Seite 23 von 24 ErsteErste ... 1321222324 LetzteLetzte
Ergebnis 221 bis 230 von 237

Die 68er - Fluch oder Segen?

Erstellt von strike, 12.01.2013, 18:10 Uhr · 236 Antworten · 11.475 Aufrufe

  1. #221
    Avatar von Socrates010160

    Registriert seit
    05.04.2011
    Beiträge
    8.370
    Zitat Zitat von Franky53 Beitrag anzeigen
    hatte ich keinen ,ich glaube auch unser Philosoph nicht..
    nee...war nicht mein Geschmack...dann eher Commodore. Doch mangels Kohle kam ich zu dieser Zeit nicht über Käfer, Kadett A, B, Citty, C hinaus...

  2.  
    Anzeige
  3. #222
    Avatar von Ban Bagau

    Registriert seit
    24.11.2005
    Beiträge
    8.205

    Arrow

    Zitat Zitat von Socrates010160 Beitrag anzeigen
    Genau das meinte ich....

    würde in Thailand ein Kind seine Eltern verklagen wollen, fände es kein Gericht, das diese Klage annimmt... auch die überwiegend vorhandene soziale Kompetenz den Eltern gegenüber sind die für mich wesentlichen Unterschiede...

    in D können Dich Deine Kinder auf Unterhalt verklagen und wenn Du im Alter Hilfe benötigst scheren sie sich einen feuchten ... um einen. Erlebe ähnliches sehr oft in meinem Kunden- und Bekanntenkreis.
    Differenziere das bitte aber mal. So ne` Pauschalantwort ist doch direkt daneben und ich glaube nicht das dies deinen Ansprüchen gerecht wird.
    In einer intakten Familie verklagt in Deutschland kein Kind seine Eltern auf Unterhalt. Eltern sind zwar grundsätzlich bis zur beendigung der Ausbildung Unterhaltsverpflichtet, das heißt aber nicht das durch Barleistungen, ausgenommen das Kindergeld geschehen muß. Findet eine Schule/Ausbildung räumlich getrennt von der Familie statt besteht ein Anspruch, aber nur im Rahmen des Einkommens der Eltern, wobei BAföG/Lehrlingsentgelt zum Lebensunterhalt mit eingerechnet wird. Bei intakten Familien ist die persönliche und außerturnusmäßige Zuwendung aber meist sehr viel höher als die vor einem Gericht erstreitbare. Eine Erstreitung vor Gericht durch eine Partei kommt sozusagen einer Scheidung gleich und hinterläßt tiefe Narben im Familienfrieden. Deshalb werden bei Unterhaltsforderungen von Kindern meist Mediatoren vorangesetzt, um eine gütliche Einigung außerhalb und ohne Gerichtsverfahren von beiden Parteien zu erwirken.
    Bei familiären Zerwürfnissen entspricht die erstreitbare Zuwendung ohnehin dem Kindergeld und dem wie bei einer Trennung vorgesehen alimentarischen Unterhalt.

    Anderseits ist auch der Weg gegeben, das die Eltern im Alter die Kinder auf Unterhalt verklagen. Wird aber aus persönlichen Gründen und im interesse des Familienfrieden kaum gemacht. Aber Sozialdienste (Altersheime/Pflegeeinrichtungen) scheuen sich nicht davor und greifen darauf sehr gerne zurück. Von dem her werden wohl mehr "alte" Eltern gerichtlich alimentiert, als es Kinder gibt die Unterhaltsleistungen auf gerichtlichen Weg von ihren Eltern erstritten haben.


    Um beim Vergleich zu bleiben. Ob es nun in Thailand besser geregelt ist oder in Deutschland? Ist die Frage. Die garantierten Mittel in festgelegter Höhe die bis zu dem Zeitpunkt aufgewendet werden müssen bis das Kind durch Ausbildung/Studium auf eigenen Füßen steht, sollten auch bei dem Kind ankommen und nicht auf einem Nebenweg versickern. Egal aus welchen Topf sie kommen, sei es dem Staat, der Familie oder dem "Farang". Ob es da besser ist eine eindeutige Bemessungsgrenze mit außschließenden Faktoren festzulegen oder nur auf Zuruf und je nach Gusto der aktuellen politischen Lage zu variieren, hängt von der Sichtweise ab.

