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Hartz-IV-Sätze verfassungswidrig

Erstellt von Paddy, 09.02.2010, 10:34 Uhr · 1.777 Antworten · 43.057 Aufrufe

  1. #1361
    Avatar von Thaimax

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    Re: Hartz-IV-Sätze verfassungswidrig

    Diese ganzen Aufstock-Geschichten sind einfach nur ein schlechter Witz um die Armut zu verteilen.

    Aber ist klar, bevor ich als Regierung 2 richtige Arbeitsplätze, und dafür aber einen Arbeitslosen habe, entscheide ich mich auch lieber für 3 working-poor, die mir zwar über die Aufstockung das gleiche kosten, aber halt in der Statistik besser aussehen.

    Das ist halt einfach nur ekelhafte Statistikbeschönigung auf Kosten der Geringverdiener, die dadurch niemals eine Chance haben irgendwann mal normal bezahlt zu werden.

  2.  
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  3. #1362
    Avatar von kcwknarf

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    Re: Hartz-IV-Sätze verfassungswidrig

    Zitat Zitat von aalreuse",p="827912
    Doch, die Zahl der Unternehmer ist wesentlich geringer als die Zahlt der Lohnaufstocker, kommt unterm Strich billiger....
    Nein. Du gehst davon aus, dass ein Unternehmer unendlich viel Lohn zahlen kann.
    Aber ich hatte doch ein Beispiel genannt.

    Noch mal:
    nehmen wir an, ein Unternehmer hat ein Budget für 10.000 EUR Lohn. Darüber geht absolut nichts.
    Vorher zahlte er 8.000 EUR an alle. Nun muss er 12.000 EUR zahlen. 2000 EUR kann er noch wuppen. Die restlichen 2000 muss er von seinem persönlichen Gehalt (Gewinn) abziehen. Wenn er vorher 1500 EUR hatte, hätte er jetzt -500.

    Meinst du, der Staat stockt jeden Monat den H4-Regelsatz plus die 500 EUR schwarzen Zahlen auf? Die großen Banken bekommen zwar richtig Kohle, aber doch nicht der Mittelstand.

    Natürlich nicht. Er macht pleite, Laden zu oder entlässt Leute. Für die Arbeitslosen zahlt der Staat dann wieder den vollen H4-Satz und nicht nur die Aufstockung.

    Die meisten Unternehmer kalkulieren knallhart. Wenn nur ein Mitarbeiter mehr verdient wird man selber zum Sozialfall. Da gewinnt der Staat also nichts.

    Ich bin doch ein klassisches Beispiel. Ich könnte einen Mitarbeiter einstellen, z.B. vom Arbeitsamt holen. Dann spart der Staat erstmal Geld für ihn. Aber mein Gewinn fällt dann auf 0 EUR ab (weil sein Lohn genau meinem bisherigen Gewinn entspricht). D.h. der Staat müsste mir dann den vollen H4-Satz bezahlen.
    Es ändert sich aus Sicht des Staates erstmal überhaupt nichts.

  4. #1363
    Avatar von aalreuse

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    Re: Hartz-IV-Sätze verfassungswidrig

    Zitat Zitat von kcwknarf",p="827913
    Zitat Zitat von aalreuse",p="827895
    Die Frage ist, warun muss denn ein Unternehmer unbedingt mehr haben als seine Angestellten?
    Weil, das nur fair wäre. Denn er trägt das Risiko
    Auch der AN trägt Risiko. In vielen Berufen riskiert er bei seinem Job täglich sein einzigstes Gut, seine Gesundheit und sein Leben.... das gehört genauso honoriert wie das Risiko des Unternehmers....

    Wer wie es schon erlebt hat durch einen Arbeitsunfall seine Existenz zu verlieren und die eiskalte, schulterzuckende Fratze des Arbeitmarktes kennengelernt hat, der weiß das a) viele Arbeitnehmer für ihr Risiko noch viel zu schlecht bezahlt werden und vor allem lernt er b) unser Sozialsystem schätzen ohne das ich heute nicht wieder auf den eigenen Füßen stehen könnte....

  5. #1364
    antibes
    Avatar von antibes

    Re: Hartz-IV-Sätze verfassungswidrig

    Zitat Zitat von aalreuse",p="827919
    Auch der AN trägt Risiko. In vielen Berufen riskiert er bei seinem Job täglich sein einzigstes Gut, seine Gesundheit und sein Leben.... das gehört genauso honoriert wie das Risiko des Unternehmers....

