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Der Sentimental-Thread

Erstellt von Chumpae, 21.11.2015, 07:59 Uhr · 93 Antworten · 6.019 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von Chumpae

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    Der Sentimental-Thread

    Seit geraumer Zeit beschäftige ich mich mit der Problematik, wie die gegenwärtige Politik in D und EU sich emotional auf die persönlichen Befindlichkeiten(Beruf,Familie,Gesundheit)eines jeden Einzelnen auswirkt.Deswegen möchte ich in bewußtem Gegensatz zum "Terror-Thread" an dieser Stelle eine Diskussion eröffnen, welche ausschließlich den persönlichen Empfindungen der Nitty-Member ein Podium gibt. Ich bin nicht interessiert hier copy & past über vermeintliche Angriffe auf Flüchtlingsheime, neue Ungeheuerlichkeiten unserer Eliten oder ähnliches der dafür bekannten Spezln hier im Nitty zu lesen.
    Als Einstieg hab ich hier mal ein paar Links eingestellt, welche die Grundstruktur wiederspiegeln:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Sentimentalit%C3%A4t
    http://www.achgut.com/dadgdx/index.p...hl_mit_kassler
    und den Post #9487 von @Ironman
    Thema "Flüchtlinge"

    Ich versuchs mal mit ersten Eindrücken meinerseits:

    Ich mach ja keinen Hehl daraus, das ich im Osten aufgewachsen bin und vor nunmehr 26 Jahren das Glück hatte miterleben zu dürfen, wie die Mauer fiel.Dies geschah friedlich und hatte trotzdem für jeden Einzelnen von uns zum Teil dramatische Lebensumstellungen zur Folge.Mich hat es vor nunmehr 15 Jahren gemeinsam mit meiner Frau beruflich in viele Länder Europas geführt und hatten somit Kontakt zu vielen Personen unterschiedlichster Ethnien.
    Nunmehr mit fast 60 Jahren und in Erwartung des ersten Enkels aus meiner "eigenen Zucht"(meine Frau ist 6-fache Omma)und in Anbetracht der gegenwärtigen politischen Situation sind die Sorgen größer, als sie damals in der Zeit der sogenannten"Wende" waren.
    Ich bin sicher, das in nächster Zeit in D Prozesse stattfinden werden, die mit sehr viel Gewalt und vielleicht auch einer Menge Blut verbunden sein werden. Hinzu kommt eine Spaltung der Gesellschaft, wie es in diesem Umfang noch nicht einmal in der Ehemaligen möglich war.
    Gleichzeitig werden bisher in beiden Teilen gepflegte Grundsätze von den politisch Verantwortlichen in die Tonne getreten(Antisemitismus),Verleumdungen sind in Unwissenheit der historischen Fakten en vogue( inflationäre Verunglimpfung aller Andersdenkenden als Nah.zies)usw.
    Ich versuche jetzt peu a peu ein Leben in TH aufzubauen, in D hält mich nur noch die Kinder und die evt . zu erwartende Rente.Obwohl wir aus bestimmten Gründen nicht tiefergehend mit meiner Frau die bestehenden Probleme ausdiskutieren können, sieht sie doch im TV ,das da etwas nicht stimmt. Und sie bemerkt auch, das ich wohl verschlossener und nachdenklicher geworden bin.Zum Glück sind wir mit der Zeit so verbunden, das wir niemanden mehr etwas beweisen müssen und frei in unseren Entscheidungen sind.
    Ich hatte es bereits vor einiger Zeit geschrieben, das ich zwischen D und TH die Wahl habe zwischen Pest und Cholera.
    Ich habe mich momentan für die Cholera entschieden.

  2.  
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  3. #2
    Avatar von SED Chef

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    Ich verstehe nicht wieso du die Wahl
    zwischen Pest und Cholera hast.
    Wenn du Thailand als Cholera betrachtest,
    wuerde ich die Cholera genauso wie die
    Pest meiden und dorthin gehen, wo man
    beides meiden kann.

