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Grüne Steuerpläne

Erstellt von Henk, 29.04.2013, 07:23 Uhr · 304 Antworten · 15.981 Aufrufe

  1. #101
    Avatar von Micha

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    Zitat Zitat von beran Beitrag anzeigen
    1. Wenn das gemeinsame zu versteuernde Einkommen der Ehepartner unter 60.000 Euro liegt, dann ändert sich nichts.
    Wie soll denn das gehen? Wenn der Spitzensteuersatz erhöht wird, hat das eine entsprechend steilere Steuerprogression zur Folge. Und davon sind dann sehr wohl auch die kleinen Einkommen betroffen, weil bei denen jeder dazu verdiente Euro exorbitant höher versteuert wird, so dass selbst von einem kleinen Inflationsratenausgleich netto nicht viel übrig bleibt.

    Und wenn Rot-Grün tatsächlich an die Macht kommt, gibt es eigentlich nur noch eine vernünftige Vorgehensweise:

    Weniger arbeiten!

  2.  
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  3. #102
    Avatar von beran

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    Zitat Zitat von strike Beitrag anzeigen
    Ganz einfach: weil ich(!) diese Zuordnung fuer lachhaft halte und es ein prima Beispiel fuer die Realitätsnähe der GRÜNEN ist. Der Begriff "Mittelschicht" suggeriert jedem den man fragt, ein gutes Einkommen.
    Der Begriff "Mittelschicht" ist doch keine Erfindung der GRÜNEN. Aber ich verstehe immer noch nicht, warum du immer darauf abhebst. Die GRÜNEN sagen doch in ihrem Wahlprogramm, dass die Mittelschicht von ihren Steuerplänen nicht betroffen ist.

    Wenn also die Definition der Mittelschicht gar nicht von den GRÜNEN ist, wieso ist dann diese Definition ein Beispiel für die Realitätsferne der GRÜNEN? Das ist doch völlig unlogisch.

  4. #103
    Avatar von beran

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    Zitat Zitat von Micha Beitrag anzeigen
    Wie soll denn das gehen? Wenn der Spitzensteuersatz erhöht wird, hat das eine entsprechend steilere Steuerprogression zur Folge.
    Wieso soll das denn nicht gehen? Die Kurve des Grenzsteuersatzes ist keine Gerade (selbst wenn es eine wäre, könnte man sie beliebig oben verlängern, wodurch sich die Steigung nicht ändern würde).

    Schon jetzt hat die "Kurve" des Grenzsteuersatzes einen Sprung bei 250.000 Euro wegen der "Reichensteuer".

    Wenn man aber die Kurve des Grenzsteuersatzes unterhalb von 80.000 Euro nicht ändert, dann ändert sich auch an der Besteuerung der Einkommen bis 80.000 Euro nichts. So einfach ist das.

  5. #104
    Avatar von strike

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    Zitat Zitat von beran Beitrag anzeigen
    Der Begriff "Mittelschicht" ist doch keine Erfindung der GRÜNEN. ... .
    Habe ich ja auch nie behauptet.
    Aber - ich zitiere mich selbst - "die wenigsten machen sich die Muehe mal zu schauen, was sich hinter dieser Begrifflichkeit wirklich verbirgt."
    Und damit vermuten viele, dass sie gar nicht zur Oberschicht gehören und Betroffene sind.

    Das Gefasel von den "starken Schultern" wird auch fuer jeden denkenden Leser schnell als Propaganda entlarvt, denn der Anteil am Gesamtsteuereinkommen ist schon recht hoch.

    Fünf Prozent der Steuerzahler verdienen 88.324 Euro oder mehr und sie allein tragen 41,8 Prozent des Lohn- und Einkommensteueraufkommens. Das obere Viertel der Einkommen trägt insgesamt 76,5 Prozent zum Steueraufkommen bei. Und ein Vergleich mit früheren Statistiken zeigt, dass die Zahlen angestiegen sind. So erbrachte das obere Viertel 1992 „nur“ 69,6 Prozent des Steueraufkommens, während 2005 der Anteil bereits bei 74,6 Prozent lag.

