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Integration - das unbekannte Wesen?

Erstellt von strike, 10.05.2011, 16:39 Uhr · 4.566 Antworten · 221.006 Aufrufe

  1. #1481
    Avatar von Uns Uwe

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  3. #1482
    Avatar von strike

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    Ein fieser Rechter, ein ...., ein ProKoeln(NRW)-Sympathisant?
    Nein.
    Beide nicht.
    Kein Broder, kein Giordano.
    Selbst wenn moeglicherweise die ueblichen Verdaechtigen hier anderes behaupten werden.

    Fuer mich ein ganz klares Bekenntnis zu unseren Werten, Erfahrungen und Sorgen.
    Ein Aufruf zu Ehrlichkeit und Offenheit - auch in diesem Thema.
    Und da dies sehr gut meine eigenen Gedanken zur Problematik beschreibt, stelle ich mal eine ungehaltene Rede hier ein.

    Eine Rede, die eigentlich auf einer zentralen Kundgebung am 11. September 2007 in Koeln gegen den Bau der geplanten Großmoschee gehalten werden sollte.
    Die Demonstration wurde aus Sicherheitsgruenden(!!!) abgesagt.
    Aber die ungehaltene Rede ist dokumentiert.


    „Nicht die Moschee, der Islam ist das Problem“

    Mitkämpferinnen und Mitkämpfer – deutsche, muslimische und andere, welcher ethnischen Herkunft auch immer!

    Dies an den Anfang, in alle Ohren, die hören können, urbi et orbi – erstens: Falls sich Anhänger der „Pro-Köln“-Partei hierher verirrt haben sollten, können sie sich kategorisch aufgefordert fühlen, den Schauplatz auf das Schnellste zu verlassen und sich dahin zu verfügen, wo Rassisten, Ausländerfeinde, Neo- und Alt..... hingehören – auf den Kehrichthaufen der Geschichte! Ich komme auf diese parasitären „Bundesgenossen“ im Verlaufe meiner Rede noch zurück – so leicht wollen wir diese falschen Fuffziger für ihre braunen Anschleimungsversuche nicht davonkommen lassen.

    Zweitens: Hier ist kein Haufen von Türkenschrecks zusammengekommen, keine Horde von Anti-Muslim-Gurus, und zum Bürgerkrieg ist auch nicht aufgerufen worden. Wir sind hier angetreten, um auf ein schwerwiegendes Problem der deutschen Innen- und Außenpolitik hinzuweisen, das seit Jahrzehnten regierungsübergreifend von den Politikern unter der Decke gehalten, geleugnet, verdrängt oder geschönt worden ist: auf das instabile Verhältnis zwischen Mehrheitsgesellschaft und muslimischer Minderheit, vorwiegend türkischen Ursprungs. Es rührt an die Grundfesten unserer demokratischen Gesellschaft.

    Noch war der erste Pulverdampf des Kampfes um den Bau einer zentralen Großmoschee in Köln-Ehrenfeld nicht ganz verflogen, da meldete sich auch schon eine spezifische Furcht von bundesweiten Ausmaßen – die Furcht vor einer schleichenden Islamisierung unseres Landes. Sie ist nur zu begründet – lokal, national und international.

    Mein öffentlicher Vorstoß gegen den Bau der Moschee vom 11. Mai 2007 in einem vom Kölner Stadtanzeiger initiierten Streitgespräch mit einem Funktionär der Ditib hatte offenbar vielen aus der Seele gesprochen. Anders ist die geradezu sturzflutartige Medienlawine nicht zu erklären, die aufdeckte, wie virulent, überall gegenwärtig und hoch bewusst da etwas vor sich hin geschwelt hat, was von der Politikerklasse über Jahrzehnte hin regierungsübergreifend sträflich verdrängt, hartnäckig geleugnet und immer wieder geschönt worden ist. In Hunderten und Aberhunderten von Briefen, Faxen und Telefonaten an mich hieß es, so einheitlich wie bestürzend: „Wir stehen hinter Ihrer Kritik, wagen aber nicht, es auszusprechen, weil wir dann in die falsche, die .......stische Ecke gestellt werden, wo wir nicht hingehören…

