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Die DDR - Wahrheiten über den SED-Staat

Erstellt von Siamfranky, 10.12.2015, 19:02 Uhr · 189 Antworten · 10.306 Aufrufe

  1. #31
    Avatar von Siamfranky

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    Zitat Zitat von Chumpae Beitrag anzeigen
    Als Student in Weimar ...
    Faktencheck DDR: Partei entschied über Lernen an Hochschulen | Thüringer Allgemeine

    "Bis zum Ende der DDR sank der Anteil der Arbeiterkinder an den Universitäten stetig und lag
    schließlich sogar unter dem in der Bundesrepublik. Das Studium war stark reglementiert und
    verschult. Obligatorisch in allen Studiengängen war das Fach Marxismus-Leninismus. Die in
    Seminargruppen und Kollektiven zusammengefassten Studenten mussten fortlaufend
    Rechenschaft über ihr Studium und ihr politisches Verhalten ablegen. Die Mehrzahl der
    Studenten war ebenso wie ihre Dozenten bis in den Herbst 1989 hinein stärker als andere
    soziale Gruppen systemloyal."


    PS:
    Über Frau Merkel wird in den sozialen Netzwerken recht häufig geurteilt:
    "Die war eine ganz rote, linientreue - darum durfte sie auch studieren!"

  2.  
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  3. #32
    Avatar von Siamfranky

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    Zitat Zitat von Chumpae Beitrag anzeigen
    Ich wollte den @siamfranky ja auch schon fragen, was ihn bewogen hat diesen Fred zu öffnen. Für mich und sicher auch Dich nüscht weltbewegend Neues ...
    Nur Mut, einfach fragen ... ich hatte u.a. folgenden Grund:

    Alzheimer - Häufigkeit

    Und merke: Wenn alle Täter, Mitläufer und Opfer des SED-Regimes längst verstorben
    sind, wird das Thema in den Geschichtsbüchern präsent bleiben. Und das ist gut so!

  4. #33
    Avatar von chrissibaer

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    Zitat Zitat von Siamfranky Beitrag anzeigen
    Die Mehrzahl der Studenten war ebenso wie ihre Dozenten bis in den Herbst 1989 hinein stärker als andere soziale Gruppen systemloyal.
    Das glaube ich nicht. Die haben den Scheiß nachgeplappert, weil es so verlangt wurde. Nenne es halt Opportunismus - der in einem totalitären Regime aber notwendig war.

    Von den Leuten, die in den 80ern einen Ausreiseantrag gestellt hatten, waren die meisten Akademiker, jedenfalls von denen, die ich kannte, zB. allein an meiner Schule 3 Lehrer, da war's um die Systemtreue wohl nicht so gut bestellt.

    Und auch in den Friedens- und Umweltgruppen waren viele Studenten engagiert.

  5. #34
    Avatar von Chumpae

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    Zitat Zitat von Siamfranky Beitrag anzeigen
    Nur Mut, einfach fragen ... ich hatte u.a. folgenden Grund:
    Alzheimer - Häufigkeit
    Und merke: Wenn alle Täter, Mitläufer und Opfer des SED-Regimes längst verstorben
    sind, wird das Thema in den Geschichtsbüchern präsent bleiben. Und das ist gut so!
    Wenn wir uns darüber einig sind, das nicht jeder der ein Studium aufnehmen durfte und zu Ende brachte als systemimmanent (Systemtreu) einzustufen ist, dann kann ich damit leben. Ich glaube auch zu wissen, wo Dein Anliegen hingeht. ich tu mich halt nur schwer bei Alzheimer/Demenz. Meine Mutter ist vor ca. 4 Jahren daran gestorben und ich gönne sowas Niemandem.
    Ansonsten stimmt das in der "Thüringer Allgemeine" zitierte im Wesentlichen. Ich selbst durfte zur EOS(Gymnasium) mit einem Leistungsdurchschnitt von 1,5 als Arbeiterkind parteiloser Eltern. Es gab da Einige mit besseren Noten, welche keine Berücksichtigung fanden.
    Meinen ursprünglichen Studienwunsch Geographie/Handelsschifffahrt(Hintergedanke:dann kommste wenigstens mal raus)konnte ich dann mangels fehlender Loyalität(parteilos etc.)nicht verwirklichen. Es blieb irgendwas mit Landwirtschaft oder Bauwesen und dann wurde es eben Bauwesen.Es gab in all diesen Jahren keinerlei Notwendigkeit durch einen Parteibeitritt seine persönliche Position selbst zu beeinflussen. Einmal bot mir ein Studienkollege in leitender Position einen wohldotierten Posten mit Auslandstätigkeit an:"...wenn ich mich denn mal würde zu unserem sozialistischen Staat bekennen !" Und so hab ich eben dieses Angebot abgelehnt-ebenso wie meine besten Freunde, mit denen ich im Gegensatz zum Anbietenden immer noch in sehr gutem Kontakt stehe.

    Also grundsätzlich erst mal Danke für Deinen Fred-alles Andere wird sich durch den Traffic entwickeln.

  6. #35
    Avatar von strike

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    Zitat Zitat von chrissibaer Beitrag anzeigen
    Das glaube ich nicht. Die haben den Scheiß nachgeplappert, weil es so verlangt wurde. Nenne es halt Opportunismus - der in einem totalitären Regime aber notwendig war. ...
    War es das?
    Oder andersherum gefragt: wofür war es notwendig?


  7. #36
    Avatar von Micha L

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    Wer nicht (aufsteigen) wollte, der mußte nichts nachplappern. Der mußte auch nicht in die SED. Akademiker haben die nur aufgenommen, wenn die einen Führungsposten anstrebten. Da mußten sie.
    Auf Arbeit zählte die Arbeit, wie überall.

