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Die Piraten Partei

Erstellt von strike, 24.01.2016, 10:02 Uhr · 32 Antworten · 2.084 Aufrufe

  1. #21
    Avatar von Chak

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    Zitat Zitat von x-pat Beitrag anzeigen
    Was ist daran wahrheitswidrig? Die Disparität in Deutschland hat in den letzten 20 Jahren zugenommen. Zeige mir eine einzige Studie die das widerlegt.
    Die Studie habe ich gerade zuvor indirekt zitiert.


    Soziale Gerechtigkeit ist keine Worthülse sondern eine der wichtigsten Aufgaben der Regierung in einer Marktwirtschaft. Da die Mechanismen der freien Marktwirtschaft automatisch zur Kapitalkonzentration führen, ist es die Aufgabe der Regierung dem durch Regulierung der Märkte entgegen zu wirken.

    Das sind grundlegende Dinge, die eigentlich jeder versteht. Die Tatsache, dass heute 10% der Deutschen im Besitz von 50%++ des nationalen Privatvermögens ist, bedeutet nichts anderes als dass die Marktregulierung der vegangenen Jahrzehnte versagt hat.
    Du verwechselst da freie Marktwirtschaft mit sozialer Marktwirtschaft.

    Im übrigen ist eine ungleiche Besitzverteilung an sich noch kein Beweis, dass der Markt unzureichend reguliert wird. Das wird zwar gerne von einschlägigen Gruppen aus naheliegenden Interessen behauptet, ist aber eher ein Beweis dafür, dass wir in einer Marktwirtschaft leben und wir noch keinen Sozialismus haben.

    Schon mal etwas von Einigkeit, Recht, und Freihheit gehört? Das sind die Werte auf die unser Nationalstaat gründet und Solidarität ist eigentlich nur ein anderes Wort für Einigkeit. Ohne Einigkeit gibt es keine Solidarität und umgekehrt. Es hat auch einen Grund, warum Einigkeit an erster Stelle steht, nämlich weil es der wichtigste Faktor für den Bestand der Nation ist.

    Cheers, X-pat
    Das ist aber eine etwas eigenwillige Interpretation unserer Nationalhymne. Die Einigkeit bezieht sich auf ein geeintes Deutschland.

  2.  
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  3. #22
    Avatar von x-pat

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    Zitat Zitat von Chak Beitrag anzeigen
    Die Studie habe ich gerade zuvor indirekt zitiert.
    Ich sehe weder Links noch Erwähnungen dieser Studie in dem von dir zitierten Artikel.

    Zitat Zitat von Chak Beitrag anzeigen
    Du verwechselst da freie Marktwirtschaft mit sozialer Marktwirtschaft.
    Noch einmal ganz langsam für dich. Ich sagte, dass eine freie Marktwirtschaft automatisch zur Kapitalkonzentration führt. Um das zu verhindern muss die Regierung Märkte regulieren. De facto wird durch Regulierung eine Kapitalkonzentration aber nur verlangsamt. Wenn dies durch eine sozial gesteuerte Umverteilung geschieht mit dem Ziel ungerechte Verteilung auszugleichen, dann spricht man von einer sozialen Marktwirtschaft.

    Es gibt auf dem Planeten keine Regierung die eine freie Marktwirtschaft in Reinform zulässt, weil es für die Nation ein Rezept zur Selbstzerstörung (durch ökonomische und soziale Destabilisierung) wäre. Die Methoden und Motive zur Steuerung der Märkte variieren allerdings gewaltig von Land zu Land.

    Zitat Zitat von Chak Beitrag anzeigen
    Im übrigen ist eine ungleiche Besitzverteilung an sich noch kein Beweis, dass der Markt unzureichend reguliert wird. Das wird zwar gerne von einschlägigen Gruppen aus naheliegenden Interessen behauptet, ist aber eher ein Beweis dafür, dass wir in einer Marktwirtschaft leben und wir noch keinen Sozialismus haben.
    Chak, das sind veraltete Klischees die du hier vorträgst, und mich beschleicht das Gefühl dass du es bist, der etwas verwechselst. Eine gleiche Besitzverteilung war nie das Ziel der sozialen Marktwirtschaft, jedenfalls nicht in ihrer klassischen Implementierung in den europäischen Ländern. Das Ziel der sozialen Marktwirtschaft ist lediglich die Vermeidung von krasser Disparität, Klassenbildung, bzw. extrem Armen bzw. extrem Reichen.