    Wer wie es schon erlebt hat durch einen Arbeitsunfall seine Existenz zu verlieren und die eiskalte, schulterzuckende Fratze des Arbeitmarktes kennengelernt hat, der weiß das a) viele Arbeitnehmer für ihr Risiko noch viel zu schlecht bezahlt werden und vor allem lernt er b) unser Sozialsystem schätzen ohne das ich heute nicht wieder auf den eigenen Füßen stehen könnte....
    Ehrliches und vernünfiges Statement. Respekt

  6. #1365
    Paddy
    Avatar von Paddy

    Re: Hartz-IV-Sätze verfassungswidrig

    Sprüche schaffen keine Arbeit

    In Deutschland sind nicht die Transfers zu hoch, sondern die Erwerbseinkommen zu niedrig. Der Staat muss dafür sorgen, dass sich Arbeit lohnt.

    Martin Luther hat empfohlen, dem Volk aufs Maul zu schauen. Davon, dass man nach Volkes Maul reden solle, sprach er nicht. Bei Guido Westerwelle konnte man in den vergangenen Wochen nicht ganz sicher sein, ob er den Unterschied zwischen Zuhören und Nachplappern verinnerlicht hat. So ganz genau weiß das deutsche Wahlvolk offenbar auch nicht, wie es die flotten Sprüche des FDP-Vorsitzenden über den angeblich „anstrengungslosen Wohlstand“ und die „spätrömische Dekadenz“ einordnen soll. Anders lässt sich jedenfalls nicht erklären, dass die Freien Demokraten in der jüngsten Infratest-Umfrage bei der Sonntagsfrage zwei Punkte zulegen konnten, während in einer anderen Befragung des selben Instituts 64 Prozent der FDP-Anhänger die Sorge äußerten, Westerwelles Rhetorik lädiere das Ansehen der eigenen Partei.

    Sicher ist, dass sich viele Bundesbürger, beileibe nicht nur Parteigänger der FDP, Sorgen über die Finanzierbarkeit des Sozialstaats machen. Legitim ist auch, Sanktionen gegen jene zu fordern, die Weiterbildungsangebote der Arbeitsagentur ablehnen oder abbrechen und vor allem jenen die Bezüge zu kürzen, die angebotene Tätigkeiten nicht annehmen, weil es ihnen auskömmlich erscheint, sich mit Hartz IV einzurichten. Weder legitim noch akzeptabel, sondern ganz einfach populistisch handelt aber, wer von der semi-kriminellen Abstauberminderheit so redet, als sei es ein erheblicher Prozentsatz jenes Teils der Bevölkerung, der von staatlichen Transferzahlungen abhängig ist.

    In einem Moment, in dem sich die Westerwellefans und ihre Gegner gerade beginnen, in den Wortschützengräben einzunisten, kommt die jüngste OECD-Studie über die Situation auf dem Arbeitsmarkt in 29 miteinander verglichenen Ländern gerade recht. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung hat festgestellt, dass deutsche Arbeitslose im internationalen Vergleich nicht besser dastehen als Erwerbslose in anderen Industriestaaten. Im Durchschnitt aller 30 OECD-Nationen (Europa plus Japan, USA und Kanada) liegen die Deutschen ohne Job im Mittelfeld, in der rein europäischen Relation schneiden sie sogar schlecht ab, was ihre materielle Lage betrifft. Negativ merkt die OECD an, es gebe in Deutschland zu wenig Anreiz für Langzeitarbeitslose, sich wieder eine regelmäßige Beschäftigung zu suchen. Hohe Steuern und Sozialabgaben machten die Rückkehr auf den ersten Arbeitsmarkt unattraktiv. Von jedem Zuverdienst würde zu viel weggesteuert, das mache auch die schrittweise Rückkehr ins Berufsleben uninteressant. Man kann das Ergebnis der Vergleichsstudie kurz und knapp auch so zusammenfassen: In Deutschland sind nicht die Transferleistungen zu hoch, sondern die Erwerbseinkommen zu gering.

