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Hartz 4 nuechtern

Erstellt von strike, 24.09.2010, 07:18 Uhr · 530 Antworten · 22.484 Aufrufe

  1. #271
    Avatar von Yogi

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    Zitat Zitat von Chak Beitrag anzeigen
    Du weißt aber schon, wer das ALG II, vulgo Hartz IV, eingeführt hat?
    Wobei gerade die Regierung in meinen Augen vernünftige Entscheidungen getroffen hat, die man ihr gar nicht zugetraut hätte, nicht zuletzt die Hartz-Gesetze.
    Dafür sind sie auch zu Recht abgestraft worden.
    Und da den heutigen Verantwortlichen auch nichts innovatives einfällt, werden sie jetzt abgestraft. Die nächsten Landtagswahlen kommen.

  2.  
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  3. #272
    Avatar von Conrad

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    Nächstes Jahr gehts dann richtig los, auf dem Niedriglohn-Sektor:

    Firmen warnen vor Billig-Jobbern aus Osteuropa

    Ab Mai 2011 wird auf dem deutschen Arbeitsmarkt alles neu - dann gilt in der Europäischen Union völlige Freizügigkeit. Gewerkschafter fürchten einen Ansturm von Billigkräften aus dem Osten, aber auch Unternehmer sind alarmiert: Ohne Mindestlöhne droht ihnen ein mörderischer Dumpingwettlauf.

    Doch dies war nur eine Übergangsregelung, und die läuft bald aus. Ab dem 1. Mai 2011 dürfen alle Bürger der EU ihre Arbeitskraft frei anbieten - in welchem Land auch immer.
    In Polen herrscht schon große Vorfreude: "Die Deutschen warten mit offenen Armen auf uns", titelte kürzlich die Tageszeitung "Gazeta Wyborcza" und führte aus: "Das ist eine Chance für Krankenschwestern, Pflegekräfte, Ingenieure und Facharbeiter auf dem Bau, die bei uns keine Beschäftigung finden." Und tatsächlich suchen viele deutsche Betriebe händeringend nach qualifiziertem Personal.

    "Sozialer Sprengstoff"

    Doch die Befürchtungen wachsen, dass die polnischen Nachbarn das Lohngefüge durcheinanderbringen. Und es sind nicht nur Gewerkschafter, die sich Sorgen machen. Auch Mittelständlern graut vor einer Konkurrenz, die dank geringer Lohnkosten die Preise drücken könnte. Daher wird nun die Forderung nach einem Instrument laut, das Arbeitgeber sonst mit Unbehagen sehen: dem Mindestlohn.


    So macht sich kein geringerer als Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt für einen Mindestlohn stark, und auch Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegießer zeigt sich bei dem Thema gesprächsbereit (siehe Fotostrecke oben). Allerdings reden beide nur davon, dass es in weiteren, besonders gefährdeten Branchen Mindestlöhne geben soll - keine verbindliche Untergrenze für alle.

    Arbeitsmarkt: Firmen warnen vor Billig-Jobbern aus Osteuropa - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft

  4. #273
    Avatar von wingman

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    conrad sieh es positiv, auch deutschlands grösstes unternehmen stellt weiter arbeitslose ein: die agentur für arbeit. die politik hat sie doch gewollt, die billiglöhne. ja nicht die unternehmer belasten. diese bauchpinselei wird sich rächen. alles wird anders aber kaum besser.

  5. #274
    Avatar von kcwknarf

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    Wenn günstige Arbeiter aus Osteuropa kommen, kann auch günstig produziert werden. Dadurch sinken Preise und es sind gar keine hohen Löhne mehr nötig. Daher ist gar keine Panik angesagt!