    Auf der ganzen Linie also Triumph des niederträchtigsten aller niederträchtigen Totschlagargumente der „political correctness“: „Wer gegen die Moschee ist oder am Islam Kritik übt und das laut sagt, besorgt die Sache der ..... von heute.“ Genau in diese Ecke sollen auch unsere Veranstaltung, ihre Organisatoren und ihre Redner gestellt werden, genau damit sollten auch wir erpresst werden. Darauf eine klare, unmissverständliche Antwort: Man braucht, verdammt noch mal, kein Überlebender des ......... zu sein, um mit bürgerlichem Selbstbewusstsein deutschen Diffamierungsversuchen und muslimischer Drohung couragiert die Stirn zu bieten (sage ich, der gerade im Fadenkreuz beider steht).

    Ein Wort zu meinem persönlichen Strauß mit „Pro Köln“. Als die vom Verfassungsschutz als recht5extrem eingestufte Partei mich mit der Losung „Giordano auf Pro-Köln-Kurs“ zu vereinnahmen suchte, nannte ich sie „die lokale Variante des zeitgenössischen Nationalsozialismus, die, wenn sie könnte, wie sie wollte, mich in eine Gaskammer sperren würde.“ Was die braune Truppe veranlasste, mit einem Verfahren zu drohen, dem ich, falls es zustande käme, mit freudiger Erregung entgegensehe. An meiner politischen Charakteristik jedenfalls hat sich nichts geändert.

    Zur lokalen Dimension: Der wahre Bauherr der zentralen Großmoschee in Köln-Ehrenfeld ist, über ihren verlängerten Arm Ditib, die Religionsbehörde Dyanet in Ankara. Dort ist das Projekt ausgeheckt worden, für mich von Anfang an ein Zeichen der Landnahme auf fremdem Territorium, das Symbol einer integrationsfeindlichen Identitätsbewahrung, eine Kriegserklärung. Das einzig Gute an diesem einen verräterischen Schritt zu weit nach vorn: das durch Fehleinschätzung der Reaktionen unfreiwillige Bekenntnis zu den wahren Absichten hinter der Fassade. Sollte der Bau in seiner jetzigen Gigantomanie tatsächlich hochgezogen werden, so geschähe das gegen den erklärten Willen einer nicht unbeträchtlichen Bevölkerungsmehrheit.

    Zur nationalen Dimension: Vor uns liegt der Scherbenhaufen einer Immigrationspolitik, die sich zäh geweigert hat, Deutschland zu einem Einwanderungsland zu erklären und es mit den entsprechenden Gesetzen und Regularien auszustatten. Über Jahrzehnte hin gab es deutscherseits nichts als Hilflosigkeit, Konfliktscheue und falsche Toleranz, das ganze Arsenal gutmenschlicher „Umarmer“: verinnerlichte Defensive christlicherseits bei den sogenannten „interreligiösen Dialogen“; verheerende Nachsicht der Justiz bei Straftaten, bis in den Versuch, Teile der Scharia in die deutsche Rechtsprechung einzuspeisen; überängstliches Vorgehen und wehrloses Wegschauen von Polizei und Verfassungsschutz auf dem Gebiet der Sicherheitspolitik; beängstigende Reserve gegenüber islamischen Organisationen, die den Terror unterstützen, wie auch gegenüber Plänen für eine schleichende Umwandlung westlicher Staaten in eine islamische Staatsform.

