Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 10 von 13

Das deutsche Gesundheitswesen ist krank

Erstellt von socky7, 22.05.2012, 09:20 Uhr · 12 Antworten · 1.303 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von socky7

    Registriert seit
    07.11.2007
    Beiträge
    3.078

    Das deutsche Gesundheitswesen ist krank

    Wenn ich in Thailand ein Original-Medikament kaufe, welches bei Bayer-Schering in Berlin hergestellt wurde, dann zahle ich nur einen Bruchteil von dem Preis, den eine Apotheke in Berlin für das gleiche Medikament verlangt. Diese Abzocke ist auch der Grund, warum in deutschen Großstädten alle paar hundert Meter eine Apotheke anzutreffen ist.

    Es gibt zahlreiche Schwachpunkte im deutschen Gesundheitswesen:

    1. extrem überteuerte Preise in Apotheken
    2. überteuerte Krankenhaus-Aufenthalte
    3. Patienten erster bis dritter Klasse
    (z.B. Mitarbeiter aus dem öffentlichen Dienst werden wie Privatpatienten behandelt,
    erhalten relativ schnell einen Arzttermin und brauchen im Wartezimmer nicht
    stundenlang zu warten wie Kassenpatienten
    oder : Kassenpatienten müssen bei Arztbehandlungen meist kleinere oder größere Summen zuzahlen, die als sog. IGEL-Leistungen privat in Rechnung gestellt werden - bei Zahnbehandlungen ist das ganz extrem)

    Das hätte ich nicht erwartet:

    : Jede vierte Klinik zahlt "Fangprämien" für Patienten - Nachrichten Newsticker - DPA - Infoline - Brennpunkte (DPA) - WELT ONLINE

    Eines scheint sicher:
    Der derzeitige FDP-Gesundheitsminister Bahr wird an allen Missständen im deutschen Gesundheitswesen nichts ändern. Bahr sucht sich offenbar nur eine gute Ausgangsbasis für die Zeit nach der nächsten Bundestagswahl.

  2.  
    Anzeige
  3. #2
    Avatar von kcwknarf

    Registriert seit
    27.06.2005
    Beiträge
    10.249
    Zitat Zitat von socky7 Beitrag anzeigen
    Es gibt zahlreiche Schwachpunkte im deutschen Gesundheitswesen:
    Korrekt.
    Welche Verbesserungsvorschläge hast du denn?

  4. #3
    Avatar von socky7

    Registriert seit
    07.11.2007
    Beiträge
    3.078

  5. #4
    Avatar von Grumpy

    Registriert seit
    26.09.2007
    Beiträge
    534
    socky, Du alter Sozi -)

  6. #5
    Avatar von socky7

    Registriert seit
    07.11.2007
    Beiträge
    3.078
    Zitat Zitat von Grumpy Beitrag anzeigen
    socky, Du alter Sozi -)
    stimmt !
    Für mich war und ist die SPD noch immer das geringste Übel unter allen Parteien.
    Leider fehlt "meiner" Partei noch immer ein geeigneter Bewerber oder eine geeignete Bewerberin als Kanzlerkandidat(in).
    Ich trauere noch immer Helmut Schmidt nach. Für den hatte ich gerne Wahlkampf gemacht.

  7. #6
    Avatar von kcwknarf

    Registriert seit
    27.06.2005
    Beiträge
    10.249
    Eigentlich wollte ich DEINEN Vorschlag hören und nicht ein Abgekupfere von anderen. Aber okay, wenn es deiner Meinung entspricht.

    Diese Einheits-Bürgerversicherung klingt ja in der Theorie sehr sympathisch, WENN sie die Bürokratie (und deren Kosten) so gut wie abschaffen würde und die Preise für alle radikal senken würde. Das bezweifle ich aber sehr stark.

    Schauen wir mal deine Klageliste an und was sich dadurch ändern würde:
    1. extrem überteuerte Preise in Apotheken

    Daran ändert sich im Grundsatz nicht. Nur würdest du es evtl. nicht merken, da der Preis durch deinen hohen Versicherungsbestrag bereits mit bezahlt wäre.

    Die meisten Pharmafirmen befinden sich in Ländern, die auf einem hohen finanziellen Level stehen, z.B. Deutschland. Von Medikamenten sollten aber auch Menschen in ärmeren Ländern profitieren, die sich diese Medikamete aber nicht leisten können. Die Entwicklung kostet Geld. Daher ist es erstmal grundsätzlich human und richtig, dass die Medikamente in Deutschland wesentlich teurer verkauft werden als z.B. in Thailand. Hier ist die Pharmaindustrie also z.B. wesentlich sozialer als der angebliche Sozialstaat, der nur an seine eigenen Leute denkt.
    Dennoch verdienen die deutschen Bürger an dem System, denn so erhalten deutsche Pharmafirmen weltweit Einnahmen, die sie dann wieder in Deutschland versteueren und Arbeitsplätze schaffen.