    Was passiert aber bei Mindestlöhnen?
    Nehmen doch mal als Beispiel die polnische Krankenpflegerin. Bei Mindestlohn wird ein deutscher Arbeitnehmer doch kaum eine Polin einstellen, wenn er auch für diese einen Mindestlohn zahlen muss.
    Also wird sich die Polin selbstständig anbieten - private Krankenpflege. Und da kann sie unter einem Mindestlohn arbeiten, vielleicht sogar schwarz. Was macht nun der deutsche Kranke, der für Pflege selbst aufkommen muss? Nimmt er die deutsche teure Firma, weil sie Mindestlöhne zahlen muss oder greift er zum Schnäppchen und holt sich eine Polin ins Haus?
    Ich würde natürlich die Polin nehmen, wie zahlreiche andere Bürger auch.
    So entsteht also erst recht Konkurrenz für den Mittelstand.

    Noch schlimmer sieht es im Grenzgebiet aus. Natürlich würde ich mal eben über die Grenze nach Polen, um mir z.B. günstigen Zahnersatz zu besorgen. Man kann es drehen, wie man will. Deutschland wird der Globalisierung nicht entkommen - ob mit oder ohne Mindestlohn. Da hilft nur einmauern wie in Nordkorea oder in der DDR.

    Persönlich würde ich es wie die Polin sehen: ich wäre froh über Mindestlöhne, weil ich dann als Einzelfirma allen IT-Firmen mit Mitarbeitern mit meinen günstigen Preisen in die Tasche stecken könnte. Mir tun dann nur die armen Mitarbeiter leid. Denn dann kauft jeder bei mir, alle anderen gehen konkurs und müssen die Mitarbeiter entlassen.... Aber es gibt ja 5 EUR mehr Hartz 4, also nicht so schlimm.... Daher: Mindestlohn ran und die Monopolisten werden reicher denn je! Gute Idee, Wingman und all ihr linken Fantasten.

    Obwohl: eine Lösung gibt es dann noch: Einheitspreise festlegen! Dann würde es wieder gehen. Und am besten noch Kaufhäuser ausdünnen, damit man Schlange stehen muss, 20 Jahre Wartezeit auf Autos und keine Bananen importieren.
    Wäre doch mal eine ganz neue Idee! Dann noch Reiseverbot und alle wären glücklich!

  6. #275
    Avatar von franky_23

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    knarfi, bisher gab es schon die Option eine polnische Haushaltshilfe einzustellen, oder zwei, dass das ganze Jahr abgedeckt war. Auch da gab es Mindestlöhne.

    Schwarz arbeiten ist immer schön, wer die Risiken kennt, der lässt dies meistens. Wer muss für die Pflege selbst aufkommen? Schon mal was von Pflegegeld gehört und wie dies gezahlt wird?

    Deine Einlassungen über den Mindestlohn spiegeln ja deine allgemeine Haltung wieder und damit muss man die nicht weiter kommentieren. Deutschland ist für eine Globalisierung gut aufgestellt.

    Denn selbst in Polen benötigt man schon auswärtige Putzkräfte, da Einheimische nicht bezahlbar sind.

  7. #276
    Avatar von kcwknarf

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    Zitat Zitat von franky_23 Beitrag anzeigen
    knarfi, bisher gab es schon die Option eine polnische Haushaltshilfe einzustellen, oder zwei, dass das ganze Jahr abgedeckt war. Auch da gab es Mindestlöhne.
    Wenn die Haushaltshilfe selbstständig arbeitet? Das möchte ich gerne mal schriftlich stehen, in welchem Paragraphen das steht.

    Zitat Zitat von franky_23 Beitrag anzeigen
    Schwarz arbeiten ist immer schön, wer die Risiken kennt, der lässt dies meistens.
    Die Risiken sind sehr gering. Zumal das ja eine sehr gängige Arbeitsform ist, wie ich selber schon häufig erlebt habe. Nur ich selber rechne scheinbar immer richtig ab. Aber eher aus Faulheit.

