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Helmut Schmidt

Erstellt von Dieter1, 10.11.2015, 16:38 Uhr · 57 Antworten · 3.987 Aufrufe

  1. #11

  2.  
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  3. #12
    Avatar von DisainaM

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    RIP für einen Macher

    Vom 13. Dezember 1961 bis zum 14. Dezember 1965 amtierte Schmidt unter den Ersten Bürgermeistern Paul Nevermann und Herbert Weichmann als Senator der Polizeibehörde (ab Juni 1962: Innensenator) der Freien und Hansestadt Hamburg.

    In diesem Amt erlangte er vor allem als Krisenmanager bei der
    Sturmflut 1962 an der deutschen Nordseeküste in der Nacht vom 16. auf den 17. Februar 1962 Popularität und sehr hohes Ansehen.

    Er koordinierte den Großeinsatz von Rettungsdiensten, Katastrophenschutz und
    THW.

    Ohne dazu durch gesetzliche Grundlagen legitimiert zu sein,

    nutzte Schmidt bestehende Kontakte zur
    Bundeswehr und NATO, um mit Soldaten, Hubschraubern, Pioniergerät und Versorgungsgütern

    von Bundeswehr und Alliierten schnelle und umfassende Hilfe zu ermöglichen.


    Schmidt schuf damit ein Vorbild für Einsätze von Bundeswehr und Militärressourcen im Inland im Rahmen von Amts- und Nothilfe bei Naturkatastrophen. Er wird hierzu mit den Worten zitiert: „Ich habe das Grundgesetz nicht angeguckt in jenen Tagen.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Helmut_Schmidt

    mit anderen Worten,

    er wusste, wann man das geltende Recht brechen musste, zum Wohl der grossen Gesamtlösung,

    wo der Zweck die Mittel heiligt, Bedenkenträger kurzfristig kalt gestellt wurden,

    und am Ende nichts so erfolgreich, wie der Erfolg war,

    weil später keiner es wagte, wegen seiner Handlungen ihn abzustrafen.

    Zu Recht gilt er daher als Vorbild für jeden Gesetzesbrecher, der im Dienst einer höheren Sache steht.

    Deutschland wird den passionierten Raucher,

    der seinen Nebel oft genug an Plätzen mit Rauchverbot verbliess,

    weil er sich das Recht einfach nahm, vermissen,

    denn ohne seine Rücksichtslosigkeit kann man nicht zum Erfolg kommen,
    wobei ihm sein scharfer Kasernenton des Dritten Reiches oft zur Hilfe kam,

    Ab 1939 war der Feldwebel der Reserve zur Luftverteidigung Bremens eingesetzt. Im Jahr 1941 wurde er als Leutnant der Reserve in das Oberkommando der Luftwaffe nach Berlin versetzt. Von August bis Ende 1941 diente Schmidt als Offizier in einer leichten Flakabteilung der 1. Panzer-Division an der Ostfront.[2] Er war u. a. an der Leningrader Blockade beteiligt;

    er erhielt das
    Eiserne Kreuz 2. Klasse.[3]

    Anschließend war er bis 1944 als Referent für Ausbildungsvorschriften der leichten Flakartillerie im
    Reichsluftfahrtministerium in Berlin und in Bernau eingesetzt.
    wenn er mal wieder ein paar Kriegsgewinnler den Marsch blasen musste.
    Schmid-schnauze wurde diese Eigenschaft verniedlicht,
    war aber ebenfalls eine wesentliche Eigenschaft, um seine Gegner mundtot zu machen,
    und gewissermassen in Angst zu versetzen, aber am Ende war Schmid erfolgreich, und nur das zählte,

    zumal zu dieser Zeit gerade in der gegnerischen CDU ebenfalls viele Kriegsveteranen aktiv waren,
    und man sich hinter verschlossenden Türen in altbewährter Kommandosprache die Meinung geben konnte.

  4. #13
    Avatar von peter1

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    mein respekt fuer einen grossen deutschen politiker , der die deutsche politiker ueber jahrzente gepraegt hat. auch als privatmann habe ich helmut am
    brahmsee in gespraechen sehr zu schaetzen gelernt.

    mfgpeter1

  5. #14
    Avatar von waltee

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    Zitat Zitat von DisainaM Beitrag anzeigen
    ...wobei ihm sein scharfer Kasernenton des Dritten Reiches oft zur Hilfe kam...
    Über Tote soll man nur gutes sagen, aber für mich ist Willy Brandt der beste deutsche Politiker der Nachkriegszeit.

  6. #15
    Avatar von SED Chef

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    Ein kleiner Mann aber ein grosser Mensch, intelligent, weltoffen und mit
    einem Hoechstmass an Verantwor-
    tungsbewusstsein und Ethik ausgestattet.
    Er traf auch unliebsame Entscheidungen
    schnell und ueberlegt, wenn sie denn
    getroffen werden mussten.
    Im Ausland hoch respektiert, verdanken
    wir Deutschen ihm Frieden und Wohl-
    stand.
    Nach ihm kam die Fraktion, die ihn sei-
    nerzeit mit dem Slogan "Freiheit statt
    Sozialismus" bekaempfte.
    Letzteren haben wir nun incl. einer
    Horde verantwortungsloser und ge-
    wissenloser, feiger und dummer Poli-
    tiker.
    Danke Helmut und R I P !

