Seite 115 von 244 ErsteErste ... 1565105113114115116117125165215 ... LetzteLetzte
Ergebnis 1.141 bis 1.150 von 2434

Deutschland und der Euro

Erstellt von Conrad, 27.04.2011, 16:07 Uhr · 2.433 Antworten · 168.026 Aufrufe

  1. #1141
    Avatar von strike

    Registriert seit
    08.12.2007
    Beiträge
    27.926

  2.  
    Anzeige
  3. #1142
    Avatar von franky_23

    Registriert seit
    25.01.2009
    Beiträge
    8.731
    Ich glaube nicht, dass Deutschland eine Einstaatenlösung bastelt. Könnte mir vorstellen zumindest mit D,A,NL eine Währung zu zimmern.

  4. #1143
    Willi
    Avatar von Willi

  5. #1144
    Avatar von Yogi

    Registriert seit
    05.01.2007
    Beiträge
    26.551
    Zitat Zitat von Willi Beitrag anzeigen
    5.850 anvisiert. Heute nachbörslich auf 6.040. Vor kurzem noch auf über 7.000.
    Wenn es unter 6.000 geht, werde ich wohl mal wieder einsteigen. Freies Geld und Zeit sind vorhanden. Müssen ja keine 20% in 4 Monaten sein.
    Hab bisher mehrmals in DAX-Zertifikate investiert (ja, bin feige) und nach unterschiedlichen Laufzeiten nie uneter 10% rausgegangen.

  6. #1145
    Avatar von strike

    Registriert seit
    08.12.2007
    Beiträge
    27.926
    Auch wenn ich jetzt wieder zum Sarrazinisten erklaert werde, stelle ich mal diesen Artikel aus 2010 hier ein.
    Nein, nicht aus dem Wachturm, der Jungen Welt, dem Neuen Deutschland oder der Deutschen Woche.
    Und - wichtig! - "damals" ging man von lediglich 20 Milliarden Euro Kosten fuer die Transferunion aus.
    Ein Betrag, den heute wohl jeder deutsche Finanzminister gern und eher laechelnd bezahlen wuerde ........

    Technisch machbar, ökonomisch vertretbar.
    Der Ausstieg Deutschlands aus dem Euro scheitert vor allem an politischen Skrupeln.


    Bis vor wenigen Monaten war es noch eine tollkühne Fantasterei.
    Doch mittlerweile wird ein Ausscheiden Deutschlands aus der Europäischen Währungsunion und die Wiedereinführung der D-Mark immer häufiger diskutiert.
    Je mehr die Währungsunion zur Schulden- und Transferunion verkommt und die Deutschen zum ultimativen Nettozahler dieses Clubs werden, desto größer wird der innenpolitische Druck auf die Bundesregierung, dem Ausverkauf deutscher Interessen ein Ende zu setzen.
    Jüngsten Umfragen zufolge sind 57 Prozent der befragten Bundesbürger der Meinung, Deutschland hätte die D-Mark behalten sollen.
    60 Prozent sehen durch den Euro mehr Nachteile als Vorteile für sich.
    Zudem misstraut eine Mehrheit der deutschen Bevölkerung der Europäischen Zentralbank.

    Erodiert das Vertrauen der Bevölkerung in ihre Währung, ist es um deren Überleben schlecht bestellt.
    So zeigen Untersuchungen des Darmstädter Ökonomen Volker Nitsch über den Zusammenbruch von Währungsunionen, dass diese in den meisten Fällen daran gescheitert sind, dass der ihnen zugrunde liegende politische Wille zur Gemeinschaftswährung schwand.
    Daher ist es keine Seltenheit, dass Länder Währungsunionen verlassen: Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs war das 69 Mal der Fall.

    Ein Austritt Deutschlands aus der Euro-Zone würde allerdings politische Verwerfungen in Europa zur Folge haben.
    Doch wäre Deutschland „eines der Länder, die ihre alte Währung wieder einführen könnten, ohne sich damit eine Finanzkrise einzubrocken“, urteilt der renommierte Währung5experte Barry Eichengreen von der University of California in Berkeley.

    Die Bundesbank könnte die Geschäftsbanken nach einem Austritt sofort mit Liquidität versorgen, zumal sie in der Währungsunion ohnehin die Offenmarktgeschäfte mit den Geschäftsbanken abwickelt.
    Das Wissen und die institutionellen Voraussetzungen für das Steuern einer nationalen Währung wären also vorhanden.
    Zudem hat die Bundesbank Zugriff auf die nationalen Währungsreserven von rund 150 Milliarden Euro, die aus Devisen, Gold und Wertpapieren bestehen.
    Das Drucken und Prägen von D-Mark-Scheinen und -Münzen wäre zwar ein logistischer Kraftakt – bei entsprechender Vorbereitung aber wohl zu schaffen.

