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Helmut Schmidt

Erstellt von Dieter1, 10.11.2015, 16:38 Uhr · 57 Antworten · 3.975 Aufrufe

  1. #31
    Avatar von x-pat

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    Zitat Zitat von Dieter1 Beitrag anzeigen
    Die Russen sind 1979 in Afghanistan einmarschiert, der NATO - Doppelbeschluss wurde erst 1983 durch die Aufstellung der ersten Waffensysteme umgesetzt und 1985 leitete Gorbatschow erste Reformen im Machtbereich der Sowjetunion ein.
    Der NATO-Doppelbeschluss wurde am 12. Dezember 1979 unterzeichnet. Die Rote Armee marschierte fast zeitgleich in Afghanistan im Dezember in Afghanistan ein und ermordete dessen damaligen Führer Amin zwei Wochen später am 27. Dezember. Kannste ja alles nachlesen.

    Zitat Zitat von Dieter1 Beitrag anzeigen
    Das Ende des kalten Krieges war der NATO - Doppelbeschluss sicher nicht, aber er war gewissermassen der Anfang vom Ende.
    Pure Spekulation. Der NATO-Doppelbeschluss hätte ins Auge gehen können, wenn Breshnew nicht 1982 gestorben wäre. Der war nämlich von Reagans Rüstungspolitik extrem angepisst und hätte vielleicht noch mehr SS20 aufstellen lassen.

    Das Ende des Kalten Krieges war nicht der NATO-Doppelbeschluss, wie irgendwelche amerikanischen Selbstbeweihräucherer behaupten mögen, sondern die von Gorbatschow eingeläutete Perestorika. Die Amerikaner haben gar nichts zum Ende des Kalten Krieges beigetragen und Westeuropa erstaunlich wenig.

    Cheers, X-pat

  2.  
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  3. #32
    Avatar von Dieter1

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    Der Doppelbeschluss wurde zwar schon im Dezember 1979 unterzeichnet, die praktische Umsetzung geschah trotzdem erst ab 1983.

    Fuer den guten Ausgang des kalten Krieges hat kein Land mehr investiert als die USA.

    Oder was glaubst Du, was Gorbi zu der Erkenntnis brachte, dass die Sowjetunion nicht mehr mitziehen kann?

  4. #33
    ffm
    Avatar von ffm

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    Zitat Zitat von x-pat Beitrag anzeigen
    Der NATO-Doppelbeschluss hätte ins Auge gehen können, wenn Breshnew nicht 1982 gestorben wäre. Der war nämlich von Reagans Rüstungspolitik extrem angepisst und hätte vielleicht noch mehr SS20 aufstellen lassen.
    Der NATO-Doppelbeschluss war aber keine Erfindung Ronald Reagans, sondern eine noch unter seinem Vorgänger Jimmy Carter beschlossene Antwort auf die Ende der 70er-Jahre erfolgte Stationierung von SS20-Raketen in Mitteleuropa.

    Zitat Zitat von x-pat Beitrag anzeigen
    Das Ende des Kalten Krieges war nicht der NATO-Doppelbeschluss, wie irgendwelche amerikanischen Selbstbeweihräucherer behaupten mögen, sondern die von Gorbatschow eingeläutete Perestorika. Die Amerikaner haben gar nichts zum Ende des Kalten Krieges beigetragen und Westeuropa erstaunlich wenig.
    Es gehören immer zwei dazu. Die START-Verhandlungen wurden von der Reagan-Administration initiiert, und das INF-Abkommen wurde 1987 von Reagan und Gorbatschow unterzeichnet.

    Dafür dass Reagan in den deutschen Medien abwechselnd als verrückter Cowboy oder als rücksichtsloser Kriegstreiber dargestellt wurde, hat er auf diplomatischen Weg erstaunlich viel bewegt. Als er sein Amt antrat stand die Welt am Rande des Abgrunds, und am Ende seiner Amtszeit schien eine friedliche Welt greifbar nahe.