  7. #16
    Avatar von xxeo

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    Auch ich habe großen Respekt vor Helmut Schmidt, der sich als scharfer Analytiker, effizienter Krisenmanager, profilierter Weltpolitiker und pragmatischer Ökonom hervortat. Ich erlebte ihn mal im Wahlkampf und erinnere ich mich an seine messerscharfe Rhetorik, mit der er das Publikum im Griff hatte und Zwischenrufer wahrlich abkanzlerte. (Damals war er im Amt, und unser Abgeordneter war Kabinettsmitglied.)

    Nihil nisi bene…, ich weiß. Aber ich sage es mit den Worten von Nils Ole Oermann, der in seiner Biographie zu Albert Schweitzer schreibt, man sollte „auch Fehler benennen in der Gewissheit, dass ein möglichst tiefenscharfes Bild“ ihn menschlicher macht als eine gradlinige Erfolgsgeschichte.

    Eine gesamtgesellschaftliche Vision konnte ich bei Schmidt nie erkennen. Willy Brandt hatte und verfolgte solch eine Vision. Derlei war für Schmidt unnötige Phantasterei, er hatte keine Zeit für derlei, und er bekannte später auch, die Bedeutung der aufkommenden Grünen und des Themas Umweltschutz unterschätzt zu haben.

    Außerdem war er es, der zuerst die SPD weit zur Mitte hin bewegte, gegen innerparteilichen Widerstand. Ich bin der Ansicht, dass solche ideologischen Verwässerungen der Parteien für den Wähler nicht von Vorteil sind, dass es mehr bringt, wenn es klar in Richtung linker und rechter Standpunkte geht und sich nicht alles in der Mitte drängt.

    Schließlich war Schmidt ein Mann von großem Selbstbewusstsein, von enorm großem Ego, ein begnadeter Selbstdarsteller, als Kanzler und danach. Das Rauchen erhob er mit der Zeit zu einem Teil der Selbstinszenierung. Er, der Workaholic, dozierte gern und heftig und von oben herab, Jimmy Carter schreibt das deutlich in seinen Memoiren, und wer bei Schmidt in Ungnade fiel, der konnte wohl auf Rehabilitierung nicht hoffen.

    Aber ohne Frage: Unser Land verliert mit Helmut Schmidt eine prägende Persönlichkeit. In seinem „zweiten Leben“, als Publizist, fand er in bemerkenswerter Weise einen neuen Aufgabenbereich und schrieb zahlreiche lesenswerte Bücher. Wir nötig bräuchten wir gerade jetzt einen energischen Krisenmanager! Ein langes, volles, erfülltes Leben ist beendet. R.i.P.

  8. #17
    Avatar von Chris61

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    Mir gefiel Schmidt als Mensch und als Politiker. Dass er mit dem NATO Doppelbeschluss richtig gehandelt hat wurde erst deutlich, als sich deshalb Russland zu einem Abrüstungsvertrag herab ließ.

    Er hat Vieles richtig gemacht, Umweltpolitik war aber nicht sein Ding - und Sparen auch nicht. Unter seiner Ägide wurde, auch in Zeiten erfolgreicher Wirtschaft, das Geld nur so raus gehauen.

  9. #18
    Avatar von strike

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    Die Ablehnung Schmidts und seiner Positionen - auch durch die, die heute Krokodilstränen heulen - in der eigenen Partei, hat letzten Endes, wie in dem beigefügten Link beschrieben (Aufbau der GRÜNEN und SED/LINKEN), die Reduzierung der SPD auf eine beliebige Partei nach sich gezogen.

    Und diese Gestalten sind auch hauptverantwortlich für seinen Sturz als Kanzler, selbst wenn die FDP oft als ursächlich verkauft wird.

    Für mich war die SPD nach dem Kölner Parteitag gestorben.
    Den Artikel lohnt es sich mE zu lesen, um zu verstehen, dass es eine grosse Leistung von Helmut Schmidt war, sich später dennoch für die SPD (weiter) zu engagieren.

    ... Das gesamte Führungspersonal der Partei - angefangen mit dem Parteivorsitzenden Willy Brandt und dem Vorsitzenden der Bundestagsfraktion Hans Jochen Vogel - fiel ihrem ehemaligen Bundeskanzler in den Rücken. Schmidt stand praktisch alleine auf dem Parteitag - von einer Handvoll Getreuer abgesehen. Er musste sich zudem vom linken Flügel seiner eigenen Partei gefallen lassen, als "nützlicher Idiot" der "US-amerikanischen Angriffskrieger" niedergemacht zu werden. Ganze 14 Delegierte von 400 hielten am Schluss noch zu ihm. Ein Trauma für die SPD, noch heute.

