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Deutschland - besser ohne christliche Kirchen?

Erstellt von strike, 30.12.2014, 07:17 Uhr · 135 Antworten · 8.222 Aufrufe

  1. #111
    Avatar von benni

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    klug gedacht und nachvollziehbar, für die ferne Zukunft. Die grösste Challenge am Weg dazu wird eindeutig die islamitische sein. Daß sich der Islam enorm ausbreitet, vollkommen wertfrei betrachtet, während sich das Christentum enorm zurückzieht, ist vollkommen absehbar. Man sollte das in aller Ruhe zur Kenntnis nehmen und gleichzeitig eine vernünftige, feste Basis schaffen, damit es nicht einmal ansatzweise zum Totalitarismus islam. Prägung kommen kann.
    Falls das gelingen sollte, wird sich in weiterer Folge eine Symbiose aus dem 'erstarren' Islam, dem 'erweichten' Christentum, dem Atheismus und der Religionsvielfalt bilden, die nicht uninteressant werden könnte.

  2.  
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  3. #112
    Avatar von storasis

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    Zitat Zitat von storasis Beitrag anzeigen
    @strike

    Die Äußerungen deines Freundes sind interessant und nachvollziehbar. Er scheint fest auf dem Boden der katholischen Dogmatik zu stehen....
    Anmerkung:
    sorry es scheint sich nicht um Äußerungen von @strikes Freund selbst sondern einen von besagten Freund zitierten Text eines anderen zu handeln...

  4. #113
    Avatar von strike

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    Zitat Zitat von storasis Beitrag anzeigen
    Anmerkung:
    sorry es scheint sich nicht um Äußerungen von @strikes Freund selbst sondern einen von besagten Freund zitierten Text eines anderen zu handeln...
    Danke, @storasis.
    Der Autor, dessen Gedanken und Argumente wir diskutier(t)en, heisst Schellenberger.

  5. #114
    Avatar von Chris67

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    Zitat Zitat von x-pat Beitrag anzeigen
    Ich glaube nicht, dass der Humanismus jemals an die Stelle des Christentums treten wird. Zum einen ist das humanistische Wertesystem ohenhin schon tief in Europa verankert, ganz unabhängig von und parallel zum Christentum. Zum anderen ist der Humanismus keine Religion und liefert keine Antworten auf existentielle Fragen. Insbesondere bietet der Humanismus keine Plattform für die spirituelle Entwicklung des Menschen und ist damit als Ersatzreligion nicht geeignet.

    Um meine Frage "was kommt danach" selbst zu beantworten: der größte Teil der Bevölkerung wird schlicht und leise vom Status Nominalchrist zum Status Nominalatheist übergehen. Das sind diejenigen, die ohnehin nur oberflächliches Interesse an religiösen und spirituellen Themen haben. Militante Atheismusprediger wie Dawkins fungieren dabei als Katalysatoren.

    Ein kleinerer Teil der Bevölkerung wird in Richtung Fundamentalismus abdriften, wie das bereits in manchen amerikanischen Staaten der Fall ist. Christlicher Fundamentalismus hat weltweiten Zuwachs. In Europa ist das zur Zeit noch kein großes Thema, aber es ist gut möglich, dass die wachsenden Minderheitsreligionen, wie der Islam, dieser Bewegung auf die Beine verhelfen werden. Der Rest wird durch ein hoch fragmentiertes Sammelsurium aus Minderheits- und Alternativreligionen repräsentiert, dessen Gesamtzahl in Folge von Migration und Globalisierung ständig wächst.

    Kurzum, wir gehen einem religiösen Pluralismus entgegen, den Europa zuvor noch nicht gesehen hat und damit auch neuen Herausforderungen mit Konfliktpotential. Ich glaube man muss weder studierter Theologe noch Hellseher sein, um diese Entwicklung abzulesen.