    In Deutschland sind wir jedoch heute an einem Punkt wo man konstatieren muss, dass dieses Ziel nicht erreicht wurde. Mein Kritikpunkt ist daher, dass die soziale Marktwirtschaft letztendlich unterwandert und gescheitert ist und das wir nun grundlegende Korrekturen an unserem Wirtschaftssystem vornehmen müssen um eine weitere negative Entwicklung zu verhindern.

    Zitat Zitat von Chak Beitrag anzeigen
    Das ist aber eine etwas eigenwillige Interpretation unserer Nationalhymne. Die Einigkeit bezieht sich auf ein geeintes Deutschland.
    Die Hymne geht ja in das 19te Jahrundert zurück wo die politische Situation vollkommen anders lag, aber die Werte, Einigkeit, Recht, und Freiheit sind zeitlos und lassen sich daher auch auf die Gegenwart übertragen. Du brauchst dich eigentlich nur zu fragen was ein geeintes Deutschland heute ausmacht.

    Als Einigkeit betrachte ich es wenn alle Bürger ohne Feindseligkeiten an einem Strang ziehen. Ironischerweise hat sich das mit der Einigkeit seit der geo-politischen Wiedervereinigung von Ost und West verschlechtert. Schuld daran sind meiner Meinung nach zwei Faktoren, nämlich das Auseinanderwachsen der Einkommen (ökonomische Disparität) und die Überhandnahme staatlicher Kontrolle (Big Brother State).

    In jüngster Zeit hat sich noch ein dritter Faktor dazugesellt, nämlich die unkontrollierte Zuwanderung von Migranten und Flüchtlingen. Das war bisher im grünen Bereich, seit 2015 aber leider nicht mehr. Dies könnte nun durchaus der Keil sein, der die Gesellschaft in Deutschland noch weiter auseinandertreibt.

    Cheers, X-pat

  4. #23
    Avatar von Chumpae

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    @X-pat- ich mach Dir jetzt mal ein extra Kompliment:Eigentlich sollte es ja um "die Piraten" gehen, eine für mich schon in den Tiefen des Universums verschwindende Randerscheinung deutscher Politik.Guck mal aus dem Fenster(copyright @dieter1)vielleicht fliegen sie ja gerade an Deiner Base vorbei.
    Aber ansonsten punktest Du hier durch hohe Sachkenntnis und eine berechtigte Streitlust(z.zT. mit @chak).Das ist hohes Niveau(aber immer noch verständlich)und nicht in jedem Thema des Nitty normal-also mach(t) mal weiter !!!!Macht mir zumindest Spaß zu lesen.!!!

  5. #24
    Avatar von x-pat

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    Zitat Zitat von Chumpae Beitrag anzeigen
    Eigentlich sollte es ja um "die Piraten" gehen, eine für mich schon in den Tiefen des Universums verschwindende Randerscheinung deutscher Politik.
    Tut mir leid, dass wir ein wenig vom Thema abgekommen sind, aber zu den Piraten wollte ich auch noch etwas sagen. Der Impuls der die Piratenpartei ins Leben rief war im Prinzip eine Auflehnung gegen den Big Brother Staat. Neben zunhemender Überwachung der Bürger, gibt es auch das Problem übertriebener Regulierung in Europa. Die staatliche Kontrolle von kommunalen, familiären, und persönlichen Angelegenheiten grassiert, wobei EU-Zentralismus, Bürokratismus, und wirtschaftliche Interessen der Konzerne die treibenden Kräfte sind.

    Wenn wir die EU als Beispiel nehmen, erscheinen manche der Regulierungen geradezu lächerlich. Die EU-Richtlinie über den Krümmungsgrad und die Aufzucht von Bananen und Gurken ist ja weit bekannt. Das Gesetz wurde zwar 2008 gekippt, aber als Folge finden wir heute immer noch einen Bananen-Monokultur in den Supermärkten. Vergleicht das einfach mal mit der thailändischen Bananenvielfalt. Nun möchte die EU uns vorschreiben, wann die Bäcker öffnen und dass Eier nicht mehr im Dutzend sondern nur nach Gewicht verkauft werden können. Was die Frage aufwirft... was geht die EU unsere Bananen, Bäcker und Eier an?

