Umfrageergebnis anzeigen: Ist die Tschechei ein Vorbild für Deutschland?

Teilnehmer
31. Du darfst bei dieser Umfrage nicht abstimmen
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Drogenparadies Tschechei!?

Erstellt von strike, 09.01.2010, 08:32 Uhr · 122 Antworten · 5.378 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von strike

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    Drogenparadies Tschechei!?

    Einzelne Meinungen kenne ich durch Beiträge in anderen Threads.
    Wie sehen es aber die anderen?

    " ... Bei fünf Cannabis-Pflanzen etwa, für den "Eigenbedarf", muss niemand etwas befürchten. Kakteenzüchter können sich die gleiche Menge ihrer ebenso stachligen wie rauschmittelhaltigen Pflanzen leisten. Strafbar macht sich erst der, der mit mehr als 15 Gramm Marihuana, ein Gramm Kokain, 1,5 Gramm Heroin oder vier Ecstasy-Pillen angetroffen wird. Das sind Werte, die zum Teil dreimal so hoch liegen wie in den liberalen Niederlanden. ... "

    Info

    Meine persönliche Meinung: ich bin für die Liberalisierung und Entkriminalisierung.
    Ich selbst war, bin und werde kein Drogenkonsument sein, begrüsse aber Gesetze wie nun in der Tschechei.
    Und find es erstaunlich, dass in Europa so unterschiedliche Auffassungen - mit entsprechenden Konsequenzen für Betroffene! - zu ein und demselben Themen existieren.

    Danke für Eure Beteiligung!

  2.  
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  3. #2
    Avatar von Samuianer

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    Re: Drogenparadies Tschechei!?

    Zitat Zitat von strike",p="810467
    Einzelne Meinungen kenne ich durch Beiträge in anderen Threads.
    Wie sehen es aber die anderen?

    " ... Bei fünf Cannabis-Pflanzen etwa, für den "Eigenbedarf", muss niemand etwas befürchten. Kakteenzüchter können sich die gleiche Menge ihrer ebenso stachligen wie rauschmittelhaltigen Pflanzen leisten. Strafbar macht sich erst der, der mit mehr als 15 Gramm Marihuana, ein Gramm Kokain, 1,5 Gramm Heroin oder vier Ecstasy-Pillen angetroffen wird. Das sind Werte, die zum Teil dreimal so hoch liegen wie in den liberalen Niederlanden. ... "

    Info

    Meine persönliche Meinung: ich bin für die Liberalisierung und Entkriminalisierung.
    Ich selbst war, bin und werde kein Drogenkonsument sein, begrüsse aber Gesetze wie nun in der Tschechei.
    Und find es erstaunlich, dass in Europa so unterschiedliche Auffassungen - mit entsprechenden Konsequenzen für Betroffene! - zu ein und demselben Themen existieren.

    Danke für Eure Beteiligung!

    Vorgaben dieser Art sind durchaus begruessenswert, nach Allem ist die Entlastung der Justiz und der Polizei von Bagatellfaellen wohl recht betraechtlich!



    Selbstverstaendlich ist dabei allerdings auch zu beachten das sich Haendler dann wohl immer an diese Untergrenzenhalten werden!

    Was ein neues Problem darstellen duerfte!

    Das Thema um diese Mengen, Genuss und Besitz ist schon laecherlich wenn man bedenkt das von 1-2 Glaesern alkoholischen Getraenken Berauschte irrtuemlicherweise meinen koennten, vor dem Gesetz geschuetzt zu sein.

    nachstehendner Text beweist das die Promillegrenze KEINE Grenze vor dem Gesetz darstellt, also letztendlich irrefuehrend ist!