    Hier ein paar Zitate aus einigen der unzähligen Briefe gleichen Tenors: „Ich bin entsetzt über Politiker der 68er-Generation, die in meinen Augen blauäugig und in falschem weich gespülten Toleranzgebaren einer hoch aggressiven Religion die Hand reicht, ohne die Dynamik dieser Glaubensgemeinschaft einschätzen zu können.“ Eine andere: „Ich bin entsetzt über Politiker, die sich auch aus intellektueller Bequemlichkeit weigern, eine entschiedene Auseinandersetzung mit islamischen Vertretern zu führen.“

    Und eine dritte: „Mir macht der Islam erhebliche Angst, besonders als Frau stößt mich diese Religion mit ihrem autoritären patriarchalischen Ehrbegriff ab. Mehr Angst aber noch machen mir Politiker, die ihre Denkmuster von Toleranz und Antirassismus heute nicht einer Neudefinition unterziehen. Nur wenige ihrer Vertreter sind in der Lage, die intellektuellen Wertmesser ihrer Jugend infrage zu stellen.“

    Die hartnäckigen Versäumnisse hatten nach dem Zustrom vorwiegend türkischer „Gastarbeiter“ der 60er- und 70er-Jahre eine gewaltige Zuwanderungswelle zur Folge gehabt. Was dann nahezu unkontrolliert und in philanthropischer Furcht vor dem Stempel „Ausländerfeindlichkeit“ nachströmte, waren Millionen von Menschen aus einer gänzlich anderen Kultur, die in nichts den völlig berechtigten Eigennutzinteressen des Aufnahmelandes entsprachen, ohne jede Qualifikation waren und nur bedingt integrationsfähig und -willig. Und dazu gewaltige Belastungen der Sozialkassen.

    Das Ergebnis im Spiegelbild der Gegenwart: 40 Prozent der türkischen Jugendlichen sind, primär bedingt durch mangelnde Sprachkenntnisse, ohne Schulabschluss, also beruflich und sozial ausgegrenzt. Was heißt, dass die Sprachdefizite vor allem der Mütter inzwischen in die dritte Generation der Kinder weitergegeben worden sind, ohne dass eine Änderung dieser Situation in Sicht ist. Zumal nach wie vor den weiblichen Mitgliedern eines religiös dominierten Kulturkreises die Teilnahme am sozialen Leben der deutschsprachigen Mehrheit versagt bleibt. Erschreckenderweise deuten viele Anzeichen darauf hin, dass die dritte Generation islamischer denkt als ihre Eltern und Großeltern und dass ein Teil von ihnen anfälliger ist für radikale Ideen als diese.

    Nicht dass es keine Beispiele gelungener Einordnung in die Mehrheitsgesellschaft gäbe – es gibt sie. Nur: Exemplarisch werden sie auch dadurch nicht, dass türkische Verbände immer wieder versuchen, die Ausnahme zur Norm zu erklären.

    Die erste, unbequeme und für beide Seiten schmerzhafte Wahrheit ist: Die Integration ist gescheitert! Und die „Parallelgesellschaften“ sind der deprimierende Ausweis dafür. Es sind türkische Kritikerinnen und Kritiker, die uns authentisch berichtet haben von einem Alltag der Unterdrückung, der Abschottung, der Ausbeutung, der Zwangsehe und der Gefangenschaft muslimischer Frauen und Mädchen als Norm, bis hinein in die namenlose Perversität der sogenannten „Ehrenmorde“.

    Wir müssen lernen, die Dinge beim Namen zu nennen, sowohl was die deutschen Defizite im Verhältnis von Mehrheitsgesellschaft und muslimischer Minderheit betrifft als auch die nicht hinnehmbaren Akte von türkischer Gewaltkultur, Nationalismus, Fundamentalismus und öffentlichem Siegergebaren mit der Drohung demografischer Expansion. Der Stand der Dinge zwischen Mehrheitsgesellschaft und muslimischer Minderheit ist ungefestigt. Es gehört nicht viel Fantasie dazu, sich auszumalen, was sein würde, wenn die beiden von Muslimen gelegten Kofferbomben in Köln gezündet hätten, mit vielen Toten und Verletzten. Es bleibt nichts als die Hoffnung, dass dieser Fall nicht eintritt. Denn erreichte uns der Terror ohne sichtbare Fortschritte bei der Integration, würden der Republik Erschütterungen von bisher unbekannten Ausmaßen ins Haus stehen.