    Cheers, X-pat
    Ich meinte auch nicht, dass Humanismus eine Ersatzreligion bieten sollte. Aber der Humanismus bietet ein Wertesystem abseits religiösen Hokuspokus, okkulter Mythen und übernatürlichen (Aber-)glaubens. Und das sollte gut genug sein.
    Was für Antworten auf existenzielle Fragen bietet denn die Religion? Etwa dass wir alle von Geburt an mit Sünde beladen sind und folglich Buße tun müssen um nicht in der Hölle zu schmoren? Dass man im Jenseits für seine Taten im Diesseits zur Rechenschaft gezogen wird? Schwachsinn! Alles reinste Spekulation. Es ist noch nie jemand zurückgekehrt um davon zu berichten, und das wird auch niemals geschehen.
    Es braucht kein imaginäres übernatürliches Wesen um Spiritualität zu erfahren. Es kann sehr spirituell wirken, wenn man sich zum Beispiel zu Bewusstsein ruft, dass wir alle und alles was wir um uns herum sehen, aus Sternenstaub gemacht sind. Denn alle chemischen Elemente, abgesehen von Wasserstoff, Helium und sehr wenig Lithium (stammen aus dem "Big Bang") sind im inneren von Sternen entstanden, die erst explodieren mussten, um uns zu ermöglichen. Völlig ohne Gott und Religion, nur aufgrund von Naturgesetzen. Um so etwas herauszufinden braucht man Wissenschaft. Die kann viele Fragen beantworten, für deren Erklärung früher Gott benötigt wurde.

    Wenn Du Richard Dawkins als "militanten Atheismusprediger" bezeichnest, wie definierst Du dann bitte "militant"?

  6. #115
    Avatar von Nokhu

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    Zitat Zitat von strike Beitrag anzeigen
    Ein Grund fehlt noch: christliche Feiertage.
    Die nimmt natürlich jeder gerne mit
    Außer er ist geborener Workaholic ohne Familie.

    Ich bin für eine strikte Trennung von Religion und Staat.
    Ich auch. Aber so was von strikt.

    Allerdings empfinde ich das "Verschwinden" der Kirchen schon auch als kulturellen Verlust.
    Was ist eure Meinung?
    Ich bin in einer erzkatholischen Familie aufgewachsen. Als ~16 jähriger habe ich mich ziemlich abgenabelt von Familie/Glauben/Kirche. Dann mit 30 Jahren aus dem Verein ausgetreten.

    Trotzdem sind mir die damals vermittelten Werte heute noch etwas Wert.

  7. #116
    Avatar von x-pat

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    Zitat Zitat von Chris67 Beitrag anzeigen
    Ich meinte auch nicht, dass Humanismus eine Ersatzreligion bieten sollte. Aber der Humanismus bietet ein Wertesystem abseits religiösen Hokuspokus, okkulter Mythen und übernatürlichen (Aber-)glaubens. Und das sollte gut genug sein.
    Vielleicht ist das genug für dich. Persönlichen Präferenzen eine Allgemeingültigkeit zuzuweisen wäre jedoch ein Fehler. Religionen sind Vehikel, genau wie Fahrzeuge. Sie haben einen bestimmten Zweck, nämlich die spirituelle Seite des menschlichen Geistes zu entwickeln. Darüber hinaus haben sie keinen besonderen Wert.

    Zitat Zitat von Chris67 Beitrag anzeigen
    Was für Antworten auf existenzielle Fragen bietet denn die Religion?
    Das sind vor allem Antworten auf die Fragen nach dem Sinn des Lebens und des Lebens nach dem Tod. Und natürlich die Frage warum Deutschland so ein Scheisswetter hat.

    Zitat Zitat von Chris67 Beitrag anzeigen
    Wenn Du Richard Dawkins als "militanten Atheismusprediger" bezeichnest, wie definierst Du dann bitte "militant"?
    Das habe nicht ich gesagt, sondern Richard Dawkins selbst, und zwar in einem relativ bekannten TED Talk aus dem Jahr 2002 in dem er öffentlich zum "militanten Atheismus" aufrief. Ich bin zwar selbst Atheist (im engeren Sinn) , aber mit Dawkins Haltung habe ich ein Problem. Dawkins, Harris, Hitchens & Co. sehe ich als perfekte Spiegelbilder der religiösen Eiferer auf der Kontrahentenseite. Beide Seiten behaupten entweder implizit oder explizit zu wissen wie das Universum funktioniert. Die ausgeprägte Wissenschaftsgläubigkeit ist auch eine Form des Glaubens.

