Seite 11 von 14 ErsteErste ... 910111213 ... LetzteLetzte
Ergebnis 101 bis 110 von 136

Deutschland - besser ohne christliche Kirchen?

Erstellt von strike, 30.12.2014, 07:17 Uhr · 135 Antworten · 8.217 Aufrufe

  1. #101
    Avatar von Nokhu

    Registriert seit
    09.06.2002
    Beiträge
    8.023
    Ich glaube an nichts, und das glaube ich zu wissen.

  2.  
    Anzeige
  3. #102
    ccc
    Avatar von ccc

    Registriert seit
    09.07.2011
    Beiträge
    3.949
    Zitat Zitat von Chris67 Beitrag anzeigen
    Wie wäre es mal mit Humanismus?

    Für soziales Engagement und ein moralisches Leben braucht es keine Religion.
    Humanismus ist letztendlich wohl auch so etwas wie eine Religion, denn wenn man für Humanismus eintritt, dann tut man es, weil man ihn für einen guten 'Masterplan' hält. So gesehen ist er dann auch eine Art Religion, also ein moralisches 'Verhaltens-Regelwerk' wie es alle anderen Religionen auch haben (wenn auch mit unterschiedlichen Schwerpunkten).

  4. #103
    Avatar von storasis

    Registriert seit
    26.03.2008
    Beiträge
    952
    Zitat Zitat von Chris67 Beitrag anzeigen
    Genau das ist, was Religion für mich zu einem der Hauptübel der Welt macht!
    Am schlimmsten von allen sind die Leute, die wissen anstatt zu glauben. Die, die wissen, dass sie Recht haben, die wissen, dass alle anderen der ewigen Verdammnis anheimfallen, und folgerichtig allen, die nicht wissen, und noch nicht einmal glauben, ihre Doktrin aufdrängen, teilweise (heute im Christentum zum Glück nicht mehr so) unter Gewaltandrohung oder der Drohung mit anderen Repressalien.

    Generell kommen wir nicht ohne Gewissheiten aus, wir setzen ja auch im Alltag solche voraus, etwa das Kontradiktionsprinzip.

    Was ich im Zusammenhang meiner Überlegungen meinte, war, dass die moderne Theologie viele Varianten bietet, von denen keine beweisbar ist, also keine fix. Konnte Paulus noch sinngemäß schreiben, der gesamte Glaube an Jesus Christus sei sinnlos, sofern dieser nicht auferstanden sei - aber Jesus sei eben auferstanden - so interpretiert z.B. der evangelische Theologe Bultmann diese Zentralbotschaft des Christentums so, dass Jesus ins Kerygma (die Verkündigung) auferstanden, was ja historisch fest steht: Die Verkündigung von Jesus als Christus ist nach dem Tod Jesu nicht verstummt sondern angewachsen. Diese Interpretation, die möglich ist, aber nicht in dem Sinne beweisbar, dass sie andere ausschlösse, steht also seit Bultmann neben der traditionellen Auffassung vom leeren Grab. Für eine Religion bietet aber so eine Interpretation meiner Meinung nach zu wenig Gewissheit. Und wie in dieser Frage ist es mittlerweile in beinahe jeder Glaubensfrage.

  5. #104
    Avatar von Ironman

    Registriert seit
    26.10.2011
    Beiträge
    4.083
    Ich halts wie Lemmy (theartsdesk Q&A: Musician Lemmy Kilmister | New music reviews, news & interviews | The Arts Desk)

    I think it’s a pretty thin story. A virgin got ..... by a ghost, then the husband went for it. “I’m pregnant, darling, but I’m still a virgin.” “Oh, OK.” Even back then that’s a thin story, right? And all these flaming swords and chariots taking them up into the sky with a roar of white thunder – bullshit, it was astronauts. What does it sound like to you? It’s a ....... spaceship, isn’t it? There were a lot of ‘em too, people being drawn into Heaven by the Lord.
    1939933_757582577616266_6603990245679296028_n.jpg

    Religion, egal ob Christentum, Islam oder Buddhismus gehört komplett abgeschafft. Nichts anderes als Opium fürs Volk. Sicherlich gibt es innerhalb dieser Organisationen gute Menschen, die gäbe es aber ohne diese Organisationen auch.

  6. #105
    Avatar von storasis

    Registriert seit
    26.03.2008
    Beiträge
    952
    @strike

    Die Äußerungen deines Freundes sind interessant und nachvollziehbar. Er scheint fest auf dem Boden der katholischen Dogmatik zu stehen.

