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Deutschland - besser ohne christliche Kirchen?

Erstellt von strike, 30.12.2014, 07:17 Uhr · 135 Antworten · 8.246 Aufrufe

  1. #11
    Avatar von rolf2

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    Zitat Zitat von waltee Beitrag anzeigen
    Er hat den Religionsunterricht auf meinen Wunsch hin nicht besucht da ich ihm diese Gehirnwäsche ersparen wollte.
    Unsere Kinder wurden nicht getauft und ich selbst bin mit 20 aus der Kirche ausgetreten.

    Ich fand den Religionsunterricht jedoch wertvoll als Grundlage zum Verständnis unserer westlichen Kulturgeschichte und Prägung. Zuhause mache ich aber kein Hehl aus meiner atheistischen Überzeugung und habe mit den Kindern schon sehr früh darüber diskutiert ob es einen Gott geben kann oder nicht. Die christliche Idee mit der Schöpfung ist jedenfalls unlogisch und voller Fehler. Alles Märchen für Doofe.

    Von mir aus können alle Kirchen sich verpissen, ich krieg nen Brechreiz wenn ich den Papst irgendwo in den Medien sehe und die dusseligen Gläubigen. Man entschuldige bitte meinen Ton, aber Blödheit ertrage ich nur schwer.



    https://richarddawkins.net/2014/12/g...est-.....-ups/

  2.  
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  3. #12
    Avatar von waltee

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    Als Kind wollte ich Märtyrer werden, so wie im ollen Rom.

    Als ich dann mehr und mehr hinter die prunkvolle Fassade des Katholizismus sah war ich umso mehr enttäuscht von diesem Männerverein.

    PS: Aber ich mag Gotteshäuser, Tempel, sogar Moscheen - aber nur als Kulturdenkmal.

  4. #13
    Avatar von Eutropis

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    Was ihr kritisiert ist doch die Institution.
    In den Story´s steckt doch ne Menge drin.

  5. #14
    Avatar von rolf2

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    Zitat Zitat von Eutropis Beitrag anzeigen
    Was ihr kritisiert ist doch die Institution.
    In den Story´s steckt doch ne Menge drin.
    so wie in Grimms Märchen, geh nicht allein in den Wald, da gibts den bösen Wolf.

  6. #15
    Avatar von Eutropis

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    Ich find die Storys teilweise besser aber ich hab auch kein Problem mit
    Volksmärchen. Wenn ihr Harry Potter und Herr der Ringe geiler findet .... bitte.
    Ich finde dort keinen Zugang.

  7. #16
    Avatar von Eutropis

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    Zitat Zitat von waltee Beitrag anzeigen
    Als Kind wollte ich Märtyrer werden, so wie im ollen Rom.

    sicher ?

  8. #17
    Avatar von rolf2

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    Zitat Zitat von Eutropis Beitrag anzeigen
    Ich find die Storys teilweise besser aber ich hab auch kein Problem mit
    Volksmärchen. Wenn ihr Harry Potter und Herr der Ringe geiler findet .... bitte.
    Ich finde dort keinen Zugang.
    och ja, als Kind fand ich das auch ganz ok, Jesus war mein Held. Judas verachtungswürdig, 5555

    aber nunja, ist genauso blödsinnig oder sinnvoll wie an die Ringgeister zu glauben, an gottähnliche Inkarnationen usw.

  9. #18
    Avatar von Loso

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    Zitat Zitat von Eutropis Beitrag anzeigen
    Was ihr kritisiert ist doch die Institution.
    In den Story´s steckt doch ne Menge drin.
    Vor allem gehört das Wissen rund um die christliche Religion zu 2000 Jahren westlicher Geschichte, Kultur und Kriegen. Das kann man nicht einfach ausblenden und muss es vom persönlichen Verhältnis zur Religion trennen.
    Ich habe als Jugendlicher zwar meinen Glauben verloren, bin dann aber noch ein Jahrzehnt Mitglied geblieben, um als Patenonkel in Frage zu kommen. Meinem Vater habe ich das Austreten bis zu seinem Tod nicht gesagt. Aber vermutlich wusste er das ohnehin, da das als Abschreckung auch den ehemaligen Heimatgemeinden mitgeteilt wird und sehr gezielt gestreut wird.

    Bin in einem zu über 90% katholischen Dorf am Niederrhein grossgeworden, wo ich auch Messdiener war. Wenn ich heute daran zurückdenke wird mir fast schlecht, wie viele dunkle Abende ich in dieser trübseeligen, entrückten, dumpfen Stimmung verbracht habe (die Abendmessen waren damals schon nur was für Hardcore-Gläubige). Da beneide ich die junge Generation, die ohne diesen Firlefanz und Druck aufwachsen können. Ohne das dunkle Drama, wie es sehr gut im Film Fanny und Alexander von Bergmann damals tranportiert wurde.

    So sehr ich Glaube und Instituion ablehne - irgendwie ist da paradoxerweise auch ein Stück Gefühl von Verlust, wenn ich sehe wie rasant die Kirche auf dem Rückzug ist. Habe vor drei Tagen mal auf die website der ehemaligen Kirchengemeinde geschaut, ob es da wegen dem morgigen Todestag ein Jahrgedächtnis gibt. Da haben sich im Vergleich zu meiner Kindheit die Zahl der Gottesdienste gefünftelt, die Gemeinde ist längst mit zehn anderen fusioniert, von ehemals zwei Geistlichen ist nur ein mobiler aus der Stadt geblieben, beide Pfarrheime verkauft. Die Kirche stirbt unwiderruflich, Rückzug total, selbst der Weihnachts-Gottesdienst soll fast leer gewesen sein, wo vor zwei Jahrzehnten noch drei Messen voll waren.

