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Demokratie am Abgrund?!

Erstellt von strike, 25.12.2013, 12:02 Uhr · 11 Antworten · 1.079 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von strike

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    Demokratie am Abgrund?!

    Auf der Suche nach Begriffsdefinitionen und Erklärungen zur "Demokratie" bin ich auf diese Reihe gestossen.
    Vor allem hilft die Lektüre möglicherweise dem einen oder anderen für die Bewertung der Vorgänge in Thailand, aber auch in Deutschland.

    Achtung: es braucht ein wenig Zeit.
    Hier ein Auszug.

    ... Alle entwickelten Demokratien stehen in einer ähnlichen existenziellen Fundamentalkrise, und weite Teile der Bevölkerung verachten diejenigen, die sie regieren. In der Bevölkerung vieler demokratischer Staaten wächst der Widerstand gegen die Willkür der Repräsentanten, die von vielen nicht länger als Vertreter des Volkes angesehen werden.

    Die Völker der demokratischen Staaten sehen sich von Oligarchien beherrscht, die ihre eigenen, höchst eigennützigen Interessen verfolgen und sich nicht mehr um die wirtschaftlichen, sozialen, politischen und kulturellen Interessen der Menschen scheren, die sie eigentlich vertreten sollen. Die Wirtschafts- und Sozialpolitik aller entwickelten Demokratien geht in immer stärkerem Maße an den Bedürfnissen der Bevölkerungsmehrheit vorbei und richtet sich zunehmend gegen die eigene Bevölkerung.

    Es mehren sich die Zweifel, ob die herrschenden Demokratien überhaupt noch handlungsfähig sind; denn die eigentliche Krise ist die Krise der repräsentativen Demokratie. Die strukturellen Schwächen dieses Ordnungssystems treten heute so krass hervor wie nie zuvor. Eine erfolgreiche Krisenbewältigung würde einen radikalen Politikwandel erfordern. Das jedoch können auf Wahlerfolge und Machterhalt fixierte, kurzsichtig orientierte politische Parteien systembedingt kaum leisten.

    Das erklärt auch, weshalb dringende Reformen unterbleiben und Schulden angehäuft werden. Doch der Reformbedarf ist immens. Bisher haben alle Demokraten stets geglaubt, kein Ordnungssystem sei so fähig, sich selbst zu reformieren, wie die Demokratie. Doch der Zustand der entwickelten Demokratien unserer Zeit lehrt das Gegenteil. Das System ist in totaler Unbeweglichkeit erstarrt. Die Krise der Demokratie ist tatsächlich da.

    Viele hoffen noch immer, dass Demokraten mit den Problemen einer Gesellschaft besser fertig werden als Diktatoren. Das läuft auf das Pfeifen im Walde und auf die vage Hoffnung hinaus, dass weiter gut gehen wird, was in der Vergangenheit schon nicht funktioniert hat. Es bliebe dann nur das Vertrauen, dass die demokratischen Institutionen und ihre Repräsentanten alle Probleme doch noch lösen können. Doch genau dieses Vertrauen ist verloren. Denn es sind eben diese Repräsentanten, die alle Probleme selbst geschaffen haben, die sie nun nicht lösen können.

    Die demokratischen Systeme dieser Welt sind in wachsendem, wenn auch von Land zu Land sehr unterschiedlichem Maße zu Oligarchien mutiert und stehen vor dem Zusammenbruch. Es kann sich noch viele Jahre hinziehen, bis sie vollständig kollabieren. Aber der Kollaps ist unausweichlich. ...


    Die entwickelten Demokratien der Welt stehen am Abgrund | Telepolis

    Vielleicht ist der Beitrag - wie von manchen Kommentierenden bemängelt - etwas zu einfach, zu oberflächlich.
    Aber wir hätten ja hier die Chance die Erläuterungen zu präzisieren.

    Teil 2 wird sich mit dem Niedergang der repräsentativen Demokratie beschäftigen und beschreiben, dass sich die Repräsentanten in den entwickelten demokratischen Systemen immer weiter von denen entfernt haben, sie repräsentieren sollten und vielleicht sogar einmal repräsentiert haben.

  2.  
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  3. #2
    Avatar von Nokhu

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    Zitat Zitat von strike Beitrag anzeigen
    Vielleicht ist der Beitrag - wie von manchen Kommentierenden bemängelt - etwas zu einfach, zu oberflächlich.
    Ich kann da nichts oberflächliches entdecken.

    Aber wir hätten ja hier die Chance die Erläuterungen zu präzisieren.
    Bin gespannt was kommt.

  4. #3
    ffm
    Avatar von ffm

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    Ein sehr gelehrter Artikel, in dem viel Richtiges steht. Die Allensbacher sind häufig sehr gut darin zu zeigen wie das politische System funktioniert, oder eben nicht funktioniert.