    Noch deutlicher wird, dass die „Besserverdiener“ bereits stark zur „Kasse gebeten werden“, wenn man sich den Anteil des Steueraufkommens anschaut, den die Steuerzahler mit einem Einkommen bis zum 25.585 Euro beitragen. Er beläuft sich auf 5,8 Prozent. Das heißt also: Der progressive Einkommensteuertarif – mit steigendem Einkommen steigt der Steuersatz - zeigt deutliche Wirkung. Angesichts des Gesamtvolumens der Umverteilung muss sogar hinterfragt werden, ob Leistung nicht übergebühr besteuert wird. ...
    Bund der Steuerzahler NRW - Die Verteilung der Lohn- und Einkommensteuer

    Meine Frage, warum DIE GRÜNEN nicht über Sparen reden, sondern nur ums Umverteilen bzw. noch mehr Steuern einzutreiben, bleibt allerdings leider unbeantwortet.


  6. #105
    Avatar von Chak

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    Zitat Zitat von beran Beitrag anzeigen
    Man braucht doch nur logisch denken. Der Vorteil beim Ehegattensplitting ist um so größer, je unterschiedlicher die Einkommen der Ehepartner sind. Sind beide Einkommen gleich, ergibt sich kein Vorteil.

    .
    Genau deswegen musste das Ehegattensplitting nach einem URteil des BVerfG eingeführt werden. Aber es liegt natürlich nahe, dass die Grünen es trotzdem erstmal versuchen, vielleicht ãndern die Verfassungsrichter ja ihre Meinung.

  7. #106
    Avatar von beran

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    Zitat Zitat von strike Beitrag anzeigen

    Das Gefasel von den "starken Schultern" wird auch fuer jeden denkenden Leser schnell als Propaganda entlarvt, denn der Anteil am Gesamtsteuereinkommen ist schon recht hoch.

    Es ist ja der Sinn einer progressiven Besteuerung, dass die starken Schultern (also die Reichen) mehr Steuern zahlen sollen als die schwachen Schultern (die Armen). Dies ist somit kein Gefasel, sondern dies ist das Prinzip einer sozialen Besteuerung.

    Ich finde es immer erstaunlich, wie viele Leute auf das Argument hereinfallen, die Reichen zahlen schon einen Großteil der Steuern (Steuer ist eigentlich falsch, denn gemeint ist in der Regel nur die Einkommenssteuer). Natürlich ist dies so. Aber man muss sich doch die Frage stellen, warum ist dies so?

    Die Antwort ist ganz einfach. Die Einkommensverteilung in unserem Land ist dermaßen ungleich, dass die Reichen eben einen Großteil am Anteil des Einkommens haben. Zusammen mit der Wirkung der Progression muss sich damit zwangsläufig ergeben, dass die Reichen den Großteil der Einkommenssteuer zahlen. Dies ist aber auch so gewollt.

    Dabei ist die prozentuale Belastung durch die Einkommenssteuer auch für die Reichen durchaus im Rahmen. Der Spitzensteuersatz wurde ja in den letzten 25 Jahren mehrmals von ehedem 56% auf aktuell 42% (mit Reichensteuer 45%) gesenkt.

    File:Historie Steuersätze ESt USt D.jpg - Wikimedia Commons

    Aussagekräftiger als der Spitzensteuersatz ist übrigens der effektive Steuersatz, denn er gibt an, wieviel % vom Einkommen tatsächlich als Steuer gezahlt werden. Selbst für die 10% Einkommenssteuerzahler mit dem höchsten Einkommen (im Durchschnitt 89.000 Euro) beträgt die effektiv gezahlte Steuer durchschnittlich nur rund 24%.

    Einkommensteueranteile | bpb

    Man sollte also nicht immer auf das Gejammere der Reichen und der ihnen nahestehenden Interessenvertreter hereinfallen. Kein Reicher wird durch die Erhöhung des Spitzensteuersatzes am Hungertuch nagen müssen.

  8. #107
    Avatar von beran

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    Zitat Zitat von Chak Beitrag anzeigen
    Genau deswegen musste das Ehegattensplitting nach einem URteil des BVerfG eingeführt werden. Aber es liegt natürlich nahe, dass die Grünen es trotzdem erstmal versuchen, vielleicht ãndern die Verfassungsrichter ja ihre Meinung.
    Ich nehme an, du beziehst dich auf das Urteil des BVerfG von 1951. Allerdings liegst du dann mit deiner Aussage falsch, dass das BVerfG das Ehegattensplitting gefordert hat. Vielmehr wurde in dem Urteil die damals von Adenauer eingeführte Zusammenveranlagung von Eheleuten gerügt, weil diese wegen der Progression zu einer höheren Besteuerung von Ehepaaren geführt hat. Das Gericht setzte sich für eine Individualbesteuerung ein.

