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Hat Wulff alles richtig gemacht?

Erstellt von strike, 19.12.2011, 08:18 Uhr · 903 Antworten · 51.034 Aufrufe

  1. #201
    Avatar von DisainaM

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    Zitat Zitat von strike Beitrag anzeigen
    Unterschiedliche Sichten, unterschiedliche Medien.



    „Denn in seltener, vielleicht gar einmaliger Formation ziehen die Medien gegen den nicht nur kreditbeladenen Präsidenten zu Felde. Er mag zugeben oder bestreiten, bereuen oder bekräftigen, was er will - alles ist falsch. Die Deutschen verstehen das Anrüchige genau, es wurde ihnen im Detail beschrieben, doch vier Fünftel lehnten Wulffs Rücktritt im ersten Reflex ab. Vielleicht gerade deshalb, weil sie das überschießend Kampagnenhafte der Angriffe schreckte. Und weil sie die Frage aufwerfen: Wer regiert uns? So verachtet „die Politik“ auch ist – ihr, „die Medien“ sollt es nicht sein. Vielleicht erscheint ihnen also das Ringen um Wulff wie der erste offene Machtkampf zwischen Medien und Politik um die Vorherrschaft in der Gesellschaft. Käme es so weit, könnte dies das Vertrauen in beide zermalmen.“ Hans-Urich Jörges, Stern v. 29.12.

    .
    und auch das ist Demagogie,
    denn was nicht angesprochen wird, ist vielen Bürgern schon klar,
    Machtkampf zwischen bezahlten Lobby-journalisten, also der Lobby und der Politik,
    wer regiert Deutschland, die Lobbiisten oder die teils bezahlten teils nicht bezahlten Politiker.

  2.  
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  3. #202
    Avatar von strike

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    Selbst nach der rueckhaltlosen Aufklaerung und dem unzweideutigem Eingestaendnis von Fehlverhalten durch Hern Wulff gibt es weiter Neider!
    Oder hat der Beitrag irgendetwas konstruktives, aufbauendes?

    Gern wuerde ich rufen: Lasst uns nach vorne schauen, altes einfach vergessen!
    Das hat doch schon so oft funktioniert.


    Der Herr der Binse

    Wie schlecht es um das Ansehen des deutschen Bundespräsidenten bestellt ist, kann man am besten an dem Umstand erkennen, dass der Vorsitzende der SPD, Sigmar Gabriel, sich gegen einen Rücktritt von Wulff ausgesprochen hat. „Es wäre verheerend und nahe an einer echten Staatskrise“, sagte er der WELT, „wenn innerhalb von zwei Jahren zum zweiten Mal ein Bundespräsident zurückträte”; eine „rückhaltlose Aufklärung“ der Affäre solle „nicht zum Rücktritt, sondern zu einer Rückkehr in eine angemessene und glaubwürdige Amtsführung führen”.

    Nun ist die SPD mindestens ebenso staatstragend wie die CDU und deswegen an einer „Staatskrise“ nicht interessiert. Hinzu kommt, dass einer von Wulffs Vorgängern, Johannes Rau, zu seiner Amtszeit als Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen in eine ähnliche Affäre verwickelt war wie Wulff als Ministerpräsident von Niedersachen. Und Rau war ein Mann der SPD. Es ist kein Zufall, dass der jetzige Bundespräsident Wulff sich vom selben Anwalt vertreten lässt, der seinerzeit Rau beigestanden hat. Was wiederum zwei Fragen aufwirft: Gibt es im Bundespräsidialamt nicht genug Juristen? Und wer bezahlt die Rechnung des Anwalts? Das Bundespräsidialamt? Wulff? Oder einer seiner vielen Freunde und Förderer aus Niedersachsen?

    Dass Wulff vor allem deswegen im Amt bleiben darf, damit der Bundesrepublik eine „Staatskrise“ erspart bleibt, ist ein Argument, das an Peinlichkeit nicht zu überbieten ist. So argumentieren auch Juristen, wenn sie sich der Aufhebung eines Fehlurteils widersetzen - das würde dem Ansehen der Justiz schaden. Im Umgangsdeutsch heißt das: Augen zu und durch. Wulff wurde auf Betreiben der Kanzlerin zum Präsidenten gewählt, nun soll er es von Gabriels Gnaden bleiben.