    Aber auch wenn die Diagnose korrekt ist, geht daraus noch nicht hervor welche Therapie angeraten ist. Vielleicht kommt das ja im zweiten Teil.

  5. #4
    Avatar von Dieter1

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    Es ist verdammt billig und einfach sich ueber die Demokratie zu echauffieren.

    Manchmal wie im Deutschland des Jahres 1933 waere es sogar angebracht gewesen.

    Aber eine brauchbare Alternative gibt es nicht.

  6. #5
    Avatar von Micha L

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    War die Demokratie in D jemals besser seit 1949?

    Anfangs autoritäre Strukturen, dann die Notstandsgesetze.

    Die Polizeieinsätze waren früher härter als heute, mit gezogener Pistole, wie in Berlin.

    Wer ein Ideal einfordert, der hatte schon immer Kritikpunkte.

    Der Realist denkt nicht so - strebt eher pragmatisch nach Vervollkommnung.

    Jedenfalls gibt es heute mehr Freiheiten und Rechte als 1949.

  7. #6
    ccc
    Avatar von ccc

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    Ist zwar abgedroschen der Satz aber immer noch gültig:

    Die Demokratie ist die schlechteste Regierungsform, aber ich kenne keine bessere.


    Stammt angeblich von Winston Churchill, der zwar durchaus ein großer Staatsmann war, aber auch einige Demokratiedefizite in seiner Vita aufzuweisen hat.

  8. #7
    Avatar von Micha L

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    Das Zitat ist mir diesmal nicht eingefallen.

    Ich kenn es so:

    "Demokratie ist die schlechteste aller Regierungsformen - abgesehen von all den anderen Formen, die von Zeit zu Zeit ausprobiert worden sind."

    Gut ist auch der Spruch:

    "Dem Kapitalismus wohnt ein Laster inne: Die Verteilung der Güter. Dem Sozialismus hingegen wohnt eine Tugend inne: Die gleichmäßige Verteilung des Elends".

    Treffender kann man es m. E. kaum ausdrücken.


    Gruß

    Micha

  9. #8
    Avatar von Nokhu

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    Zitat Zitat von Micha L Beitrag anzeigen
    War die Demokratie in D jemals besser seit 1949?
    Keine Ahnung. Bin erst 1950 geboren.


    Die Polizeieinsätze waren früher härter als heute, mit gezogener Pistole, wie in Berlin.
    Muss in Einzelfällen nicht verkehrt gewesen sein.

    Wer ein Ideal einfordert, der hatte schon immer Kritikpunkte.
    Der Realist denkt nicht so - strebt eher pragmatisch nach Vervollkommnung.
    Ich suche kein Ideal, sondern eine halbwegs echte Demokratie. Zur Zeit sind wir aber bei einer 180° Kehrtwendung.
    Komisch nur, das daß den wenigsten auffällt.

    Jedenfalls gibt es heute mehr Freiheiten und Rechte als 1949.
    Mit wieder abnehmender Tendenz.

  10. #9
    Avatar von garni1

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    @michaL, was ist den für dich Demokratie? Die Wahl einer Partei, denn einen Kanzler oder BP wählst du nicht. Die Möglichkeit einer Mitgliedschaft in einer Partei? Bist du Mitglied in einer "falschen" Partei erhältst du Berufsverbot. Freie Meinungsäusserung? Dann hinterfrage doch mal den Hol....st. Banken anzeigen dürfen oder gegen VIP`s angehen? Frag doch mal Mollath oder Hans Meiser. Heute wirst du abgehört, dein Konto hinterfragt, vom Verfassungsschutz ausspioniert usw. Schlimmer als in der DDR und nicht anders als unter der Ges..po.15000 politische Verfahren, Staatsschutzpolizei und politische Gerichte wie in Mannheim prägen die BRD. Polizisten kesseln ein, prügeln und behindern die Presse. Wo ist nur deine gefühlte Demokratie? Möglicherweise empfindest du Moscheen und Multikulti-Wahnsinn als Demokratie. Für mich ist genau das undemokratisch. Das Abschaffen von Deutschland durch deutsche Politiker, das Übertragen der Macht nach Brüssel, der Import von Millionen Bereicherern usw., das ist ein Verbrechen an unserem Volk.

  11. #10
    Avatar von Micha L

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    Ich sags mal anders, um nicht mißverstanden zu werden:
    Die Demokratie in der Bundesrepublik war schon immer am Abgrund oder auch nicht, je nach Sichtweise.
    Die Gefährdung der Demokratie ist jedenfalls keine neue Erscheinung.


    Daß die Leute aufbegehren ist normal und hat es auch früher gegeben. Aufbegehren ist jedenfalls möglich. Das ist schon viel.



    Vergleiche mit der "Deutschen Demokratischen Republik" sind trotz der Defizite noch längst nicht angebracht.

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