    Dieses RICHTIGE System wird sich durch die Bürgerversicherung auch nicht ändern.

    2. überteuerte Krankenhaus-Aufenthalte

    Wer klagt denn immer, dass Arbeitnehmer besser bezahlt werden sollen? U.a. die Sozis. Und wenn man Krankenschwestern etc. mehr Geld zahlen soll, dann müssen die Einnahmen auch steigen. Und es ist ja dann wohl logisch, dass die Patienten dafür aufkommen müssen.
    Daher ist es naheliegend, dass deutsche Krankenhäuser teurer sind als z.B. thailändische. Im Gegensatz übrigens zur Qualität. Eine Pflegekraft für 100 Patienten kann natürlich nur schwächer agieren als 2 Pflegekräfte für einen Patienten.

    Wer immer mehr Lohn fordert muss dann eben auch als Bürger bereit sein, dafür mehr zu zahlen. Das ist eben eine ewige Spirale, die die Kluft zwischen reichen und armen Ländern immer höher werden lässt.

    Ich sehen keinen Grund,w arum die Krankenhausaufenthalte durch die Bürgerversicherung günstiger werden? Eher im Gegenteil. Die lukrativen Privatpassienten fallen ja weg. Krankenhäuser werden also eher noch ihre Preise anziehen müssen, um überleben zu können. Daurch steigen die Versicherungsbeiträge.

    3. Patienten erster bis dritter Klasse

    Richtig, derzeit gibt es Unterschiede.
    Du willst also Gerechtigkeit. Nur, was hast du davon? Es können ja durch die Bürgerversicherung nicht alle so behandelt werden wie jetzt die Privatpatienten. Dann müssten ja alle sofort einen Termin erhalten. Ist utopisch.
    Also werden dann alle wie jetzt die gesetzlich Versicherten behandelt.

    Oftmals erhalten Privatpatienten jährlich eine Rückerstattung, wenn sie im jahr nicht beim Arzt waren. Das würde dann ja z.B. vermutlich wegfallen. D.h. es würden noch mehr Leute zum Arzt gehen. Die Wartezimmer würden noch voller, die Wartezeiten auf einen Termin noch länger. Man würde sich zwar gerechter fühlen, aber die Nachteile werden deutlich sichtbar werden.

    Vielleicht möchte die SPD ja auf alle Zuzahlungen verzichten. Aber auch das würde bedeuten, dass die Versicherunsgbeiträge steigen. Jeder Einzelne müsste dann auch die Risikogruppen (z.B. Extremsportler), die eher unötigen Wohlstands-Klinikaufenthalte und natürlich auch die "nur mal Lust auf eine Plauderstunde mit dem Herrn Doktor" voll mittragen.

    Der Versicherungsbeitrag kann also nur extrem steigen. Und zwar nicht nur für die Arbeitnehmer, sondern auch anteilig für die Arbeitgeber. Selbst wenn nur große Firmen beteiligt sein sollen, werden die sich dann mehrmals überlegen, ob sie dann nicht weniger Leute einstellen sollen, bwz. auch mal kündigen.

    Und was mir noch aufgefallen ist im SPD-Plan:

    "Zudem soll Pflege durch Angehörige und professionelle Helfer aufgewertet und prekäre Beschäftigung zurückgedrängt werden."

    Schön und gut. Doch wer soll das bezahlen? "Professionelle" Helfer kosten Tausende an Euro. Das kann sich weder der Staat noch der Pflegebedürftige leisten. Ich sehe das in meiner Familie.
    Und private Pflege muss ja auch irgendwie vergütet werden. Wenn dafür die Bürger aufkommen sollen, dann wird das SEHR teuer!

    Es bleiben eigentlich nur Pfleger mit prekärer Beschäftigung (z.B. Polen). Die sind mit ihrem Einkommen zufrieden und arbeiten qualitativ hochwertiger als so manche Professionelle.

    Fazit: die Bürgerversicherung ist zwar ein schöner kommunistischer Gedanke, der in Barbies Welt gut funktionieren kann, aber in der realen Welt ist es ein teurer Schwachsinn, den sich niemand leisten kann.