    So viel Gefälligkeit gibt es in der Politik nicht umsonst. Irgendwann wird sich die Kanzlerin der SPD gegenüber dankbar erweisen.

    Was in der ganzen Debatte meistens übersehen wird: Der Bundespräsident ist der Grüßaugust der Republik. Man braucht ihn so, wie man den Mann in Livree braucht, der einem bei der Ankunft im Hotel die Tür aufmacht und sagt: „Willkommen im Hyatt“. Es ist eine nette Geste, nicht mehr.

    Dafür wird der Präsident gut bezahlt. Er bekommt ein Jahresgehalt von 200.000.- Euro, dazu eine monatliche Aufwandsentschädigung von 6.500.- Euro. Und wenn er aus dem Amt scheidet, freiwillig oder gezwungenermaßen, läuft das Gehalt bis zu seinem Ableben weiter. Zur Zeit hat die Bundesrepublik vier bezahlte Präsidenten: Wulff, Walter Scheel, Richard von Weizsäcker und Roman Herzog. Was nicht weiter schlimm wäre, wenn nicht gleichzeitig eine Debatte darüber geführt würde, ob man die Zahlungen an die Hartz-IV-Empfänger um fünf oder um acht Euro monatlich erhöhen sollte.

    Für 200.000.- Euro jährlich könnte der Steuerzahler einiges erwarten: Ein wenig Intellektualität, etwas Originalität und die „Gradlinigkeit“, für deren Ausbleiben Wulff sich kurz vor Weihnachten entschuldigt hat, nachdem er eingesehen hatte, dass „nicht alles, was juristisch rechtens ist, auch richtig (ist)“. Das war weder besonders originell noch intellektuell, sondern nur dem Wunsch geschuldet, die Affäre hinter sich zu lassen.

    Auch wenn die Kanzlerin der Meinung ist, Wulff mache seine Arbeit „hervorragend“ - wenn er heute zurückträte, würde sich übermorgen niemand mehr an ihn erinnern. Es wäre einfach nichts da. Wulff ist an Blässe und Gedankenarmut nicht zu übertreffen. In seiner Weihnachtsansprache ging er mit keinem Wort auf die Kredit-Affäre ein, dafür sagte er: „Wir schulden uns allen Wachsamkeit und die Bereitschaft, für unsere Demokratie und das Leben und die Freiheit aller Menschen in unserem Lande einzustehen.“ Mehr Plattitüden hatten in einem Satz keinen Platz. Von ähnlicher Güte war auch seine Feststellung, der Islam gehöre zu Deutschland, ebenso wie das Christen- und das Judentum. Er hätte auch gleich sagen können: Wie die Radfahrer und die Autofahrer und die Fußgänger.

    Ja, Christian Wulff ist der Herr der Binse. Manche Kommentatoren meinen, Deutschland habe etwas Besseres verdient. Aber das ist ein Irrtum. Ein Land, in dem die Parole „Geiz ist geil!“ zum beliebtesten Werbespruch werden konnte, wird sehr angemessen von einem Präsidenten vertreten, der seine Connections nutzt, um einen günstigen Kredit für einen Hauskauf zu bekommen. Niemand wäre überrascht, wenn er auch noch quer durch Niedersachsen fahren würde, um einmal günstig vollzutanken. Aber vielleicht ist das der Preis, den ein Land zahlen muss, das die Monarchie abgeschafft hat und dessen Adel – bzw. das, was davon übrig geblieben ist – sich jede Woche neben Lottokönigen und Schönheitsköniginnen in der BUNTEN und in der GALA feiern lässt. Auch Wulff ist ein Biedermann mit einem Hang zum Höheren. Er verkörpert den Traum vom Einfamilienhaus mit Partykeller. Oben hui und unten pfui. Bei seinen öffentlichen Auftritten huscht kein Lächeln über sein Gesicht, entspannt und fröhlich wirkt er nur in der Gesellschaft von Unternehmern, die sich nach oben geboxt haben, Eventmanagern und anderen Promis aus den Dark Rooms der High Society.

