Seite 5 von 19 ErsteErste ... 3456715 ... LetzteLetzte
Ergebnis 41 bis 50 von 190

Die DDR - Wahrheiten über den SED-Staat

Erstellt von Siamfranky, 10.12.2015, 19:02 Uhr · 189 Antworten · 10.311 Aufrufe

  1. #41
    Avatar von Siamfranky

    Registriert seit
    14.06.2015
    Beiträge
    1.291
    Zitat Zitat von Micha L Beitrag anzeigen
    Wer nicht (aufsteigen) wollte, der mußte nichts nachplappern.
    Stimmt, genau das entlastet den SED-Staat natürlich gewaltig. Noch
    schlimmer war nur falsch nachplappern, Vernichtung oder Zuchthaus.

  2.  
    Anzeige
  3. #42
    Avatar von Siamfranky

    Registriert seit
    14.06.2015
    Beiträge
    1.291
    Zitat Zitat von Micha L Beitrag anzeigen
    Auf Arbeit zählte die Arbeit, wie überall. ... die woanders in Freiheit aufwuchsen, ganz brav gewesen in der DDR, um Karriere zu machen. Die wenigsten wären in Totalopposition gegangen, mit den drohenden Folgen.
    Es ist ja bekannt, wie fleissig in der DDR gearbeitet wurde - gearbeitet werden durfte.
    Arbeitslose gab es nicht, dafür Stellen, die mehrfach besetzt wurden. Ein Kulturschock
    für so manchen Ossi, der später im Westen erst effizient arbeiten lernen musste. Kein
    Vorwurf, das war systembedingt und nicht die Schuld des einzelnen Bürgers. Und ich
    bin mir bewusst, dass jeder ehemalige DDR-Bürger aus dem Forum ein Arbeitstier war.
    Jeder wusste auch, bist du zu gar nichts zu gebrauchen, geht immer noch der Parteiweg!

    Ansonsten finde ich total spannend, wie hier, je nach Bedarf, gewechselt wird zwischen:
    Es war doch alles völlig harmlos und dem simplen Hinweis auf die "drohenden Folgen".

    Es ist faktisch relativ uninteressant, was ein BRD-Bürger wie und warum auch nicht
    anders gemacht hätte. Ich verurteile nicht alle einzelnen DDR-Bürger in Person, wie
    könnte ich? Doch ich beklage das Menschen verachtende SED-System. Darum doch
    meine Querverweise auf das "3.Reich". Auch danach wechselten viele Bürger den
    Familiennamen und liessen sich eiligst umtaufen zum ... Baron von Münchhausen.
    Für persönliche Schuldfragen bin ich nicht zuständig - das Gewissen ist Privatsache.

  4. #43
    Avatar von Chumpae

    Registriert seit
    26.10.2011
    Beiträge
    5.748
    @crissibaer- ich habe hier im Forum schon mehrfach darauf hingewiesen,das ich als Kind parteiloser Eltern aus einfachen Verhältnissen trotzdem eine humanistische Erziehung genießen durfte.Ich durfte die sozialistische Erziehung vom gemeinsamen Topfsitzen im Kindergarten(wird ja gelegentlich als früheste Indoktrination des soz.Gedankens dargestellt) über Junge Pioniere, Thälmann-Pioniere und FDJ "genießen"(Letzteres übrigens als Kultur.-u. Sportverantwortlicher im Klassenmaßstab-weil man da an Karten für Theater und Sportveranstaltungen rankam).Spätestens als ich 18 wurde(Achtung: selbstständiges Denken !!!)habe ich Versuche irgendeiner Partei beizutreten in familiärer Tradition abgelehnt. Trotzdem durfte ich studieren und habe später in Berlin im Wohnungsbaukombinat interessante und wichtige Aufgaben wahrnehmen dürfen.Der Schienen w.i.x.x.e.r. hat mal im Nachbarvorum etwas über evt.(in seinen Augen sichere)Stasi-Tätigkeiten orakelt. In allen Jahren gab es keinen Versuch seitens dieses Haufens mich für sie zu gewinnen.Und mir sind keinerlei Freunde abhanden gekommen, wo ich davon ausgehen muß,daß ich sie möglicherweise unbeabsichtigt an diesen Haufen ausgeliefert haben könnte.
    Aber in meiner Wohnung habe ich schon zu Zeiten der "Ehemaligen"immer viele Freunde aus aller Welt begrüßen dürfen (Dänemark,Japan,Vietnam,USA,GB,Holland,Kenia,BRD etc.).Dies geschah im Rahmen meiner Mitarbeit an diversen christlichen Gruppen in Berlin.
    Ergo-ich war kein Held, kein Widerstandskämpfer und somit auch kein Opfer("gelbes Elend" und Hohenschönhausen sind aber in der Familie schon repräsentant gewesen).
    Aber ich wehre mich gegen Behauptungen, daß man nur durch Hörigkeit und eindeutigem Bekenntnis zum System hier etwas werden konnte bzw. überhaupt überleben konnte.Opportunismus bzw. Angepasstheit akzeptiere ich, wohlwissend das dies in der heutigen sogenannten"Demokratie" noch viel viel Notwendiger zu sein scheint.
    Allerdings behaupte ich mal, das in Deinem früheren Leben irgend etwas schief gelaufen sein muß- im Gegensatz zu Dir gibt es in meinem Familien-u. Freundeskreis Niemanden,der auf Andere("liebend gerne") mit Steinen werfen würde.Ich bin dermaßen friedlich, das ich bei einer Kirmes nicht mal auf Blumen schießen würde und somit eher Opfer aus Deinem Freundeskreis werden würde.
    So, das war mal etwas länger-ich werde aber in diesem Fred nicht jede von Dir ausgekotzte Unausgegorenheit kommentieren. Mein Freundeskreis ist ausreichend genug, um nicht noch um Deine Minderbemittelheit buhlen zu müssen.

