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Islam - eine Minderheiten Religion?

Erstellt von K98, 06.03.2011, 14:48 Uhr · 3.351 Antworten · 169.092 Aufrufe

  1. #2101
    Avatar von uwalburg

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    Als nächstes nehmen die Märkte Schweinfleisch und Alkohol aus den Regalen und richten Halal-Abteilungen ein. Natürlich mit separatem Eingang. An den Kassen sitzen künftig nur noch Salafisten, damit das Schutzgeld gleich mitkassiert werden kann.

  2.  
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  3. #2102
    Avatar von Micha

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    Zitat Zitat von MadMac Beitrag anzeigen
    Ist doch schoen, wie selbst hier versucht wird, die N.azi.keule zu ziehen, um die Verbrechen von Terroristen schoenzureden. Nochmal PFUI
    So ein Quatsch. Der gemeine D-ler durfte schon immer seine freie Meinung äußern - wenn sie denn den allgemeinen Vorgaben entsprach.

    Das war im Dritten Reich und auch in der Ex-DDR nicht so viel anders.

    Geändert haben sich lediglich die Vorgaben. Die Mentalität des gemeinen D-lers eher nicht.

  4. #2103
    ffm
    Avatar von ffm

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    Zitat Zitat von Conrad Beitrag anzeigen
    Seit den Mohammed-Karikaturen 2005 ist doch klar, wie gewalttätig die Moslems auf sowas reagieren.
    Da halte ich es mit Broder: Das einzige was den sich empörenden Muslimen möglicherweise helfen könnte mit solchen "Beleidigungen" wie den fraglichen Karikaturen fertig zu werden, ist diese so lange zu wiederholen, bis diese Muslime sich endlich daran gewöhnt haben dass so etwas in der westlichen Welt ganz normal ist.

  5. #2104
    Avatar von Nokhu

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    Zitat Zitat von Micha Beitrag anzeigen
    So ein Quatsch. Der gemeine D-ler durfte schon immer seine freie Meinung äußern - wenn sie denn den allgemeinen Vorgaben entsprach.
    Merkste was ?

  6. #2105
    Avatar von rolf2

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    Zitat Zitat von Micha Beitrag anzeigen
    So ein Quatsch. Der gemeine D-ler durfte schon immer seine freie Meinung äußern - wenn sie denn den allgemeinen Vorgaben entsprach.

    Das war im Dritten Reich und auch in der Ex-DDR nicht so viel anders.
    eine absolut freie Gesellschaft hats nie gegeben und wird es nie geben, und nichts ist für immer manifestiert.

    Unsere Gesellschaft ist relativ frei, noch!!

    Natürlich kann man als Oportunist sich immer und überall einordnen und durchkommen, LM und Militärregierung in Thailand sind Dir ja auch egal.

  7. #2106
    Avatar von Chris67

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    Zitat Zitat von Conrad Beitrag anzeigen
    Seit den Mohammed-Karikaturen 2005 ist doch klar, wie gewalttätig die Moslems auf sowas reagieren. Das war auch den Charlie Hebdo Mitarbeitern bekannt. Die wußten genau, was passiert, wenn sie so weiter machen. Klar kann man sagen "die dämlichen hinterwälderischen Volldeppen sollen sich halt nicht so anstellen", nun, sie stellen sich aber halt so an:



    Man muß daher von einer gezielten Provokation ausgehen, die von vornherein Dutzende, Hunderte, Tausende oder sogar hunderttausende Tote eingeplant hat. Das hatte nichts mit dem Recht auf freie Meinungsäusserung zu tun, das was jetzt passiert war so gewollt, man wollte anscheinend gezielt eine weltweite Welle der Gewalt lostreten. Das hat dieses dämliche Idiotenblatt namens Charlie Hebdo fein hingekriegt, kann man nur sagen.

    Und da stehen in Frankreich und anderswo tausende Dschihadisten Kalaschnikov bei Fuß, die nur darauf warten, bei der nächstbesten günstigen Gelegenheit zuzuschlagen, um ein erneutes Blutbad anzurichten.

    Habt ihr echt toll gemacht, ihr verblödeten hirnlosen degenerierten französichen Vollidioten. Man darf sich getrost zu Hause in seinen Fernsehsessel flätzen und der Mord- und Totschlags- und Gewaltorgie harren, die da noch kommen wird.
    Das ist der größte Bullshit den ich seit langem gelesen habe! Eine völlige Verkehrung der Täter-Opfer-Beziehung! Wenn jeder so denken würde wie Du (was der große Gasförmige verhindern möge!), dann hätten wir demnächst die heilige Inquisition zurück, oder viel wahrscheinlicher direkt Sharia-Gerichte.

