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Grüne Steuerpläne

Erstellt von Henk, 29.04.2013, 07:23 Uhr · 304 Antworten · 15.931 Aufrufe

  1. #181
    Avatar von kcwknarf

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    Zitat Zitat von beran Beitrag anzeigen
    Was glaubst du, wie die Straßen in Thailand aussehen würden, wenn es hier Frost gäbe?
    Vermutlich wie in Estland, als ich dort mal bei Frost war. Unser Bus kam trotzdem unbeschadet durch!


    Zitat Zitat von beran Beitrag anzeigen
    Es gibt ja auch viele Demenzkranke, die zuhause von den Angehörigen betreut werden. Nur in Deutschland haben immer mehr Alte keine eigenen Kinder, bzw. die eigenen Kinder sind mangels Berufstätigkeit nicht in der Lage, die Betreuung zu übernehmen.

    Aber das übersiehst du geflissentlich.
    Nein, im Gegenteil.
    Nur möchte ich eben diese Zustände nicht hinnehmen. Wie kam es denn dazu, dass viele keine Kinder mehr haben wollen und dass viele arbeiten müssen oder wollen trotz gutem Verdienst des Ehepartners?
    Dafür gibt es ja Gründen. Und der Hauptgrund hat die Bezeichnung "Staat".

    Der Staat forciert ja eine kinderlose Gesellschaft. Der Staat will auch, dass möglichst alle arbeiten (insbesondere Frauen, damit die sich nicht gedemütigt fühlen - obwohl ihnen das zumeist nur suggeriert wird).

    Und der Staat hat einem eingetrichtert, dass es ja für jeden zum Vorteil ist, wenn er sich weder um seine alten Eltern kümmern muss (Abschiebung ins Altersheim) noch um seine Kinder (Abschiebung in den Kindergarten/Krippe etc.).

    Erleichtert wird ein Single-Leben, wodurch Scheidungen zum Alltag gehören. All diese tollen egoistischen Vorteile (die ja prinzipiell für jeden Einzelfall in der Tat durchaus gut gemeint sein könnten), führen aber zu einer asozialen Gesellschaft sondergleichen. Jeder denkt nur noch an sich. Der Staat übernimmt nicht nur die Unterstützung für echte Problemfälle, sondern ist der Vater für alle Fälle, wodurch er auch Einschränkungen problemlos als Vormund durchsetzen kann.

    Wir haben also einen Vater an der Spitze - alleinerziehend - der mit 80 Mio. Kindern im Haushalt lebt, die sich ständig miteinander zoffen. Wie soll in dem Haus Harmonie geschaffen werden? Und wie soll der Vater mit dem Geld, das seine Kinder täglich anschaffen gehen, klar kommen? Das kann einfach nicht funktionieren. Nicht mal, wenn der Vater ein gutherziger Papa wäre und es gut meint. Wenn der Vater aber dazu auch noch mit der Peitsche hinter der Tür steht, wird es noch schlimmer.

    Und all das übersiehst du wohl geflissentlich.

    Zitat Zitat von beran Beitrag anzeigen
    Genauso wie du hier Standards vorschlägst, die sicher von einer überwiegenden Mehrheit im Lande abgelehnt werden. Deshalb sind deine Sparvorschläge schlichtwegs in Deutschland nicht Mehrheitsfähig.
    Das ist mir schon klar. So realistisch bin ich durchaus. Wir Philosophen haben es aber an uns, dass wir uns trotzdem Gedanken darüber machen, auch wenn die Umsetzung noch Jahrzehnte dauern wird. Eingetretene Pfade zu ändern ist grundsätzlich schwierig, weil der Mensch an sich Angst vor Veränderungen hat - ganz besonders der Deutsche. Das muss ich erstmal so akzeptieren und daher wird auch weiterhin Geld verschwendet werden. Ich sage ja nur, wie es besser laufen könnte.

  2.  
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  3. #182
    Avatar von beran

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    Zitat Zitat von kcwknarf Beitrag anzeigen
    Der Staat forciert ja eine kinderlose Gesellschaft.
    Jetzt ist bei dir auch noch der Staat daran schuld, dass es so wenig Kinder gibt. Warum aber zahlt dann der Staat Kindergeld?

  4. #183
    Avatar von kcwknarf

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    Zitat Zitat von beran Beitrag anzeigen
    Jetzt ist bei dir auch noch der Staat daran schuld, dass es so wenig Kinder gibt. Warum aber zahlt dann der Staat Kindergeld?
    Es ist ja nicht so, dass der Staat keine Kinder will. Klar will er die - Nachschub für Steuer- und Rentenzahler.
    Dennoch verursachen Maßnahmen der Regierung (und Opposition), dass die Bürger Angst haben, Kinder zu bekommen bzw. es vergeht ihnen die Lust darauf.
    Das ist also keine direkt Anti-Kinder-Aktion, sondern eine indirekte Folge.

    Das raffen die Politiker aber natürlich nicht. Anstatt ein neues Boot zu kaufen, versucht man dann halt, die Löcher verzweifelt zu stopfen (eben mit Kindergeld). Das hält das Untergehen zwar etwas auf, wird es aber nicht verhindern.