  5. #44
    Avatar von Cedi

    Registriert seit
    25.08.2015
    Beiträge
    1.117
    Zitat Zitat von Siamfranky Beitrag anzeigen
    Jeder wusste auch, bist du zu gar nichts zu gebrauchen, geht immer noch der Parteiweg!
    Oder beim MfS "Schutz und Schwert der Partei" oder als IM "Denunziant" oder als Grenzsoldat, um "Republikflüchtlinge" mit Schießbefehl zu stoppen. Zur Erinnerung, man schätzt die Zahl der Toten an der innerdeutschen Zonengrenze, auf 1000 Menschen. Die Mauerschützenprozesse endeteten leider fast alle auf Bewährung, für die Täter, die vielen Opfer hatten da weniger Glück.

  6. #45
    Avatar von Micha L

    Registriert seit
    10.06.2007
    Beiträge
    9.309
    Zitat Zitat von chrissibaer Beitrag anzeigen
    Oh, ich war dafür zum Glück noch zu jung.

    Aber kann mich daran erinnern, dass bereits in der 7. Klasse persönliche Einzelgespräche mit dem Schuldirektor und übergewichtigen Herren aus dem Wehrkreiskommando stattfanden mit der Zielrichtung, später als Offizier in der NVA zu dienen. Ich habe wahrscheinlich ziemlich dämliche Begründungen abgegeben, genau dies nicht zu können (unseren Staat schützen und so). Irgend wann haben sie Ruhe gegeben.

    In der 9. Klasse wollte ich nicht mehr Vorsitzender unserer FDJ-Grundorganisation sein. In der Schulklasse war ich das schon seit Pionierzeiten. Die Absage gab schon eher Verwicklungen. Obwohl ich meinen Klassenlehrer vorher informiert hatte, wurde ich zur Blockwahl aufgestellt. Bekam schlappe 100% und lehnte die Wahl ab. Es folgten wieder mal diverse Gespräche mit dem Direk, mein Klassenlehrer kreuzte bei meiner Mutter auf (was nicht tragisch war, die kannten sich und hatten ganz anderes zu bereden, der war kein 100%ger, der mitgebrachte Branntwein auch höchstens 40%).

    Abi war harmlos, 2 Lehrer zogen ihr Pflichtprogramm zwecks Aufnahme in die SED durch. Wollte aus meiner Klasse niemand, wurde seitens der Lehrkräfte auch nicht weiter vertieft.

    Dann fiel die Mauer und dies hatte sich eh alles erledigt.

    Nein, ich war kein Held. Ebenso wenig Chumpae, der sich hier so echauffiert und selbst in der FDJ war.
    So oder ähnlich ging es den meisten.
    Mein Einwand bezog sich lediglich auf Deine Bemerkung, daß man nachquasseln mußte, um zu Abitur und Studium zu kommen..........

    Was die Arbeit betrifft: Irgendwer mußte ja was schaffen und die "Arbeitsplatzgammler" mit ernähren.
    In der proletischen Arbeitswelt wurde geklotzt, oft unter schlimmen Bedingungen. einige nie modernisierte Eisengießereien z. B. erinnerten an die Zeit des Malers Menzel.
    In der Energiewirtschaft, meiner Branche, war es nicht überall so schlimm. Aber das "Blut der Wirtschaft" war zu existenzwichtig, um da was schleifen zu lassen.
    Kraftwerke und Gaskokereien liefen selbstverständlich im Schichtbetrieb und unter Verschleiß und Mangel und total schmutzig...........
    Ein Beispiel, das heute arbeits- und umweltschutzmäßig sicherlich ummöglich ist: Als Lehrling habe ich mit Kollegen auf dem Betriebshof Kabelschrott im offenen Feuer, mit rußender Flamme gebrannt, um Blei und Kupfer zu gewinnen.