    Wenn der Einzelne beim Vergleich zwischen dem erzielbaren Nettoeinkommen im unteren Lohnbereich und der Höhe der Transferleistungen feststellt, dass Arbeit sich nicht lohnt, handelt er völlig rational, wenn er nicht arbeitet. Sobald der Staat den Zugriff auf die Löhne lockert und die Zuerwerbschancen attraktiver macht, werden diese Menschen auch wieder arbeiten. Ob man das nun mit Kombilöhnen oder Mindesttarifen begleitet, sollte weniger als ideologische Entscheidung betrachtet werden, wie das im Moment geschieht, sondern als eine, die sich ausschließlich am Erfolg der Maßnahmen ausrichtet. Alles, was mehr Arbeitsmöglichkeiten bei einem lebenswerten Gesamteinkommen eröffnet, muss willkommen sein.

    Die trennenden Mauern zwischen der SPD auf der einen und der schwarz-gelben Regierung auf der anderen Seite sind dabei nicht so hoch, wie es die verbalen Prügeleien glauben machen. Im schwarz-gelben Koalitionsvertrag ist eine Ausweitung der Zuarbeitsmöglichkeiten für Transferempfänger vorgesehen. Auch Sozialdemokraten streben das an. Im Moment aber weiß keiner genau, ob Guido Westerwelle uns erst für das Problem sensibilisiert hat oder mit seinen Sprüchen dessen Lösung behindert. Als Ausrede, dass das für richtig erkannte nicht schnell umgesetzt wird, taugt weder das eine noch das andere.

    http://www.zeit.de/politik/deutschla...dp-oecd-studie

  7. #1366
    Paddy
    Avatar von Paddy

    Re: Hartz-IV-Sätze verfassungswidrig

    "Hartz IV zerstört die Würde der Menschen"

    Der CDU-Sozialpolitiker und frühere Familienminister Heiner Geißler fordert, dass älteren Arbeitslosen der Rentenzugang erleichtert werden sollte. Dem WESER-KURIER sagte er, dass man Menschen nur eine menschenwürdige Arbeit zumuten könne, von der man auch leben kann.

    Herr Geißler, ist Guido Westerwelle der Totengräber des deutschen Sozialstaates?

    Heiner Geißler: Das würde auch einer nicht hinkriegen, der von der Materie mehr versteht als er. Aber er macht einen schweren Fehler, weil er das Klima verändert, innerhalb dessen wir diskutieren. Die Frage des Lohnabstandsgebotes begleitet uns seit drei Jahrzehnten. Natürlich ist es schlecht, wenn Leute, die arbeiten, mit ihrem Verdienst nur knapp über der Sozialhilfe oder heute Hartz IV liegen. Das ist auch innerhalb der CDU immer wieder erörtert worden - aber wir sind nicht auf den Leuten herumgetrampelt. Denn die Arbeitslosen können überhaupt nichts für den geringen Lohnabstand. Sie sind arbeitslos, weil zum Beispiel die eigene Firma pleite gemacht hat. Wenn die nun dauernd hören, dass sie - weil sie keine Arbeit finden - zu viel Geld bekommen, dann zerstört man die Würde dieser Menschen. Das ist das Üble an dieser Debatte.

    Man sollte also die Debatte gar nicht erst führen, weil sie die Würde der Menschen beschädigt?

    Die Debatte muss man führen - aber nicht auf dem Rücken der Arbeitslosen. Die aktuelle Debatte ist zutiefst unehrlich.

    Warum?

    Weil die Gesetze der Logik bewusst ignoriert werden. Wenn derjenige, der arbeitet, mehr verdienen soll als derjenige, der nicht arbeitet, habe ich zwei Möglichkeiten. Ich kann die Hartz-IV-Leistungen absenken, bis der Abstand stimmt: Dann liegt der Satz nicht bei 359 Euro, sondern eher bei 250 Euro. Dies ist aber verboten, und zwar vom Bundesverfassungsgericht. Schon die jetzigen Regelsätze müssen ja neu berechnet werden - und nicht etwa, weil sie zu hoch sind.

    Das Lohnabstandsgebot ist aber von der Sozialgesetzgebung auch mehrfach legitimiert worden.

    Deshalb müsste man logischerweise die Löhne deutlich über den Hartz-IV-Satz hinaus erhöhen. Bislang haben diejenigen, die dieses Problem debattieren, darauf noch keine Antwort gefunden. Durch die Agenda 2010, die das Entstehen von Minijobs begünstigt hat, haben wir inzwischen sechs Millionen Menschen, die zwar Lohn bekommen, davon aber nicht leben können. Also wird vom Steuerzahler aufgestockt auf die Höhe des Regelsatzes von Hartz IV. Und immer mehr Arbeitgeber bezahlen ihren Leuten solch geringe Löhne, obwohl sie mehr bezahlen könnten. Die Sagen: Den Rest holt Ihr Euch beim Steuerzahler, also bei der Jobagentur. Das ist der eigentliche Skandal, denn es ist am Ende auch noch eine Form der Steuerhinterziehung.