    Wulff steht noch für etwas anderes da: den deutschen Hang zur Selbstüberschätzung. Als Ministerpräsident von Niedersachsen war er der richtige Mann am richtigen Platz. Nun muss er eine Bühne bespielen, die für ihn zu groß ist.

    Es ist eine One-Man-Show im Olympia-Stadion. Sie wird noch drei Jahre weiter gehen. Der einzige Trost dabei ist: Es wird keine zweite Runde geben.


    Die Achse des Guten: Der Herr der Binse

  4. #203
    Avatar von franky_23

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    Die Bundesrepbulik hatte auch schon wirklich peinliche Präsidenten. Ungut was der im Rahmen des Kreditgeschäftes von sich gab.
    Ich frage mich nur was ein Scheel so von sich gab. Hoch auf dem gelben Wagen singend durchs Land zu spazieren?

    Herzog? Was erklärte er ausser dass ein Ruck durchs Land gehen muss?

    Wenn der in Niedersachsen der richtige Mann war, in seiner jetzigen Funktion eh bloß den Türöffner spielen darf, wieso sollte er dann überfordert sein?

  5. #204
    Avatar von eber

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    Hallo, jetzt droht er der Bildzeitung und was für einen Hammer.

  6. #205
    Avatar von DisainaM

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    schön langsam,

    er hat schliesslich nicht der Bildzeitung gedroht,
    dass er den Journalisten das Chapter Nord der Hells Angels nach Hause schickt,

    sondern lediglich kommentiert, dass er auf Verleumdungen mit Strafanzeigen reagieren wird,
    das ist sein gutes Recht.

  7. #206
    Avatar von strike

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    Zitat Zitat von DisainaM Beitrag anzeigen
    ... lediglich kommentiert, dass er auf Verleumdungen mit Strafanzeigen reagieren wird ...
    Manche nennen es despektierlich Drohung:

    Bundespräsident unter Druck: "Bild" bestätigt Drohanruf Wulffs bei Diekmann - Nachrichten Politik - Deutschland - WELT ONLINE

    So richtig clever ist anders.
    Vor allem, da er ja faktisch nie etwas falsch gemacht hat.
    So wurde es zumindestens von ihm suggeriert.
    Bislang hat er die Art und Weise der Information zu den nicht zu ruegenden Vorkommnissen bedauert.
    Vielleicht reicht es ja fuer ihn.

  8. #207
    Avatar von DisainaM

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    es geht ja um die zurückgehaltende Story,
    Wulff soll seine jetzige Frau über eine Escort Service Agentur kennengelernt haben,
    und bei solchem Schmierenjournalismus darf auch ein Bundespräsident etwas der Kragen platzen.

  9. #208
    Avatar von strike

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    Zitat Zitat von DisainaM Beitrag anzeigen
    es geht ja um die zurückgehaltende Story,
    Wulff soll seine jetzige Frau über eine Escort Service Agentur kennengelernt haben ....
    Hmmm, in der zitierten Zeitung heisst es:

    " ... Als dies misslang, sprach Wulff Diekmann auf die Handy-Mailbox. Der Bundespräsident zeigte sich darin empört über die Recherchen zum Hauskredit und drohte auch mit strafrechtlichen Konsequenzen für den verantwortlichen "Bild"-Redakteur. "


  10. #209
    Avatar von eber

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    " ... Als dies misslang, sprach Wulff Diekmann auf die Handy-Mailbox. Der Bundespräsident zeigte sich darin empört über die Recherchen zum Hauskredit und drohte auch mit strafrechtlichen Konsequenzen für den verantwortlichen "Bild"-Redakteur. "


    Hallo, kann man den §112 nicht anwenden für diesen Saubermann.

  11. #210
    Avatar von Uns Uwe

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    Mich würde mal interessieren, wer in dieser Schlammschlacht die Strippen zieht. Wer hat Wulff, und vor allem warum, zum Abschuss freigegeben?

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