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Hartz 4 nuechtern

Erstellt von strike, 24.09.2010, 07:18 Uhr · 530 Antworten · 22.442 Aufrufe

  1. #321
    Avatar von Thaimax

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    Zitat Zitat von kcwknarf Beitrag anzeigen
    Und wie soll das bezahlt werden? Da gibt es nur eine Möglichkeit: die Mehrkosten beim Kunden wieder reinholen (wie man es bei Steuererhöhungen ja auch macht, denn kein Unternmehmer verzichtet freiwillig auf seine Gewinne). Dann steigen zwar die Löhne an, aber auch die Verbraucherpreise. Die Kaufkraft ändert sich also nicht. Allerdings wird man dann international nicht mehr konkurrenzfähig sein.

    Ich wäre ja sehr froh, wenn die Preise in Deutschland steigen. Würde ich ja mehr verdienen, zumal ich keine Löhne zahle.
    Die internationale Konkurrenzfähigkeit ist durch höhere Löhne natürlich nicht gefährdet. Sieh Dir doch mal den Lohnspiegel an, die von den linkslinken Bürgern angeprangerten "Heuschrecken" zahlen doch ihren Mitarbeitern mehr als ausreichend.

    Es sind die Nahversorger, die den Binnenmarkt bedienenden Unternehmen, die solche Hohn- und Spottlöhne bezahlen. Und die sind entbehrlich, weil sie jederzeit nach Verschwinden durch einen anderen ersetzt werden, ohne dass es national-volkswirtschaftlich einen Unterschied macht. Wenn Du dann noch nachsiehst, wieviel Produkte, die in Deutschland auf dem Markt sind, made in germany sind, dann wirst Du auch feststellen, dass höhere Lohnkosten bei den den Binnenmarkt bedienenden Firmen das Preisgefüge nur minimalst verändern würde, weil eigentlich nur der letzte Schritt, die Übergabe an den Kunden, davon betroffen wäre, alle anderen Schritte, von der Produktion bis hin zum Grossteil des Transportes, unbetroffen wären.

  2.  
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  3. #322
    Avatar von Conrad

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    Wenn ich Hartzer wäre, sagen wir mal seit einem Jahr, und ich würde einen Job angeboten kriegen, wo ich 936 € netto hätte, ich würde ihn nehmen. Selbst wenn ich vorher 3000 € netto hatte, würde ich für 936 € arbeiten gehen, im Kaufhaus oder Supermarkt Regale auffüllen oder sonstwas. Und das muß man verlangen können !

    Denn es gibt genug Leute, die sich für dieses Geld abrackern, morgens aufstehen, hinfahren, und sich den Herausforderungen stellen. Und ich habe Hochachtung vor diesen Leuten. Sehr große Hochachtung sogar. Das sind eben Leute, die jammern nicht, die machen einfach.

    Das ist sehr kurz und einfach gefasst meine Meinung zum Thema Arbeitslosigkeit und Hartz4.

    Im aktuellen "Spiegel" ist auch ein Beispiel aufgeführt, wo jemand durch Arbeit weniger hat, als vorher mit Hartz4. Und ich erinnere an das Beispiel bei Anne Will im Januar oder Februar, ein Ehepaar, 3 Kindern, mit Nebenjob jeweils zusätzlich je 160 €........ich habs ja damals vorgerechnet und keiner hats mir geglaubt, obwohl die Zahlen für H4 frei verfügbar sind, und ich hab sogar noch zuwenig gerechnet, weil die obendrein sogar noch 300 € Elterngeld bekommen, (allerdings nicht mehr ab Januar), was ich nicht wußte....... Kann sich jeder hier raussuchen den Thread.

    Zitat Zitat von Thaimax Beitrag anzeigen

    Falsch halte ich auf jeden Fall das Orientieren nach unten, .
    Ich nicht. Du bist halt der klassische Salonkommunist

  4. #323
    Avatar von Thaimax

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    Zitat Zitat von Conrad Beitrag anzeigen
    Ich nicht. Du bist halt der klassische Salonkommunist
    Na ganz im Gegenteil.

    Ich bin für Steuersenkungen auf Arbeit, und das kann nur funktionieren, wenn es mehr steuerpflichtige Einkommen gibt.

