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Der Mindestlohn in Deutschland - und seine praktische Umsetzung

Erstellt von Khun Sung, 16.01.2015, 19:50 Uhr · 162 Antworten · 6.523 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von Khun Sung

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    Der Mindestlohn in Deutschland - und seine praktische Umsetzung

    Seit Jahresbeginn gilt in Deutschland der Mindestlohn von 8,50 € pro Stunde. Zunächst mal eine gute Sache. Aber wie sind die Auswirkungen auf den Kunden, sprich Endverbraucher?

    Dieser Thread ist dafür gedacht, entsprechende persönliche Erfahrungen einzubringen.

    Ich fang gleich mal damit an.

    Vorhin Pizza bei Jo.eys per Lieferservice bestellt. Durchschnittliche Preiserhöhung seit Ende 2014 pro Gericht 0,70 bis 1,00 €.

    Morgen früh hab ich Friseurtermin. Bislang immer 14,00 € bezahlt. Bin mal gespannt, wie viel ich morgen abdrücken muss. Halte euch auf dem Laufenden.

  2.  
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  3. #2
    Avatar von Yogi

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    Zitat Zitat von Khun Sung Beitrag anzeigen

    Vorhin Pizza bei Jo.eys per Lieferservice bestellt. Durchschnittliche Preiserhöhung seit Ende 2014 pro Gericht 0,70 bis 1,00 €...................
    .
    Ich bin gerne bereit 0,70 bis 1,00 € drauf zu legen, wenn der Angestellte dadurch nicht mehr aufstocken muss.
    Da könnten wir uns eine Menge Leute sparen, die die Gewinner dieser Sozialodyssee waren.

  4. #3
    Avatar von Ban Bagau

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    Laß dir aber nicht erzählen alle hätten schon den Mindestlohn eingeführt.
    Für zahlreiche Berufsgruppen gelten noch Übergangsfristen und Ausschlüsse. Dein Pizzabote war garantiert auch ein befristet Beschäftigter oder 450€ Job und fällt damit auch unter diesen Ausnahmeregelungen ebenso wie dein Friseur.

    Der gesetzliche Mindestlohn von 8,50 Euro darf bis Ende 2016 auf der Grundlage allgemeingültiger Branchenmindestlöhne unterschritten werden. Dies nutzen Fleischindustrie, Leiharbeit, Land- und Forstwirtschaft sowie Gartenbau, Textil- und Bekleidungsindustrie, Friseurhandwerk, Großwäschereien. Im Jahr 2017 müssen diese Branchen mindestens 8,50 Euro zahlen, selbst wenn die Mindestlohn-Kommission die Lohnuntergrenze inzwischen erhöht haben sollte. Auch Zeitungsausträger dürfen für drei Jahre bis Ende 2017 innerhalb fester Grenzen schlechter bezahlt werden. 2015 müssen sie auf mindestens 6,38 Euro pro Stunde kommen, ab 2016 auf 7,23 Euro, 2017 soll dann der Mindestlohn von 8,50 Euro gelten. Saisonarbeiter in der Landwirtschaft bekommen zwar Mindestlohn, die Arbeitgeber sollen aber die Kosten für deren Unterkunft und Verpflegung anrechnen können.
    Das sind die Ausnahmen vom Mindestlohn - DIE WELT
    Für welche Branchen gelten die Übergangsfristen für Abweichungen vom Mindestlohn?

    Während der Übergangsfrist zwischen 2015 bis Ende 2016 kann über Tarifverträge, die für allgemein verbindlich erklärt wurden, von den 8,50 Euro nach unten abgewichen werden.

    Was heißt „für allgemein verbindlich erklärte“ Tarifverträge?

    Diese Tarifverträge gelten für ALLE Beschäftigten in der Branche, unabhängig davon, ob der einzelne Betrieb selbst einen Tarifvertrag abgeschlossen hat. Von den 8,50 Euro nach unten abweichende Tarifverträge gibt es z.B. bei Friseuren, Beschäftigten in der Fleischindustrie und voraussichtlich demnächst in der Land- und Forstwirtschaft/ und im Gartenbau. Allgemeinverbindliche Branchenmindestlöhne, die bereits existieren und höher als 8,50 Euro liegen (wie z.B. im Bauhauptgewerbe) haben natürlich weiterhin Bestand.


    Was ist mit den SaisonarbeiterInnen, für sie gilt doch auch eine Sonderregel?