    Über die Bedeutung des "Nato-Doppelbeschlusses" ist unendlich viel geschrieben worden. Hier gibt es nichts Neues hinzuzufügen. Die Ausgangslage ist bekannt, die Motive der handelnden Politiker, der Verlauf der Auseinandersetzungen, die Umsetzung des Beschlusses mit der Stationierung der Pershing II und der Cruise Missiles sowie schließlich der überwältigende Erfolg der Strategie, die dem "Nato-Doppelbeschlusses" zugrunde lag: Zum erster Mal hatten sich 1987 die beiden Supermächte auf den vollständige Abbau einer ganzen Waffengattung, der eurostrategischen nuklearen Mittelstreckenraketen, verständigt, jene Waffen, die seit Mitte der siebziger Jahren zu einer gefährlichen militärischen und politischen Destabilisierung Europas beigetragen hatten.

    Der "Nato-Doppelbeschluss" wird von den meisten Historikern als ein Ereignis von welthistorischer Bedeutung eingestuft, ein Ereignis, das den "Kalten Krieg" beendigen half und das die tödliche Bedrohung, die die westlichen Demokratien seit dem Zweiten Weltkrieg gelähmt hatte, endgültig abwendete. Als letztes entscheidendes Kapitel des "Kalten Krieges", an den sich heute ohnehin kaum einer noch erinnern mag, ist der "Nato-Doppelbeschluss" längst in den Geschichtsbüchern abgelegt worden, aus dem Gesichtskreis der öffentlichen Wahrnehmung der Gegenwart weitgehend verschwunden.

    Nur die SPD tut sich schwer mit der Bewertung der Ereignisse damals vor 30 Jahren. Niemand von denjenigen, die Schmidts Sicherheitspolitik Anfang der achtziger Jahre so vehement, nicht selten ehrverletzend bekämpft hatten, fand die Größe, den wichtigsten Abrüstungserfolg im "Kalten Krieg", der im wesentlichen Schmidts Erfolg war, zu würdigen. Selbst die Parteispitze fand kaum anerkennende Worte. ...



    Sozialdemokratisches Trauma: Kölner Parteitag 1983 | Telepolis

  10. #19
    Avatar von noritom

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    Einige schöne Zitate...und...Rauchen schadet nicht ! Einer der Besten den wir je hatten.


    „Die multikulturelle Gesellschaft ist eine Illusion von Intellektuellen“


    „Die Vorstellung, daß eine moderne Gesellschaft in der Lage sein müßte, sich als multikulturelle Gesellschaft zu etablieren, mit möglichst vielen kulturellen Gruppen, halte ich für abwegig. Man kann aus Deutschland mit immerhin einer tausendjährigen Geschichte seit Otto I. nicht nachträglich einen Schmelztiegel machen.“


    Wenn wir auf Jahrzehnte so weiterfahren wie bisher, dann muß ich für unser Vaterland schwarz sehen.“


    „Wenn man ganz genau hinschaut, dann sieht man, daß die politischen Journalisten eigentlich mehr zur politischen Klasse gehören und weniger zum Journalismus.“


    „Politiker und Journalisten teilen sich das traurige Schicksal, daß sie oft heute schon über Dinge reden, die sie erst morgen ganz verstehen.“


    „Wenn wir uns überall einmischen wollen, wo himmelschreiendes Unrecht geschieht, dann riskieren wir den Dritten Weltkrieg.“


    „Ich teile die Menschheit in drei Kategorien ein: Wir normalen Menschen, die irgendwann in ihrer Jugend Äpfel geklaut haben; die zweite hat eine kleine kriminelle Ader, und die dritte besteht aus Investmentbankern.“


    „Die Glaubwürdigkeit der Politiker war noch nie so gering wie heute. Das liegt nicht zuletzt an einer Gesellschaft, die in die Glotze guckt. Die Politiker reden nur oberflächliches Zeug in Talkshows, weil sie meinen, es sei die Hauptsache, man präge sich ihr Gesicht ein.“


    „Die heutige politische Klasse in Deutschland ist gekennzeichnet durch ein Übermaß an Karrierestreben und Wichtigtuerei und durch ein Übermaß an Geilheit, in Talkshows aufzutreten.“


    „Mir kommt kein Türke mehr über die Grenze.“

  11. #20
    Avatar von xxeo

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    Ich finde es bedauerlich, wenngleich aus Rücksichtnahme auf die amtierende Regierung nachvollziehbar, dass sich Schmidt seinerzeit nicht dezidiert zum Griechenland-Hilfsprogramm äußerte (oder andere für ihn sprechen ließ). Dafür oder dagegen? Ich denke, er war nicht dafür, auch wenn das dem europäischen Gedanken entgegensteht, aber der Staatsbankrott der Hellenen wäre aus ökonomischer Sicht die weitaus bessere Lösung gewesen.

    Da Schmidt schon einmal sagte, man hätte sich seinerzeit die türkischen Gastarbeiter besser, überhaupt genau anschauen sollen, kann ich mir nicht vorstellen, dass ihm gefiel, was er zuletzt in Deutschland wahrnahm.

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