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Deutschland - ein wirklich demokratisches Land!?

Erstellt von strike, 03.05.2009, 10:34 Uhr · 532 Antworten · 17.953 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von strike

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    Deutschland - ein wirklich demokratisches Land!?

    Ich öffne diesen Thread, damit hier auch über das Demokratieverständnis in Deutschland diskutiert werden kann.
    Bislang meinten wir ja bei den Thais mitreden zu können.
    Hier ist die Gelegenheit sein grundsätzliches Verständnis zur Demokratie in Deutschland zu formulieren.

    Gruss,
    Strike

  2.  
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  3. #2
    antibes
    Avatar von antibes

    Re: Deutschland - ein wirklich demokratisches Land?

    Ja, mehr oder weniger.

    Zeig mir ein besseres.

  4. #3
    Avatar von strike

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    Re: Deutschland - ein wirklich demokratisches Land!?

    Zitat Zitat von antibes",p="720124
    ...........
    Zeig mir ein besseres.
    Antibes,
    ich wollte gar nicht in Richtung Ranking.
    Da aber von einigen Memebern bei den Diskussionen über die thailändische Innenpolitik zum Beispiel auch die vorgeschlagene 70/30 - Regel verteidigt wurde und eine Diskussion über deutsche Demokratie im News-Bereich begonnen wurde, fand ich es angemessen hier den Austausch weiter zu führen.
    Ich habe selbstverständlich meine eigene Meinung zu der Frage, möchte aber in keiner Weise missionarisch tätig werden.

    Hier gibt es ja auch einige, die nicht nur Deutschland, die Schweiz und Österreich oder Thailand kennen.
    Und deren Kenntnisse über demokratisch gelebte Realität wären es sicher auch wert angesprochen zu werden.

    Aber okay, ich halte mich schon zurück.

    Gruss,
    Strike

  5. #4
    antibes
    Avatar von antibes

    Re: Deutschland - ein wirklich demokratisches Land!?

    Strike,
    sorry das kam meinerseits falsch rüber.
    Für mich wäre es z.B. in einem Politikthread interessant welche Staaten eine fairere bzw. erfolgreichere Integrationspolitik als D oder LOS betreiben.

  6. #5
    Avatar von kcwknarf

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    Re: Deutschland - ein wirklich demokratisches Land!?

    Ich hatte ja gerade schon in einem anderen Thread gesagt, dass es mir schwer fällt, Deutschland für demokratisch zu halten.

    Ich fasse noch mal zusammen und ergänze:
    - so gut wie keine Volksentscheidungen
    - so genannte Volksvertreter machen häufig nicht das, was deren Wähler von ihnen verlangen (z.B. anhand der lügenhaften Wahlversprechungen wie Mehrwertssteuererhöhung)
    - durch die 5%-Hürde werden sehr viele Wähler ihrer Stimme beraubt
    - ein Großteil der Bevölkerung darf nicht wählen, z.B. Kinder und Jugendliche, Ausländer, Entmündigte, Tiere
    - es gibt hohe Hürden für Parteizulassungen (z.B. Unterschriften sammeln, Genehmigungsverfahren, Parteiverbote)

    Ganz nüchtern betrachtet sieht das alles andere als nach Demokratie aus.

    Die Frage, ob es ein "besseres" Land gibt, ist eine typische Schutzfrage, um das eigene System nicht in Frage zu stellen.
    Die Antwort ist aber einfach: es gibt keine "offiziellen" Staaten, in denen es echte Demokratie gibt.
    Wenn ich unser Haus als Staat ansehe (was aber leider noch nicht weltweit diplomatisch anerkannt wurde, nur unter befreundeten anderen Wohnungs-Staaten), dann würde es aber sehr wohl eine echte Demokratie geben.
    Von den "großen" Ländern fällt mir auf Anhieb die Schweiz ein, in der es zumindest öfters Volksentscheidungen gibt. Ansonsten ist Deutschland schon mit unter den 100 "besten" Staaten, aber trotzdem meilenweit von einer Demokratie entfernt.