    Mein Problem mit diesem Fundament dieser katholischen Dogmatik (habe mich vor Jahren intensiv mit dieser Thematik befasst) ist nun aber, dass dieser Boden durch den Wissenszuwachs moderner Theologie, die wohl gemerkt nicht unter dem Mantel "Atheisten" oder "Kirchenkritiker" sondern teils von den Kirchen bestallte Wissenschaftler ausgeübt wird - de facto wesentlich unsicherer geworden ist. Das heißt es gibt viele von Theologen vertretene oder zumindest als möglich dargestellte Varianten, die dem katholischen Dogma diametral widersprechen.

    Von der Kirchenleitung gedacht ist es verständlich, solche Varianten abzulehnen, aber vom argumentativen Standpunkt ist das nicht wirklich möglich.

    Ein Beispiel: Als ich als Schüler das erste Mal in einer Synagoge war, war es für mich schwer einzusehen, dass die Juden nicht erkannt haben, das Jesus der Messias sei. Es wäre doch sozusagen ein Leichtes, den Synagogenleiter auf seinen Irrtum aufmerksam zu machen.
    Heute wird mir beim Betreten einer Synagoge eher das Gegenteil klar: Wie beinahe unmöglich es ist, einen Juden davon überzeugen zu wollen, eine gewisser Jeschua aus Nazaret (da. 4 vor bis ca. 30 nach unserer Zeitrechnung) sei der Messias gewesen und noch viel schwerer wäre es einem Juden erklären zu wollen, eben dieser Jesus sei der eingeborene Sohn Gottes und bilde zusammen mit dem Heiligen Geist die Trinität. Geboren sei er von einem unverheirateten jüdischen Mädchen namens Mirijam durch vom Heiligen Geist durch Jungfrauengeburt.
    Auch könnte ich mir in dieser Frage von zeitgenössischen Theologen wenig Schützenhilfe erwarten, da die mir zum Teil versichern würden "natürlich" sei Jesus der Sohn des Josef und den Titel "Sohn" Gottes müsse man nun wirklich nicht biologistisch missdeuten, er heiße etwa nach dem Wohlgefallen Gottes, eben so wie wir alle "Söhne oder Töchter" Gottes seien.... Was die Jungfrauengeburt betrifft, sei die Aussage auf eine Fehlübersetzung zurückzuführen. Statt "Seht die Jungfrau wird gebären..." müsse man richtiger übersetzen "Seht, die junge Frau wird gebären..."

  7. #106
    Avatar von Amsel

    Registriert seit
    07.11.2014
    Beiträge
    3.912
    Zitat Zitat von strike Beitrag anzeigen
    Wer umgekehrt in einem buddhistischen oder islamischen Kulturzentrum Literatur darüber sucht, was man vom Christentum lernen könne, wird weit herumreisen müssen.
    Wer sich fuer diese Thematik interessiert, koennte sich mit den Werken von Daisetz Teitaro Suzuki befassen.

    Zu empfehlen ist christliche-buddhistische-Mystik.

  8. #107
    Avatar von Amsel

    Registriert seit
    07.11.2014
    Beiträge
    3.912
    Zitat Zitat von x-pat Beitrag anzeigen
    Die interessante Frage ist: was kommt danach?
    Wir befinden uns weltweit im Umbruch.

    Der weitverbreitete Glaube an die Macht des Geldes schwindet.

    Das globale Finanzsystem wackelt.

    Wenn es einstuerzen sollte...

    was kommt danach?

    Vielleicht wenden sich die Menschen dann mehr dem spirituellen Teil des Lebens zu.

  9. #108
    Avatar von Hermann2

    Registriert seit
    05.02.2012
    Beiträge
    4.669
    Zitat Zitat von ccc Beitrag anzeigen
    Humanismus ist letztendlich wohl auch so etwas wie eine Religion, denn wenn man für Humanismus eintritt, dann tut man es, weil man ihn für einen guten 'Masterplan' hält. So gesehen ist er dann auch eine Art Religion, also ein moralisches 'Verhaltens-Regelwerk' wie es alle anderen Religionen auch haben (wenn auch mit unterschiedlichen Schwerpunkten).
    Danke! Endlich kann ich mich wieder als "religiös" bezeichnen, denn auch meine Überzeugung gilt dem Humanismus, wie ich ihn mal in einem Zitat von Sartre gelesen hatte: "Der Mensch ist nichts Anderes als das was er vorlebt. Er ist die Summe seiner Handlungen"
    (oder so ähnlich)
    Nachtrag: Habe eben in WIKI zu Humanismus nachgelesen! Das werde ich noch öfter lesen müssen bis ich´s kpl. verinnerlichen kann!