    Sowenig wie die muslimische Minderheit unter Generalverdacht gestellt werden kann, so wenig kann ihr ein Blankoscheck für Wohlverhalten überreicht werden. Wenn ihre Mehrheit denn ein friedliches Leben will (und davon ist auszugehen), so wäre sie gut beraten, das unmissverständlich zu bekunden, und zwar so oft die Lage es erfordert. Solche Proteste hat es gegeben, keineswegs aber schon in der Lautstärke, die die Voraussetzung für ihre Glaubwürdigkeit wäre.

    Lassen Sie mich noch ein Wort sagen zu der höchst zwielichtigen Rolle der geradezu inflationär emporschießenden türkisch-muslimischen Migrantenverbände in Deutschland, allen voran die am Tropf der türkischen Religionsbehörde Diyanet hängende Ditib, die Türkisch Islamische Union der Anstalten für Religion e.V. Obwohl sie dauernd ihre Treue zum Grundgesetz beteuert, hielte ihr vorgegebenes laizistisches Islamverständnis einer näheren Prüfung nicht stand. Türkische Kritiker halten sie für von radikal-nationalistischen Organisationen unterwandert und nennen Querverbindungen zu Verbänden und Parteien, die statt auf Integration auf kulturelle Identitätsbewahrung der Immigranten und ihrer Nachkommen hinarbeiten. Dazu wird bekannt, dass Ditib-Imame eine Sonderausbildung erhalten, die den Völkermord an den Armeniern 1915/16 im türkisch-osmanischen Reich zu einem „Mythos“ erklärt – „.........-Lüge“ auf Türkisch.

    Was wissen wir von der Tätigkeit der vielen zugewanderten international-islamistisch orientierten Funktionsträger innerhalb der nicht mehr zu zählenden Verbände? Und wie ehrlich können denn Bekenntnisse zu den Prinzipien der säkularen Demokratie sein, wenn es doch die Taqiyya gibt – also die ausdrücklich religiös sanktionierte Erlaubnis zu Täuschung und Verstellung in der Auseinandersetzung mit „Ungläubigen“? Nirgendwo bin ich auf mehr Unfähigkeit zur Selbstreflexion, zu Selbstkritik und Selbstironie gestoßen als in diesen Kreisen, dafür aber auf einen Dauerzustand nervösen Beleidigtseins, das seine Sensibilitäten zur letzten Instanz machen will.

    Buchstäblich rot sehe ich auch, wenn die Ditib und andere Verbände wieder einmal penetrant auf Religionsfreiheit pochen – womit ich die Religionsfreiheit hier nicht aufgehoben wissen will, wohl aber darauf hinweise, um wie viel glaubwürdiger diese Berufung wäre, wenn auch nur die kleinsten parallelen Bemühungen für Religionsfreiheit in der Türkei erkennbar sein würden. Sie sind es nicht.

    Da wird ein Prinzip sichtbar, das über allen Aktivitäten muslimischer Verbände steht, eingeschlossen den „Zentralrat der Muslime in Deutschland“ (ZDM) oder die „Islamische Gemeinschaft in Deutschland“ (IGD): zu fordern, fordern, fordern, ohne jeden Sinn für eine Bringschuld.

    Zur dritten, der internationalen Dimension: Die unbequemste, ja, bedrohlichste Frage unter all den unbequemen und bedrohlichen Fragen lautet: Ist der Islam reformierbar, modernisierbar? Sind er und die Scharia, das islamische „Rechtssystem“, in Übereinstimmung zu bringen mit Demokratie, Menschenrechten, Meinungsfreiheit, Pluralismus und, dies die Schlüsselfrage überhaupt, Gleichstellung der Geschlechter? Fragen, die den Islam auf den Prüfstand der Geschichte stellen – und die überraschenderweise am negativsten von kritischen Muslimen selbst beantwortet werden. Und das so punktgenau und tabulos, wie es kein Europäer oder Amerikaner je auszusprechen wagen würde – Zitat: „Kaum ein islamischer Geistlicher, geschweige denn ein frommer Laie ist willens und in der Lage, das Kernproblem in der Denkstruktur des eigenen Glaubens zu sehen. Sie sind nicht bereit zur kritischen Analyse der eigenen Tradition, zu einer schonungslosen Gegenüberstellung ihres Glaubens mit der Lebenswirklichkeit in modernen Gesellschaften.“ So der große türkische Lyriker Zafer Senocak.