    Eher sollte man von dieser Gleichgerechtigkeitsforderung wegkommen. Die erzeugt nur Neid, aber sieht die persönlichen Vorteile dabei nicht. Ich war übrigens schon gesetzlich und privat versichert. Und daher weiß ich, dass beide Vorteile haben! Man muss sie halt nur erkennen und sie nutzen. Aber nicht immer mit giftiger Galle auf andere schauen, die es angeblich besser haben. Aber genau das ist leider die Politik der SPD: Neid erzeugen!

  8. #7
    Avatar von x-pat

    Registriert seit
    06.11.2003
    Beiträge
    7.208
    Zitat Zitat von socky7 Beitrag anzeigen
    1. extrem überteuerte Preise in Apotheken
    2. überteuerte Krankenhaus-Aufenthalte
    3. Patienten erster bis dritter Klasse
    Habe ich auch in den letzten Jahrzehnten aus der Ferne bemerkt. Das deutsche Gesundheitssystem geht langsam auf amerikanische Verhältnisse zu. Da kann man sich in Thailand schon glücklich schätzen, auch wenn es hierzulande andere Probleme gibt.

    Cheers, X-pat

  9. #8
    Avatar von Dieter1

    Registriert seit
    10.08.2004
    Beiträge
    32.014
    Zitat Zitat von x-pat Beitrag anzeigen
    Das deutsche Gesundheitssystem geht langsam auf amerikanische Verhältnisse zu. Da kann man sich in Thailand schon glücklich schätzen, ....
    Wenn man tatsaechlich dem Irrglauben verfaellt, das das thailaendische Gesundheitssystem deshalb besser ist als das Deutsche, kann man sich hier wirklich gluecklich schaetzen.

  10. #9
    Avatar von kager

    Registriert seit
    21.10.2007
    Beiträge
    575
    Zitat Zitat von Dieter1 Beitrag anzeigen
    Wenn man tatsaechlich dem Irrglauben verfaellt, das das thailaendische Gesundheitssystem deshalb besser ist als das Deutsche, kann man sich hier wirklich gluecklich schaetzen.
    Ohne Moos nix los.
    Wer sich aber in den thailändischen Provinzlazaretten gut aufgehoben fühlt ist doch fein raus und spart kräftig.
    Die guten Krankenhäuser kosten auch entsprechend.
    Das mag für Unsereins günstig sein, aber für den Normalthai nahezu unerschwinglich.

  11. #10
    Avatar von franky_23

    Registriert seit
    25.01.2009
    Beiträge
    8.731
    Zitat Zitat von socky7 Beitrag anzeigen
    1. extrem überteuerte Preise in Apotheken
    Mit den Preisen in D werden die subventionierten Medikamente in Thailand finanziert. Versuch mal in Thailand "neue " Medikamente zu bekommen. Die sind kaum günstiger.

    Auch bekommen die Kassen ja eine Rückvergütung als Rabatt.

    2. überteuerte Krankenhaus-Aufenthalte
    30 Zimmer Betten? Ärzte die zwischendurch mal in ihre Clinic gehen. Im Grunde nicht erstrebenswert. Wenn alles so überteuert ist, wieso machen die Kliniken nicht unendlichen Gewinn?

    3. Patienten erster bis dritter Klasse
    (z.B. Mitarbeiter aus dem öffentlichen Dienst werden wie Privatpatienten behandelt,
    erhalten relativ schnell einen Arzttermin und brauchen im Wartezimmer nicht
    stundenlang zu warten wie Kassenpatienten
    oder : Kassenpatienten müssen bei Arztbehandlungen meist kleinere oder größere Summen zuzahlen, die als sog. IGEL-Leistungen privat in Rechnung gestellt werden - bei Zahnbehandlungen ist das ganz extrem)
    selbst in der Zeit als die Kinder meiner Ex gesetzl. waren und ich privat gab es keine Unterschiede bei den Wartezeiten. Das ist auch vom Arzt abhängig.

    Deine Fangprämien. Selbst Labore zahlen an die Ärzte, stellen sich in aufwändigen Fortbildungsveranstaltungen vor, damit der Arzt vielleicht an das und nicht das andere Labor einschickt.

Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte

Ähnliche Themen

  1. Meine ThaiEhefrau ist ständig krank!
    Von Frank36 im Forum Treffpunkt
    Antworten: 61
    Letzter Beitrag: 07.05.17, 20:14
  2. geiz macht krank
    Von antibes im Forum Ehe & Familie
    Antworten: 138
    Letzter Beitrag: 17.10.08, 04:44
  3. König schwer krank?
    Von PengoX im Forum Treffpunkt
    Antworten: 14
    Letzter Beitrag: 01.01.05, 22:43
  4. KÖNIG SCHWER KRANK ???
    Von Jens im Forum Treffpunkt
    Antworten: 3
    Letzter Beitrag: 22.02.02, 08:14