    Mit so lächerlichen Xhundert Euro-Jobs kann man weder die notwendige Binnenkaufkraft erzeugen, noch kann man daraus Abgaben generieren. Mit solch schlecht bezahlten Jobs ist niemandem geholfen. Weder dem den Binnenmarkt bedienenden Unternehmern, weil da ein Preisdruck herrscht, noch den Arbeitnehmern, deren Konsum über das Bezahlen von Wohnung und Lebensmitteln nicht hinausgeht, und deswegen auch keine Steuern lukriert werden können.

    Geholfen ist damit nur einigen, wenigen, Abzockern, die halt die Löhne ihrer Kurzzeitmitarbeiter von der Allgemeinheit finanzieren lassen. Und das kann ja nicht wirklich ernsthaft wünschenswert sein.

  5. #324
    Avatar von kcwknarf

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    Zitat Zitat von Thaimax Beitrag anzeigen
    Es sind die Nahversorger, die den Binnenmarkt bedienenden Unternehmen, die solche Hohn- und Spottlöhne bezahlen.
    Nehmen wir mal die Frisörläden an. Deren Konkurrenz sind ja nicht international, sondern privat. Dank vieler neuer Geräte kann heutzutage ja praktisch jedes Kind Haare schneiden. bei mir macht es z.B. meine Frau, weil wir einen wunderbares Schneidegerät für 5 EUR haben. Auch in Deutschland hatte ich jahrelang einen Privatfrisör. Und ich bin ja kein Einzelfall.
    Zudem gibt es mittlerweile in Großstädten 5 Frisöre auf 100 Meter.

    Und ich weiß aus eigenen Erzählungen und aus Talkshows, dass die Preis für einen einfachen Herrenhaarschnitt auf über 20 EUR müssten, wenn die Frisöre den Lohn zahlen müssten, den alle fordern. Derzeit liegt er wohl bei 5-10 EUR. Welcher Mann in der normalen Einkommensschicht würde denn dann noch zum Frisör gehen?
    Und gerade in der Frisörbranchen lässt sich Schwarzarbeit ja fast nicht nachweisen.

    Aber ausgerechnet der Frisör wird als Paradebeispiel für Arbeitnehmerabzocke angesehen. Das geht doch völlig an der Realität vorbei. Und ich kenne keinen Friseurmeister, der sein Vermögen täglich nach Liechtenstein transferiert. Die leben garantiert nicht in Goldwannen. Die können einfach derzeit keine höheren Löhne zahlen. Es sei denn, die nutzen Nischen und bedienen nur Reiche. Dann haben wir das Arztprinzip: ich nehme nur Privatpatienten. Ich meine, dann würden dopch alle Verbraucher meckern, warum Frisörbesuche plötzlich 100 EUR kosten. Das würde wieder als Wucher an den Kunden ausgelegt werden.

    Die einzigen, die gut zahlen können - und es ja auch tun - sind die meisten Traditionsfirmen, die auch international preisunabhängig einen guten Ruf haben, z.B. Gläsereien, Chemiefirmen. Und auch die Monopolisten logischerweise.

    Aber wie sollen denn neue Firmen auf dem Markt starten, wenn nicht zunächst durch einen geringeren Preis als die Konkurrenz?
    Konkurrenz belebt das Geschäft und hält Preise für Verbraucher gering. Und diese positive Enwicklung für die Gesellschaft sollten Arbeitnehmer mitragen. Ist ja auch gut für sie. Man kann sich ja immer von einer Niedriglohnfirma auf eine Traditionsfirma bewerben. Die Chancen vom Sprungbrett aus sind höher als vom festen Boden. Ich bin der Zeitarbeitsfirma jedenfalls sehr dankbar, für die ich damals 6 Wochen für wenig Geld und genötigtem Urlaubsverzicht arbeiten durfte. Denn sie war mein Sprungbrett für eine 10jährige große Karriere in sehr gut bezahlten Firmen. Ohne diese Abzock-Firma hätte ich kein Vitamin B gehabt. Wenn man nur zu Hause sitzt, ist das auch schwer, die richtige Kontakte zu finden.

  6. #325
    Avatar von Pee Niko

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    Zitat Zitat von Conrad Beitrag anzeigen
    Wenn ich Hartzer wäre, sagen wir mal seit einem Jahr, und ich würde einen Job angeboten kriegen, wo ich 936 € netto hätte, ich würde ihn nehmen. [...]
    Ich dachte schon, ich stehe mit meiner Einstellung alleine da

    Danke!