    Was sind Salman Rushdies „Satanische Verse“ gegen diese Analyse, die die Lehre und Praxis des muslimischen Glaubens schonungslos als die eigentliche Quelle der enormen Schwierigkeiten des Islam bei seinem Versuch einer Anpassung an die Moderne vorführt, also eigene Übel zum wahren Ursprung des Terrors erklärt und die Säkularisierung des Islam zur Voraussetzung einer Zukunft macht?

    Ein riesiger, revolutionsüberreifer Teil der Menschheit, die Ummah, die globale Gemeinschaft der Muslime, so differenziert sie in sich ist, droht an ihrer eigenen Rückständigkeit zu ersticken. Richtig, die Türkei bietet eine Ausnahme, aber was den Grundkonflikt anbetrifft, Islam und Moderne, steckt sie mittendrin.

    Wenn es denn stimmen sollte, dass es einen Unterschied zwischen Islam und Islamismus gibt (was wiederum gerade Muslime bestreiten), dann sollte der Islam bemüht sein, den Unterschied glaubhaft zu machen. Denn wenn das nicht geschieht, kann er bald schon identifiziert werden mit einer Bewegung, die das Zeug zum Totalitarismus des 21. Jahrhunderts in sich trägt. Die Merkmale anhand gegebener historischer Vergleichsmöglichkeiten sind alarmierend genug, bis hinein in das erklärte Ziel des politischen Islam: „Umsturz der gottlosen Regierungen des Westens und ihre Ersetzung durch islamische Herrschaft.

    Ich glaube nicht daran, dass diese wahnsinnigen Fiktionen Wirklichkeit werden könnten. Aber auch über ihren Versuch schon könnte die Welt zuschanden werden, und nicht nur die islamische. Dieser Kampf ist in vollem Gange – und Europa, Deutschland stecken mittendrin. Deutschland wird sich an den Gedanken gewöhnen müssen, dass Integration auch weiterhin ein Wunschbild bleiben wird, Mehrheitsgesellschaft und muslimische Minderheit aber dennoch miteinander auskommen müssen. Von allen Geschichtsbildern ist dies das wahrscheinlichste. Es schließt individuelle Integration nicht aus, versagt sich aber einer kollektiven Einordnung. Oberstes Gebot: Gewaltlosigkeit!

    Und zum Schluss, noch einmal: Ich bin kein Türkenschreck, kein Anti-Muslim-Guru, ich habe nicht zum Bürgerkrieg aufgerufen. Ich habe lediglich im Interesse beider Seiten mitgeholfen, ein verdrängtes, hochexplosives Thema deutscher Innenpolitik in das öffentliche Bewusstsein zu befördern.

    Ich werde also auch weiterhin auf meiner kulturellen Selbstbestimmung beharren, auf einer Lebensform, die die meine ist und in mannigfacher Hinsicht mit der islamischen nicht übereinstimmt. Ich werde mich auch weiter abgestoßen fühlen durch verhüllte Frauen, wobei sich meine Abscheu nicht gegen die Frauen richtet, sondern gegen ein religiös dominiertes Patriarchat und seine Verwalter. Auch werde ich meine Ansicht von Meinungsfreiheit nicht einem Ungeist anpassen, der sie so auslegt: „Alle haben das Recht, ihre Meinung frei auf eine Weise auszudrücken, die der Scharia nicht zuwiderläuft.“ Nein und dreimal nein!

    Ich will sagen dürfen, dass ich die Scharia, das Gesetz des Islam, für notorisch grundgesetzwidrig halte, für einen skandalösen Anachronismus, das Fossil einer überholten geistesgeschichtlichen Epoche und ein schweres Hindernis auf dem Wege zur Reformierung und Modernisierung des Islam. Sie wird von mir genauso selbstverständlich in die kritische Methode einbezogen wie der Koran, die Biografie Mohammeds und das Alte und das Neue Testament. All das und mehr will ich sagen, schreiben und denken dürfen – offizielle Fatwa-Drohung hin, inoffizielle her. Und das unter der Überschrift: Nicht die Moschee, der Islam ist das Problem!

