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Christlicher Fundamentalist richtet mindestens 84 Menschen hin

Erstellt von Bajok Tower, 24.07.2011, 05:56 Uhr · 100 Antworten · 4.039 Aufrufe

  1. #41
    Bajok Tower
    Avatar von Bajok Tower
    @ thomas69

    Ich schätze mal, er meint den christlichen Raum.

  2.  
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  3. #42
    Avatar von thomas69

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    Zitat Zitat von woody Beitrag anzeigen
    Wir befinden uns in Europa.
    Bei uns ist nicht Norwegen. Und aufgrund der aktuellen Vergangenheit distanziere ich mich von solchen Aussagen wie von Socrates010160.

  4. #43
    Avatar von Socrates010160

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    Zitat Zitat von noritom Beitrag anzeigen
    @Socrates010160,

    es gibt ein Bundesland, da würde man zu dir folgendes sagen....... "Dummschwätzer"........ Sei aber nicht beleidigt, gilt noch für den ein oder anderen Poster hier im Forum, bist also nicht allein.
    Bist Du verwandt mit Dieter1 ?
    Der hat sicher noch Platz in seiner Schublade.

    Ich hab kein Problem, wenn jemand eine andere Meinung vertritt. Doch wenn jemand nur beleidigt, zeigt das, dass er geistig wenig zu bieten hat. Damit stellst Du Dich selbst ins Abseits.

  5. #44
    Avatar von Socrates010160

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    Zitat Zitat von woody Beitrag anzeigen
    Wir befinden uns in Europa.
    .....Danke !

  6. #45
    woody
    Avatar von woody
    Zitat Zitat von thomas69 Beitrag anzeigen
    Bei uns ist nicht Norwegen. Und aufgrund der aktuellen Vergangenheit distanziere ich mich von solchen Aussagen wie von Socrates010160.
    Das kannst du halten wie du willst. Aber das aktuelle Blutbad hat seine ideologische Basis in ganz Europa und ist nicht auf Norwegen begrenzt.

  7. #46
    Avatar von Dieter1

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    Zitat Zitat von woody Beitrag anzeigen
    Das kannst du halten wie du willst. Aber das aktuelle Blutbad hat seine ideologische Basis in ganz Europa und ist nicht auf Norwegen begrenzt.
    Eigentlich hat das Blutbad ueberhaupt keine "ideologische Basis". Oder kennst Du eine Ideologie, die als Antwort auf die Angst vor der Islamisierung die Toetung nichtislamischer Landsleute empfiehlt?

  8. #47
    Avatar von thomas69

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    Zitat Zitat von Dieter1 Beitrag anzeigen
    Eigentlich hat das Blutbad ueberhaupt keine "ideologische Basis". Oder kennst Du eine Ideologie, die als Antwort auf die Angst vor der Islamisierung die Toetung nichtislamischer Landsleute empfiehlt?
    Das würde mich sehr wundern, deshalb habe ich auf woodys These nicht geantwortet.

  9. #48
    woody
    Avatar von woody
    Zitat Zitat von Dieter1 Beitrag anzeigen
    Eigentlich hat das Blutbad ueberhaupt keine "ideologische Basis". Oder kennst Du eine Ideologie, die als Antwort auf die Angst vor der Islamisierung die Toetung nichtislamischer Landsleute empfiehlt?
    Du hast dich wohl noch nicht näher über die Motive des Täters informiert?

    30.07.2011

    Breiviks Vordenker

    Ein bisschen Reue, ein bisschen Ausrede

    Von Frank Patalong




    EDL-Gründer und "Kreuzritter" Paul Ray: Distanzierung von den Mitteln, die Breivik wählte

    Das wahnwitzige 1500-Seiten-Manifest des norwegischen Massenmörders Anders Breivik hat die Namen seiner ideologischen Vordenker weltweit bekanntgemacht. Viele von ihnen bemühen sich nun um Schadensbegrenzung - denn die Bluttat gefährdet ihren nationalistischen Kulturkampf.

    Hamburg - Anders Breivik hat in seinem kruden Manifest Ideen aufgegriffen, die in rechtspopulistischen Kreisen quer durch Europa diskutiert werden. Mehrere der als ideologische Vordenker des norwegischen Massenmörders ins Licht der Öffentlichkeit gerückte neu-rechte, islamfeindliche Publizisten haben sich inzwischen von Breiviks Gewalttaten distanziert und bedauernd geäußert, dass ihre Schriften möglicherweise eine der "Inspirationen" Breiviks gewesen sein könnten, darunter