    Ein Bekannter von mir hat heute mal seine Gedanken zum Thema Meinungsfreiheit und Respekt vor Andersdenkenden auf Facebook zum Besten gegeben. Es gibt dort auch intelligente Beiträge. Ich zitiere das hier mal, Du solltest es lesen, auch wenn es lang und nicht ganz einfach ist. Hat ein paar Fremdwörter... (auch den erwähnten Kommentar von Deniz Yücel solltest Du lesen):

    Vor ein paar Tagen hatte ich eine Polemik von Deniz Yücel aus der taz gegen das verlogene und relativierende „Aber“ gepostet, welches sich bei Pegida-Anhängern („Ich habe nichts gegen Ausländer, aber…“) ebenso findet, wie bei dem ein oder anderen Anhänger des Islam „Die Morde in Paris sind barbarisch, aber die haben ja auch provoziert.“ In beiden Fällen bedeutet dieses relativierende „Aber“, dass man einem Teil von Menschen grundlegende Rechte abspricht, egal ob es Flüchtlinge oder Andersdenkende sind. Und beide Male bereitet dies den geistigen Nährboden für die Psychopathen, die den Gedanken dann barbarische Taten folgen lassen, egal, ob es sich dabei atuell um die Ermordnung eines Flüchtlings in Dresden handelt oder um das Abschlachten „Ungläubiger“. Eine Argumentation, die pointiert, aber schlüssig ist. Die Argumentation interessierte den ein oder anderen Facebook-Freund dann offensichtlich weniger, als vielmehr das Bedürfnis nach Krawall. Einiges übersprang die Grenze zum Schwachsinn mit Leichtfüßigkeit und bedurfte keines weiteren Kommentars. Den Umstand, dass zwei Psychopathen Satiriker kaltblütig ermorden, weil sie Zeichnungen nicht ertragen können, die ihre Weltsicht karrikieren, regt mehr als zum Nachdenken an. Dass sich dann aber umgehend Leute finden, die die Frage aufwerfen, ob die Zeichnungen nicht in Wirklichkeit geschmacklos sind und ob die Zeichner nicht eine gewisse Mitschuld tragen, weil sie ja provoziert und gespalten haben, hat mich dann beinahe allerdings noch mehr zum Nachdenken angeregt. Hier wird in fataler Weise das Täter-Opfer-Prinzip umgekehrt, nachdem dem Künstler oder aktuell den Satirikern die Schuld für die Störung des öffentlichen Friedens zugeschoben wird.

    Im ersten Moment mag die Forderung nach mehr Respekt für die religiösen Gefühle sogar vernünftig erscheinen, denn wäre es nicht schöner, wenn wir alle respektvoller und versöhnlicher miteinander umgingen? Und selbstredend achte ich im persönlichen zwischenmenschlichen Umgang darauf, dass ich, wenn ich mich streiten muss, nicht zwangsläufig beleidigend werde. Doch einem intoleranten Gegenüber müssen Grenzen aufgezeigt werden. Bei genauerer Betrachtung zeigt sich nämlich, dass diese freundlich und vermeintlich vernünftig wirkende Haltung der Streitkultur der Aufklärung diametral entgegensteht, nach der die Wahrheitsansprüche aller Dogmen, sei es religiöse oder politische, in Frage gestellt werden dürfen. Die Forderung nach mehr Respekt wird nämlich schnell zum Totschlagargument, welches jede vernünftige Debatte zum Erliegen bringt. Im Übrigen wird paradoxerweise die Forderung nach Respekt vor allem von denjenigen am vehementesten vorgetragen, die am wenigsten bereit sind, ihrem Gegenüber Respekt entgegenbringen – nämlich von den Fundamentalisten jeglicher Couleur. Aus aufgeklärter Perspektive wirkt es zutieftst paradox, wenn ausgerechnet Vertreter von Überzeugungen, die im 21. Jahrhundert immer noch übelst gegen Schwule oder Ehebrecherinnen agitieren, Respekt für ihre religiösen Gefühle einfordern. Nein, mir geht es hier nicht um spalten, jedoch darum um Stellung zu beziehen. Denn Respekt darf nicht mißverstanden werden als Ignoranz oder Feigheit. Beides („Der Klügere gibt nach…“) hat der Dummheit leider nur zu oft zum Sieg verholfen. Denn es ist das Paradox der Toleranz, dass uneingeschränkte Toleranz gegenüber den Intoleraten letztlich zum Verschwinden der Toleranz führt. Und es gibt leider offensichtlich immer mehr Menschen, die nicht mehr bereit sind, freie Meinungsäußerung zuzulassen und auf der Basis gleichberechtigter rationaler Diskussion zusammenzukommen. Und damit ist angesprochen, was es zu verteidigen gilt.