  7. #6
    Avatar von Thaimax

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    Re: Deutschland - ein wirklich demokratisches Land!?

    Ich denke schon, dass Deutschland viele Züge einer Demokratie aufweist, oberflächlich betrachtet ist es das auf jeden Fall.

    Die Frage ist nur, ob Demokratie das Ziel sein sollte.

  8. #7
    Avatar von franky_23

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    Re: Deutschland - ein wirklich demokratisches Land!?

    Zitat Zitat von kcwknarf",p="720139
    Ich hatte ja gerade schon in einem anderen Thread gesagt, dass es mir schwer fällt, Deutschland für demokratisch zu halten.
    knarfsche Logik


    Ich fasse noch mal zusammen und ergänze:
    - so gut wie keine Volksentscheidungen
    ich komm aus Bayern, erzähl nich so einen Schmarrn.

    - so genannte Volksvertreter machen häufig nicht das, was deren Wähler von ihnen verlangen (z.B. anhand der lügenhaften Wahlversprechungen wie Mehrwertssteuererhöhung)
    weisungsgebundene Mandate widersprechen einem westlichen, freiheitlichem Demokratieverständnis.



    - durch die 5%-Hürde werden sehr viele Wähler ihrer Stimme beraubt
    Wieso beraubt? wo wird diese gestohlen?


    - ein Großteil der Bevölkerung darf nicht wählen, z.B. Kinder und Jugendliche, Ausländer, Entmündigte, Tiere
    gibt teils auch ein kommunales Ausländerwahlrecht. Teils ab 16, denke das sind Jugendliche. Jetzt musst nur noch kommen und dich aufregen, dass für den Bundespräsidenten das Alter höher angesetzt ist.


    - es gibt hohe Hürden für Parteizulassungen (z.B. Unterschriften sammeln, Genehmigungsverfahren, Parteiverbote)
    Auch für einen Verein brauchst eine Prozedur. Nicht jeder darf sich Partei nennen ist doch für die Klarheit des verwendeten Begriffes.

    Verbote doch nur, wenn sie klar gegen die Verfassung sind. Wie schwer dies nachzuweisen ist, das ist dürfte dir doch bekannt sein.


    Ganz nüchtern betrachtet sieht das alles andere als nach Demokratie aus.
    Die Antwort ist aber einfach: es gibt keine "offiziellen" Staaten, in denen es echte Demokratie gibt.
    Wenn ich unser Haus als Staat ansehe (was aber leider noch nicht weltweit diplomatisch anerkannt wurde, nur unter befreundeten anderen Wohnungs-Staaten), dann würde es aber sehr wohl eine echte Demokratie geben.
    Von den "großen" Ländern fällt mir auf Anhieb die Schweiz ein, in der es zumindest öfters Volksentscheidungen gibt. Ansonsten ist Deutschland schon mit unter den 100 "besten" Staaten, aber trotzdem meilenweit von einer Demokratie entfernt.[/quote]




    DAnn verwende doch die Worte in ihrer allgemeinen Semantik und nicht in knarfspezifischen Variante.

  9. #8
    Avatar von Nokhu

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    Re: Deutschland - ein wirklich demokratisches Land!?

    Zitat Zitat von Thaimax",p="720143
    Ich denke schon, dass Deutschland viele Züge einer Demokratie aufweist, oberflächlich betrachtet ist es das [s:fac93ee1d5]auf jeden Fall[/s:fac93ee1d5].
    OK, sehe ich auch so
    Die Frage ist nur, ob Demokratie das Ziel sein sollte.
    Mmmh....was sonst sollte das Ziel sein?

    @franky_23
    Lass mal (nicht nur hier) so den Oberlehrer raushängen.