    Wo sind wir denn, dass wir uns überlegen müssten, ob unser Tun und Handeln radikalen Muslimen gefällt oder nicht? Wo sind wir denn, dass wir uns in vorauseilendem Gehorsam von religiösen und anderen Fanatikern vorschreiben ließen, was wir veröffentlichen dürfen und was nicht? Wo sind wir denn, dass wir in die Knie gehen vor jenen offenbar jederzeit abrufbaren Zorn- und Empörungskollektiven zwischen Kairo und Bali, die der Streit um die dänischen „Mohammed“-Karikaturen uns so drastisch vorgeführt hat? Wie lange sollen wir noch strammstehen vor Traditionen, Sitten und Gebräuchen, die jede Kritik in Beleidigung umfälschen, selbst aber höchst verschwenderisch mit Verbalinjurien gegen Andersdenkende zur Hand sind? Ich wehre mich gegen ein Erpresserpotenzial, das uns unter islamischer Beobachtung halten will und seine Tentakeln von Zentral- und Vorderasien bis in die Mitte Europas ausgeworfen hat, mit dem Motto: „Wer nicht kuscht, der lebt gefährlich!“

    Ich werde mir aber auch weiterhin von der Seele schreiben, was dabei ist, mich auf meine späten Tage das Fürchten zu lehren: der politische, der militante Islam und seine Funktionsträger, die grüne Blauäugigkeit deutscher „Umarmer“ und die Sirenentöne der professionellen Taqiyya-Rhetoriker.

    Und zum Schluss ein Wort an Kölns politische Spitze, die sich mit einer Überheblichkeit sondergleichen über den immer deutlicher artikulierten Protest einer großen Bevölkerungsgruppe hinweggesetzt hat und sich dabei nicht entblödete, mit den verschämten Korrekturen an der – nach wie vor – Großmoschee nichts als architektonische Kosmetik zu betreiben. Wenn es denn wahr ist, dass auch diese Moschee als eine Fatih-Moschee geplant war, also wie viele andere in Deutschland nach einem osmanischen Eroberer benannt werden sollte, dieses Vorhaben nun aber nach der stürmischen Gegenwehr zurückgenommen würde, so bestätigt sich damit nur eine Taktik der Anpassung, die nichts von der ursprünglichen Absicht dahinter wegnähme: mehr Macht, mehr Einfluss – schleichende Islamisierung.

    Ich kann deshalb zum Schluss meiner Rede nur noch einmal an den Oberbürgermeister der Stadt Köln und die befürwortenden Stadträte appellieren, den Bau in Ehrenfeld zu stornieren. Zwischen Hinterhof- und Großmoschee gäbe es viele Abstufungen ohne den Abschreckungseffekt, den der Reißbrettentwurf hervorgerufen hat.

    Wenn es denn der Preis sein sollte, ohne Schmusekurs in diesem Konflikt Freunde zu verlieren und persönlich bedroht zu werden, dann bin ich bereit, ihn zu zahlen. Und das, wie bisher, weiter an der Seite so tapferer Frauen wie Necla Kelek, Arzu Toker, Emine Özdamar, Seyran Ates¸, Ayaan Hirsi Ali und aller anderen, aller anderen friedlichen Muslimas und Muslime.


    Ralph Giordano

  4. #1483
    Bajok Tower
    Avatar von Bajok Tower
    Integration...
    Was ist das eigentlich?
    Muss man sich unbedingt einem Land komplett anpassen? Wozu ist das gut? Man lebt heutzutage mal hier mal da, mal in einem Staat mal in einem anderen. Seid ihr mental nicht stark genug oder warum muesst ihr euch mit irgendeinem Vaterland identifizieren?
    Man muss die Gesetze des Landes respektieren in dem man lebt, die Kultur, die Menschen. Die Kommunikation mit den Menschen soweit notwendig. Alles andere ist freiwillig.
    Menschen zu irgendwas zu zwingen ist absurd. Je mehr die deutsche Leitkultur mit erhobenem Finger schreit "integriert euch!" desto mehr wird das Gegenteil passieren.
    Von Integration sollten gebildete Menschen nicht sprechen, sondern friedlich miteinanderleben.