  4. #3
    Avatar von Chumpae

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    Naja,nun nimm mal das mit der Pest und Cholera umgangssprachlich und nicht sooo ernst.Und das ich mit fast 60 Jahren nun nicht mehr anfange mein persönliches Umfeld neu zu strukturieren, ist ja wohl auch verständlich. Natürlich könnten wir im Ernstfall hüben wie drüben auch noch eine 3. Variante in Erwägung ziehen. Allerdings müßte dies dann wohl seeehr weit weg von beiden Destinations sein, da ich mir sicher bin, daß es dort nicht nur bei regionalen Auseinandersetzungen bleiben wird.
    Ich habe so in Erinnerung, das die Pitcairn-Islands (das sind die Nachfahren von Capt.Fletcher)Einwanderer suchen. Allerdings ist der Grund dafür auch in jahrhundertelangem Streit der Urbevölkerung zu suchen. Vielleicht ein Modell für D in 200 Jahren ?

  5. #4
    Avatar von xxeo

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    Ich sehe das genauso, es stehen Deutschland und Europa aller Voraussicht nach sehr ungemütliche Zeiten bevor. Deshalb möchte ich hier weg.

    Allerdings ist für mich der soziale und ökonomische Abstieg Europas seit langem sichtbar. Gerade wurde berichtet, dass die Tafeln in Deutschland zwanzig Jahre alt werden, das Thema Armut also schon so lange besteht. Die Flüchtlingswelle und die damit verbundenen, im Grunde kaum zu bewältigenden Probleme hebeln diesen Abstieg und beschleunigen ihn. Der Club of Rome warnte früh, ebenso Gabor Steingart in seinem Buch.

    Als "Cholera-Lösung" sehe ich Thailand keineswegs. Dort lässt es sich leben. Sofern man ohne Illusionen ankommt, keine paradiesischen Zustände erwartet, pragmatisch an den neuen Lebensabschnitt herangeht und sowohl neue Tätigkeiten/Hobbies wie auch ein neues soziales Umfeld findet.

  6. #5
    Avatar von SED Chef

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    Meistens ist es doch so "wie man in den
    Wald hinein ruft, so schallt es hinaus."

    Wer bereit ist hier die Menschen und
    ihre Sitten zu akzeptieren, der wird auch
    akzeptiert werden.
    Ein gewisses soziales Umfeld ist ueber-
    lebensnotwendig; allein schon fuer be-
    hoerdliche Angelegenheiten.
    Man sollte auch die Mentalitaet "hilf dir
    selbst und ergreife die Initiative" haben,
    sonst duerfte es auch problematisch
    werden.
    Die Denke, dass hier alles fast so be......
    wie in D. ist, koennte schon ein erster
    grosser Stolperstein sein.

  7. #6
    Avatar von xxeo

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    Chumpae, du bist verschlossener und nachdenklicher geworden. Das geht mir genauso. Die Freiheit, Entscheidungen zu treffen, ist jetzt von Vorteil.

    Aber ich rechnete bereits bisher damit, dass ein Teil meines sozialen Umfelds hier eine Form von Neid zeigen wird, wenn ich mit unter 60 zumindest für längere Zeit unter Palmen lebe. Jetzt, angesichts der ganzen Malaise hier, kann es sein, dass diese Neidreaktion stärker wird.

    Eine Sorge von mir ist, dass ich in Thailand nicht entspannt wie ein Langzeiturlauber leben werde, sondern mit einem gewissen Gefühl, im Exil zu sein. Dass in diesem Aufenthalt schlimmstenfalls eine Form von Zwang enthalten ist. Dass ich nicht, wie geplant, jedes Jahr im Frühjahr nach Deutschland/Europa fliege und ein bisschen herumreise und die alte Heimat genieße, sondern ich diese Aufenthalte in Deutschland/Europa angesichts der dortigen Spannungen zwar machen kann, aber nicht mehr machen will und mir das Geld fürs Flugticket lieber spare.