    Der Austausch von Meinungen, Haltungen, von Sichtweisen der Dinge kann günstigenfalls befruchtend sein, Streit über die Sicht auf diese Welt sollte unter aufgeklärten Zeitgenossen kein Ding sein und die Geltungskraft der besseren Argumente letztlich zum Erkenntnisfortschritt beitragen. Vernunft und Bildung als Voraussetzung für eine bessere Welt, war das Ideal, welches Kant im Sinn hatte, als er das lateinische Sprichwort „Sapere Aude“ 1748 zum Leitmotiv der Aufklärung erklärte: „Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen.“ Hegel verdeutlichte ein paar Jahre später, dass mit der Aufklärung nicht zwangsläufig ein moralischer Fortschritt verbunden ist: „Aufklärung des Verstands macht zwar klüger, aber nicht besser.“ Und es oblag im Anschluss einem gewissen Karl Marx festzustellen, dass das „was die Welt in ihrem Innersten zusammenhält“ nicht zu begreifen ist, wenn man nicht die ökonomischen Tiefenstrukturen einer Gesellschaft hinterfragt, die sich gleichsam hinter dem Rücken der Akteure entwickeln. Kritik an der Verabsolutierung von Vernunft und Wissenschaft gab es in der Folge umgehend und reichhaltig. Die Radikalität, mit der der Rationalismus der Aufklärung die Wahrnehmung veränderte, alle Lebensbereiche erfaßte und im weiteren Ausgangspunkt für technische und ökonomische Initialzündungen wurde, bedeutete für die Romantiker eine Verarmung der Welt – bei manchen leider bis heute auch ein Argument für eine Gegenaufklärung. Später legte Max Weber in sozialwissenschaftlicher Perpektive überzeugend die Folgen einseitiger technisch-instrumenteller Rationalisierung dar. Vor allem attestierten Max Horkheimer und Theoder W. Adorno bekanntermaßen in ihrer „Dialektik der Aufklärung“ derselben einen blinden Fleck, wie sonst hätte es zur Katastrophe des ......... in einer Kulturnation wie der deutschen kommen können. Nun soll an dieser Stelle nicht der philosophische Diskurs der Moderne hinreichend gewürdigt werden. Relevant für meine weiteren Gedanken ist an dieser Stelle lediglich, dass auch die großen Denker der letzten Jahrzehnte (Jürgen Habermas, Michel Foucault, Jean-Francois Lyotard, Jacques Derrida, Richard Rorty oder John Rawls, um nur einige zu nennen) sich in ihrer jeweils eigenen Weise darum verdient gemacht haben, was aufklärerisches Denken bedeutet. Was sie bei aller Unterschiedlichkeit verbindet, ist der Gedanke wie der, die oder das jeweils Andere, wie der Differenz, Geltung verschafft werden kann. Und das erscheint mir wesentlich: Aufgeklärte Menschen wissen, dass es keine absolute Wahrheit gibt, sondern dass vielmehr der Pluralität des Denkens Geltung verschafft werden muss. Das setzt voraus, dass man das Andere anerkennt und zur Not eben auch erträgt. Das mag das andere Weltbild ebenso betreffen, wie das Weibliche oder das Männliche, die andere 5exuelle Orientierung, den anderen Musikgeschmack oder was auch immer.