  5. #1484
    Avatar von Leipziger

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    Hallo Chumphon

    Falsch, wir brauchen keine Inder.
    Die, falls überhaupt, benötigten Arbeitnehmer kann man auch aus den anderen EU-Ländern rekrutieren.
    Rekrutieren ?

    Das konnte man mal in den von Deutschland besetzten Gebieten vor 1945 ........ jetzt müssen diese Leute schon freiwillig kommen , oder ?

  6. #1485
    Avatar von Chumphon

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    Zitat Zitat von Leipziger Beitrag anzeigen
    Rekrutieren ?
    Das konnte man mal in den von Deutschland besetzten Gebieten vor 1945 ........ jetzt müssen diese Leute schon freiwillig kommen , oder ?
    Sorry, dieses Wort hat nicht die Bedeutung wie ich gedacht habe.
    Dann nehmen wir anstatt rekrutieren einfach Anwerben.

    Wenn ich sehe das in Spanien die Arbeitslosenquote von jüngeren bei 50% ist, dann könnte eine vernünftige Anwerbungsoffensive bei den häufig gut ausgebildeten Spanier erfolgversprechend sein.

    Ich höre von der Politik häufig das Europa zusammen wachsen soll und wir nutzen dieses einfach nicht.
    Mit der Bluecard ist es möglich "dringend" benötigte Fachleute mit einem Jahresgehalt von nur 33.000€ aus nicht EU-Ländern anzuwerben.

    Hier macht es für mich mehr Sinn diese Leute aus dem EU-Land anzuwerben.
    Allerdings werden diese wohl nicht für das Gehalt nach Deutschland gehen.

    Dann nehmen wir doch einfach Leute aus Indien, Pakistan und andere Länder, wo unsere Firmen Mitarbeiter günstig einkaufen können und die heimischen MAs unter Druck setzen.

    Und Du würdest noch mehr Anatolische Bauen nach Deutschland holen wollen, da diese viele Kinder zeugen.

    Hier läuft irgendetwas mächtig schief.

    Was wir brauchen ist eine Einwanderung von qualifizierten Leuten, die wir nicht durch Personen aus anderen EU-Ländern besetzen können.

  7. #1486
    Avatar von wansuk

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    Zitat Zitat von Chumphon Beitrag anzeigen
    ...
    Hier läuft irgendetwas mächtig schief.
    Was wir brauchen ist eine Einwanderung von qualifizierten Leuten, die wir nicht durch Personen aus anderen EU-Ländern besetzen können.
    Das werden Leute wie z.B. der Leipziger nie verstehen, da ich ihnen unterstelle, dass ihnen ihre Ideologie näher steht als das Gemeinwohl in der Republik.

  8. #1487
    Avatar von kcwknarf

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    Zitat Zitat von MadMac Beitrag anzeigen
    Ich hab 3 Jahre Wirtschaftsinformatik in Dresden studiert von 1990, und danach nochmal 4 Jahre Nachrichtentechnik in Leipzig. Ich brueste mich damit nicht, aber ich hab sicher ein bisschen besser aufgepasst als Du . Nix fuer ungut
    Mag ja sein. Nur hattest du anscheinend die schlechteren Professoren. Bei mir waren sie in Sachen Informatik mies (nur 1% davon war brauchbar, den Rest brachte ich mir selber bei), aber in WiWi hatte ich einen, der nicht nur ein Theoretiker war, sondern alle Tricks der Wirtschaft- und Finanzwelt bestens kannte und eindrucksvoll und motivierend vermittelte. Meiner Ansicht kann es keinen besseren geben. Nix für ungut, hättest halt nicht in Dresden studieren sollen.