  4. #223
    Avatar von Socrates010160

    Registriert seit
    05.04.2011
    Beiträge
    8.370
    Zitat Zitat von Ban Bagau Beitrag anzeigen
    Differenziere das bitte aber mal. So ne` Pauschalantwort ist doch direkt daneben und ich glaube nicht das dies deinen Ansprüchen gerecht wird.
    In einer intakten Familie verklagt in Deutschland kein Kind seine Eltern auf Unterhalt. Eltern sind zwar grundsätzlich bis zur beendigung der Ausbildung Unterhaltsverpflichtet, das heißt aber nicht das durch Barleistungen, ausgenommen das Kindergeld geschehen muß. Findet eine Schule/Ausbildung räumlich getrennt von der Familie statt besteht ein Anspruch, aber nur im Rahmen des Einkommens der Eltern, wobei BAföG/Lehrlingsentgelt zum Lebensunterhalt mit eingerechnet wird. Bei intakten Familien ist die persönliche und außerturnusmäßige Zuwendung aber meist sehr viel höher als die vor einem Gericht erstreitbare. Eine Erstreitung vor Gericht durch eine Partei kommt sozusagen einer Scheidung gleich und hinterläßt tiefe Narben im Familienfrieden. Deshalb werden bei Unterhaltsforderungen von Kindern meist Mediatoren vorangesetzt, um eine gütliche Einigung außerhalb und ohne Gerichtsverfahren von beiden Parteien zu erwirken.
    Bei familiären Zerwürfnissen entspricht die erstreitbare Zuwendung ohnehin dem Kindergeld und dem wie bei einer Trennung vorgesehen alimentarischen Unterhalt.

    Anderseits ist auch der Weg gegeben, das die Eltern im Alter die Kinder auf Unterhalt verklagen. Wird aber aus persönlichen Gründen und im interesse des Familienfrieden kaum gemacht. Aber Sozialdienste (Altersheime/Pflegeeinrichtungen) scheuen sich nicht davor und greifen darauf sehr gerne zurück. Von dem her werden wohl mehr "alte" Eltern gerichtlich alimentiert, als es Kinder gibt die Unterhaltsleistungen auf gerichtlichen Weg von ihren Eltern erstritten haben.


    Um beim Vergleich zu bleiben. Ob es nun in Thailand besser geregelt ist oder in Deutschland? Ist die Frage. Die garantierten Mittel in festgelegter Höhe die bis zu dem Zeitpunkt aufgewendet werden müssen bis das Kind durch Ausbildung/Studium auf eigenen Füßen steht, sollten auch bei dem Kind ankommen und nicht auf einem Nebenweg versickern. Egal aus welchen Topf sie kommen, sei es dem Staat, der Familie oder dem "Farang". Ob es da besser ist eine eindeutige Bemessungsgrenze mit außschließenden Faktoren festzulegen oder nur auf Zuruf und je nach Gusto der aktuellen politischen Lage zu variieren, hängt von der Sichtweise ab.

    Grau ist alle Theorie Ban Bagau. Gerne spezifiziere ich meine Erfahrungen:

    Wenn ein Mädchen in D im Alter von 17 Jahren eine Beziehung mit einem 35 jährigen Mann eingeht und gegen den Willen der Eltern beschliesst aus zu ziehen, geht der Tanz los. Unter normalen Umständen würde nach deutschem Recht eine sog. "Bedarfsgemeinschaft" entstehen. Das bedeutet, der Mann ist dem 17-jährigen Mädchen unterhaltsverpflichtet. Kindergeld erhält das Mädchen nach dem Auszug direkt.

    Da aber beide keine grosse Lust haben zu arbeiten, meldet der Mann seinen Wohnsitz bei seinen Eltern an. Die Tochter wird Mieterin der Wohnung. Die ARGE übernimmt alles: Neue Wohnungseinrichtung, Unterhalt usw. Die Eltern erhalten 3 Jahre lang einmal jährlich ein Schreiben, dass sie unterhaltspflichtig sind und ihre Einkünfte offen legen sollen. Dies tun sie auch und gehen davon aus, dass die Angelegenheit damit erledigt ist.

    Nach 3 Jahren, die Situation der nun 20 - jährigen Tochter und ihres nun 38 - jährigen Freundes hat sich nicht geändert, verklagt die Tochter die Eltern auf rückwirkenden Unterhalt in Höhe von 28.000 €. Der Klage wird stattgegeben. Ein Mediator ist bei deutschen Gerichten mit wenigen Ausnahmen unbekannt. Den Eltern bleibt nichts anderes übrig als sich einen Anwalt zu nehmen.

    Ergebnis nach 2 Jahren Rechtsstreit ist folgender Vergleich: die Eltern müssen 10.000 € bezahlen und haben Anwaltskosten und Gerichtskosten von ca. 6.000 €.

    Das ist Deutschland.