    Cheers, X-pat

  8. #117
    Avatar von Amsel

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    Zitat Zitat von Chris67 Beitrag anzeigen
    Was für Antworten auf existenzielle Fragen bietet denn die Religion? Etwa dass wir alle von Geburt an mit Sünde beladen sind und folglich Buße tun müssen um nicht in der Hölle zu schmoren? Dass man im Jenseits für seine Taten im Diesseits zur Rechenschaft gezogen wird? Schwachsinn! Alles reinste Spekulation. Es ist noch nie jemand zurückgekehrt um davon zu berichten, und das wird auch niemals geschehen.
    Ich habe mir erlaubt im Zitat einige Schluesselworte zu unterstreichen. Fuer mich persoenlich, der keiner Kirche angehoert, aber gewisse Prinzipien im Zusammenleben von Menschen achtet, sind diese Begriffe erklaerungsbeduerftig. Was ich nun schreibe ist meine persoenliche Einstellung zu den von den christlichen Kirchen verwendeten Begriffen.

    Suende ist fuer mich ein Fehlverhalten welches unangenehme Folgen mit sich bringt.

    Busse ist fuer mich Einsicht in mein Fehlverhalten, also der Versuch es beim Naechstenmal besser zu machen.

    Hoelle setze ich mit einem Zustand gleich der sehr unangenehm ist und von Fehlverhalten verursacht wird.

    Rechenschaft ist fuer mich ein oeffentliches Eingestehen meines Fehlverhaltens.

    Wie gesagt, mit dieser Interpretation kann ich gut leben.

    Ich sehe es so und brauche keine Kirche um nach diesen Prinzipien zu leben.

  9. #118
    Avatar von Chris67

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    Zitat Zitat von x-pat Beitrag anzeigen
    [...]Das habe nicht ich gesagt, sondern Richard Dawkins selbst, und zwar in einem relativ bekannten TED Talk aus dem Jahr 2002 in dem er öffentlich zum "militanten Atheismus" aufrief. Ich bin zwar selbst Atheist (im engeren Sinn) , aber mit Dawkins Haltung habe ich ein Problem. Dawkins, Harris, Hitchens & Co. sehe ich als perfekte Spiegelbilder der religiösen Eiferer auf der Kontrahentenseite. Beide Seiten behaupten entweder implizit oder explizit zu wissen wie das Universum funktioniert. Die ausgeprägte Wissenschaftsgläubigkeit ist auch eine Form des Glaubens.

    Cheers, X-pat
    Moin,

    Vielleicht hat er das gesagt, militant würde ich das aber nicht nennen. Dawkins misst der Religion auch einen nicht zu unteschätzenden Wert bei, sei es auch nur als kulturelles Erbe, und der Bibel als ein Stück Weltliteratur, was sie zweifellos ist.

    Von den drei genannten war sicher Hitchens am extremsten, aber ich habe von keinem der drei gehört (und ich habe etliche Stunden Videos von jedem gesehen), dass er bahauptet er wisse, wie die Welt funktioniert.

    Wissenschaftsgläubigkeit ist ein Widerspruch in sich. Wissenschaft hat mit Glaube nicht das geringste zu tun. Wissenschaft gründet sich auf Beobachtung, daraus abgeleitete Vorhersagen und deren Überprüfung an der Wirklichkeit (vereinfacht). Kann eine Hypothese nicht anhand von Beobachtungen bestätigt werden, wird sie verworfen. Andernfalls wird sie zur Theorie, wie z.B. Evolution, und auch Gravitation (auch das ist eine Theorie, und niemand wird bestreiten wollen, das sie stimmt).

    Demgegenüber gründet sich Reiligion (Glaube) auf unbewiesenen und unbeweisbaren Behauptungen.

  10. #119
    Avatar von x-pat

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    Zitat Zitat von Chris67 Beitrag anzeigen
    Vielleicht hat er das gesagt, militant würde ich das aber nicht nennen.
    Richard Dawkins hat durchaus symapthische Seiten und wirkt auch auf mich nicht militant. Er sagte jedoch in o.g. Rede verbatim dass er "keinen Atheismus predige, sondern militanten Atheismus". Schau dir die Rede auf Youtube an. Sie ist interessant und in der Dawkins-üblichen Manier sehr eloquent. Im Dawkin'schen Sinn verstehe ich unter "militantem Atheismus" eine religionsfeindliche Haltung, die reilgiöse Dinge aktiv ablehnt bzw. bekämpft.