  9. #1488
    Avatar von kcwknarf

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    Zitat Zitat von Chumphon Beitrag anzeigen
    Hier macht es für mich mehr Sinn diese Leute aus dem EU-Land anzuwerben.
    Allerdings werden diese wohl nicht für das Gehalt nach Deutschland gehen.
    Zum Anwerben braucht man schon eine Menge guter Argumente. Warum sollte z.B. ein Schwede nach Deutschland ziehen? Oder ein Holländer? Das Preis/Leistungsverhältnis ist in Deutschland zwar relativ gut, aber nicht das Beste.
    Der Überwachungsstaat wird weiter ausgebaut, der deutsche Sprachzwang verhindert den Zuzug, die Steuern werden immer weiter erhöht (z.B. wenn die SPD ans Ruder kommt), das Betriebsklima in vielen deutschen Firmen ist auch nicht immer das Beste (weil Mitarbeiter zum Betriebsmaterial zählen und als jederzeit austauschbar gelten), es gibt kaum noch Solidarität, Gewalt auf den Straßen und das Wetter ist ja auch nicht gerade ideal.

    Wenn es viele Deutsche eher nach Spanien, Österreich, Schweiz oder Skandinavien treibt... warum sollten dann mehr EU-Ausländer nach Deutschland kommen? Da sollte man sich ganz schön viel überlegen.

    Derzeit stammen wohl nur rund 1/3 aller Ausländer aus EU-Staaten (die meisten wohl eher aus Polen und anderen Ländern, die noch einen niedrigen Lohnstandard haben, was sich langfristig dann auch ändern wird).

    Und auch Inder werden schwer zu finden sein. Warum auch, wenn sie nur einen zeitlichen Aufenthalt haben, deren Angehörige mangels Deutschkenntnisse nicht mitdürfen, die Sprache von denjenigen selbst schon ein Problem darstellt (deutsch ist nun mal keine Weltsprache) und auch andere Länder an Indern interessiert ist.

    Im Grunde braucht Deutschland für ein normales Leben keine Elite-Ausländer. Laos kommt ja auch klar. Nur angesichts des Luxus (kostenintensives Sozial-, Kranken- und Rentensystem) müsste das Land dann halt vergleichsweise sehr kleine Brötchen backen. Und was die Bevölkerung davon halten wird sieht man ja gerade in Griechenland.
    Also bleibt nur die Entscheidung: Islam oder Brot und Wasser. Tut mir ja leid für euch, ist aber wohl so.
    Heutztage hat aber jeder die Wahl, wo er wohnt. Wenn euch in Deutschland nicht mehr gefällt, zieht doch woanders hin, z.B. in die Türkei. Es gibt ja auch viele Länder, die werben Deutsche an. Könnte sich lohnen.

  10. #1489
    Avatar von franky_23

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    Zitat Zitat von Chumphon Beitrag anzeigen
    Richtig, Spanier und Griechen sind EU-Europäer, genau wie wir ...

    Falsch, wir brauchen keine Inder.
    Die, falls überhaupt, benötigten Arbeitnehmer kann man auch aus den anderen EU-Ländern rekrutieren.
    Erstens kommt kaum ein Inder, da er als IT´ler dort ordentlich verdient und nicht befürchten muss durch die Gassen getrieben zu werden. Dank geistiger Größen a la Pro NRW und Sympathisanten.
    Zweitens wüsste ich nicht, das Griechen Spanier etc. ein entsprechendes Potential an IT Fachkräften hätte. Sonst gäbe es dort kaum Arbeitslosigkeit.

    Dann sag mir mal wo man Mechatroniker, Maschinenbautechniker, ... zu Tausenden in Spanien oder Griechenland findet, die auch noch Deutsch sprechen?

    Im Grunde geht es um die Anwerbung von Ingenieuren, ....

  11. #1490
    Avatar von Leipziger

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    Hallo wansuk

    Das werden Leute wie z.B. der Leipziger nie verstehen, da ich ihnen unterstelle, dass ihnen ihre Ideologie näher steht .....
    Was soll ich denn für eine "Ideologie" haben die mir nahe steht ???

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