  7. #46
    Avatar von Chumpae

    Registriert seit
    26.10.2011
    Beiträge
    5.748
    Cedi-Anstellung/Mitarbeit beim MfS bzw.Tätigkeit als IM war immer verbunden mit einer Verpflichtungserklärung, die vom zukünftigen Mitarbeiter/"Denunzianten"unterzeichnet wurde. Dem gegenüber hatte der Grenzsoldat( !!!)leider keine Möglichkeit sich seiner "Wehrpflicht" zu verweigern,außer er verweigerte generell den Dienst an der Waffe und kam dann in eine Baukompanie(halbwegs die harmlosere Variante) oder nach "Schwedt"( die ziemlich straffe Variante).
    Demgegenüber hatten westdeutsche Wehrdienstverweigerer die Möglichkeit alten Leuten die Pfanne unter dem Ar...wegzuziehen oder nach Westberlin zu "flüchten" und dort Halligalli zu machen.
    Über die Probleme, Gewissenskonflikte und auch Repressalien im normalen "Grenzdienst" werde ich mit Dir Blitzbirne nicht diskutieren, freue mich aber schon auf Deine umfassenden Erkenntnisse aus dem Google-Studium und nachfolgendem"Copy & Paste".

  8. #47
    Avatar von Micha L

    Registriert seit
    10.06.2007
    Beiträge
    9.309
    Ja, der Wehrdienst. Da ja kein Krieg herrschte oder drohte, d.h. nicht mit dem Einsatz der Waffe zu rechen war, hat man den Kasernendienst widerwillig hingenommen und die Tage gezählt. Auch an der Grenze hoffte man, die Pflichtzeit ohne Vorkommnis hinter sich zu bringen.
    Die Sanktionen einer Verweigerung waren drastisch: Während der Armeezeit und für das zivile Leben. Dabei ging es nicht um den Verlust von Privilegien.

    Ich fühlte mich auch in dieser Zeit innerlich als Zivilist und hab nach 18 Monaten beim Studium das alles abgestreift.

  9. #48
    Avatar von Siamfranky

    Registriert seit
    14.06.2015
    Beiträge
    1.291
    Zitat Zitat von Chumpae Beitrag anzeigen
    Opportunismus bzw. Angepasstheit akzeptiere ich, wohlwissend das dies in der heutigen sogenannten"Demokratie" noch viel viel Notwendiger zu sein scheint.
    Wie stets um richtige Argumente, wenn die heutige Bundesrepublik immer wieder ausweichend
    herhalten muss? Ich kann das auch! Wenigstens zerfetzt die heutige "sogenannte Demokratie"
    nicht die eigenen Bürger beim überqueren der Grenze mit grausamsten Selbstschussanlagen.

    50 Jahre Mauerbau: Horst S., erstes Opfer der Selbstschussanlagen - DIE WELT

  10. #49
    Avatar von Siamfranky

    Registriert seit
    14.06.2015
    Beiträge
    1.291
    Zitat Zitat von Micha L Beitrag anzeigen
    Ja, der Wehrdienst. Da ja kein Krieg herrschte oder drohte, d.h. nicht mit dem Einsatz der Waffe zu rechen war... Ich fühlte mich auch in dieser Zeit innerlich als Zivilist und hab nach 18 Monaten beim Studium das alles abgestreift.
    Was für eine Satire! Jeder hätte im Ernstfall auf seine eigenen Landsleute schiessen müssen!
    Den Grenzdurchbrecher galt es, wohl immer ein DDR-Bürger, zu vernichten. Was hättest du
    getan ... als "innerlicher Zivilist"? Du warst vermutlich nicht bewaffnet, nur ein Sanitäter mit
    einer Fliegenklatsche? Baupionier? Oder wie erklärst du sonst deine grosse Erinnerungslücke?
    Falls du nur im Hinterland Krieg gespielt hast - warst du vom Hass im Polit-Unterricht befreit?
    Alle ehemaligen Soldaten, die ich kenne, haben ihren NVA-Wehrdienst zutiefst verabscheut.

    DDR-Grenzsoldaten: Eingeschworen auf das Töten von Flüchtlingen - Deutschland - FOCUS Online - Nachrichten

  11. #50
    Avatar von Siamfranky

    Registriert seit
    14.06.2015
    Beiträge
    1.291
    Zitat Zitat von Micha L Beitrag anzeigen
    Mein Einwand bezog sich lediglich auf Deine Bemerkung, daß man nachquasseln mußte, um zu Abitur und Studium zu kommen..........
    Wie machte man das, ohne guten Abschluss in den politischen Fächern?
    Man musste mindestens maximal heucheln - gib es doch einfach mal zu!

Seite 5 von 19 ErsteErste ... 3456715 ... LetzteLetzte

Ähnliche Themen

  1. Die Brücke über den Kwai, 8.1.06, 23.30, HR
    Von Rene im Forum Event-Board
    Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 29.12.05, 23:39
  2. Die Brücke über den Kwai, 23.06.05, 23.15 SWR
    Von Rene im Forum Thailand News
    Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 11.06.05, 16:07
  3. Die Brücke über den Kwai, 6.12.04, 21:00 3sat
    Von Rene im Forum Thailand News
    Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 06.12.04, 19:12
  4. Die Wahrheit über den Issan
    Von Kali im Forum Sonstiges
    Antworten: 8
    Letzter Beitrag: 17.09.03, 22:53
  5. Blick über den Tellerrand hinaus
    Von Jinjok im Forum Treffpunkt
    Antworten: 12
    Letzter Beitrag: 05.11.01, 01:03