    Zitat Zitat von Chris67 Beitrag anzeigen
    Dawkins misst der Religion auch einen nicht zu unteschätzenden Wert bei, sei es auch nur als kulturelles Erbe, und der Bibel als ein Stück Weltliteratur, was sie zweifellos ist.
    Religion als Folklore, den Gedanken hatten wir ja bereits formuliert. Das kommt jedoch einer Degradierung gleich, denn eine Religion ohne Funktion verkommt zum Schaustück und leeren Ritual.

    Zitat Zitat von Chris67 Beitrag anzeigen
    Von den drei genannten war sicher Hitchens am extremsten, aber ich habe von keinem der drei gehört (und ich habe etliche Stunden Videos von jedem gesehen), dass er bahauptet er wisse, wie die Welt funktioniert.
    Nein, explizit behaupteten sie das natürlich nicht, aber man muss schon ein wenig zwischen den Zeilen lesen. Sie sprechen den Religionen "nur" jegliche epistemologische Bedeutung ab und Daniel Dennett verglich Religionen sogar mit einem geistigen Virus. Man kann Arroganz kaum deutlicher ausdrücken und dabei implizit die eigene Position glorifizieren.

    Zitat Zitat von Chris67 Beitrag anzeigen
    Wissenschaftsgläubigkeit ist ein Widerspruch in sich.
    Nein, ist es nicht. Das deutsche Wort "Wissenschaftsglaube" bedeutet ebensowenig dass die Wissenschaften auf Glauben gründet wie das englische Wort "scientism" bedeutet, dass es sich bei den Wissenschaften um Ideologien handelt. Das Wort beschreibt eine spezielle Haltung, die sich aus dem Glauben ergibt, dass die wissenschaftliche Methode die einzige gültige epistemische Methode ist, und das die Wissenschaft allein zur Erkenntnis führt.

    Zitat Zitat von Chris67 Beitrag anzeigen
    Demgegenüber gründet sich Reiligion (Glaube) auf unbewiesenen und unbeweisbaren Behauptungen.
    Naja, das ist eine Binsenweisheit. Die Doktrinen einer Religion oder einer Philosophie sind per se nicht wissenschaftlich formuliert, und daher auch nicht wissenschaftlich beweisbar. Das heisst jedoch nicht dass sie ungültig, falsch, oder unsinnig sind. Nur leider wird das von den Wissenschaftsgläubigen immer gerne impliziert.

    Cheers, X-pat

  11. #120
    Avatar von Chris67

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    Zitat Zitat von x-pat Beitrag anzeigen
    [...]Nein, ist es nicht. Das deutsche Wort "Wissenschaftsglaube" bedeutet ebensowenig dass die Wissenschaften auf Glauben gründet wie das englische Wort "scientism" bedeutet, dass es sich bei den Wissenschaften um Ideologien handelt. Das Wort beschreibt eine spezielle Haltung, die sich aus dem Glauben ergibt, dass die wissenschaftliche Methode die einzige gültige epistemische Methode ist, und das die Wissenschaft allein zur Erkenntnis führt.
    Es ist zumindest bis jetzt die einzige Methode die zur Wahrheit führt. Du kannst kaum allen Ernstes behaupten die Doktrin der katholischen Kirche sei wahr, oder die Behauptungen des Koran über den Ursprung der Welt und den Dialog Mohammeds mit imaginären Engeln.


    Zitat Zitat von x-pat Beitrag anzeigen
    Naja, das ist eine Binsenweisheit. Die Doktrinen einer Religion oder einer Philosophie sind per se nicht wissenschaftlich formuliert, und daher auch nicht wissenschaftlich beweisbar. Das heisst jedoch nicht dass sie ungültig, falsch, oder unsinnig sind. Nur leider wird das von den Wissenschaftsgläubigen immer gerne impliziert.

    Cheers, X-pat
    Die meisten Religionen, zumindest die monotheistischen behaupten aber, dass sie die alleinige Wahrheit besitzen. In der Regel tun sie das so lange, bis ihre Behauptungen von der Wissenschaft widerlegt werden.
    Außerdem widersprechen sie sich gegenseitig. Es kann also nur maximal eine von vermutlich tausenden Religionen im Laufe der Geschichte recht haben. Welcher Religion jemand anhängt, hängt maßgeblich von seiner Herkunft (geographisch) ab, und vom Glauben seiner Eltern. Irgendwo ist doch da ein massiver Denkfehler in dem System Religion impliziert.

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