Seite 12 von 17 ErsteErste ... 21011121314 ... LetzteLetzte
Ergebnis 111 bis 120 von 163

Der Mindestlohn in Deutschland - und seine praktische Umsetzung

Erstellt von Khun Sung, 16.01.2015, 19:50 Uhr · 162 Antworten · 6.520 Aufrufe

  1. #111
    Avatar von Eutropis

    Registriert seit
    27.05.2014
    Beiträge
    8.520
    Zitat Zitat von rolf2 Beitrag anzeigen
    Wenn das stimmt was Du sagst dann würde ich meinen allein Berlin könnte für Dich völlig ausreichend sein um sehr gut zu verdienen.
    Dem ist leider nicht so. In dieser speziellen Niesche springen für mich 2 - 3 lukrative Aufträge/ 2 Wochen gesamt im Jahr heraus.
    Ich kann auch nicht für einen Auftrag zusperren und 5 Wochen mit 2 Hiwis in BaWü arbeiten.
    Brauche meine Werkstatt dazu. Und in dem Segment gibt es 2 bis 4 Figuren die versuchen davon zu leben.
    Jeder in seinem Style. Keiner schafft das ohne zusätzliches Standbein. Ein Kumpel von mir tätowierte seit 1990 im eigenen Studio. Konnte sich kaum über Wasser halten. Erst als die entsprechenden Dokus im TV den Hype so richtig ins rollen brachten hat er richtig verdient. Jetzt sitzt er mit 50 unter Palmen, die Frauen sind schön braun und er ist hier weg.
    Die wirklich künstlerischen Aufträge kosten auch entsprechend Energie. Hört sich komisch an aber da muss man mental gut drauf sein sonst wird das nix. Und wenn man dann für ein Mosaik nach abgesegnetem Entwurf 42,- Std. berechnen kann, wird man kaum auf Deine 5000,- Euronen kommen.
    Besser ist es vieleicht als Anwalt. Da schreibt die Gehilfin den Brief der dann mit einem Stundensatz von 154,- € abgerechnet wird.

  2.  
    Anzeige
  3. #112
    Avatar von Helli

    Registriert seit
    23.02.2013
    Beiträge
    6.273
    Zitat Zitat von hueher Beitrag anzeigen
    Irgendwo in Meckpom ist er sicher billiger als in Berlin oder Schwerin. So natürlich auch in TH!
    Lieber @hueher, so generell kann man das auch nicht sagen. Ich war vor ein paar Jahren in Berlin beim Frisör und habe dort weniger bezahlt, als in meiner kleinen Heimatstadt. Es ist nämlich auch eine Frage des Wettbewerbs.
    Da sind unsere Gastgeber ja auch Spezialisten. Ich habe in den 90er Jahren erlebt, dass in Nordpattaya in einer Seitenstraße ein Frisörladen eröffnet hat. Der Laden lief sehr gut. Ein Jahr später waren es in der gleichen Straße schon drei Läden und es ging so lala. Wieder ein Jahr später waren es genau 8 Läden und keiner hatte mehr etwas zu tun. Beim nächsten Urlaub waren sie bis auf den ersten Laden alle wieder zu. Das ist hier in der Pampa genau so. Heute macht an der Ecke eine Suppenküche auf und man sieht, dass da ein bisschen was verdient wird, sind spätestens in zwei Wochen noch zwei Läden in der direkten Nachbarschaft und anschließend machen alle drei wieder zu, weil für alle nicht genug läuft. Es gönnt Einer dem Anderen nicht das Schwarze unter dem Fingernagel. Die sind leider so!

  4. #113
    ffm
    Avatar von ffm

    Registriert seit
    06.08.2005
    Beiträge
    4.002
    Zitat Zitat von rolf2 Beitrag anzeigen
    Die Schwiegereltern meiner Frau sind von Reisproduktion auf Gemüseanbau umgestiegen weil es sich besser gerechnet hat, das ist ne sinnvolle Maßnahme. Den Frisören in Deutschland empfehle ich ihre Dienstleistung in Richtung Wellness zu erweitern und insgesamt kundenorientierter zu handeln, dann kann man auch mehr verdienen als immer nur billige Leistung und billigere Löhne anzustreben.
    Du hast also den kompletten Durchblick, sowohl was den Agrarsektor in Thailand betrifft, als auch beim Friseurgewerbe in Deutschland?

    Glücklicherweise gibt es hier wie dort noch Menschen die mit ihrer Arbeit Familien ernähren und Kinder großziehen, ganz unabhängig davon ob McKinsey-, Weltbank- oder Nittaya-Experten der Meinung sind dass diese Art zu wirtschaften doch antiquiert sei und keine Zukunft habe. Auch wenn es heutzutage sicher lukrativer ist wenn man seinen Lebensunterhalt als Consultant verdienen kann: Irgendjemand muss die wirkliche Arbeit selbst dann noch erledigen wenn sich wirkliche Arbeit einfach nicht mehr rechnet.