    Absolute Fahrunsicherheit

    Hierfür reicht allein die nachgewiesene Menge eines Rauschmittels. Auch wer viel verträgt, kann keinen Gegenbeweis antreten, denn bei der absoluten Fahrunsicherheit wird diese unwiderleglich angenommen. Nach einer Entscheidung des Bundesgerichtshof (BGH) aus dem Jahr 1990 (BGHSt 37, 89) - der Wert steht nicht im Gesetz - sollen Autofahrer bei einer Blutalkoholkonzentration (BAK) von 1,1 Promille absolut fahrunsicher sein. Bei Radfahrern ging der BGH in einer Entscheidung aus dem Jahr 1986 (BGHSt 34, 133) noch von einem Grenzwert von 1,7 Promille aus. Allerdings nimmt die obergerichtliche Rechtsprechung absolute Fahrunsicherheit bei Radfahrern mittlerweile ab 1,6 Promille an. Folge für beide: Lappen weg!
    Relative Fahrunsicherheit

    Hierfür reicht die nachgewiesene Alkoholmenge allein nicht aus. Die BAK liegt zwar unter den absoluten Grenzwerten, allerdings können konkrete Umstände trotzdem dazu führen, dass die Polizei von einer Fahrunsicherheit ausgeht. Der Bereich relativer Fahrunsicherheit liegt bei Kraftfahrern zwischen 0,3 und 1,1 Promille. Werden hier etwa bei einer Polizeikontrolle zusätzlich alkoholtypische Ausfallerscheinungen wie Stolpern, Schwanken oder Lallen festgestellt oder ist es zuvor nachweislich zu alkoholtypischen Fahrfehlern wie Schlangenlinienfahren oder grundlosem Abkommen von der Fahrbahn gekommen, kann Fahrunsicherheit bejaht werden. Wichtig ist aber, dass es sich tatsächlich um eine Folge des Alkoholgenusses gehandelt hat, dem Betreffenden also in nüchternem Zustand der Fehler nicht unterlaufen wäre. Es gilt aber im Grundsatz: Je näher die BAK an 1,1 Promille liegt, desto geringer sind die Anforderungen an den Nachweis von Fahrunsicherheit durch weitere Umstände.
    Rechtsprechung

    Zur relativen Fahrunsicherheit gibt es ganz unterschiedliche Entscheidungen. So hat das Bayerische Oberste Landesgericht in einer Entscheidung aus dem Jahr 1988 (31.05.1988, AZ: 2 St 93/88) bei einem 74-jährigen Radfahrer, der mit 1,07 Promille Schlangenlinien fuhr, darauf hingewiesen, dass bereits eine leichte Steigung für einen betagten Radfahrer Anlass genug sein könne, so langsam zu fahren, dass er eben Schlangenlinien fahren müsse, um das Gleichgewicht zu halten.

    Nach einem Urteil des Oberlandesgerichts Hamm aus dem Jahr 1975 (14.02.1975, AZ: 3 Ss 14/75) lässt langsames Fahren mit 35 bis 40 Stundenkilometern gegen 04.00 Uhr morgens nicht ohne Weiteres auf alkoholbedingte Fahrunsicherheit schließen.

    Das Amtsgericht Frankfurt am Main lehnte 1998 (26.11.1998, AZ: 915 Ds 2 Js 29835/98 - 1050) die Annahme von Fahrunsicherheit bei einem Kraftfahrer ab, der mit 1,03 Promille in einer gut beleuchteten Straße ohne Licht fuhr und beim Ansteuern einer Parklücke eine rote Ampel missachtete. Es meinte, wenn man in der Nähe seiner Wohnung sich ganz darauf konzentriere einzuparken und dabei das Ampelzeichen übersehe, könne einem dies auch in nüchternem Zustand unterlaufen.

    Das Landgericht Landshut schließlich vertritt in einer Entscheidung aus dem Jahr 1999 (26.05.1999, AZ: 4 Qs 157/99) die Auffassung, dass allein aus dem Umstand, dass jemand bei einer BAK von 0,7 Promille auf gerader Strecke von der Fahrbahn abgekommen ist, nicht auf das Vorliegen von Fahrunsicherheit geschlossen werden kann. Auf eine solche Beurteilung auch durch andere Gerichte sollte man allerdings besser nicht vertrauen.

    Nachstehend eine Auflistung, die für Autofahrer, Fahrradfahrer und Fußgänger die typischen rechtlichen Konsequenzen, wie auch den möglichen Entzug des Führerscheins zusammenfasst.
    Kraftfahrzeug:

    *
    A) 0,5 bis 1,1 Promille und keine relative Fahrunsicherheit nachweisbar
    Konsequenzen: § 24a StVG: Begehung einer Verkehrsordnungswidrigkeit, Bußgeld 250 Euro (Regelsatz), ein Monat Fahrverbot, vier Punkte in Flensburg; bei entspr. Voreintragung(en) schärfere Sanktionen.
    Fahrerlaubnis: § 13 FeV: Anordnung der Beibringung eines medizinisch-psychologischen Gutachtens durch die Fahrerlaubnisbehörde, falls Tatsachen die Annahme von Alkoholmissbrauch begründen oder wiederholt Zuwiderhandlungen im Straßenverkehr unter Alkoholeinfluss begangen wurden.