    Eine 68 jährige Witwe mit einer Rente von knapp 2.000 € und Mutter 2er Kinder, einem Dr. der Biologie und einer Diplom Erzieherin erleidet einen Schlaganfall. Jahrelang hat sie mit ihrer Rente die Kinder und Enkelkinder unterstützt. Nun ist sie halbseitig gelähmt und kommt in die Reha. Während der Reha stellt sich heraus, dass sie wohl dauerhaft gehbehindert bleiben wird. Der soziale Dienst bittet Sohn und Tochter zu einem Gespräch und schlägt vor, dass sie sich zusammen mit einem ambulanten Pflegedienst gemeinsam um die Mutter kümmern. Die halbtags arbeitende Tochter lehnt dies mit der Begründung ab, sie hätte dann keine Zeit mehr für ihre 2 Pferde. Der Sohn gibt an, dass er beruflich zu sehr eingespannt ist. Einzig die minderjährigen Enkelkinder würden sich um sie Oma kümmern.

    Letztendlich liegt diese Frau seit 7 Jahren in einem Pflegeheim. Weder Tochter noch Sohn haben sich die letzten 2 Jahre sehen lassen. Begründung: sie können und wollen das Elend der Mutter nicht länger mit ansehen.

    Auch das ist Deutschland.

    Beide Fälle haben sich in meinem unmittelbaren Umfeld ereignet und sind leider keine Einzelfälle. Immer mehr Kinder wissen um ihre Rechte. Sie wollen sich selbst verwirklichen und die Eltern sollen bezahlen. Auch die 68er haben sich selbst verwirklicht. Doch wären wir auf ein Gericht gegangen, um unsere Eltern zu verklagen, hätte man uns vermutlich hinaus geknüppelt.

    Thailand: kein Kind könnte seine Eltern auf Unterhalt verklagen und traditionell kümmern sich die Jungen um die Alten und Kranken in der Familie.....

    ich kann mich noch gut an meine Urgrossmutter erinnern. Sie war jahrelang bettlägerig. Ambulanter Pflegedienst war in den 60er Jahren unbekannt. Die ganze Familie hat sich um die alte Dame gekümmert bis sie verstarb.

    Deutschland ist für mich kein Land sozialer Kompetenz. Es geht nur noch darum, sich auf Kosten anderer ein angenehmes Leben zu machen. Verantwortung für sich und/ oder andere zu übernehmen, wird abgelehnt...

  5. #224
    Avatar von kcwknarf

    Registriert seit
    27.06.2005
    Beiträge
    10.249
    Zitat Zitat von Socrates010160 Beitrag anzeigen
    Thailand: kein Kind könnte seine Eltern auf Unterhalt verklagen und traditionell kümmern sich die Jungen um die Alten und Kranken in der Familie.....

    Deutschland ist für mich kein Land sozialer Kompetenz. Es geht nur noch darum, sich auf Kosten anderer ein angenehmes Leben zu machen. Verantwortung für sich und/ oder andere zu übernehmen, wird abgelehnt...
    Richtig beobachtet. Das ist aber eher ein grundsätzliches Problem in Deutschland, dass den Staat und die Einzelperson an sich extrem stark in den Mittelpunkt stellt. Familie und soziale Gruppen im Kleineren zählen leider nicht. Das liegt also weniger daran, dass Kinder ihre Eltern verklagen können. Kinder gelten in Deutschland eh vor allem als zukünftige Einzahler für Steuern und Rente - also als Produkt und Teil des Staates. Dadurch entstehen dann natürlich auch diese Konflikte innerhalb der Familien, die überhaupt erst zu Klagen und später zu Abschiebungen in Pflegeheimen führen.
    Das ist halt die Erziehung des Staates, die auf die Eltern und somit auf die Kinder übergreifen.

    In Thailand hält sich der Staat ja zum Glück weitgehend aus den Familien heraus und der Staat spielt auch nicht die Ersatz-Eltern, die mit Geld nur um sich rumschmeißen. Logischerweise kann dadurch das soziale Element innerhalb der Familien und kleineren Gruppen bestehen bleiben.
    Klagen sind daher ohnehin nicht notwendig, da Eltern selbstverständlich ihre Kinder unterstützen, wie diese es im Alter auch mit ihren Eltern tun.
    In Deutschland muss sich jedes Kind aber alleine durchboxen. Insofern braucht es in Deutschland eben leider die nötigen Rechte, um sich gegen Staat und Eltern behaupten zu können, um eben nicht nur als Bruttosozialprodukt zu gelten.

  6. #225
    Avatar von Socrates010160

    Registriert seit
    05.04.2011
    Beiträge
    8.370
    Ja schon alles ok...dennoch bin ich der Meinung, dass wenn ein Kind sich selbst verwirklichen will, es das ruhig soll... aber auf eigene Rechnung...