    Gemäß der deutschen Mentalität wären sicherlich vielen von denen, die woanders in Freiheit aufwuchsen, ganz brav gewesen in der DDR, um Karriere zu machen.
    Die wenigsten wären in Totalopposition gegangen, mit den drohenden Folgen.

  8. #37
    Avatar von chrissibaer

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    Zitat Zitat von Micha L Beitrag anzeigen
    Wer nicht (aufsteigen) wollte, der mußte nichts nachplappern. Der mußte auch nicht in die SED. Akademiker haben die nur aufgenommen, wenn die einen Führungsposten anstrebten. Da mußten sie.
    Auf Arbeit zählte die Arbeit, wie überall.

    Gemäß der deutschen Mentalität wären sicherlich vielen von denen, die woanders in Freiheit aufwuchsen, ganz brav gewesen in der DDR, um Karriere zu machen.
    Die wenigsten wären in Totalopposition gegangen, mit den drohenden Folgen.
    Wer kein Abitur machen bzw. Studieren wollte, musste sicherlich nichts nachplappern und wäre auch nicht im Knast gelandet.

    Eine Klassenkameradin war tief verwurzelt in der katholischen Kirche und mit einem Notenschnitt von gut 1.1, sie hatte sich gar nicht erst die Mühe gemacht, für die EOS zugelassen zu werden. Ein anderer Schulfreund, Sohn einer alteingesessenen, evangelischen und in der Kleinstadt hoch angesehenen Pfarrersfamilie, hatte 1.0 und wurde nicht zugelassen, trotz Bemühungen. Begründung: Kein gesellschaftliches Engagement.

    Aber Chumpae war bestimmt ein Rebell und konnte trotzdem oder gar deswegen Abitur und Studium machen.

  9. #38
    Avatar von Micha L

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    Chrissi, in wieweit kennst du Dich aus?

    Jedenfalls haben nicht nur Genossen Abitur gemacht und studiert. Das Pflichtfach Marxismus-Leninismus hat man über sich ergehen lassen, im Halbschlaf. Die entsprechenden Dozenten waren oft reine Formalisten.

    Wer selbst nie unter Gefährdung seiner Existenz und Freiheit gegen eine Diktatur rebellierte, der hat gut reden.
    Nichts für ungut............
    Sich der SED weitestgehend zu entziehen, war schon nicht leicht.
    Am Ende des Studiums riet ein Dozent, schnell noch in die SED einzutreten, da man als Intelligenzler in der Arbeiterpartei nicht mehr gefragt sei. Ich habe mich für den Tip bedankt, im entgegengesetzten Sinn.
    Mein Chef wollte mich mit seiner Nachfolge in die Partei locken. Auch da habe ich verzichtet.

  10. #39
    Avatar von chrissibaer

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    Zitat Zitat von Micha L Beitrag anzeigen
    Chrissi, in wieweit kennst du Dich aus?

    Jedenfalls haben nicht nur Genossen Abitur gemacht und studiert. Das Pflichtfach Marxismus-Leninismus hat man über sich ergehen lassen, im Halbschlaf. Die entsprechenden Dozenten waren oft reine Formalisten.

    Wer selbst nie unter Gefährdung seiner Existenz und Freiheit gegen eine Diktatur rebellierte, der hat gut reden.
    Nichts für ungut............
    Sich der SED weitestgehend zu entziehen, war schon nicht leicht.
    Am Ende des Studiums riet ein Dozent, schnell noch in die SED einzutreten, da man als Intelligenzler in der Arbeiterpartei nicht mehr gefragt sei. Ich habe mich für den Tip bedankt, im entgegengesetzten Sinn.
    Mein Chef wollte mich mit seiner Nachfolge in die Partei locken. Auch da habe ich verzichtet.
    Oh, ich war dafür zum Glück noch zu jung.

    Aber kann mich daran erinnern, dass bereits in der 7. Klasse persönliche Einzelgespräche mit dem Schuldirektor und übergewichtigen Herren aus dem Wehrkreiskommando stattfanden mit der Zielrichtung, später als Offizier in der NVA zu dienen. Ich habe wahrscheinlich ziemlich dämliche Begründungen abgegeben, genau dies nicht zu können (unseren Staat schützen und so). Irgend wann haben sie Ruhe gegeben.

    In der 9. Klasse wollte ich nicht mehr Vorsitzender unserer FDJ-Grundorganisation sein. In der Schulklasse war ich das schon seit Pionierzeiten. Die Absage gab schon eher Verwicklungen. Obwohl ich meinen Klassenlehrer vorher informiert hatte, wurde ich zur Blockwahl aufgestellt. Bekam schlappe 100% und lehnte die Wahl ab. Es folgten wieder mal diverse Gespräche mit dem Direk, mein Klassenlehrer kreuzte bei meiner Mutter auf (was nicht tragisch war, die kannten sich und hatten ganz anderes zu bereden, der war kein 100%ger, der mitgebrachte Branntwein auch höchstens 40%).

    Abi war harmlos, 2 Lehrer zogen ihr Pflichtprogramm zwecks Aufnahme in die SED durch. Wollte aus meiner Klasse niemand, wurde seitens der Lehrkräfte auch nicht weiter vertieft.

    Dann fiel die Mauer und dies hatte sich eh alles erledigt.

    Nein, ich war kein Held. Ebenso wenig Chumpae, der sich hier so echauffiert und selbst in der FDJ war.

  11. #40
    Avatar von Siamfranky

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    Für die glaubhaften Relativierungen zur DDR-Wirklichkeit, zu lesen
    in mehreren Beiträgen, lassen sich geschichtliche Beispiele finden.

    Schon nach 1945 stellte sich sehr schnell heraus, dass nur zwei
    Personen in der Partei waren - der Führer und mein Grossvater!

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