  5. #114
    Avatar von rolf2

    Registriert seit
    04.09.2006
    Beiträge
    19.356
    Zitat Zitat von Eutropis Beitrag anzeigen
    Und wenn man dann für ein Mosaik nach abgesegnetem Entwurf 42,- Std. berechnen kann, wird man kaum auf Deine 5000,- Euronen kommen.
    Besser ist es vieleicht als Anwalt. Da schreibt die Gehilfin den Brief der dann mit einem Stundensatz von 154,- € abgerechnet wird.
    ich glaube in fast jedem Segment der Selbstständigkeit kann man gut verdienen, ich bin mir sicher auch Du kennst Kollegen in Deinem Betätigungsfeld die sehr gut leben. Als Wald.- und Wiesenanwalt kannst du heutzutage auch nichts mehr reißen, wenn du jedoch spezialisiert und gut bist wird auch da sehr sehr gut verdient. Ein Bekannter von mir ist Spezialist für Insolvenzrecht und dem gehts richtig Gold.

    Dein Beispiel Tätowierer ist auch gut. Bei jeder künstlerischen Arbeit kannst du verlangen was der Markt hergibt. Wenn Du wie Du sagst irgendwas kannst was kein anderer im Umkreis von 500km kann, dann müsste dir eigentlich Tür und Tor offenstehen damit Geld zu machen, Du kannst mich gerne per Pin kontaktieren und vielleicht kann ich Dir dann auf die Sprünge helfen.

  6. #115
    Avatar von rolf2

    Registriert seit
    04.09.2006
    Beiträge
    19.356
    Zitat Zitat von ffm Beitrag anzeigen
    Du hast also den kompletten Durchblick, sowohl was den Agrarsektor in Thailand betrifft, als auch beim Friseurgewerbe in Deutschland?

    Glücklicherweise gibt es hier wie dort noch Menschen die mit ihrer Arbeit Familien ernähren und Kinder großziehen, ganz unabhängig davon ob McKinsey-, Weltbank- oder Nittaya-Experten der Meinung sind dass diese Art zu wirtschaften doch antiquiert sei und keine Zukunft habe. Auch wenn es heutzutage sicher lukrativer ist wenn man seinen Lebensunterhalt als Consultant verdienen kann: Irgendjemand muss die wirkliche Arbeit selbst dann noch erledigen wenn sich wirkliche Arbeit einfach nicht mehr rechnet.
    so kann man denken, man muss aber nicht. Wie ich am Beispiel Frisör aufgezeigt habe gibts welche die für 100B oder weniger schneiden und welche die mehr und besseren Service anbieten und ein anderes Klientel bedienen die verdienen dann das 10 bis 15 fache.

    bei den Fliesenlegern ist es genauso, die meisten bedienen Neuhäuslebauer die kein Geld haben, andere spezialisieren sich auf edle Umbauten und Renovierungen und verdienen richtig gut.

    Kneipe ist genauso, entweder einfallslos und beliebig mit kaum Kundschaft oder Erlebnisgastronomie mit reichlich Umsatz und Gewinn.

    Landwirtschaft das gleiche alle bauen Reis oder Kartoffeln an und unterliegen hohem Preisdruck, andere bauen Nieschenprodukte an oder vermarkten selbst und kommen wesentlich besser über die Runden.

    Anders gesagt wenn ich die gleichen Produkte wie Aldi zum gleichen Preis verkaufen will gehe ich pleite. Man kann sich nach unten orientieren oder nach oben, das ist unternehmerische Freiheit.

  7. #116
    Avatar von rolf2

    Registriert seit
    04.09.2006
    Beiträge
    19.356
    Zitat Zitat von ffm Beitrag anzeigen
    Du hast also den kompletten Durchblick, sowohl was den Agrarsektor in Thailand betrifft, als auch beim Friseurgewerbe in Deutschland?

    .
    ich sage nicht das ich in allen Bereichen den Durchblick habe, nur ist mir klar das wenn man für 50B in Thailand oder 12€ in Deutschland Haare schneidet wirtschaftlich am Hungertuch entlanghangelt. Das muss man aber nicht. Das gilt im Übrigen für viele andere Branchen ebenso.

    ich habe doch dargestellt das man genauso 20 bis 30€ pro Haarschnitt in Deutschland durchsetzen kann, genauso wie in Thailand wo man als Friseur in der Stunde 1000B erwirtschaftet oder eben einen Bruchteil davon.

