Zitat Zitat von beran Beitrag anzeigen
    Und wer wird von den Parteien aufgestellt? Natürlich derjenige, der sich engagiert und der zu einer Kandidatur bereit ist.
    Entschieden wird dies nicht in einem Hinterzimmer, sondern durch Wahlen innerhalb der Partei. Es wird zwar normalerweise eine Liste von den entsprechenden Parteigremien erarbeitet und vorgeschlagen, aber diese Liste kann bei der parteiinternen Wahl durchaus geändert werden (was auch des öfteren passiert).
    Soweit die Theorie für Glaubensbrüder.
    Aber noch ein Wort an den Vertreter des Deutschen Beamtenbundes:
    Wer kann sich denn engagieren und als Kandidat bewerben?
    Doch nur wer von seinem Brötchengeber (Steuerzahler) in Watte gepackt und mit vollen Bezügen für den Wahlkampf frei gestellt wird. Er darf sogar bei Erfolglosigkeit an seinen Schreibtisch zurück und das amtliche Schreiben fertig diktieren, was er vorher angefangen hat. Hat er Erfolg, kommt eine große Plastikhaube über seinen Arbeitsplatz, die nach einer Legislaturperiode wieder weggenommen wird. Die Lage des Griffels hat sich dabei nicht verändert. Packt er zwei Perioden, kann er anschließend in Rente gehen.

    Kann das ein Industriearbeiter auch,
    ohne vorher seinen Gewerkschaftsbonzen hinten rein gekrochen zu sein?

    Kann das ein Kleinunternehmer (z.B. Landwirt) auch?
    Bekommt er vom Staat einen gleichwertigen Vertreter gestellt?

    Kann das ein Handwerker aus einem mittelständigen Betrieb auch?
    ... mit wirklicher Arbeitplatzgarantie?

    Kann das ein IT-Fachmann auch,
    der nach einer Legislaturperiode beruflich weg vom Fenster wäre?

    Kann das eine Hausfrau auch?
    Bekommt die für Haushalt und Kinderbetreuung qualifizierte und kostenfreie Hilfe?

    Also noch mal: Quotenregelung für öffentlich Bedienstete in allen Parlamenten!

    Abgesehen von dieser Problematik: Deutschland leistet sich weltweit (gemessen an der Bevölkerungszahl) die weitaus meisten Parlamentarier. Vielleicht wäre ja die Lobbyarbeit der Pharmaindustrie erheblich preiswerter und damit die Pillen gravierend billiger, wenn man die Hälfte wieder nach Hause schicken würde.

    Info dazu?:
    1 Päckchen Jennifer 35 von Bayer-Schering kostet in D 13,90 €
    1 Päckchen Diane 35 von Bayer-Schering (made in Brasil) kostet in TH 145 THB
    Der Inhalt ist original der Gleiche!

  9. #98
    Avatar von beran

    Registriert seit
    09.12.2012
    Beiträge
    607
    Zitat Zitat von Helli Beitrag anzeigen
    Soweit die Theorie für Glaubensbrüder.
    Aber noch ein Wort an den Vertreter des Deutschen Beamtenbundes:
    Wer kann sich denn engagieren und als Kandidat bewerben?
    Doch nur wer von seinem Brötchengeber (Steuerzahler) in Watte gepackt und mit vollen Bezügen für den Wahlkampf frei gestellt wird.
    Zunächst zur Klarstellung: Ich bin weder Mitglied noch sonstwas beim Deutschen Beamtenbund. Deine Unterstellung ist somit falsch.

    Wer ernsthaft für den Bundestag oder für einen Landtag kandidieren will, der wird es auch in Kauf nehmen, dass er in der heißen Wahlkampfphase (ca 8 Wochen) ohne Verdienst auskommt, um in dieser Zeit Wahlkampfveranstaltungen durchzuführen. Wenn er dazu nicht bereit ist, dann ist er ohnehin in der Politik fehl am Platze, denn er wird auch als gewählter Abgeordneter viel Zeit investieren müssen, so dass seine Freizeit kaum noch vorhanden ist.

    Falls er dann nach einer Legislaturperiode nicht mehr erneut kandidiert, oder nicht mehr gewählt wird, dann gibt es eine Übergangszeit, in der er noch Bezüge erhält.

    Der von dir erweckte Eindruck, dass es anderen Berufsgruppen nicht möglich wäre, für ein Parlament zu kandidieren, ist somit nicht richtig. Es sind ja auch ca. 70% des Parlaments keine Angehörigen des öffentlichen Dienstes.

  10. #99
    Avatar von Siamfan

    Registriert seit
    24.11.2012
    Beiträge
    3.107
    2011 waren es etwa 4,6 Mio Beschaeftigte im Oeffentlichen Dienst.*
    Bei etwa 42 Mio Arbeitnehmern entspricht das 11 %.

    1991 waren es sogar 6,7 Mio, was in etwa 16 % entspricht.

    Diese "Reduzierung" ist aber leider nicht echt, da dort auch (ueberwiegend) die Privatisierungen drinstecken.

    Bei dem Anteil des öffentlichen Dienstes im Bundestag von etwa 30% entfallen hoechstens 1/3 auf Beamte. Der Rest sind ueberwiegend Angestellte.

    Wird ein Beamter als Abgeordneter gewählt, ruhen in der Legislaturperiode die beamtenrechtlichen Rechte und Pflichten.
    Es entstehen also dem Beamten ebenfalls Laufbahnnachteile durch die wahl zum Abgeordneten.

    Ein grosser Anteil der Angestellten des oeffentlichen Dienstes, gehen nach Beendigung des Wahlamtes in die freie Wirtschaft.

    *Öffentlicher Dienst

  11. #100
    Avatar von Yogi

    Registriert seit
    05.01.2007
    Beiträge
    27.569
    Zitat Zitat von Siamfan Beitrag anzeigen
    2011 Ein grosser Anteil der Angestellten des oeffentlichen Dienstes, gehen nach Beendigung des Wahlamtes in die freie Wirtschaft.
    Als Lobbyist, weia.

Seite 10 von 22 ErsteErste ... 8910111220 ... LetzteLetzte

Ähnliche Themen

  1. Deutschland und die EU
    Von Tramaico im Forum Politik und Wirtschaft außerhalb Thailands
    Antworten: 21
    Letzter Beitrag: 19.03.12, 20:14
  2. Urlaub in Deutschland
    Von andrusch im Forum Behörden & Papiere
    Antworten: 2
    Letzter Beitrag: 14.02.11, 15:00
  3. Antworten: 82
    Letzter Beitrag: 29.11.07, 15:45
  4. Was nun, Deutschland?
    Von catweazle im Forum Treffpunkt
    Antworten: 30
    Letzter Beitrag: 14.02.07, 09:05
  5. WAT in Deutschland
    Von DST im Forum Treffpunkt
    Antworten: 7
    Letzter Beitrag: 25.07.05, 12:05