  7. #226
    Avatar von kcwknarf

    Registriert seit
    27.06.2005
    Beiträge
    10.249
    Zitat Zitat von Socrates010160 Beitrag anzeigen
    Ja schon alles ok...dennoch bin ich der Meinung, dass wenn ein Kind sich selbst verwirklichen will, es das ruhig soll... aber auf eigene Rechnung...
    Absolut. Nur sollten dafür auch die Möglichkeiten gegeben sein. Kinder dürfen aber in Deutschland nicht mal arbeiten, haben eingeschränkte Geschäftsmöglichkeiten, dürfen erst mit 17 frühestens Auto fahren, dürfen nach 22 Uhr nicht mehr öffentlich auftreten etc. Wie soll sich da ein Kind auf eigene Rechnung in Deutschland selbst verwirklichen???

  8. #227
    Avatar von franky_23

    Registriert seit
    25.01.2009
    Beiträge
    8.731
    Kinder sind normalerweise unter 14. Wer hier so rumschwadroniert über Selbstverwirklichung, der verkennt, dass gerade im Alter von 12 - ca. 16 (20) die Eltern, Familie und das engere soziale Umfeld maßgeblichen Einfluss auf die weitere Entwicklung haben.

  9. #228
    Avatar von Socrates010160

    Registriert seit
    05.04.2011
    Beiträge
    8.370
    Zitat Zitat von franky_23 Beitrag anzeigen
    Kinder sind normalerweise unter 14. Wer hier so rumschwadroniert über Selbstverwirklichung, der verkennt, dass gerade im Alter von 12 - ca. 16 (20) die Eltern, Familie und das engere soziale Umfeld maßgeblichen Einfluss auf die weitere Entwicklung haben.
    Einspruch: nicht bei allen. Siehe # 223

  10. #229
    Avatar von Socrates010160

    Registriert seit
    05.04.2011
    Beiträge
    8.370
    Zitat Zitat von kcwknarf Beitrag anzeigen
    Absolut. Nur sollten dafür auch die Möglichkeiten gegeben sein. Kinder dürfen aber in Deutschland nicht mal arbeiten, haben eingeschränkte Geschäftsmöglichkeiten, dürfen erst mit 17 frühestens Auto fahren, dürfen nach 22 Uhr nicht mehr öffentlich auftreten etc. Wie soll sich da ein Kind auf eigene Rechnung in Deutschland selbst verwirklichen???
    Stimmt nicht ganz. Mit Einwilligung der Eltern kann jedes Kind, das die allgemeine Schulpflicht = 12 Jahre (Grundschule, Hauptschule, Berufsschule) erfüllt hat, arbeiten gehen. Bei manchen gibts auch eine Befreiung von der Berufsschule.

    Weiterhin ist es möglich nach der Hauptschule mit ca. 15 Jahren eine Ausbildung zu beginnen. Das Gehalt der Azubis reicht aus, um evtl. mit Hart II (Wohngeld) alleine zu leben.

  11. #230
    Avatar von kcwknarf

    Registriert seit
    27.06.2005
    Beiträge
    10.249
    Zitat Zitat von Socrates010160 Beitrag anzeigen
    Stimmt nicht ganz. Mit Einwilligung der Eltern kann jedes Kind, das die allgemeine Schulpflicht = 12 Jahre (Grundschule, Hauptschule, Berufsschule) erfüllt hat, arbeiten gehen.
    Tja, und da beißt sich die Katze halt in den Schwanz.
    Was passiert denn, wenn die Eltern nicht einwilligen? Dann bleibt dem Kind eben nur die Kage gegen die Eltern.
    Und SchulPFLICHT sagt ja auch schon so aus, dass es wohl mehr Pflichten als Rechte für Kinder gibt.

Seite 23 von 24 ErsteErste ... 1321222324 LetzteLetzte

Ähnliche Themen

  1. Antworten: 124
    Letzter Beitrag: 06.12.17, 03:18
  2. Antworten: 1
    Letzter Beitrag: 13.03.12, 00:09
  3. Der Fluch der Statistik
    Von oberhesse im Forum Politik und Wirtschaft außerhalb Thailands
    Antworten: 4
    Letzter Beitrag: 19.02.10, 18:10
  4. Segen eines Mönches !
    Von Thaimaus im Forum Ehe & Familie
    Antworten: 13
    Letzter Beitrag: 22.06.06, 22:41
  5. Genveränderter Reis - Fluch oder Segen?
    Von LungTom im Forum Sonstiges
    Antworten: 14
    Letzter Beitrag: 09.04.02, 19:46