  8. #117
    Avatar von Eutropis

    Registriert seit
    27.05.2014
    Beiträge
    8.520
    Du haust hier Sachen raus.
    Dein persönliches unternehmerisches Geschick in allen Ehren aber könnte es sein, dass
    Leute die ihre eigene Branche etwas kennen besser wissen was realistisch ist und was nicht.

  9. #118
    Avatar von rolf2

    Registriert seit
    04.09.2006
    Beiträge
    19.356
    Zitat Zitat von Eutropis Beitrag anzeigen
    Du haust hier Sachen raus.
    Dein persönliches unternehmerisches Geschick in allen Ehren aber könnte es sein, dass
    Leute die ihre eigene Branche etwas kennen besser wissen was realistisch ist und was nicht.
    das kann natürlich sein, und wer will kann ja dabei bleiben.

    Geht nicht gibts nicht sagen doch deutsche Handwerker gerne, und natürlich ist es leichter zu jammern als die Dinge mal konsequent zu durchdenken und etwas zu verändern.

    Ich weiß nicht ob Du als Fliesenleger arbeitest, aber Du bist nicht als Fliesenleger auf die Welt gekommen und musst es nicht bleiben.
    Viele Leute meinen weil sie einen bestimmten Beruf erlernt haben wie z.B. Fliesenleger sind sie und bleiben sie für immer Fliesenleger. Sie verwechseln ihren Beruf mit sich selbst.

    Ein Schwager von mir hat ein Bauunternehmen gehabt, dann stellte er fest das es sich mehr lohnt Baumaschienen zu verkaufen, daraufhin ist er nach kurzer Zeit nach Thailand gegangen und hat dort Baumaschienen verkauft, später in ganz Asien.

    Der Mann meiner Schwester kam als einfacher Soldat nach Deutschland, dann hat er umgesattelt auf Autoverkäufer für amerikanische und englische Soldaten. Mittlerweile ist er in der Firma Manager und verdient sehr gut.

    Den Chef von Moshiki kenne ich weil ein Kumpel von mir das Online Geschäft führt. Der Bursche ist in den sechziger Jahren nach Indien und Bali und hat dort Stoffe und Klamotten gekauft und hier verhökert, mittlerweile macht er damit Millionenumsätze und fängt grade an den amerikanischen Markt aufzubauen. Was der mal war und ob der was gelernt hat im herkömmlichen Sinne weiß ich nicht.

    aber man kann ne Boutique aufmachen und versuchen in der Kleinstadt T-shirts und Jeans zu verkaufen, oder man importiert selbst, entwirft eigene Linien und vermarktet diese. ist irgendwie das Gleiche und irgendwie doch nicht.

  10. #119
    Avatar von rolf2

    Registriert seit
    04.09.2006
    Beiträge
    19.356
    nun gut, ich will ja hier nicht Socrates Konkurrenz machen

    wir haben begonnen mit Mindestlohn, der ist immer noch zu gering. Wenn da z.B. Frisöre meinen sie könnten nicht mehr zahlen und würden pleite gehen, nungut..... sollen sie halt ihre Leistungen zu einem höheren Preis verkaufen, ob da nun jemand 12/14/16 oder 20€ zu zahlen hat, dürfte egal sein. Das ist halt meine Meinung

  11. #120
    Avatar von Eutropis

    Registriert seit
    27.05.2014
    Beiträge
    8.520
    Geht nicht gibts nicht habe ich nie propagiert.
    Ich halte diesen Slogan für Schwachsinn .
    Es sei denn man ist scharf darauf sich für uneinsichtige Kundenideen
    den Ar.sch aufzureißen und das Risiko zu übernehmen.

    Ich bin auch kein Fliesenleger hab aber nen Meisterbrief der mir nicht geschenkt wurde.
    Wenn ich nach über 20 Jahren wirklich hinschmeissen sollte dann mach ich mich sicher nicht nochmal Selbstständig.

Seite 12 von 17 ErsteErste ... 21011121314 ... LetzteLetzte

Ähnliche Themen

  1. Antworten: 7
    Letzter Beitrag: 22.11.13, 04:52
  2. Der Bajyoke Tower II und sein drum herum
    Von dawarwas im Forum Literarisches
    Antworten: 33
    Letzter Beitrag: 17.09.05, 19:31
  3. Antworten: 17
    Letzter Beitrag: 10.06.04, 22:26
  4. Thailändische Ärzte in Deutschland und Europa
    Von Udo im Forum Ehe & Familie
    Antworten: 1
    Letzter Beitrag: 19.08.02, 13:01
  5. Volleyball WM der Damen in Deutschland
    Von Udo im Forum Treffpunkt
    Antworten: 2
    Letzter Beitrag: 20.03.02, 22:15