    Zitat Zitat von franky_23 Beitrag anzeigen
    er muss für die Pflege selbst aufkommen? Schon mal was von Pflegegeld gehört und wie dies gezahlt wird?
    Sehr witzig. Ich bin seit mehr als einem Jahr über die deutsche Heuchlererepublik genervt, wenn es um die Pflege alter Menschen geht - im konkreten Fall um meine Großmutter. Da kann ich Bücher drüber schreiben. Da kommt das ganze Grauen der Republik erst richtig zum Tragen. Das sogenannte Pflegegeld reicht hinten und vorne nicht. Vor allem dann nicht, wenn der Staat die alten Menschen entmündigt, auch wenn sie das Wort geschickt nicht mehr benutzen. Diese Heuchler!

    Kurzum: mein Vater, der meine Großmutter pflegt, kommt praktisch auf Daur um eine polnische Pflegerin im Niederpreissektor nicht drum herum. Das ist Fakt! Wir haben schon hin und hergerechnet und legale und illegale Möglichkeiten durchgespielt, u.a. auch einen Umzug nach Thailand, was aber vom Staat wegen Fluchtgefahr verboten wurde (offiziell heißt es gesundheitlichen Gründen und Schutz vor geldgierigen Erben). So zerstört der Staat die letzten schönen Lebensjahre seiner Bürger. Abartig nenne ich das! Und meine Wut auf diesen Staat wird daher immer größer.

    Zitat Zitat von franky_23 Beitrag anzeigen
    Deine Einlassungen über den Mindestlohn spiegeln ja deine allgemeine Haltung wieder und damit muss man die nicht weiter kommentieren. Deutschland ist für eine Globalisierung gut aufgestellt.
    Wer ist Deutschland? Wenn du die Regierung meinst, mag das ja stimmen. Gerade die FDP tut ja alles dafür, dass sich Deutschland gut in die Welt integriert und nicht so doll abschmiert. Nur die Bürger verstehen das nicht und daher wird es für diese irgendwann ein böses Erwachen geben.

    Zitat Zitat von franky_23 Beitrag anzeigen
    Denn selbst in Polen benötigt man schon auswärtige Putzkräfte, da Einheimische nicht bezahlbar sind.
    Ja, logisch, Polen gehört ja auch zur EU und ebenfalls mit zu den reicheren Ländern der Erde.
    Das Maß aller Dinge ist ein Querschnitt ALLER Ländem, auf dessen Lohn - und Preisniveau sich irgendwann alle Länder treffen.
    Und daher muss es lohnmäßig in Deutschland und Polen runtergehen und dafür z.B. in Bangladesh oder Swaziland bergauf. Das wäre sozial! Und das Schöne ist, das braucht kein Politiker zu entscheiden, sondern das läuft ganz automatisch. Zwangsläufig.
    Ich freue mich für die Bangladesher, auch wenn ich persönlich leiden muss. Aber das ist GERECHT! Und daher ist nur Globalisierung wirklich sozial. Und keine Mindestlöhne oder Hartz4 im reichen Deutschland. Diese deutsche Sozialdebatte ist eine Schande. Das darf man einfach keinem Birmesen erzählen. Das ist geradezu so, als wenn die deutschen Vorstandsbanker überlegen, ob sie 10 oder 11 Milliarden Abfindung erhalten wollen. Dekadenz halt!

    Aber ich weiß: man will sich ja nicht mit dem billigen Pöbel vergleichen. Die Welt der Hartzer sind ja eh die Monaco-Millionäre. Sorry, aber da bekomme ich Herzschmerzen in meiner sozialen Ader. Da verliere ich jeden Glauben an die Menschlichkeit, wenn ich diese Diskussionen mitbekomme. Gibt es wirklich nur Egoisten in Deutschland?