    Die deutsche Regierung ist leider nicht viel besser. Man könnte sogar sagen, dass Verbote und Vorschriften eine gewisse Tradition in Deutschland haben (siehe Hundesteuer). Im kommenden Karneval dürfen in Köln zum Beispiel keine Gläser und Flaschen mehr auf die Straße geführt werden. Könnte ja Scherben geben. Selbstverständlich ist auch geregelt, welche Höhe unsere Zäune, welche Farbe unserer Häuser, und welche Dachformen unakzeptabel sind. Stichwort Bauaufsicht. Und Mecklenburg-Vorpommern hat ein Landesseilbahngesetz. Aber keine Seilbahn. Das könnte man stundenlang so fortführen.

    Die Piraten haben Themen wie Datenschutz, Informationsfreiheit, Netzneutralität, usw. aufgegriffen, aber das Problem des Big Brother Staats ist nicht auf die Informationstechnologie beschränkt, sondern betrifft alle Lebensbereiche. Wir brauchen in Europa nicht mehr Staat sondern weniger Staat. EU und Bundesregierungen müssen Entscheidungsbereiche an Länder abgeben, die Länder müssen Entscheidungsbereiche an Kommunen abgeben, und die Kommunen an die Bürger. Regierungen und Verwaltungen müssen entzentralisiert werden. Leider hat die Piratenpartei das gar nicht so weit gedacht.

    Stattdessen hat die Piratenpartei ihr Konzept für freies Herunterladen und freien Rundfunk auf den Bereich Sozialwesen übertragen. Sie fordert nämlich eine freie Grundversorgung. Das bedeutet nicht weniger als bedingungslose staatliche Unterstützungszahlungen für alle. Leider versäumt die Partei zu erklären wie das wirtschaftlich funktionieren soll. Meiner Ansicht nach ist das Konzept zwar schön, aber leider nicht kompatibel mit einem kapitalistischen Arbeitsmarkt, wie wir ihn in Deutschland haben.

    Also entweder finanziert man die Grundversorgung mit einem enormen Staatshaushaltsaufwand, der nur aus Steuern kommen kann, womit das zu einer Pauschal-Transferzahlung von Arbeitenden zu Nicht-Arbeitenden wird. Kann nicht funktionieren. Oder man krempelt den Arbeitsmarkt dahingehend um, dass er nicht mehr durch Angebot und Nachfrage geregelt wird, sondern durch festgesetzte Gehälter und Leistungen, praktisch wie einen riesigen Beamtenapparat. Letzteres gab es ja schon mal. Hat auch nicht so gut funktioniert.

    Und weil die Piraten im Bereich Wirtschaft, Arbeit, und Soziales so offensichtlich auf dem Holzweg sind, kann man die Partei nicht wirklich ernst nehmen.

    Ich würde sie trotzdem wählen.

    Cheers, X-pat

  6. #25
    Avatar von strike

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  7. #26
    Avatar von Ironman

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  8. #27
    Avatar von Uns Uwe

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    Booaa, der Typ ist ja noch viel kaputter gewesen als ich dachte.

    https://www.welt.de/vermischtes/arti...rm-Spaeti.html

  9. #28
    Avatar von DisainaM

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    man muss nicht jede Strecke mit dem Auto fahren,

    mit der Sackkarre quer durch Berlin, - umweltfreundlich nenn ich das,

    ansonsten, - nobody is perfect

  10. #29
    Avatar von Eutropis

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    U - Bahn denke ich eher

  11. #30
    Avatar von Uns Uwe

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    Man stelle sich die mediale Berichterstattung vor, wenn Björn Höcke mit dieser Ladung auf einer Sackkarre durch die Gegend gefahren hätte. Obwohl ich die Bildschlagzeile vom "Killer-Pirat" auch schon nicht schlecht finde.

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