    Und wie kann man das Problem lösen?

    Entweder höhere Löhne oder Subventionierung der Löhne durch den Steuerzahler.

    Das ist eine Bankrotterklärung des Sozialstaates.

    Nein, es ist ein Problem der Wirtschaft, die offensichtlich nicht in der Lage oder nicht Willens ist, den Leuten für ihre Arbeit Löhne zu bezahlen, von denen sie leben können. Solange das nicht geht, heißt die Lösung Mindestlohn oder Kombilohn.

    Darauf wollten wir hinaus.

    Die Mindestlöhne helfen aber auch nicht in allen Fällen. Bei 7,50 Euro und einer 40-Stunden-Woche landen Sie - je nach Familienstand - auch bloß unterhalb der Regelsätze von Hartz IV. Bei zehn Euro wäre das anders - ein solcher Mindestlohn ist aber in einer ganzen Reihe von Branchen utopisch.

    Hartz IV sollte ja gleichzeitig fördern und fordern. Ist das misslungen?

    Das ist im Wesentlichen misslungen, ja. Hartz IV hat zwei gravierende Fehler. Menschen, die arbeitslos werden, bekommen ja gar kein Arbeitslosengeld mehr nach einem Jahr. Der Begriff 'Arbeitslosengeld II' ist eine Lüge. Das hat ja mit der vorherigen Arbeit gar nichts mehr zu tun, das ist Fürsorge - also Sozialhilfe der alten Art. Die Empfänger haben aber zum Teil 20, 30 Jahre lang gearbeitet, Steuern und Beiträge gezahlt. Und dann werden sie arbeitslos, weil der Vorstand von General Motors den Karren an die Wand gefahren hat. Diese Menschen werden dann behandelt wie unheilbare Alkoholiker, als ob sie nie einen Hammer in der Hand gehabt hätten. Und die 359 Euro bekommen sie erst dann, wenn sie fast alles versilbert haben, was sie für sich und ihre Familien erarbeitet hatten. Die alte Arbeitslosenhilfe betrug immerhin einen gewissen Prozentsatz des letzten Nettolohnes. Hartz IV ist nichts anderes als die staatliche Missachtung der Lebensleistung dieser Menschen. Für eine positiv orientierte Wirtschaft ist das tödlich.

    Und der zweite Fehler?

    Ich kann doch nur fördern, wenn auch die entsprechenden Jobs da sind. Die sind aber nicht da. Also werden die Leute vermittelt in Pseudo-Jobs, in Ein-Euro-Jobs, in Leiharbeits- und Zeitarbeitsverhältnisse. Da verdienen sie dann wieder so wenig, dass sie als Aufstocker in der Hartz-IV-Abhängigkeit bleiben müssen.

    In den Niederlanden gibt es ohne Arbeit gar keine Unterstützung. Das hat dort die Zahl der Sozialhilfeempfänger seit 2004 um 20 Prozent gesenkt. Ein Vorbild?

    Die können das doch auch nur machen, sofern Arbeit zu verteilen ist. Und der Regelsatz liegt dort bei 60 Prozent des letzten Lohns, bei uns im Schnitt bei 30 Prozent.

    Der Bürgermeister von Rotterdam weist Sozialhilfeempfänger dann auch an, im Winter Straßenräumdienste zu verrichten.

    Wenn die Leute das körperlich schaffen - warum sollen sie es nicht tun? Aber das ist doch keine dauerhafte Lösung.

    Man will die Leute zumindest wieder in die Nähe von Arbeit bringen - in der Hoffnung, dass daraus Arbeitsverhältnisse entstehen. Das scheint zu funktionieren.

    Wenn Sie als Journalist in Bremen arbeitslos werden, kommen Sie doch durch Schneeschippen nicht wieder in die Nähe eines angemessenen Jobs. Es kommt auf den Begriff der Arbeit an: Was muten wir den Menschen zu? Wir können ihnen nur eine Arbeit zumuten, die menschenwürdig ist und von der sie leben können. Alles andere ist Schikane.