  10. #109
    Avatar von rolf2

    Registriert seit
    04.09.2006
    Beiträge
    19.258
    jede Kultur schafft sich ihre Mythen und Riten, über die andere Kulturen mit anderen Mythen und Riten sich hinwegsetzen.











    Das Negative wird mit größerem zeitlichem Abstand abstrakter und wird je nach Betrachtungswinkel verharmlost oder hervorgehoben, das römische Reich, das christliche Abendland haben ihre Verbreitung mit dem Schwert betrieben, die Millionen an Opfern werden je nach Betrachtung und Blickwinkel ausgeblendet oder verharmlost und die Vorteile gegenüber anderen Kulruren und Religiösem Wahn irgendwie begründet und akzeptiert.

    Alles basiert auf nicht beweisbaren unterschiedlichsten Mythen an die man glauben kann, will oder muss



    Der Mensch strebt nach Erklärung seines Seins, seines Woher und Wohin.

    ein einzelner Verückter mit einer verrückten Idee wird weggesperrt, wenn es sich um zigtausende Verrückte handelt nennt man es Religion.

  11. #110
    Avatar von x-pat

    Registriert seit
    06.11.2003
    Beiträge
    7.208
    Zitat Zitat von Chris67 Beitrag anzeigen
    Wie wäre es mal mit Humanismus? Für soziales Engagement und ein moralisches Leben braucht es keine Religion.
    Ich glaube nicht, dass der Humanismus jemals an die Stelle des Christentums treten wird. Zum einen ist das humanistische Wertesystem ohenhin schon tief in Europa verankert, ganz unabhängig von und parallel zum Christentum. Zum anderen ist der Humanismus keine Religion und liefert keine Antworten auf existentielle Fragen. Insbesondere bietet der Humanismus keine Plattform für die spirituelle Entwicklung des Menschen und ist damit als Ersatzreligion nicht geeignet.

    Um meine Frage "was kommt danach" selbst zu beantworten: der größte Teil der Bevölkerung wird schlicht und leise vom Status Nominalchrist zum Status Nominalatheist übergehen. Das sind diejenigen, die ohnehin nur oberflächliches Interesse an religiösen und spirituellen Themen haben. Militante Atheismusprediger wie Dawkins fungieren dabei als Katalysatoren.

    Ein kleinerer Teil der Bevölkerung wird in Richtung Fundamentalismus abdriften, wie das bereits in manchen amerikanischen Staaten der Fall ist. Christlicher Fundamentalismus hat weltweiten Zuwachs. In Europa ist das zur Zeit noch kein großes Thema, aber es ist gut möglich, dass die wachsenden Minderheitsreligionen, wie der Islam, dieser Bewegung auf die Beine verhelfen werden. Der Rest wird durch ein hoch fragmentiertes Sammelsurium aus Minderheits- und Alternativreligionen repräsentiert, dessen Gesamtzahl in Folge von Migration und Globalisierung ständig wächst.

    Kurzum, wir gehen einem religiösen Pluralismus entgegen, den Europa zuvor noch nicht gesehen hat und damit auch neuen Herausforderungen mit Konfliktpotential. Ich glaube man muss weder studierter Theologe noch Hellseher sein, um diese Entwicklung abzulesen.

    Cheers, X-pat

Seite 11 von 14 ErsteErste ... 910111213 ... LetzteLetzte

Ähnliche Themen

  1. Antworten: 623
    Letzter Beitrag: 20.10.14, 02:40
  2. Antworten: 51
    Letzter Beitrag: 04.08.13, 10:53
  3. Antworten: 13
    Letzter Beitrag: 28.07.12, 08:54
  4. Heiraten in Deutschland oder besser in Bangkok ?
    Von darkrider im Forum Ehe & Familie
    Antworten: 23
    Letzter Beitrag: 23.11.03, 13:44
  5. Kind (15 j.) ohne Eltern
    Von Chainat-Bruno im Forum Ehe & Familie
    Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 24.06.01, 20:47