    Ich war schon sehr irritiert, als vor einigen Jahren Massen an Jugendlichen zum Welt-Kirchen-Jugendtag nach Köln strömten, und bin es immer noch, wenn eigentlich sehr helle, prominente Köpfe sich als gläubig bezeichnen. Andererseits ist es Fakt, dass sich restlos alle Völker und Kulturen in der Geschichte eine Religion geschaffen haben, und zwar nicht nur für die Herrschenden als Machtinstrument. Es liegt einfach in der Natur des Menschen, der Wunsch nach Transzendetem, dem Trost vor der überwältigenden Angst vor dem Tod und dem nachfolgenden Nichts. Da gibt die Gemeinschaft der Gläubigen auch ein imenses Gefühl von Sicherheit und Gemeinschaft. Wenn man das begreift (also als Ungläubiger über das persönlich Erlebte hinaus denkt), dann versteht man auch leichter die Gewalt, Sprengkraft und Widerstände rund um religiöse Konflikte von heute.

    Um der Gefahr muslimischen Einflusses zu begegnen, scheint mir der vollkommene Laizismus, ein Kappen des christlichen Einflusses notwendig. D.h. Abschaffung kirchlicher Feiertage und Transformation der beiden grössten Arbeitgeber Deutschlands (Caritas u. Diakonie) in staatliche Trägerschaft. Viele Kirchengebäude wurden nach der europäischen Bevölkerungs-Explosion standardisiert hochgezogen und sind wohl nicht erhaltungswürdig. Viele sind aber nicht nur geschichtliche Zeugen, sondern waren zu ihrer Zeit auch architektonische Meisterwerke von unschätzbarem Wert. Das kann man z.B. mal gut mit heutigen Tempel-Neubauten in Thailand vergleichen, die im Grunde nur primitive 08/15 Beton-Gerippe mit kitschigem rot-goldenem Zuckerguss sind. Auch dort wird sich in einer Generation ein rasantes Verschwinden des Buddhismus abspielen. Selbst auf dem Land ist es keineswegs mehr selbstverständlich für Jungens, einmal ins Wat gegangen zu sein.

    Für Generationen im Übergang ist das auch ein Gefühl der Unsicherheit, was dananch kommt. Ich denke, irgendetwas was Gemeinsinn fördert, eine Ethik die das Individuum nicht immer über die Gemeinschaft stellt, wäre schon nicht schlecht. Was das sein kann, was nach dem Scheitern von Christentum und Kommunismus attraktiv sein kann - ich weiss es nicht so recht.

  10. #19
    Avatar von MadMac

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    Ohne den Rest gelesen zu haben, Wissen um Religionen ist Wissen um Geschichte ist Wissen um Kultur. Sollte jedem Kind in der Schule im breiten Spektrum vermittelt werden. Wir als Farangs haben das. Aber im Rest der Welt existiert sowas nicht.

  11. #20
    Avatar von Socrates010160

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    Zitat Zitat von Loso Beitrag anzeigen
    ..Bin in einem zu über 90% katholischen Dorf am Niederrhein grossgeworden, wo ich auch Messdiener war. .
    musstest Du auch noch das Suszipiat in Latein lernen...?...

    als meine Schwester und ich im Alter von 3/5 von unserem Vater zu seinen Eltern abgeschoben wurden, da ihm seine Frau weg lief, kamen wir in eine für uns damals fremde Welt... unsere Großmutter stand jeden Tag zur Frühmesse um 5.30 auf... Maiandacht war für uns ebenso Pflicht wie Sonn- und Feiertagsgottesdienste.

    Noch bevor ich zur Schule kam, war ich Ministrant... und fand das ganze auch sehr spannend, da von Theater spielen bis Zeltlager alles angesagt war...

    mit 14 kamen mir erste Zweifel, wenn ich diese tief Gläubigen betrachtete und das was sie tun... was in vielen Fällen nicht dem entsprach, was ihnen der Pfarrer sagte... mit 16 hatte ich eine tiefe innere Auseinandersetzung mit mir selbst und beschäftigte mich mit vielen Religionen, um fest zu stellen, ob es eine geben würde, die meiner Natur entsprach. Ich landete dann beim Buddhismus, hatte aber dann keine Zeit und Lust mehr mich damit auseinander zu setzen.

    Mit 44 trat ich aus der Kirche aus, nachdem das letzte Kind gefirmt war... der Punkt fehlt noch in der Aufzählung, weshalb man Mitglied der Kirche bleibt/ ist.: damit die Kinder in den Kindergärten und der Schule nicht ausgegrenzt werden.. gerade im katholischen Bayern.

    Ich habe meine eigene Philosophie entwickelt, nach der ich versuche zu leben. Mittlerweile habe ich aber auch begriffen, dass es viele Menschen überfordern würde, sich eine eigene Lebensform zu entwickeln. Deshalb orientieren sie sich an ihrer jeweiligen Religion.
    So lange diese Religionen den Menschen nicht mehr schaden, als sie ihnen nützen, haben sie m.E. eine Existenzberechtigung.

    Was ich nicht akzeptiere ist, dass der deutsche Staat die Kirchen mit der Zwangssteuer subventioniert, das Gehalt der Bischöfe bezahlt und noch vieles andere... auch wenn diese Gesetze schon hunderte Jahre alt sind... es ist nicht mehr zeitgemäß...

    zur Amtskirche nur soviel: Was kann der liebe Gott dafür, dass sein Bodenpersonal so schlecht ist

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