    *
    B) 0,3 bis 1,1 Promille und relative Fahrunsicherheit nachweisbar
    Konsequenzen: Straftat nach § 316 StGB (Trunkenheit im Verkehr) - Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe, wenn die Tat nicht in § 315a oder § 315c StGB mit Strafe bedroht ist, sieben Punkte in Flensburg und außerdem unter Umständen: Straftat nach § 315c Absatz 1 Nr. 1 Buchstabe a StGB (Gefährdung des Straßenverkehrs), falls Leib oder Leben eines anderen Menschen oder fremde Sachen von bedeutendem Wert (> 750 Euro) als Folge der Fahrunsicherheit konkret gefährdet (Beinahe-Unfall) oder beschädigt (Unfall) wurden - Freiheitsstrafe bis zu zwei bzw. bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe, sieben Punkte in Flensburg.
    Fahrerlaubnis: wie unter A) und außerdem §§ 69, 69a StGB: gerichtliche Entziehung der Fahrerlaubnis, Sperre für die Dauer von wenigstens sechs Monaten.



    *
    C) ab 1,1 Promille unwiderlegliche Annahme von absoluter Fahrunsicherheit
    Konsequenzen: wie unter B);
    Fahrerlaubnis: wie unter B) und außerdem nach § 13 FeV ist die Beibringung eines medizinisch-psychologischen Gutachtens Pflicht, wenn das Fahrzeug mit wenigstens 1,6 Promille Blutalkoholkonzentration im Straßenverkehr geführt wurde.

    Fahrrad:

    *
    D) 0,3 bis 1,6 Promille und relative Fahrunsicherheit nachweisbar
    Konsequenzen: wie unter B);
    Fahrerlaubnis: wie unter A).



    *
    E) ab 1,6 Promille (BGH 1986: 1,7) unwiderlegliche Annahme von absoluter Fahrunsicherheit
    Konsequenzen: wie unter B);
    Fahrerlaubnis: § 13 FeV: Anordnung der Beibringung eines medizinisch-psychologischen Gutachtens durch die Fahrerlaubnisbehörde, da das Fahrzeug mit wenigstens 1,6 Promille Blutalkoholkonzentration im Straßenverkehr geführt wurde.

    Fußgänger:

    *
    F) In der Regel keine Beurteilung nach festem Blutalkoholwert, Bewegen im Straßenverkehr trotz Verkehrsunsicherheit;
    Konsequenzen: §§ 2, 75 Nr. 1 FeV, 24 StVG: Begehung einer Verkehrsordnungswidrigkeit mit Bußgeld;
    Fahrerlaubnis: wie unter A).


  4. #3
    Avatar von strike

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    Re: Drogenparadies Tschechei!?

    Zitat Zitat von Samuianer",p="810474
    ...
    Vorgaben dieser Art sind durchaus begruessenswert, nach Allem ist die Entlastung der Justiz und der Polizei von Bagatellfaellen wohl recht betraechtlich!
    ...
    Sieht man in Mexiko wohl genauso:

    Mexiko legalisiert Drogenkonsum
    " ... Die Obergrenze des persönlichen Bedarfs liegt bei Marihuana bei fünf Gramm, was mehreren Joints entspricht. Bei Kokain wird ein halbes Gramm toleriert, bei Metamphetaminen 40 Milligramm, bei LSD sind es 0,015 Milligramm. ... "
    Quelle

    Warten wir es mal ab, wann Deutschland nachzieht.

  5. #4
    Avatar von Micha L

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    Re: Drogenparadies Tschechei!?

    Zitat Zitat von strike",p="810467
    Ich selbst ...
    Wenn man Kinder hat, geht das über einen selbst hinaus. Um die Kinder muß man sich größere Sorgen machen, als um die eigene Person.
    Deswegen bin ich strikt gegen eine Erweiterung der Möglichkeiten, auch wenns weniger prekär sein sollte, bekifft statt besoffen zu sein.