  8. #277
    Avatar von Samuirai

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    Wenn günstige Arbeiter aus Osteuropa kommen, kann auch günstig produziert werden. Dadurch sinken Preise und es sind gar keine hohen Löhne mehr nötig. Daher ist gar keine Panik angesagt!
    Ich glaub mann muß kein Akademiker sein um zu wissen das sinkende Produktionskosten in erster Linie höhere Boni und nicht etwa sinkende Preise bedeuten. Na ja, und was werden unseren poln. Mitbürger wohl mit Ihren hart verdienten € anstellen? Jedenfalls nicht die deutsche Konjunktur ankurbeln. Denn die Penunse wird zu 90 % in Poland auf den Kopf gehauen. Und wenn mann schon mal hier ist kann mann ja noch Hartz 4 beantragen. Könnte mir sogar langfristig so ne Art H4 Tourismus vorstellen. (H4 für Polen. Hört sich ironisch an. Aber nach ein paar Jahren auf Steuerkarte? Wer weiß)
    So oder so, Recht haste, keine Panik. Unsereiner fühlt sich im LOS eh wohler.

    samuirai

  9. #278
    Avatar von franky_23

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    Zitat Zitat von Samuirai Beitrag anzeigen
    : Und wenn mann schon mal hier ist kann mann ja noch Hartz 4 beantragen. Könnte mir sogar langfristig so ne Art H4 Tourismus vorstellen. (H4 für Polen. Hört sich ironisch an. Aber nach ein paar Jahren auf Steuerkarte? Wer weiß)
    So oder so, Recht haste, keine Panik. Unsereiner fühlt sich im LOS eh wohler.

    samuirai
    so leicht ist das auch nicht mit dem HarzIV. Wer weiss ob es in ein paar Jahren diese Regelungen noch geben wird.

  10. #279
    Avatar von kcwknarf

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    Zitat Zitat von Samuirai Beitrag anzeigen
    Ich glaub mann muß kein Akademiker sein um zu wissen das sinkende Produktionskosten in erster Linie höhere Boni und nicht etwa sinkende Preise bedeuten
    Du verkennst das Naturgesetz des Marktes. Auch wenn Politiker es immer wieder aushebeln wollen. Die Natur setzt sich am Ende immer durch. Warum sind denn die Löhne am Sinken? Natürlich, weil die Preise seit einigen Jahren sinken.
    Und umgekehrt wird es ebenso sein: sinken die Löhne weiter, müssen auch die Preise weiter sinken - alleine von wegen der Konkurrenz. Nur bei einem Monopol passiert das nicht, also bei der Bahn oder in Tarifbranchen. Die werden dann halt alle auf Dauer eingehen, weil sie unbezahlbar werden.
    Wenn dann noch etwas Boni übrig bleibt, sollte man es denen gönnen, weil die Unternehmer damit Deutschland meisterhaft durch die Globalisierung schiffen und dauerhaft Arbeitsplätze und faire Löhne sichern.
    Aber möglicherweie muss man tatsächlich Akademiker sein, um diese einfache Rechnung zu begreifen. Das einfache deutsche Bildungssystem ist scheinbar zu schlecht.

  11. #280
    Avatar von franky_23

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    Zitat Zitat von kcwknarf Beitrag anzeigen
    Warum sind denn die Löhne am Sinken? Natürlich, weil die Preise seit einigen Jahren sinken.
    Und umgekehrt wird es ebenso sein: sinken die Löhne weiter, müssen auch die Preise weiter sinken - alleine von wegen der Konkurrenz.
    Aber möglicherweie muss man tatsächlich Akademiker sein, um diese einfache Rechnung zu begreifen. Das einfache deutsche Bildungssystem ist scheinbar zu schlecht.
    Nur dass in Deutschland die Löhne kaum sinken. Ich kenne es häufig anders. Dass die Löhne im letzten Jahr geringer waren, lag hauptsächlich an der Kurzarbeit und dem geringeren Arbeitsumfang der Freiberufler etc.

    Das ist auch schon wieder Vergangenheit. Die Stahlindustrie hat mit über 3 % abgeschlossen. Einige Banken liegen bei 2 %.

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