    Aprospos Geschmack: Vor dem Hintergrund der gerade gemachten Ausführungen ist es daher nicht von Belang, ob die Karrikaturen in Charlie Hebdo dem „guten Geschmack“ entsprechen oder wirklich witzig sind. Ich persönlich finde eine pointierte nachdenklich stimmende Satire immer geschmackvoller als pure .....grafische Provokation, aber ein Fundamentalist wird vermutlich sowieso von beidem beleidigt sein. Im Zweifel für die Freiheit der Kunst! Man muss längst nicht alles witzig oder geschmackvoll finden, aber man muss Zusammenhänge begreifen. Und ein solcher Zusammenhang ist, dass eines der meistbenutzen Argumente der antiaufklärerischen fundamentalistischen Dogmenverteidiger die Verletzung religiöser Gefühle ist. Wer den Schutz religiöser Gefühle für sich markiert, erhebt seine persönliche Weltanschauung über den kritischen Diskurs. Das Hinterfragen des Heiligen gerät umgehend zum Affront, und daher wirkt falsch verstandener Respekt – ich deutete es bereits an – antiaufklärerisch. Nach dem Willen der Aufklärer sollte aber vielmehr das Licht der Vernunft in jeden Winkel scheinen, um Unterdrückung, Aberglaube, Intoleranz und Vorurteile zu überwinden, und es stört eben all jene, die manche Bereiche lieber im Dunkeln lassen. Vor allem ermuntert falscher Respekt und „Denk-mal-Schutz“ all die Fanatiker und Fundamentalisten dazu, dann schon bei leisester Kritik noch lauter zu schreien und hat damit in letzter Konsequenz eine Aushöhlung der Meinungs-, Presse-, Kunst- und Forschungsfreiheit zur Folge. Ich weiß nicht, ob in Deutschland noch die Scheiterhaufen brennten, hätten die Aufklärer falschen Respekt gehabt. Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Gleichberechtigung, Meinungs- und im Übrigen auch Religionsfreiheit, wurden jedenfalls aber auch in diesen Landen gegen religiöse Befindlichkeiten von Kirchenoberen und –fundamentalisten durchgesetzt.

    Wo ich gerade bei Befindlichkeiten bin, so kann man auch die Frage aufwerfen, warum eigentlich vergleichsweise wenig Atheisten und Agnostiker so schnell beleidigt sind, wie religiöse Fanatiker und Fundamentalisten. Religionsfreie Menschen hätten angesichts dessen, was ihnen in den Grundlagenschrift der großen monotheistischen Religionen angedroht wird, viel mehr allen Grund beleidigt zu sein und trifftige Gründe sich in ihren Empfindungen verletzt zu sehen. Dagegen, was den „Ungläubigen“ angedroht wird, wirken die Satiren und Karrikaturen eher harmlos. Es scheint aber, dass religionsfreie Menschen oft weniger verletzungsanfällig sind, was ihre weltanschaulichen Gefühle betrifft. Zumindest scheinen sie auf den ersten Blick weniger Probleme zu haben, das Andere, das Differente anzuerkennen. Selbstredend gibt es auch unter ihnen genügend, die das Differente (in diesem Fall, die sich spirituell auf der Suche befindenen) nicht anerkennen und mit besserwisserischer Arrgoganz abtun. Und freilich ist der oft gerne gezogene Umkehrschluss, dass Atheisten die besseren Menschen seien, ein Fehlschluss. Die größten Verbrechen der Menschheitsgeschichte im 20. Jahrhundert gehen allesamt auf die Kosten erklärter Atheisten, sowohl der industriell organisierte Massenmord an sieben Millionen Menschen durch die ....barbarei (im Übrigen, und da bin ich im Historikerstreit selbstredend klar auf der Habermaschen Seite, ein singuläres Ereignis in der Menschheitsgeschichte), als auch die Vernichtung von Menschen in den stalinistischen Gulags oder während der chinesischen Kulturrevolution, unter Pol Pot in Kambodscha usw.. Moralische Selbstgerechtigkeit, bigotte Arroganz, vorschnelles Urteil, die Ausgrenzung und Nichtanerkennung des Anderen, des Differenten mit unter Umständen mörderischen Konsequenzen ist kein exclusives Erkennungsmerkmal religiöser, sondern aller Fundamentalisten.

    Doch zurück zu den Befindlichkeiten und damit zur Satire. Unter Berücksichtigung der skizzierten, die Aufklärung betreffenden Zusammenhänge hat Satire (auch „Spottdichtung“ in der älteren Bedeutung des Begriffs) die Aufgabe die herrschenden Zu- und Missstände in überspitzter und verspottender Form zu thematisieren. Der Witz wird gleichsam zur Waffe der Aufklärung. In einem solchen Zusammenhang sind auch die Karrikaturen von Charlie Hebdo zu sehen. Es ist wie bei einer Phobie. Wer beispielsweise unter der wahnhaften Angst leidet, beim Anblick von Spinnen sterben zu müssen, wird seine Angst letztlich nur dadurch überwinden, dass er mit dem Objekt seiner Angst konfrontiert wird. Ähnlich ist es mit der Kritikunfähigkeit, der Kritikphobie der Fundamentalisten. Auch hier hilft nur systematische Desensibilisierung. Sie sollten mit soviel Kritik und Satire versorgt werden, bis sie irgendwann von selbst erkennen, wie irrsinnig es ist, wegen Karrikaturen Menschen abzuschlachten oder wie absurd es ist, an einen Gott zu glauben, dem die Rachsucht eines Dreijährigen unterstellt wird. Eine zugegebenermaßen recht vage Hoffnung, die auf die Geltungskraft des besseren Arguments setzt. Aber falsch verstandener Respekt wäre viel fataler.