    Gruß

    Micha

  6. #5
    Avatar von strike

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    Re: Drogenparadies Tschechei!?

    Zitat Zitat von Micha L",p="811180
    Wenn man Kinder hat, geht das über einen selbst hinaus. Um die Kinder muß man sich größere Sorgen machen, als um die eigene Person.
    Eben, Micha, eben.
    Ich würde mein Kind ungern als Kriminellen bezeichnet sehen, nur weil er vieleicht mal einen Joint raucht.
    Was er in anderen Ländern ohne Theater dürfte.
    Und dann vielleicht auch noch von einem alkoholkranken Staatsanwalt angeklagt und von einem nikotinsüchtigen Richter verurteilt?

  7. #6
    Avatar von Micha L

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    Re: Drogenparadies Tschechei!?

    Da sind unsere Denkweisen verschieden.
    Mir gehts zuerst um den Konsum und nicht um den rechtlichen Status.
    Es ist doch nicht alles in Ordnung, wenn das Kind nicht mehr kriminell ist, dafür aber den Konsum (verstärkt) fortsetzt.
    Nach einer Legalisierung wäre der Handel offen und größeren Umfangs.
    Diesen erleichterten Zugang möchte ich nicht.
    Der Einstieg sollte erschwert bleiben.

    Gruß

    Micha

  8. #7
    Avatar von rolf2

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    Re: Drogenparadies Tschechei!?

    Zitat Zitat von strike",p="810467
    Ich selbst war, bin und werde kein Drogenkonsument sein,
    strike, soviel ich weiß gibts Du Dir gerne mal die Kante mit
    Alkohol, richtig müsste es hier also heißen

    "Ich selbst war, bin und werde kein Drogenkonsument dieser Drogen sein.

    ich finde es begriffsverzerrend Alkohol nicht im Zusammenhang mit Drogen zu nennen bzw bewusst auszuklammern

  9. #8
    Avatar von

    Re: Drogenparadies Tschechei!?

    Was die wenigsten wissen, das Bundesverfassungsgericht hat schon vor etlichen Jahren "geringe Mengen" an Marijuana zum Eigenbedarf straffrei gestellt.

    Dummerweise haben die Robentraeger blos vergessen festzulegen was denn nun eine geringe Menge ist. In Bayern sind jedenfalls die Mengen besonders gering.

    Persoenlich bin ich der Meinung, dass es ueberfaellig ist Marijuana generell straffrei zu stellen. Das Kraut ist jedenfalls weit weniger schaedlich als Tabak oder gar der Alk.

  10. #9
    Paddy
    Avatar von Paddy

    Re: Drogenparadies Tschechei!?

    Zitat Zitat von Micha L",p="811180
    Zitat Zitat von strike",p="810467
    Ich selbst ...
    Wenn man Kinder hat, geht das über einen selbst hinaus. Um die Kinder muß man sich größere Sorgen machen, als um die eigene Person.
    Deswegen bin ich strikt gegen eine Erweiterung der Möglichkeiten, auch wenns weniger prekär sein sollte, bekifft statt besoffen zu sein.

    Gruß

    Micha
    Kein verantwortungsbewusster Elternteil wünscht seinem Kind Umgang mit Drogen. Und dennoch kann es dazu kommen.

    Bei Deiner Einstellung allerdings kommt gleich noch ein zwangsläufiger Umgang mit krimineller Szene, wie auch ein kriminelles Handeln des Kindes hinzu.

    Auch fördert ein unkontrollierter Marihuana-Verkauf durch Kriminelle den Einstieg in gefährliche Drogen, weil dort oftmals eine breite Palette verschiedener Gifte angeboten wird.

    Gesetzliche Verbote dienen ausschliesslich den Drogenkartellen und verhindern niemals Konsum. Erst recht nicht bei Süchtigen, was aber widerum Marihuana und LSD gar nicht betrifft.

    Prost!

  11. #10
    Avatar von

    Re: Drogenparadies Tschechei!?

    Thema Drogen und Kinder vom Hans auf den Punkt gebracht.
    [youtube]http://www.youtube.com/watch?v=BezYqyL0Nr4&feature=related[/youtube]

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