    Was könnte eine Generaldebatte darüber im Bundestag bringen?

    Eine Bewusstseinsklärung. Damit endlich diese pauschale Rederei aufhört, die nur dazu dient, Leute zu demütigen und ihnen den Eindruck zu vermitteln, sie seien Bürger zweiter Klasse. Es ist unsere knallharte Pflicht - die auch schwer fallen kann - denjenigen zu helfen, die in Not sind.

    Hartz IV ist doch von der rot-grünen Bundesregierung nicht erfunden worden, um Arbeitslose zu demütigen, sondern um Arbeitslosigkeit zu begrenzen - was ja in Grenzen auch geklappt hat.

    Das stimmt nicht. Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Vollzeit-Arbeitsplätze hat sich verringert. Dafür haben wir 6,8 Millionen geringfügige Beschäftigungsverhältnisse, die es in der Form früher nicht gegeben hat. Hartz IV hat die Schleusen geöffnet für die Minijobs.

    Wir haben eine Gesellschaft, die immer älter wird und in der die auskömmlichen Jobs immer anspruchsvoller werden. Was also wäre zu tun?

    Bei älteren Arbeitslosen sollte man den Rentenzugang erleichtern.

    Und wer soll das alles bezahlen?

    Es gibt auf der Welt - und auch in Deutschland - Geld wie Heu. Es ist nur falsch verteilt. Endlich schlägt ja nun auch die CDU, die Kanzlerin eine Börsenumsatzsteuer vor. An den Börsen der Welt werden jeden Tag zwei Billionen Dollar umgesetzt, aber die Spekulanten werden nicht beteiligt an den Milleniumsaufgaben der Welt. Bei einer globalen Besteuerung der Finanztransaktionen mit 0,1 Prozent wären das im Jahr 150 bis 300 Milliarden Dollar an Einnahmen - die UN brauchen für ihre Milleniumsaufgaben aber nur rund 100 Milliarden. Wir könnten bei uns die Entwicklungshilfe einsparen zugunsten von Bildung, Schulen, Hochschulen, Gesundheitswesen.

    Das funktioniert doch nur wenn die USA und Großbritannien mitmachen - am besten auch noch China, Japan, Indien und Russland.

    Die Aussichten sind doch gar nicht schlecht. Die Finanztransaktionssteuer steht auf der Agenda der G20-Staaten. Nur die USA Bremsen noch, obwohl Präsident Obama dafür ist - aber der hat zu viele andere innenpolitische Probleme.

    CDU und Kanzlerin nun auch für die Tobin-Steuer - das sieht so aus, als ob Schwarz-Gelb ein überlebtes Modell sei.

    Nein, aber der Koalitionsvertrag hätte gründlicher diskutiert und beschlossen werden müssen. Angela Merkel war ja nie für eine Steuersenkung - das ist ein Kompromiss zugunsten der Liberalen. Das Wachstumsbeschleunigungsgesetz, die Entlastung der Familien kann man als antizyklische Wirtschaftspolitik gerade noch vertreten. Aber die große Steuerreform geht jetzt einfach nicht mehr. Das ist ja nicht weg - es geht um die Frage des wie und wann. Darauf muss man sich jetzt einigen.

    Ginge das in einer schwarz-grünen Koalition nicht viel einfacher?

    In Nordrhein-Westfalen zum Beispiel hat ja die CDU mit der FDP durchaus erfolgreich zusammengearbeitet. Wenn es beiden Parteien reicht, sollten sie das also nach dem 5. Mai fortsetzen. Aber ich bin seit 15 Jahren dafür, dass sich die CDU auch öffnet für Schwarz-Grün. Es wäre nicht sehr intelligent, wenn die CDU grundsätzlich nur mit den Liberalen koalieren würde.

    http://www.weser-kurier.de/Artikel/B...nschen%22.html

  8. #1367
    Avatar von kcwknarf

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    Re: Hartz-IV-Sätze verfassungswidrig

    Zitat Zitat von aalreuse",p="827919
    Auch der AN trägt Risiko. In vielen Berufen riskiert er bei seinem Job täglich sein einzigstes Gut, seine Gesundheit und sein Leben....
    Das ist doch im Lohn mit enthalten.
    Klar ist es lebensgefährlich, wenn eine Sekretärin bei ihrem Mittagsschlaf von Stulh fällt und dabei auf ein Radiergummi fällt, das vone scharf angeschnitten ist. Da kann schon mal ein Haar gespalten werden.