    Es ist sicher ein ermutigendes Zeichen gewesen, dass in Paris vergangene Woche 1,5 Millionen Menschen auf die Straße gegangen sind, um ein Zeichen für Meinungs- und Presse- und Denkfreiheit, für die Freiheit von Kunst und Kultur, letztlich für Menschenrechte zu setzen. Das sind die tatsächlichen abendländischen Traditionen, universelle von der französichen Revolution ausgehende Menschenrechte, die es zu verteidigen gilt, nicht das vermeintlich völkische, das nationale, wie es die Kleingeister der Pegida oder anderer Rechtspopulisten und Faschisten in anderen europäischen Ländern glauben machen wollen. Das sehen offenbar ein großer Teil der Menschen auch anderer Kulturkreise und verschiedener Glaubensrichtungen so und haben daher in Paris und vielen anderen Städten der Welt Zeichen gesetzt. Auch wenn uns Themen wie Neoliberalismus und NSA-Überwachung scheinbar überrollen, so steht weiterhin zu vermuten, dass die Menschen ihre Geschichte zwar nicht aus freien Stücken, aber doch selbst machen. Die Erinnerung an das Erbe der Aufklärung, an Kant und den deutschen Idealismus, an Voltaire und andere bereits genannte aufklärerisch wirkende Denker wird dabei permanent notwendig bleiben, denn Fundamentalisten auf allen Seiten haben beständiges Interesse zu spalten und Konflikte zu provozieren. Sie können das Andere einfach nicht ertragen. Sie wollen es vielmehr vernichten! Sie, und nicht die Satiriker sind es, die immer ein grundsätzliches Interesse an Eskalation haben. Aufgeklärte Menschen hingegen wissen oder spüren zumindest, dass es keine absolute Wahrheit gibt, sondern dass vielmehr der Pluralität des Denkens Geltung verschafft werden muss. Eine Gesellschaft erkennt man bekanntermaßen daran, wie sie mit ihren Minderheiten umgeht.

    Im günstigsten Fall haben daher die fundamentalistischen Terroristen unfreiwillig eine Debatte zum Selbstverständnis darüber angestoßen, welche gesellschaftlichen Werte uns wichtig sind und wie wir zusammen leben wollen. Das wird auch im Rest der Welt registriert. Der Umstand wie weit und in welcher Form in der westlichen Welt gerade in den USA mit ihren Foltermethoden die wesentlichen abendländische Werte bereits über den Haufen geworfen wurden, wird im Rest der Welt sehr wohl ebenso zur Kenntnis genommen, auch wenn eine deutsche Bundeskanzlerin das weitestgehend zu ignorieren versucht. Wenn schon nicht mehr die Regierenden bereit sind, sich an grundlegende Werte zu halten, so ist es doch tröstlich festzustellen, dass zumindest ein großer Teil der Regierten dies noch will und auch zeigt.

    Die Werte und die Bigotterie wären die eine Seite der Medaille bzw. der kulturelle Überbau. Die Debatte um derartige Werte lässt sich freilich nicht von politökonomischen Zusammenhängen trennen. Dabei führen neoliberale Ideologie sowie tatsächliche und vermeintliche ökonomische Imperative und Rationalitäten nicht nur in der westlichen Welt zu erheblichen gesellschaftlichen Verwerfungen. Die Protagonisten und Profiteure eines entfesselten Kapitalismus haben bekanntermaßen auch einen erheblichen Anteil und ein erhebliches Interesse an dem herrschenden Chaos in weiten Teilen der arabischen und sonstigen Welt. Leider werden in den Öffentlichkeiten der europäischen Wohlstandsgesellschaften solche grundlegende ökonomische Rationalitäten und Interessen gerne ignoriert. Vielmehr wird nur allzu gerne gehofft, dass globale Konflikte und der Terror nur woanders ausgetragen werden und nicht zu uns kommen. Aber dies alles wären weitere Themen, und die sind mit Sicherheit wesentlich komplexer, als uns Verschwörungswichtel, wie Ken Jeben Glauben machen wollen. Mir ging es an dieser Stelle aber erst einmal "nur" um ein Plädoyer für die Bereitschaft dem Gegenüber eine unter Umständen komplett andere Sicht der Dinge zuzugestehen, für die Bereitschaft das Andere, das Differente anzuerkennen und die Bedingungen dafür zu schaffen und zu erhalten. Rosa Luxemburg formulierte zurecht: "Freiheit ist immer Freiheit des Andersdenkenden!"