  10. #9
    Avatar von kcwknarf

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    Re: Deutschland - ein wirklich demokratisches Land!?

    Zitat Zitat von franky_23",p="720146
    Ich fasse noch mal zusammen und ergänze:
    - so gut wie keine Volksentscheidungen
    ich komm aus Bayern, erzähl nich so einen Schmarrn.
    Wie häufig habt ihr denn in Bayern Volksentscheidungen?
    Durftest du über die Bankenbürgschaft mitentscheiden? Über die Internetzensur, über den A1-Deutschtest, über das Ab/Einschalten von Atomkraftwerken, über die Erhöhung der Diäten, über den Bundeswehreinsatz in Afghanistan...???
    Wenn ja, hast du recht. Wenn nein, dann ertzählst du einen Schmarrn.
    Du kannst über solche banalen Dinge wie Religionsunterricht (wie gerade in Berlin) entscheiden. Aber auch da sind erstmal erheblich viele Unterschriften nötig, um solch einen Entscheid erstmal anzustoßen.

    Ich spreche von Volksentscheidungen bei ALLEN Beschlüssen.
    Optimal so:
    auch wenn nur ein einzelner Bürger über etwas eine Entscheidung haben möchte, sollte alle Bürger praktisch in Echtzeit mit einfachen Mitteln (z.B. über eine gesicherte Internet-Umfrage) sofort Ja oder Nein stimmen können.

    Praktisch stelle ich mir das so vor: jeden Monatgmorgen werden alle Fragen der Vorwoche vorgestellt. Dann hat jeder Bürger eine Woche Zeit, Infos zu sammeln und darüber nachzudenken und am kommenden Sonntag haben sie 24 Stunden Zeit ihr Votum abzugeben.

    DAS wäre Demokratie! Und nicht solche bayrischen Verhälkisse, wo die Bürger über die Standardgröße von Tomaten abstimmen dürfen. DAS ist Schmarrn!


    weisungsgebundene Mandate widersprechen einem westlichen, freiheitlichem Demokratieverständnis.
    Ja, weil eben das Demokratieverständnis der westlichen, "freiheitlichen" Welt eben noch nicht demokratisch genug ist.


    Wieso beraubt? wo wird diese gestohlen?
    Die Stimmen werden gelöscht! Die Parteien unter 5% kommen i.d.R. nicht in den Bundestag. Also haben deren Wähler auch keine Vertretung! Sie werden mundtot gemacht.
    Die Folgen sind auch klar: Wähler der kleinen Parteien wählen oftmals ihre Lieblingspartei gar nicht erst, weil sie meinen, sie würden eh nicht über 5% kommen.
    Das ist ein ganz hinterlistiges unfaires Verhalten, was die sich da ausgedacht haben.
    Davon profitieren nur die CDU/CSU und SPD.
    Undemokratischer geht es doch kaum.


    gibt teils auch ein kommunales Ausländerwahlrecht. Teils ab 16, denke das sind Jugendliche. Jetzt musst nur noch kommen und dich aufregen, dass für den Bundespräsidenten das Alter höher angesetzt ist.
    Wir sprechen ja nicht von kommunalen Sonderlösungen, sondern von Deutschland - also den Bundestagswahlen.
    Ausländer sind hier tabu, Jugendliche auch.


    Auch für einen Verein brauchst eine Prozedur. Nicht jeder darf sich Partei nennen ist doch für die Klarheit des verwendeten Begriffes.
    Danke für deine Bestätigung. Die Demokratie wird also wie ein Karnevalsverein behandelt. Damit ist ja der Stellenwert klar.

    Verbote doch nur, wenn sie klar gegen die Verfassung sind. Wie schwer dies nachzuweisen ist, das ist dürfte dir doch bekannt sein.
    In einer funktionierenden Demokratie sollte man auch gegen die Verfassunsg sein dürfen. Gerade wenn in der Verfassung nichtdemokratische Züge enthalten sind. Und was die deutsche Verfassung wert ist (nämlich Heuchelei pur) haben wir ja gerade neulich hier im Forum festgestellt.