  7. #326
    Monta
    Avatar von Monta
    Zitat Zitat von kcwknarf Beitrag anzeigen
    ...für einen einfachen Herrenhaarschnitt...Derzeit liegt er wohl bei 5-10 EUR...
    Der liegt in Westdeutschland bei etwa 15 Euro.

  8. #327
    Avatar von Thaimax

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    Nehmen wir mal die Frisörläden an. Deren Konkurrenz sind ja nicht international, sondern privat. Dank vieler neuer Geräte kann heutzutage ja praktisch jedes Kind Haare schneiden. bei mir macht es z.B. meine Frau, weil wir einen wunderbares Schneidegerät für 5 EUR haben. Auch in Deutschland hatte ich jahrelang einen Privatfrisör. Und ich bin ja kein Einzelfall.
    Zudem gibt es mittlerweile in Großstädten 5 Frisöre auf 100 Meter.
    Dieses Frisör-Beispiel ist ein sehr unglückliches, aber die Begründung, wieso dort nur so wenig bezahlt werden kann hast Du ja schon selbst genannt.... 5 Frisöre auf 100 Meter. Hast Du da nicht das Gefühl, dass es sich hierbei um ein ganz leichtes Überangebot, fern jeglicher Nachfragerealität handelt, das halt dann das Ergebnis schlecht bezahlter Angestellter liefert?

    Ist mir persönlich aber wurscht, da ich sowieso ein Gegner eines Mindestlohnes bin, zumindestens solange man die genauen Ergebnisse der Osteröffnung nicht haben wird. Und selbst dann glaube ich nicht, dass sich grossartig was ändern wird, da es sich schon längst eingebürgert hat auf Angestellte zu Gunsten von Ein-Mann-Unternehmen zu verzichten.

    Und ich weiß aus eigenen Erzählungen und aus Talkshows, dass die Preis für einen einfachen Herrenhaarschnitt auf über 20 EUR müssten, wenn die Frisöre den Lohn zahlen müssten, den alle fordern. Derzeit liegt er wohl bei 5-10 EUR. Welcher Mann in der normalen Einkommensschicht würde denn dann noch zum Frisör gehen?
    Und gerade in der Frisörbranchen lässt sich Schwarzarbeit ja fast nicht nachweisen
    .

    Klar, wenn weiterhin alle 100m 5 Frisörläden sind, wird man unter Umständen nichtmal mit 50 Euro für einen Haarschnitt gute Lohnkosten bezahlen können. - Wie gesagt...nebensächlich, solange man nicht gezwungen wird zu 4 Euro die Stunde zu arbeiten, von Ämtern zum Beispiel.... Wenn Frau Müller gerne ein paar Stunden die Woche für 4 Euro aushelfen möchte...wieso nicht? - Deswegen zb. bin ich gegen einen Mindestlohn. Diese Chance wäre für Frau Müller plötzlich nicht mehr da.....

    Aber ausgerechnet der Frisör wird als Paradebeispiel für Arbeitnehmerabzocke angesehen. Das geht doch völlig an der Realität vorbei.
    Absolut richtig.


    Die einzigen, die gut zahlen können - und es ja auch tun - sind die meisten Traditionsfirmen, die auch international preisunabhängig einen guten Ruf haben, z.B. Gläsereien, Chemiefirmen. Und auch die Monopolisten logischerweise.

    Aber wie sollen denn neue Firmen auf dem Markt starten, wenn nicht zunächst durch einen geringeren Preis als die Konkurrenz
    ?

    Das ist in einigen Bereichen sicherlich so richtig, wie Du es schreibst... aber, als jemand, der mehr von Politik fürs Volk hält, als von Politik für wenige, würde ich eine leichte Tendenz dahingehend bei mir feststellen, dass ich sage mir ist es lieber, wenn 10 Mio. arbeitende Menschen ein bissl mehr Geld zum Leben haben als für Nahrungsmittel im Sonderangebot, als dass es möglicherweise eine Firma irgendwann geben könnte, die durch die hohe Lohnpolitik eine Chance den internationalen Markt zu erobern verpasst hat....

    Die Abgabenquote allgemein ist zu hoch für sowas, und die kann nur gesenkt werden, wenn es Produktivität im Sinne von Abgaben gibt, und genau Billigjobs sind dafür nicht geeignet.