    P.S.: Ich persönlich glaube an Gott. Ich habe große Sympathie und Respekt für die Überzeugungen und die Spiritualität beispielsweise eines Dietrich Bonhoeffer, Heinrich Albertz oder Hanns-Dieter Hüsch und teile die Auffassungen Werner Heisenbergs („Der erste Trunk aus dem Becher der Naturwissenschaft macht atheistisch, aber auf dem Grund des Bechers wartet Gott.“) oder Max Plancks („Für den gläubigen Menschen steht Gott am Anfang, für den Wissenschaftler am Ende aller Überlegungen.“) Muss ich deswegen Schriften, die vor tausend(en) Jahren und nur aus ihrer Zeit hermeneutisch zu verstehen sind, als buchstabengetreues Dogma sehen? Welch ein Blödsinn, da macht man sich doch besser schon mal selbst auf den Weg. Aber meine Religiosität ist meine Privatsache. Ich möchte das gar nicht mit der ganzen Welt teilen. Des Weiteren bin ich der Ansicht, dass neben den genannten Aufklärern, ein gewisser Karl Marx immer noch Wesentliches zum Verständnis dessen beiträgt, was die Welt in ihrem Innersten zusammenhält und halte daher Gewerkschaften und manch andere zivilgesellschaftliche Organisation nach wie vor für bitter notwendig, um dem neoliberalen Raubtierkapitalismus in dieser Welt überhaupt noch etwas entgegensetzen zu können. Aber das sind meine persönlichen, privaten Überzeugungen und Engagements. Dafür muss ich keinem, der eine andere Sicht der Dinge hat, sein Leben vorschreiben oder ihm gar den Schädel einschlagen. Die Welt wäre doch langweilig und um vieles ärmer, wenn alle die gleichen Überzeugungen hätten. Aber auf ein paar Dinge sollte man sich dann doch zumindest versuchen zu verständigen. Auch wenn es, um es mit Kant zu sagen, die „erhabenen“ Begriffe wie „Freiheit“ oder „Gerechtigkeit“ sind…


  8. #2107
    Avatar von Micha

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    Zitat Zitat von uwalburg Beitrag anzeigen
    Als nächstes nehmen die Märkte Schweinfleisch und Alkohol aus den Regalen und richten Halal-Abteilungen ein. ...
    Nahe meiner Heimat gibt es ein Thairestaurant. Dort gibt es die üblichen Thaispeisen - allerdings ohne Schweiefleisch. Auf meine Frage hin, warum das so ist, hieß es, wegen den Muslimischen Gästen.
    War schon ein wenig überrascht über diese Antwort, zumal ich bisher noch nie einen Muslim in diesem Restaurant gesehen habe.

  9. #2108
    Avatar von alder

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    Zitat Zitat von Uns Uwe Beitrag anzeigen
    Sagenhaft. Wer ist das, weiss das jemand?

    Ah, ok habs gefunden.

  10. #2109
    Avatar von Hermann2

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    Zitat Zitat von Conrad Beitrag anzeigen
    .................., man wollte anscheinend gezielt eine weltweite Welle der Gewalt lostreten. Das hat dieses dämliche Idiotenblatt namens Charlie Hebdo fein hingekriegt, kann man nur sagen.
    ...................
    Und du meinst, die hätten ansonsten keinen anderen Anlaß gefunden?
    Bei deren antiquierten Scheuklappendenke gibt es doch Gründe zum Morden zuhauf! Nicht nur in Frankreich!
    Es genügt doch schon, ungläubig zu sein! Brauchst du evtl. noch Beispiele?

  11. #2110
    Avatar von Hermann2

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    Zitat Zitat von alder Beitrag anzeigen
    Sagenhaft. Wer ist das, weiss das jemand?

    Ah, ok habs gefunden.
    Und, wer ist es?

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