  9. #108
    Avatar von kcwknarf

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    Zitat Zitat von beran Beitrag anzeigen
    Ich finde es immer erstaunlich, wie viele Leute auf das Argument hereinfallen, die Reichen zahlen schon einen Großteil der Steuern (Steuer ist eigentlich falsch, denn gemeint ist in der Regel nur die Einkommenssteuer).
    Ich finde es immer erstaunlich, wie viele Leute auf das Argument hereinfallen, es gehe nur um die EInkommenssteuer. Da sie mehr konsumieren, zahlen sie natürlich auch mehr Mehrwertsteuer als andere (und natürlich auch mehr von den anderen Steuern, abgesehen vielleicht von Tabak- und Alkoholsteuer).

    Zitat Zitat von beran Beitrag anzeigen
    Die Antwort ist ganz einfach. Die Einkommensverteilung in unserem Land ist dermaßen ungleich, dass die Reichen eben einen Großteil am Anteil des Einkommens haben. Zusammen mit der Wirkung der Progression muss sich damit zwangsläufig ergeben, dass die Reichen den Großteil der Einkommenssteuer zahlen. Dies ist aber auch so gewollt.
    Ja, ist gewollt, aber natürlich nicht gerecht. Warum verdienen die denn mehr? Weil sie eben mehr arbeiten als andere. Weil sie mehr Ideen haben, risikobereiter sind als andere. Warum soll das dann mit einer höheren Steuer bestraft werden.
    Jeder kann sich doch die stärkeren Schulter selbst schaffen. Aber wenn man vom Staat unterstützt wird, wäre man ja schön blöde, mehr zu arbeiten und gut zu verdienen. Sollen doch gefälligst die blöden Reichen für mich bezahlen. Das nennst du fair? Ich nenne das asozial (aber durchaus verständlich für die Betroffenen - als verantwortungsloser Single würde ich evtl. auch vom Staat leben wollen anstatt umgekehrt).

    Zitat Zitat von beran Beitrag anzeigen
    Dabei ist die prozentuale Belastung durch die Einkommenssteuer auch für die Reichen durchaus im Rahmen.
    Was du so "im Rahmen" nennst. Hast wohl zu viel Geld, oder? Also über 20% finde ich unverschämt hoch.

    Zitat Zitat von beran Beitrag anzeigen
    Man sollte also nicht immer auf das Gejammere der Reichen und der ihnen nahestehenden Interessenvertreter hereinfallen. Kein Reicher wird durch die Erhöhung des Spitzensteuersatzes am Hungertuch nagen müssen.
    Man sollte nicht immer auf die Propaganda der Neider und deren Interessenvertreter hereinfallen. Es geht weniger um das Hungertuch. Im Gegensatz zum Staat ist der Reichgewordenen ja clever und hat viele Ideen, wie er mit seinem Geld viel Gutes tun kann. Da wird eben nicht "gerecht" das Geld an Faule, Antragsteller und Hilfsbedürftige verteilt, sondern NUR an die letzte Gruppe, die dafür logischerweise inkl. der nicht vorhandenen Verwaltungskosten VIEL mehr bekommen als vom Staat.

    Man sieht es schon allein an Projekten wie "Die Tafel", wie gut und sinnvoll privates Geld angelegt wird. Selbstverständlich geben Reiche ihren Überschuß viel lieber an solche echten Hilfsorganisationen als an ideenlose überteuerte staatliche Projekte, die größtenteils von Leuten ausgenutzt werden, die es absolut nicht nötig haben (z.B. Kindergeld für Reiche).

    Wer hier wen hereinfallen lässt, solltest du dir also nochmal überlegen. Nicht überall, wo sozial draufsteht ist "sozial" drin. Gerade weil ich sozial denke, halte ich nichts von einem Sozialstaat. Da sind mir jede Hilfsleistungen von Reichen lieber. Die Politiker sprechen da gerne von Überheblichkeit und Arroganz gegenüber dem Staat. Das finde ich jedoch arrogant. Es geht doch um echte Hilfsbesdürftige. Und wenn der Staat zu dämlich ist, das hinzubekommen, dann ist es nur logisch, dass man Reiche in ihrer Hilfe unterstützen muss, um nicht selbst zum asozialen Dreckschwein zu werden.