  5. #34
    Avatar von clavigo

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    Der NATO-Doppelbeschluss war aber keine Erfindung Ronald Reagans, sondern eine noch unter seinem Vorgänger Jimmy Carter beschlossene Antwort auf die Ende der 70er-Jahre erfolgte Stationierung von SS20-Raketen in Mitteleuropa.
    Da hat ffm natürlich Recht. nur hätte man bei der Aufzählung der Raketen die der beiden anderen NATO-Staaten (FRA, GB) mitzählen sollen.

    Andererseits hatte seine Politik (Innen- und Außen) zu einer Steigerung des Haushaltsdefizit um 180% geführt und zu einer noch stärkeren Differenzierung der amerikanischen Gesellschaft in "Have and Have Nots".

  6. #35
    Avatar von x-pat

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    Zitat Zitat von Dieter1 Beitrag anzeigen
    Fuer den guten Ausgang des kalten Krieges hat kein Land mehr investiert als die USA. Oder was glaubst Du, was Gorbi zu der Erkenntnis brachte, dass die Sowjetunion nicht mehr mitziehen kann?
    Dieter, daran glaube ich einfach nicht, denn das sind keine Fakten.

    Die Theorie ist, dass Russland kalte Füße bekam nachdem Mittelstreckenraketen auf westdeutschem Boden stationiert wurden. Das ist durchaus plausibel. Allerdings kann man weder die Aufstellung der Raketen vor der Haustüre des Warschauer Paktes, noch Reagans expansives Rüstungsprogramm als Maßnahmen zur "Beendingung des kalten Krieges" werten. Das ist für mich Unsinn, denn dieser Teil des Doppelbeschlusses war ja lediglich eine Fortsetzung des jahrzehntelangen Wettrüstens.

    Zitat Zitat von ffm Beitrag anzeigen
    Dafür dass Reagan in den deutschen Medien abwechselnd als verrückter Cowboy oder als rücksichtsloser Kriegstreiber dargestellt wurde, hat er auf diplomatischen Weg erstaunlich viel bewegt. Als er sein Amt antrat stand die Welt am Rande des Abgrunds, und am Ende seiner Amtszeit schien eine friedliche Welt greifbar nahe.
    Wieviel davon war denn wirklich Reagans Verdienst?

    Man kann es bestenfalls als "gefährliches Pokerspiel mit glücklichem Ausgang" werten. Die Antwort der Sowjetunion hätte auch anders ausfallen können, und wenn die Raketen noch zu Lebzeiten Breschnews aufgestellt worden wären, dann wäre das vielleicht nicht so glimpflich gelaufen. Insofern finde ich den amerikanisch geprägten Triumphalismus unangebracht. Schließlich standen wir in Deutschland jahrzehntelang in der Schusslinie der Blockmächte.

    Niemand hat eine Fortsetzung des Kalten Krieges gewollt, aber letztendlich haben wir dessen Ende hauptsächlich Gorbatschow zu verdanken, der einen sehr anderen Weg gegangen ist als seine Vorgänger. Dessen Glasnost/Perestroika Politik war ein visionärer, mutiger, aber auch sehr notwendiger Weg. Vielleicht haben wir ihn auch der wirtschaftlichen Stagnation der Sowjetunion zu verdanken, denn eine Fortsetzung des Wettrüstens wäre für die Russen teuer und entbehrungsreich geworden.

    Jetzt habe ich aber in der ganzen Diskussion über den Kalten Krieg noch gar nichts zu Helmut Schmidt gesagt, der ja das eigentliche Thread-Thema ist. Also: scheinbar schärft es den Verstand wenn man in der Schusslinie der Blockmächte steht, wie damals Kanzler Helmut Schmidt, der schon über einen überdurchschnittlich scharfen Verstand verfügte.