    Bei ihren Zinsentscheidungen müsste die Bundesbank keine Rücksicht auf die anderen Länder Europas nehmen.
    Das versetzt sie in die Lage, eine passgenaue, auf die wirtschaftlichen Verhältnisse in Deutschland zugeschnittene Geldpolitik zu betreiben, die für stabile Preise sorgt.
    Zudem müsste Deutschland den fußkranken Ländern im Süden Europas nicht länger mit Transfers unter die Arme greifen.
    Das Geld der Steuerzahler könnte hierzulande statt in Griechenland investiert werden.
    Die Rahmenbedingungen für mehr Wachstum würden sich verbessern.

    Die D-Mark würde im Gefolge massiver Kapitalzuflüsse kräftig aufwerten und die deutschen Ausfuhren verteuern.
    Ein lange andauernder Einbruch der Exporte wäre jedoch eher unwahrscheinlich.
    So zeigen ökonometrische Studien, dass der Wechselkurs nicht die entscheidende Einflussgröße für die deutschen Ausfuhren ist.
    Wertet der reale effektive Außenwert um ein Prozent auf, gehen die deutschen Exporte nur um 0,5 Prozent zurück.
    Das ist zum einen darauf zurückzuführen, dass heimische Unternehmen vielfach Weltmarktführer in Nischenmärkten sind, die ihre Produkte vor allem über die hohe Qualität und den Zuschnitt auf die Kundenwünsche verkaufen.

    Zum anderen verbilligt eine starke Währung die Importe.
    Da rund 42 Prozent der deutschen Exporte aus importierten Vorleistungen bestehen, können die Exporteure die sinkenden Bezugskosten für Preisnachlässe nutzen, durch die sie die wechselkursbedingte Verteuerung ihrer Produkte ausgleichen.
    Hinzu kommt, dass der Euro nach einem Austritt Deutschlands nicht nur gegenüber der D-Mark, sondern auch gegenüber Dollar, Yen, Pfund und Co. kräftig abwerten dürfte.
    Das regt die Exporte und die Konjunktur in der Rest-Euro-Zone an – und verbessert so die Absatzaussichten deutscher Exporteure auf diesen Märkten.
    Studien zeigen: Steigt das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in wichtigen Handelspartnerländern um ein Prozent, legen die deutschen Ausfuhren um mehr als zwei Prozent zu.
    Würde also das BIP der Euro-Zone im Zuge einer Abwertung um 2,5 Prozent steigen, nähmen die deutschen Ausfuhren um fünf Prozent zu.
    Das reichte, um den Exportdämpfer durch eine zehnprozentige D-Mark-Aufwertung auszugleichen.

    Zu den Verlierern einer Rückkehr zur D-Mark dürften jedoch die Besitzer von Auslandsvermögen zählen.
    Als Land mit hohen Exportüberschüssen hat Deutschland in den vergangenen Jahrzehnten viel Geld im Ausland investiert.
    Das Nettovermögen der Bundesrepublik im Ausland belief sich 2009 auf 895 Milliarden Euro.
    Dazu zählen Wertpapiere, Immobilien und Beteiligungen.
    Wertet die D-Mark gegenüber anderen Währungen auf, schrumpft der Gegenwert des Auslandsvermögens in D-Mark.
    Für die Bürger dürfte es da nur ein schwacher Trost sein, dass eine starke Mark die Inflation dämpft und die Realeinkommen steigert.

    Ein Austritt Deutschlands aus dem Euro-Club würde zudem Kosten für den Währungsumtausch und die Absicherung von Wechselkursrisiken nach sich ziehen.
    Experten zufolge belaufen sich diese Kosten auf 0,5 bis 1,0 Prozent des BIPs, das entspricht 12 bis 24 Milliarden Euro.
    Dem steht allerdings gegenüber, dass Deutschland die Kosten einer Transferunion, die sich nach Berechnungen des Finanzwissenschaftlers Kai Konrad auf mindestens 20 Milliarden Euro pro Jahr belaufen, erspart blieben.
    Hinzu kommt, dass mögliche Wechselkursschwankungen gegenüber den Euro-Ländern weniger bedeutsam sind als früher.
    So hat sich der Anteil der deutschen Exporte in die Euro-Zone an den Gesamtexporten von 46,5 Prozent 1995 auf derzeit nur noch 38 Prozent verringert.

    Fazit
    Technisch wäre die Rückkehr zur D-Mark machbar, ökonomisch mit einigen Vorteilen verbunden.
    Ein großer Nachteil wären die damit verbundenen Vermögensverluste. Deshalb und wegen der drohenden politischen Isolierung Deutschlands dürfte die Bundesregierung vor der Rückkehr zur D-Mark zurückschrecken.