    Und das ist eben grundsätzlich das Problem:
    vieles ist sehr kompliziert und hängt zusammen. Doch Politiker denken meist thematisch beschränkt. Beispiel: Mindestlohn oder Gleichberechtigung für Frauen. Dann versuchen die, dafür eine Lösung zu finden, die in ihrer thematischen Beschränktheit durchaus Sinn macht. Doch man vergisst eben die großen Räder, die andere Räder beeinflussen. Löst man ein Problem, erschafft man dadurch zwei neue.

    Daher sollte man IMMER ganzheitlich denken - durchaus verquer und auch zeitlich voraus. Die Welt ist eben so. Da gibt es keine Grenzen - erst recht keine thematischen.

    Man kann sich das wie bei einer Wippe vorstellen: setzt man sich auf eine Seite, um diese nach unten zu bekommen, geht automatisch die andere hoch. Das Ziel sollte aber ein Gleichgewicht sein. Daher kann man eben nicht alle Seiten nach unten (also zum thematischen Maximum) bringen, sondern nur soweit, dass andere nicht negativ beeinflusst werden. Das ist die Logik des Universums, das eben auch für Deutschland gilt. Da können sich die Grünen und andere auf den Kopf stellen, aber Naturgesetze lassen sich nicht verbiegen.

  5. #184
    Avatar von strike

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    Die Grünen sind bis heute stolz darauf, cool, flippig und überhaupt ganz widerständig geblieben zu sein. Man darf nur nicht zu genau auf die Anhängerschaft schauen: Sonst bleibt von dem schönen Selbstbild nicht viel übrig.

    Wer wählt eigentlich die Grünen? - SPIEGEL ONLINE


    Was die Selbstverstaatlichung der Anhängerschaft angeht, sind die Zahlen eindeutig: 20 Prozent der Beamten unterstützen inzwischen die Grünen, womit diese Berufsgruppe heute die mit der stärksten Affinität zur Ökopartei ist. Unter den höheren Beamten sympathisieren 40 Prozent mit den Grünen, wie eine Forsa-Erhebung ergeben hat.

    Bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg ist es der Partei sogar gelungen, in diesem Milieu die CDU abzuhängen: 35 Prozent der Beamtenschaft haben im Ländle für die ehemaligen Aufrührer gestimmt, was für den Wahlsieg von Winfried Kretschmann nicht unbedeutsam war. Nimmt man die Beschäftigten im öffentlichen Dienst hinzu, bei denen die Sympathien für die Ökologen nicht weniger stark ausgeprägt sind, sieht man, wo das Rückgrat dieser Partei liegt.
    Ueberrascht dies hier noch irgendjemanden?

    Die Liebe zum Staat hat in der Linken Tradition. Keine Generation hat sich so bedingungslos in die Arme des Staates geworfen wie ausgerechnet die Achtundsechziger, die Gründungsgeneration der Grünen.

    Tatsächlich hat sich der Öffentliche Dienst in Deutschland nie wieder so rasant entwickelt wie zwischen 1968 und 1978: Innerhalb eines Jahrzehnts kletterte die Zahl der staatlichen Angestellten von 944.000 auf 1.323.000, ein Anstieg von mehr als 40 Prozent.

    "Das deutsche Schicksal: vor einem Schalter zu stehen", hat Kurt Tucholsky einst bemerkt. "Das deutsche Ideal: hinter einem Schalter zu sitzen." Die deutsche Linke kann von sich sagen, dieses Ideal im ersten Anlauf fast restbestandsfrei für sich erfüllt zu haben.
    Ja, auf der richtigen Seite ist immer gut.
    Alle anderen sind nur Neider, die auch gern Beamte oder Angestellte im oeffentlichen Dienst wären.

    Erst den Atom- und dann den Überwachungsstaat in die Knie gezwungen zu haben, gehört auch in der Selbstzuschreibung zu den großen Errungenschaften der alternativen Bewegung. Vor der Zähmung des Kapitalismus steht die Vermenschlichung der Bürokratie.

    Verständlich also, dass die Grünen von den Bürgern heute für diese Leistung ein wenig Anerkennung erwarten. Höhere Steuern wären so gesehen ein kleines Dankeschön an die Männer und Frauen, die dem Staat und seinen Organen ihren Schrecken genommen haben.
    Da zahlt es sich doch tatsaechlich gleich viel entspannter.

  6. #185
    Avatar von Frankie

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    "Schrecken genommen" ist gut. Nie war der Apparat so mächtig wie heute. Also in der Zeitrechnung nach 1945.

    Von der Wiege bis zur Bahre.

  7. #186
    Avatar von strike

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    Niedlich: alle Medien berichten ausfuehrlich und voller Inbrunst davon, dass Trittin plus Genossen die Berechnungen des DIHK zurückweisen und wiederholen gebetsmühlenartig die Mär von den 90 Prozent Unbetroffenen:

    Nur wenigen wird es schlechter, aber sehr vielen viel besser gehen!
    Bluehende Landschaften - dieses Mal fuer alle.