    Was mir außerdem an ihm gefiel war, dass er sagte was er denkt. Er war ein gerader Charakter mit großer Vernunftbegabung. Mehr kann man von einem Politiker nicht erwarten. Gewissermaßen schon eine Spitzenbesetzung, jedenfalls im Vergleich mit den heutigen Parteiführungen die sich hauptsächlich aus Karrierepolitikern und Lobbybit.ches zusammensetzen.

    Cheers, X-pat

  7. #36
    Avatar von DisainaM

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    kann mich noch lebhaft an die Zeit erinnern,
    als die DDR 1982 vor der Pleite stand,
    und Franz Josef Strauss von allen Seiten bedrängt wurde,
    der DDR bloss grosszügige Kredite einzuräumen,
    damit Westdeutschland durch die Mauer weiterhin geschützt wurde.

    Ronald Reagen konnte dann das Star Wars
    Verteidigungskonzept im Weltraum für teures Geld verwirklichen.

  8. #37
    Avatar von clavigo

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    Der ZEIT-Mensch in NYC schrieb in der NYT etwas wie "H.S. brach - wenn nötig - Regeln, aber nie Prinzipien" - guckt selber nach.

  9. #38
    Avatar von Dieter1

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    Zitat Zitat von x-pat Beitrag anzeigen
    Allerdings kann man weder die Aufstellung der Raketen vor der Haustüre des Warschauer Paktes, noch Reagans expansives Rüstungsprogramm als Maßnahmen zur "Beendingung des kalten Krieges" werten.
    Es war Reagans erklaertes Ziel die Ruestungsspirale so weit zu treiben, bis den industriell und technisch unterlegenen Sowjets die Puste ausgeht und genau das hat er mit Erfolg umgesetzt.

    Aber Du hast recht, wir entfernen uns viel zu weit vom Thema.

  10. #39
    Avatar von Chak

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    Zitat Zitat von Dieter1 Beitrag anzeigen
    Es war Reagans erklaertes Ziel die Ruestungsspirale so weit zu treiben, bis den industriell und technisch unterlegenen Sowjets die Puste ausgeht und genau das hat er mit Erfolg umgesetzt.

    Aber Du hast recht, wir entfernen uns viel zu weit vom Thema.
    Genau so war es, das hat nichts mit Pokern oder kurzfristigen Reaktionen zu tun gehabt, sondern war eine lang angelegte Strategie.

    Hinterher hat man ja auch festgestellt, dass die deutsche Freidensbewegung zwar nicht intitiiert, zumindest aber gefördert wurde durch den Osten.

    Letztendlich konnten die dann aber auch nicht das wirtschaftliche Zutoderüsten des Ostens verhindern. Man darf auch nicht vergessen, dass nicht nur die Sowjetunion, sondern auch die DDR wirtschaftlich längst am Ende war. Gorbatschow hat darauf die richtigen Schlüsse gezogen, die Betonköpfe in Ostberlin eher nicht, aber alles weitere war dann nur eine logische Folge.

    Interessanterweise wurde Gorbatschow dafür gefeiert, während Reagan in Deutschland bis heute nicht die ihm gebührende Anerkennung bekommt (wenigstens bekommt sie Helmut Schmidt, damit wir wieder zum Thema kommen).

  11. #40
    Avatar von hueher

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    Heute war der Trauerakt in Hamburg für den verstorbenen ex-Kanzler Helmut Schmidt, und alle "ex-Größen" der politischen Bühne, von Henry Kissenger bis Valery Giscard d'Estaing, ex-Schröder, Wulf bis Merkel............Tausende standen Spalier an den Strassen als sich der Zug zum Friedhof bewegte. Sein letzter Wohnsitz soll "öffentlich" werden, so möchte es seine Stiftung! Eine würdige Ehrung für den wahrscheinlich besten Staatsmann den die Bundesrepublik je hatte.
    Helmut Schmidt: Bewegende Momente der Trauerfeier

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