  10. #109
    Avatar von beran

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    Zitat Zitat von kcwknarf Beitrag anzeigen
    I
    Im Gegensatz zum Staat ist der Reichgewordenen ja clever und hat viele Ideen, wie er mit seinem Geld viel Gutes tun kann. Da wird eben nicht "gerecht" das Geld an Faule, Antragsteller und Hilfsbedürftige verteilt, sondern NUR an die letzte Gruppe, die dafür logischerweise inkl. der nicht vorhandenen Verwaltungskosten VIEL mehr bekommen als vom Staat.

    Man sieht es schon allein an Projekten wie "Die Tafel", wie gut und sinnvoll privates Geld angelegt wird.
    Wenn die Reichen so sozial eingestellt wären, wie du als selbsternannter Anwalt der Millionäre immer tust, dann wären sie ja nicht so reich. Projekte wie "Die Tafel" leben in erster Linie vom Idealismus der Leute, die sich hier ohne Bezahlung engagieren, indem sie die Waren verteilen, die in erster Linie deshalb gespendet werden, weil sie mangels Nachfrage oder mangels Qualität nicht mehr verkäuflich sind.

  11. #110
    Avatar von kcwknarf

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    Zitat Zitat von beran Beitrag anzeigen
    Wenn die Reichen so sozial eingestellt wären, wie du als selbsternannter Anwalt der Millionäre immer tust, dann wären sie ja nicht so reich.
    Sie sind i.d.R. reich, weil sie viel, intelligent, ideenreich und risiobereit arbeiten. Wer viel einnimmt, muss ja nicht viel auf dem Konto haben. Vielleicht investieren ja schon viele ihr Geld in Spenden.
    Es spricht aber für die Intelligenz, wenn natürlich erstmal eine Menge angespart wird (man weiß ja nie, wieviel der Staat später noch haben will), um seiner Familie und sich abzusorgen, um auch im hohen Alter noch viel für Arme tun zu können.

    Zitat Zitat von beran Beitrag anzeigen
    Projekte wie "Die Tafel" leben in erster Linie vom Idealismus der Leute, die sich hier ohne Bezahlung engagieren, indem sie die Waren verteilen, die in erster Linie deshalb gespendet werden, weil sie mangels Nachfrage oder mangels Qualität nicht mehr verkäuflich sind.
    Auch hier verbinden sich wieder wirtschaftliche Cleverness mit sozialem Engagement. Bereits eingekaufte Ware, die nicht verkauft werden kann, ist natürlich ein Minusgeschäft. Wenn man aber weiß, dass man noch etwas gutes tun kann, dann geht man dieses Risiko gerne ein. Das ist gut für die Käufer (mehr Auswahl) und eben auch für Bedürftige. Auch der Unternehmer hat damit ein gutes Gefühl (genügend Umsatz und Freude über sein soziales Engagement). Diese höchstintelligente Kombinationen kann ein Staat gar nicht hinbekommen. Dazu müsste er denken und rechnen können. Dazu müsste er ein soziales Herz haben und nicht so sehr auf Gerechtigkeit pochen.

    Die Tafel zeigt jedenfalls in eindrucksvoller Weise, wie gut das private Engagement funktioniert, wenn reiche Unternehmer und gutherzige Privatpersonen Hand in Hand in Eigenregie arbeiten und sich der Staat heraushält. Als Bettler nehme ich ja auch lieber das geld von freiwilligen Spendern als vom Amt, wo ich weiß, das das von erzwungenen Geldern von Leuten stammt, die selbst zu Hause hart am Limit leben müssen.

    Freiwillig helfen ist immer besser als Zwangshilfe. Freiwillig helfen macht Freude, Zwang fördert Frust und Haß. Noch ist es nicht zu spät. Noch gehe ich davon aus, dass viele Menschen ihr soziales Herz nicht verloren haben, auch wenn der Staat massiv an der Asozialisierung und dem künstliche erzeugten Haß zwischen Arm und Reich arbeitet.

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