    Konkurrenz belebt das Geschäft und hält Preise für Verbraucher gering. Und diese positive Enwicklung für die Gesellschaft sollten Arbeitnehmer mitragen. Ist ja auch gut für sie. Man kann sich ja immer von einer Niedriglohnfirma auf eine Traditionsfirma bewerben. Die Chancen vom Sprungbrett aus sind höher als vom festen Boden. Ich bin der Zeitarbeitsfirma jedenfalls sehr dankbar, für die ich damals 6 Wochen für wenig Geld und genötigtem Urlaubsverzicht arbeiten durfte. Denn sie war mein Sprungbrett für eine 10jährige große Karriere in sehr gut bezahlten Firmen. Ohne diese Abzock-Firma hätte ich kein Vitamin B gehabt. Wenn man nur zu Hause sitzt, ist das auch schwer, die richtige Kontakte zu finden.
    Die Preise für Verbraucher werden in den meisten Branchen aber nur zum Teil durch die lokalen Lohnkosten bestimmt, hab ich eh schon oben geschrieben("Made in Germany").

    Und, im Gegensatz zu vielen hier, habe ich überhaupt nichts gegen Zeitarbeitsfirmen, sondern etwas gegen unflexible Gesetzgebungen, die diese überhaupt erst notwendig machen.
    Gingen Einstellungen und Kündigungen unbürokratischer und risikoloser von Statten, würde ich auch Leute direkt einstellen, so müsste ich aber, projektbezogen, Leute von Zeitarbeitsfirmen aufnehmen, die mich viel mehr Geld kosten, als wenn ich sie direkt anstellen könnte. Nur als Unternehmer ist man nunmal kein Zocker, der sich darauf verlässt, dass der Arbeitnehmer eh ein Braver ist, wo man sich darauf verlassen kann, dass er nicht mit dem Gesetzestextbuch (oder Büchern im Kombi transportiert) darauf aus ist mal schnell ein paar Euro rauszuschlagen ohne Leistung zu bringen, unterstützt durch die Gesetzgebung.

    Es sind die Regeln der Allgemeinheit, also der Staat, der überall, wo er seine Finger drin hat, alles kaputt und kompliziert macht, auf Kosten der Angestellten und Arbeiter übrigens... denn ausbaden müssen ja die das ganze Theater...

  9. #328
    Monta
    Avatar von Monta
    Zitat Zitat von Thaimax Beitrag anzeigen
    ...Gingen Einstellungen und Kündigungen unbürokratischer und risikoloser von Statten,...
    Aber heute sind doch Zeitarbeitsverträge bei Neueinstellungen schon nicht ungewöhnlich, um nicht zu sagen, die Regel.
    Dazu gibt es eine Probezeit von max. 1/2 Jahr mit 2 Wochen Kündigungsfrist.
    Dadurch wird doch der Kündigungsschutz schon weitgehend umgangen.

  10. #329
    Avatar von Thaimax

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    Zitat Zitat von Monta Beitrag anzeigen
    Aber heute sind doch Zeitarbeitsverträge bei Neueinstellungen schon nicht ungewöhnlich, um nicht zu sagen, die Regel.
    Dazu gibt es eine Probezeit von max. 1/2 Jahr mit 2 Wochen Kündigungsfrist.
    Dadurch wird doch der Kündigungsschutz schon weitgehend umgangen.
    Anscheinend dürften die bürokratischen Hürden dabei, und der trotzdem noch bestehende Kündigungsschutz, eventuelle arbeitsrechtliche Bestimmungen und das damit verbundene Risiko noch immer hoch genug sein, um es vorzuziehen einer Leiharbeitsfirma für jemanden, der 900 Euro im Monat verdient, 30 Euro die Stunde zu bezahlen.

    Dass aber immer gegen diese Firmen gewettert wird, anstatt die Ursachen für deren Erfolg zu ergründen, fällt wahrscheinlich wieder unter das Kapitel political correcteness wahren, und ja nicht die Wahrheit aussprechen, da einem das zum Verhängnis werden könnte....

    Sags mir, Monta, wieso haben die Leiharbeitsfirmen so einen Erfolg? - Mit der Antwort sollte es dann auch problemlos möglich sein herauszufinden, was eventuell verändert gehört, nicht?

  11. #330
    Monta
    Avatar von Monta
    Zitat Zitat von Thaimax Beitrag anzeigen
    ...Sags mir, Monta, wieso haben die Leiharbeitsfirmen so einen Erfolg?...
    Sag Du es mir.
    Angeblich soll der Anteil an "Leiharbeit" ja nur 3 % betragen.
    Muss da noch mal googeln. Weißt Du da mehr?

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