    Beschäftigte, die befristet in einer Saison zum Beispiel im Hotel und Gaststättengewerbe oder in der Landwirtschaft arbeiten, erhalten den Mindestlohn. Allerdings wird es voraussichtlich in der Landwirtschaft einen Tarifvertrag geben, der erst in 2017 den Mindestlohn erreicht und ab November 2017 auch überschreitet.

    Wenn diese Beschäftigung weniger als 70 Tage im Jahr ausgeübt wird, muss für diese Tätigkeit keine Sozialversicherung gezahlt werden. Dies gilt aber nur, wenn die Beschäftigung nur gelegentlich und nicht berufsmäßig ausgeübt wird oder das Entgelt 450 Euro im Monat nicht übersteigt. Das heißt, diese Tätigkeit darf nicht für die Sicherung des Lebensunterhaltes bestimmend sein. Deswegen können z.B. Personen, die arbeitslos sind, diese Ausnahme nicht in Anspruch nehmen. Die 70-Tage-Regelung gilt nur bis Ende 2018, danach gilt wieder die Begrenzung auf 50 Tage.

    Da weder Arbeitgeber noch Beschäftigte nach dieser 70-Tage-Regelung die Sozialversicherungsbeiträge zahlen, stellt sich die Frage, wer die soziale Sicherung übernimmt. Es sollte in jedem Fall sichergestellt sein, dass eine Krankenversicherung besteht. Diese Frage muss ggf. mit dem Arbeitgeber geklärt werden. Eine Unfallversicherung besteht jedoch nach dem SGB VII.

    Zudem können Arbeitgeber Kosten für Essen und Unterkunft in angemessenem Rahmen vom Mindestlohn abziehen. Was „angemessen“ genau bedeutet, soll durch die zuständigen Bundesministerien auf der Grundlage von § 107 Gewerbeordnung und der Sozialversicherungsentgeltverordnung noch näher geregelt werden.

    https://www.mindestlohn.de/hintergrund/faq/

  5. #4
    Avatar von Yogi

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    Zitat Zitat von Ban Bagau Beitrag anzeigen
    Laß dir aber nicht erzählen alle hätten schon den Mindestlohn eingeführt.
    Für zahlreiche Berufsgruppen gelten noch Übergangsfristen und Ausschlüsse. Dein Pizzabote war garantiert auch ein befristet Beschäftigter oder 450€ Job und fällt damit auch unter diesen Ausnahmeregelungen ebenso wie dein Friseur.
    Was ein perverses Gesetz.
    Danke B.B. für deine Einstellung.

  6. #5
    Avatar von wansuk

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    Das hat Konsequenzen!
    Ich werde meienn Tagessatz auf 1300,-€ erhöhen.

  7. #6
    Avatar von Yogi

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    Zitat Zitat von wansuk Beitrag anzeigen
    Das hat Konsequenzen!
    Ich werde meienn Tagessatz auf 1300,-€ erhöhen.
    Denk mal drüber nach einfach Franken als Euro in den Vertrag zu setzen.

  8. #7
    Avatar von wansuk

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    Man bin ich blöd!
    Danke Yogi werde ich machen.

  9. #8
    Avatar von Chak

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    Zitat Zitat von Ban Bagau Beitrag anzeigen
    Laß dir aber nicht erzählen alle hätten schon den Mindestlohn eingeführt.
    Für zahlreiche Berufsgruppen gelten noch Übergangsfristen und Ausschlüsse. Dein Pizzabote war garantiert auch ein befristet Beschäftigter oder 450€ Job und fällt damit auch unter diesen Ausnahmeregelungen ebenso wie dein Friseur.
    Für 450 € Jobs gilt der Mindestlohn. Im Gegenteil, für die gelten besondere Aufzeichnungsvorschriften.

  10. #9
    Avatar von Ban Bagau

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    Zitat Zitat von Chak Beitrag anzeigen
    Für 450 € Jobs gilt der Mindestlohn. Im Gegenteil, für die gelten besondere Aufzeichnungsvorschriften.
    Naja das nicht erst seit gestern und nicht wegen des sogenannten Mindestlohngesetzes. Jede Preissteigerungsbegründung mit Verweis auf den Mindestlohn wäre demnach haltlos oder frei erfunden.

  11. #10
    Avatar von Eutropis

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    Ich finds gut.
    Fehlt jetzt noch ein Mindestlohn für kleine Selbstständige inklusive gesetzlichem Urlaubsanspruch.

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