  8. #7
    Avatar von Amsel

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    Bisher habe ich keine sentimentalen Anwandlungen bekommen. Auch nach mehr als 20 jaehriger Abwesenheit von Deutschland. Wir hatten eine schoene Zeit in D, wir waren jung und haben gemeinsam viele schoene Dinge erlebt. Ich hatte Glueck und konnte meine Frau oft auf Geschaeftsreisen mitnehmen. Nun sind meine Frau und ich etwas ueber 60 und leben gerne in Thailand.

    Das Einzige was mich mit D noch verbindet sind der Pass und die noch zu erwartende Rente. Dennoch verfolge ich die Entwicklungen in Politik und Wirtschaft sehr genau, um zu sehen, ob meine Ansichten, die mich Anfang der 1990er Jahre dazu gefuehrt haben, den Hauptwohnsitz nach Bangkok zu verlegen, richtig waren.

    JA, es war und ist richtig, denn wenn ich sehe wie die Steuerzahler verarscht (um ihre Zukunft betrogen) werden und ich daran denke, es waere uns auch so ergangen, wenn wir in D geblieben waeren, dann...

    Aber es ist anders gekommen, weil wir eine ENTSCHEIDUNG getroffen haben, zu der wir stehen. Das ist der Knackpunkt, "entweder oder", alles andere ist halbgar.

    Nach meiner Ansicht sind viele Menschen in D "wie gelaemt sie verkriechen sich in ihre Schneckenhaeuser" es wird zwar gemotzt, aber sonst?

    In anderen EU-Laendern gibt es noch so etwas wie zivilen Ungehorsam - in D?

    Ich habe seinerzeit in D meinen Mund aufgemacht, auch wenn ich sanktioniert wurde.

    Heute denke ich mir: "drauf geschi..en"

    Lieber lebe ich mit den Konzequenzen und bin frei.

    Ich brauche keine Vorturner.

    Selbst ist der Mann!

  9. #8
    Avatar von tuxluchs

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    Habe mich heute Mittag mit GV getroffen, dem es hier (Roi Et) recht gut geht.
    Er sieht aber eine gewisse Gefahr, das es auch hier, sofern die Entmündigung des Volkes so weiter geht, zu heftigen Spannungen kommen könnte. Es scheint schon etwas zu gären.

  10. #9
    Avatar von sombath

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    Chumpae , xxeo ,
    auch ich mache mir große Sorgen über unsere Zukunft hier in Deutschland .
    Aber selbst wenn wir unseren Lebensmittelpunkt nach Th. verlegen würden ,
    hängt unsere finanzielle Zukunft aber doch weiterhin von der Entwicklung in D. ab .
    Ich habe eine gute staatliche Rente und wir sind damit auch preiswert krankenversichert .
    Meine Frau hat einen Teilzeitjob mit dem sie ein Einkommen hat , das einem Vollzeitjob in Th. entspricht .
    Wenn also hier alles zusammen bricht , ist auch meine Rente weg ! !
    Mit was sollen wir denn in Th. leben , wenn ich hier in D. keine Rente mehr habe ? ?
    In D. kann ich immer überleben , da es ja eine Grundsicherung gibt und wir mietfrei im eigenen Haus leben .
    Noch leben wir hier im Allgäu in Ruhe und Frieden und hoffe , das das auch noch einige Zeit so bleibt .

    Sombath

  11. #10
    Avatar von tuxluchs

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    @Sombath
    Die Nachdenklichkeit sollte nicht in Angst, aber in Vorsicht enden, wer sagt zum Beispiel wenn die Renten nicht mehr in der Höhe wie bisher gezahlt werden können, weil der Topf leerer wird, die Grundsicherung en nicht auch reduziert werden müssen, viele Jäger sind bekanntlich des Hasen Tod.
    Und mietfrei ist ja eigentlich nicht Reell, Umlagen und Grundsteuer bleiben ja immer noch, und diese werden bei leereren Töpfen halt dann erhöht.

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