    Der AG hat aber i.d.R. ebenfalls das Risiko.
    Zudem bleibt doch jedem AN die Wahl, einen Job nicht anzunehmen. Ich hatte z.B. ein Angebot de deutschen Staates, Soldat zu werden.
    Das Risko, bei einem Arbeitseinsatz erschossen zu werden, war mir aber zu hoch. Also habe ich den Job dankend abgelehnt.

    99% aller Jobs sind nicht gefährlich. Und: die meisten Unfälle passieren im Haushalt. Man stelle sich nur mal vor, ein Arbeitsloser fällt von seiner Hängematte. Da sollte der Staat unbedingt einen Risikozuschlag zahlen!

  9. #1368
    Avatar von Ban Bagau

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    Re: Hartz-IV-Sätze verfassungswidrig

    ... ohne Worte ...




    :denk:

  10. #1369
    Avatar von aalreuse

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    Re: Hartz-IV-Sätze verfassungswidrig

    Zitat Zitat von kcwknarf",p="827984
    Zitat Zitat von aalreuse",p="827919
    Auch der AN trägt Risiko. In vielen Berufen riskiert er bei seinem Job täglich sein einzigstes Gut, seine Gesundheit und sein Leben....
    Das ist doch im Lohn mit enthalten.
    Klar ist es lebensgefährlich, wenn eine Sekretärin bei ihrem Mittagsschlaf von Stulh fällt und dabei auf ein Radiergummi fällt, das vone scharf angeschnitten ist. Da kann schon mal ein Haar gespalten werden.

    Der AG hat aber i.d.R. ebenfalls das Risiko.
    Zudem bleibt doch jedem AN die Wahl, einen Job nicht anzunehmen. Ich hatte z.B. ein Angebot de deutschen Staates, Soldat zu werden.
    Das Risko, bei einem Arbeitseinsatz erschossen zu werden, war mir aber zu hoch. Also habe ich den Job dankend abgelehnt.

    99% aller Jobs sind nicht gefährlich. Und: die meisten Unfälle passieren im Haushalt. Man stelle sich nur mal vor, ein Arbeitsloser fällt von seiner Hängematte. Da sollte der Staat unbedingt einen Risikozuschlag zahlen!
    ..., eine Sekrtärin kann aber auf dem frisch gewischten Büroboden ausrutschen und unglücklich stürzen, sich dabei eine Lähmung oder schlimmeres holen....

    .... das ein Zimmermann oder Dachdecker durchaus mal vom Tach fallen kann, dürfte jeder einsehen....

    Hier vor Ort gibt eine Konservenfabrik (Erasco), da war letztens ein Arbeiter dabei in einem Kessel das Rührwerk zu reinigen als sein Vorgestzter aus Versehen das Rührwerk eingeschaltete....

    Es passieren die dollsten Sachen. Man kann garn icht so blöd denken wie es kommen kann....

    Ich bin aus dem ersten Stock angestürzt weil bei einer Leiter eine Sprosse zerbrach. Ich habe mir dabei die Fuß- und Kniegelenke in beiden Beinen demoliert... 2 Jahre habe ich im Krankenhaus und in der Reha zugebracht bis ich wieder einigermaßen laufen konnte....

  11. #1370
    MOE
    Avatar von MOE

    Re: Hartz-IV-Sätze verfassungswidrig

    Zitat Zitat von kcwknarf",p="827984
    Ich hatte z.B. ein Angebot de[s] deutschen Staates, Soldat zu werden.
    Das Risko, bei einem Arbeitseinsatz erschossen zu werden, war mir aber zu hoch.
    Das dürfte etwa um 1983 gewesen sein. Mit der hier gezeigten Fähigkeit zur Risikobewertung hätte es glatt zu einem Spitzenposten bei der Hypo Real Estate oder der Hypo Alpe Adria gereicht.

    99% aller Jobs sind nicht gefährlich. Und: die meisten Unfälle passieren im Haushalt.
    Lesen bildet:
    http://www.baua.de/de/Informationen-...rue&__nnn=true

    Ich weiß provokante Gegenpositionen in einem Forum durchaus zu schätzen. Sie sollten aber wenigstens in Ansätzen noch einen Bezug zur Realität haben.

    MfG

    MOE

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