    Politische Skrupel?
    Warum eigentlich?
    Ist das Handeln deutscher Politiker nicht vom Schwur "zum Wohle des deutschen Volkes" getrieben?

    Zurück zur D-Mark: Was die Rückkehr zur D-Mark kosten würde - Wirtschaftswoche

  7. #1146
    Avatar von kcwknarf

    Registriert seit
    27.06.2005
    Beiträge
    10.249
    Wenn die Mehrheit der Deutschen für die D-Mark ist, warum wird sie dann nicht eingeführt? Wird mir nicht immer erklärt, Deutschland sei eine Demokratie?

    Was ich an dem Artikel witzig finde, ist die Behauptung, Deutschland würde vor allem in Nischen Exportweltmeister sein.
    Es gehört schon viel Fantasie dazu, den Autobau als Nische zu bezeichnen.
    Auch den Maschinenbau würde ich nicht als Nische bezeichnen. Deutschland hat hier einen Anteil von 19% und ist damit vorne. "Noch" muss man dann halt sagen. Die übrigen 81% würden sich ja freuen, wenn deutsche Produkte teurer werden müssten. Irgendwann zählt die Qualität nicht mehr, zumal anderen Nationen hier ja auch aufholen (oder schon für besser gehalten werden).
    Interessant dürfte die Pharmabranche sein. Hier werden die Exporte ja praktisch subventioniert, durch die hohen Inlandspreise für die Endkunden. Diese müssten dann wohl zwangsläufig steigen (also für die Deutschen, die jetzt schon über die teuren Medikamente jammern).

    Lediglich die Waffenindustrie würde ich als Nische bezeichnen. Es gibt ja kaum ein Land, dass solche Lust hat, zu morden (oder morden zu lassen), wie Deutschland. Da werden natürlich weiterhin Waffen an terrorverdächtige Diktatoren geliefert, um sie später dann zu vernichten, um noch später neue Waffen liefern zu können. Dieses Business läuft natürlich immer. Doch reicht das? Vielleicht dann besser gleich aus der EU raus. Dann kann man die Bundeswehr wieder hochrüsten, weil man sich dann ja wieder gegen europäische Länder schützen muss. Dadurch wird die Waffenindustrie im Lande selbst gestärkt.

    Also ich lecke so langsam Blut. Und ich bin ja für Mehrheitsentscheidungen des Volkes (auch wenn es meiner Meinung widerspricht). Wäre echt mal interessant zu sehen, was wirklich so passiert, wenn Deutschland wieder die D-Mark einführen würde. Das ist dann für mich wie im Kino bei der Titanic, wie man dann sehen kann, wie die Menschen schluchzend im Meer versinken. Mal sehen, ob ich hier noch eine Tüte Popcorn liegen habe.
    Ob dann jemand Sarrazin aus dem Rettungsboot werfen wird? Ich sollte mir schon mal die Filmrechte sichern. Könnte lustig und traurig werden - je nach Sichtweise.

  8. #1147
    Avatar von Micha

    Registriert seit
    28.01.2003
    Beiträge
    15.895
    Wäre nicht eine Währungsunion mit A, Ch und einigen skandinavischen Ländern das Optimum?

  9. #1148
    Avatar von strike

    Registriert seit
    08.12.2007
    Beiträge
    27.926
    Du gehst - leider - immer nur auf den Dir genehmen Teil ein.
    Der Hinweis auf fallende Rohstoffpreise bleibt natuerlich unkommentiert.
    Und dass die deutsche Industrie mittlerweile auch viel im Ausland produziert - schon und auch um Waehrungsturbulenzen abzufangen - lassen wir lieber weiter unbeachtet.

    Nun denn ..... damit stehst Du ja nicht allein, sondern betest die qualifizierten Aufrufe der politischen Klasse in D nach.
    Da kann einem nichts passieren.
    Und falls es doch falsch war, geht das bei Millionen gleicher falscher Meinungen unter.

  10. #1149
    Avatar von kcwknarf

    Registriert seit
    27.06.2005
    Beiträge
    10.249
    Zitat Zitat von strike Beitrag anzeigen
    Du gehst - leider - immer nur auf den Dir genehmen Teil ein.
    Der Hinweis auf fallende Rohstoffpreise bleibt natuerlich unkommentiert.
    Das habe ich schon berücksichtigt. Der Teil ist ja auch richtig, wird jedoch in der Gesamtrechnung meiner Meinung nach überbewertet.