    Auf was reagieren denn die Herren Oezdemtier und Trittin eigentlich so hysterisch?

    "Nach DIHK-Berechnungen bedeutet jeder Prozentpunkt höhere Einkommensteuer 200.000 weniger Arbeitsplätze", sagte Schweitzer. "Die rot-grünen Steuerpläne würden also 1,4 Millionen Jobs kosten."

    Vor allem die Familienunternehmen, die 60 Prozent aller Arbeitsplätze stellten und 80 Prozent ihrer Gewinne reinvestierten, seien von höheren Einkommensteuersätzen betroffen. Schweitzer: „Höhere Steuern bedeuten weniger Gewinn, weniger Investitionen und weniger Arbeitsplätze."

    „Das oberste Prozent der Einkommensbezieher zahlt 25 Prozent der gesamten Einkommensteuer, die ersten zehn Prozent zahlen 55 Prozent“, betont Schweitzer. „Das zeigt, dass die Starken schon heute die größten Lasten schultern.“
    DIHK-Präsident: Rot-Grüne Steuerpläne kosten 1,4 Millionen Jobs - Wirtschaftswoche

    Der DIHK-Präsident erinnerte daran, die Senkung des Spitzensteuersatzes zwischen 1999 und 2005 habe dazu beigetragen, "dass die Zahl der Beschäftigten auf einem historischen Hoch ist". Er warnte: "Umgekehrt kostet jeder Prozentpunkt, um den der Spitzensteuersatz erhöht wird, rund 200.000 Jobs."
    News - Deutscher Industrie- und Handelskammertag

    Das die GRÜNEN mit ihrem Vorschlag die Herzen der Neidgesellschaft rühren bleibt davon selbstredend unbenommen.
    Den "Reicheren" etwas wegnehmen kann gar nicht schlecht sein.

  8. #187
    Avatar von Chak

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    Strike, das ist doch logisch, von den Mehreinnahmen an Steuern kann man doch die zusätzlichen 1,4 Millionen Arbeitslosen locker bezahlen.

    Das ist aber auch perfide vom DIHK darauf hinzuweisen, dass nicht alle Reichen von Zinsen und Dividenden leben, sondern durchaus auch den einen oder anderen Arbeitsplatz mit ihrem Vermögen schaffen. Die fiesen Ausbeuter.

    Insofern retten doch die Grünen nur weitere 1,4 Millionen Menschen vor der Ausbeutung.

  9. #188
    Avatar von beran

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    Zitat Zitat von strike Beitrag anzeigen
    Niedlich: alle Medien berichten ausfuehrlich und voller Inbrunst davon, dass Trittin plus Genossen die Berechnungen des DIHK zurückweisen
    Der DIHK wäre eine schlechte Interessenvertretung, wenn er etwas anderes behaupten würde.

    Allerdings ist der Zusammenhang, dass eine Senkung des Spitzensteuersatzes um 1% rund 200.000 zusätzliche Arbeitsplätze schafft, nicht wirklich nachweisbar.

    So wurde zwischen 1999 und 2001 der Spitzensteuersatz von 53% auf 48,5% gesenkt, die Arbeitslosenzahlen stiegen aber von 3,9 Mio in 2001 auf 4,4 Mio in 2003 und sogar auf 4,9 Mio in 2005.

    Wenn man nun bösartig wäre, müßte man daraus folgern, dass eine Senkung des Spitzensteuersatzes die Arbeitslosigkeit erhöht. Aber dies wäre genauso falsch, wie die Behauptungen des DIHK.

  10. #189
    Avatar von Chak

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    beran, aber eines ist doch wohl sicher, Arbeitsplätze werden durch Steuererhöhungen nicht geschaffen.

  11. #190
    Avatar von strike

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    Das Institut der Deutschen Wirtschaft Köln stellte eine Musterrechnung an: Bei 6000 Euro brutto im Monat zahle eine Ehepaar etwas weniger, ein Single und eine Familie mit zwei Kindern und einem Alleinverdiener etwas mehr Steuern, wenn die Pläne der Grünen Wirklichkeit würden. Die Schlussfolgerung: "Die Mittelschicht ist betroffen."

    Özdemir konterte, es gebe ja so etwas wie eine gefühlte und eine wissenschaftlich festgesetzte Mittelschicht. Letztere verfüge per definitionem über ein Jahreseinkommen zwischen 18.000 und 48.000 Euro, und wer sich in diesem Bereich befinde, werde in dem Konzept seiner Partei entlastet.
    Modellrechnungen : So teuer wird die grüne Steuer für die Mittelschicht - DIE WELT

    Ah ja, eine Familie mit Kindern zahlt bei gleichem Gesamteinkommen etwas mehr.
    Respekt, sehr familienfreundlich, der Plan.

    Aber: selbst schuld - sollen die doch die Kinder in die KITA stecken, damit die Alte auch malochen gehen kann.
    Hat in der DDR schliesslich auch funktioniert!



    Aber trifft ja nur die "gefuehlte Mittelschicht" (O-Ton Gruenen Oezi)

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