    Deutschland braucht eine echte demokratische Verfassung. Das würde schon damit beginnen, dass ALLE Deutsche dieser Verfassung zustimmen. Ist ja auch nicht der Fall !!! Oder hat jemand die ehemaligen DDR-Bürger jemals in einer Volksabstimmung dazu befragt? Na, da muss ich ja was verpasst haben. Aber selbst mich als BRD-Bürger habe niemals mein OK an einer Wahlurne gegeben. Daran würde ich mich erinnern!

    DAnn verwende doch die Worte in ihrer allgemeinen Semantik und nicht in knarfspezifischen Variante.
    Es gibt nur eine Defintion von Demokratie. Das Wort kommt nämlich aus dem Griechischen und nicht von mir.

  11. #10
    Avatar von Thaimax

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    Re: Deutschland - ein wirklich demokratisches Land!?

    Zitat Zitat von Nokhu",p="720160
    Zitat Zitat von Thaimax",p="720143
    Ich denke schon, dass Deutschland viele Züge einer Demokratie aufweist, oberflächlich betrachtet ist es das [s:6b480e1985]auf jeden Fall[/s:6b480e1985].
    OK, sehe ich auch so
    Die Frage ist nur, ob Demokratie das Ziel sein sollte.
    Mmmh....was sonst sollte das Ziel sein?
    Naja, das ist die Kardinalfrage.

    Demokratie funktioniert ja nicht wirklich, das was wir heute als Demokratie bezeichnen weist maximal demokratische Züge auf.

    Jede Regierung eines demokratischen Landes ist scheinbar mehr damit beschäftigt die Grundgesetze zu unterwandern als diesen gerecht zu werden. Wie oft wurde das Grundgesetz in Deutschland geändert seit Bestehen? 50x? 60x?

    Selbst wenn das nicht der Fall wäre muss man bei einer Demokratie immer bedenken, dass sie einen Verlust vernünftiger Argumentation gegen offensichtliche Missstände bedeutet, Totschlagargumente wie "Ihr habt ja gewählt" die Schuld immer auf die Bevölkerung abgewälzt werden kann. Man könnte auch sagen, dass eine Demokratie die beste Methode ist einem Volk im Namen des Volkes das Fell über die Ohren zu ziehen.

    Weiters zu bedenken ist, dass die Mehrheit die Minderheit einfach überrollt. Das ist zwar demokratisch, aber keinesfalls die beste Lösung. Als Beispiel, wenn die Mehrheit einer Bevölkerung nicht(mehr) arbeitet und auf Kosten der arbeitenden Minderheit lebt wird diese (demokratisch) ausgebeutet.
    Das kann zwar dem Einzelnen egal sein weil er sich ja ein anderes Land suchen kann, ist aber sicherlich nicht im Sinne eines gesamten Landes als solches, schon gar nicht im Sinne eines Volkes.

    Lösungen kann man aber erst aufzeigen, wenn die Denke, dass alle anderen Regierungsformen ausser der Demokratie schlecht sind endlich dort hingeschoben wird wo sie hingehört, in eine angestaubte Schublade.

    Es gibt sehr viele mögliche Regierungsformen, die unter bestimmten Voraussetzungen in Europa wesentlich besser funktionieren würden als die Demokratie. - Solche Voraussetzungen wären unter anderem Grundgesetze die keine Regierung unterwandern darf, als Beispiel: Reisefreiheit, Enteignungsverbot, gestaltete Strafrahmen für Vergehen und Verbrechen.

    Es gibt sehr viele Möglichkeiten, den status quo automatisch als das Beste anzusehen setze ich da eher mit Lethargie und dem Festhalten an anerzogenen Werten gleich, aber nicht unbedingt mit logischem Denkverhalten.

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