    Zitat Zitat von strike Beitrag anzeigen
    Nun denn ..... damit stehst Du ja nicht allein, sondern betest die qualifizierten Aufrufe der politischen Klasse in D nach.
    Das ist aber eine große Ausnahme. Vor allem aber ist der Grund für diese Aufrufe völlig entgegensetzlich. Der politischen Klasse in D geht es ja immer nur um Deutschland - komplett national orientiert von den Linken über SPD/Union bis hin zur NPD sind sich hier ja alle einig: erst zählen die Deutschen, erst weit dahinter folgt (evtl.) die restliche Welt.
    Alleine schon deshalb sollte man stutzig werden, warum denn wohl fast alle Politiker den Euro beibehalten wollen. In erster Linie geht es nämlich um die Vorherrschaft der Deutschen, um deren Wohl.

    Diesen Beweggrund haben jedoch auch die politischen Kritiker wie Sarrazin im Kopf. Auch er denkt natürlich nur an Deutsche. Vom Grundsatz sind sich also alle einig, nur es gibt halt wenig, die merkwürdigerweise denken, der Ausweg aus dem Euro sei dafür der richtige Weg. Wenn man sich auf diese moralisch unterste Stufe intellektuell runterbewegt (also auf den nationalen Gesichstpunkt), dann würde ich zur Erkennntnis kommen, dass es kurzfristig zu einer Verbesserung der Lage für die Deutschen kommen wird, langfristig jedoch nicht. Insofern haben beide irgendwo recht.

    Aber mir geht es ja darum gar nicht. Mir ist der Staat Deutschland piepschnurzegal. Wenn z.B. die Schweiz oder Österreich oder einer der anderen 194 Staaten morgen Deutschland einverleiben würde, würde ich das als Randnotiz zur Kenntnis nehmen und mir ei Ei drauf pellen. Staaten interessieren mich ja nicht.
    Ich sehe die Welt aus globaler Sicht. Daher stelle ich mir die Frage: tut es der ganzen Welt gut, wenn Deutschland den Euro verlässt. Hier sehe ich ein klares nein - aus vielerlei Hinsicht.

    Dann gäbe es noch die persönliche - recht egoistische Sichtweise. Ich würde wohl ganz klar von einer Rückkehr zur D-Mark kurzfristig profitieren (wie wohl fast alle Deutschen), würde mich aber damit beeilen, mein komplettes Geld dann ins Ausland zu verlagern und auch mein Unternehmen noch mehr zu internationalisieren.

    Daher sehe ich die Sache eher unparteiisch und kann daher auch recht locker unparteiisch drauf losreden - egal, was Politiker oder andere sagen.
    Würde ich in Deutschland leben, wäre ich aber ganz eindeutig für den Euro. Weil ich eben ein langfristig denkender Mensch bin und dann sowohl weltlich moralisch als auch persönlich nur Vorteile sehen würde. Manchmal können Politiker auch mal recht haben, selbst wenn es aus anderen Gründen ist.

    Der Euro ist eine Erfolgsgeschichte. Ich erinnere mich noch an 2002, als ich Euro 1:1 in US-Dollar umgetauscht hatte. Und da will man jetzt von einer Eurokrise sprechen? Ist doch lächerlich.

  11. #1150
    Avatar von maphrao

    Registriert seit
    19.01.2006
    Beiträge
    6.604
    Zitat Zitat von kcwknarf Beitrag anzeigen
    Auch den Maschinenbau würde ich nicht als Nische bezeichnen. Deutschland hat hier einen Anteil von 19% und ist damit vorne.
    Du siehst den Maschinenbau als ganzes, aber wenn du die einzelnen Firmen und deren Produkte siehst, sollte klar sein, dass man in diesem Gesamtbereich sehr wohl in vielen Nischen ganz weit vorne ist.

    Die DM hätte gar nicht abgeschafft werden müssen, aber das Volk wurde nicht gefragt. Gibt es überhaupt ein Land, welches den Euro durch eine Volksabstimmung bekommen hat? Mir sind nur Länder bekannt,
    die durch eine Abstimmung vor dem Euro bewahrt wurden.

    Auch wenn man nicht alle Risiken kalkulieren kann, würde ich die Abkehr vom Euro in Deutschland sehr begrüssen.

Ähnliche Themen

  1. Ticket Deutschland - Thailand bei 1000 Euro
    Von MenM im Forum Touristik
    Antworten: 67
    Letzter Beitrag: 15.12.12, 00:03
  2. Baht in Euro in Deutschland umtauschen?
    Von JayNonthaburi im Forum Treffpunkt
    Antworten: 16
    Letzter Beitrag: 14.09.12, 00:28
  3. Deutschland - raus dem Euro?
    Von strike im Forum Politik und Wirtschaft außerhalb Thailands
    Antworten: 179
    Letzter Beitrag: 10.08.12, 15:38
  4. Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 16.05.09, 10:45