    Zwar haben sich damit die wichtigsten der in Breiviks Terrormanifest genannten Vordenker inzwischen von dessen Gewalttaten distanziert - aber nicht von den in dem Manifest und in ihren eigenen Schriften vertretenen anti-muslimischen Thesen. So erklärte Giselle Littman, die unter dem Pseudonym Bat Ye'or schreibt und als Urheberin der sogenannten Eurabia-These gilt (einer angeblichen Strategie zur Islamisierung Europas): "Natürlich bedauere ich es, wenn meine Schriften und das Schreiben anderer diesem Mann als Inspiration gedient haben sollten. Ich trauere zutiefst um all diese unschuldigen jungen Leute, die ihr Leben so tragisch verloren, und fühle mit ihren Familien."
    In der anti-muslimischen Agenda aber bleibt Bat Ye'or, die derzeit ihr nächstes Buch vorbereitet ("Europe, Globalization, and the Coming Universal Caliphate"), unbeirrt: "Ich glaube, es gibt da eine Menge Frustration, beispielsweise in Frankreich und England, und ich glaube, dass die gesellschaftliche Diskussion darüber ermutigt werden sollte."
    Der "Reputationsschild": Seriös auftreten, sich von Extremen distanzieren
    Das klingt ähnlich wie bei Fjordman, Breiviks Hauptquelle und wohl der bekannteste rechte Blogger, der sich bereits kurz nach dem Doppelanschlag entsprechend geäußert hatte. So wie nun viele andere rechte Publizisten. Der Tenor: Breivik sei ein Einzeltäter, ein Spinner, ein Irrer, seine Mordtaten seien grausam, nicht zu rechtfertigen. Doch die eigentliche Ursache sei ja bekannt: der Islam. Gegen den müsse man sich wehren im Westen, wenngleich man radikale Maßnahmen und Gewalt generell ablehne.
    Ausgerechnet der norwegische Massenmörder hat eine solche Haltung im Bezug auf frühere Forderungen, alle Muslime aus Europa zu deportieren, in seinem Manifest kritisiert und erklärt: "Der Grund, warum Autoren, die über Dinge wie Eurabia und die Islamisierung Europas schreiben - Fjordman, Ye'or, Bostom etc. - nicht aktiv in die Diskussion um Deportationen eingreifen, ist, dass diese Methode als zu extrem gilt (und so ihren Reputationsschild beschädigen könnte)."
    Dieses Statement ist stilistisch verbesserungsfähig, aber unmissverständlich. Laut Breivik halten sich die Vordenker eben heraus aus den schmutzigen Seiten des "Kulturkampfes", pflegen ihren "Reputationsschild", um ihre Themen in den Mainstream der gesellschaftlichen Diskussion tragen zu können.
    Bizarrer Kreuzritter-Kult
    Um seinen "Schild" fürchtet derzeit vor allem der Brite Paul Ray. Der Betreiber des rechten Blogs "Lionheart" und selbsternannte Wiederbeleber des Kreuzrittertums bemüht sich seit Tagen um Schadensbegrenzung. Der mittlerweile von seinen Ex-Kumpanen ausgebootete Brite hatte nach Meinung Anders Breiviks mit der inzwischen weltweit berüchtigten English Defence League (EDL) das Vorbild für noch zu schaffende anti-islamische Organisationen geschaffen.
    Er ist nun einer von jenen, die am Pranger stehen. Ray soll eine der Haupt-Inspirationen für Breiviks krude Ideologien gewesen sein. Mehr noch: Manche glauben, sein bizarrer Kreuzritter-Verein, in dem Ex-National-Front-Mitglieder mit angeblichen Ex-.......s aus Deutschland und wegen mehrfachen Mordes verurteilten protestantischen Terroristen aus Nordirland den Schulterschluss üben, sei nichts anderes als die "Kreuzritter-Zelle" zur Befreiung Europas, von der Breivik so gern schwadroniert. Laut Ray alles Unsinn, ihm gehe es um nichts anderes als britische Brauchtumspflege, ansonsten wolle er "in Frieden leben, sonst nichts".
    Nicht dass Ray ein Ideologe in dem Sinne wäre, dass er eigene Ideen in die Welt setzt. Er ist wie viele andere ein Multiplikator für die Ideologien eines radikalen neu-rechten Lagers, dessen Botschaften sich auf die Eckpfeiler Nationalismus, "Monokulturismus", die Ablehnung und Bekämpfung des Islams, der Strukturen der Europäischen Union und der westlichen Staaten zusammenfassen lassen. Ihr Idealbild ist eine Festung Europa, die sich der Muslime per Deportation entledigt und "ethnisch homogene" Bevölkerungen in einem "Europa der Regionen" anstrebt. Die sollen dann wieder ausschließlich ethnisch definiert sein - als ob das im Völker-Wanderrevier Europa je so gewesen wäre. In ihrer Feindschaft gegen das Andersartige, in ihrem Streben nach Isolation sind sie sich einig, selbst über sonstige ideologische Grenzen hinweg.
    Schlammschlacht mit Verschwörungstheorien
    Zu all dem steht auch Ray nach wie vor, nur mit dem Massenmord will er nichts zu tun haben. Ray, der 2008 aus Großbritannien floh, nachdem ihm einerseits Strafverfolgung wegen Anstiftung zu rassistisch motivierter Gewalt drohte, andererseits Gewalt seitens seiner Ex-Kumpane von der EDL, die laut Ray "von ..... gekapert wurde", distanzierte sich nun deutlich von Breivik. "Ich werde beschuldigt, sein Mentor gewesen zu sein", sagte er einer britischen Reporterin, die ihn an seinem Wohnort auf Malta aufsuchte. "Ich könnte definitiv eine seiner Inspirationen gewesen sein. Es sieht danach aus. Aber was er getan hat, war absolut böse. Ich könnte so etwas niemals tun, um meine Ideen voran zu bringen."
    Auch das ist eine Distanzierung von der Tat, nicht von der Gedankenwelt dahinter, auch wenn er gegenüber der "Times" tatsächlich "sorry" sagte - Reue ist ein dehnbarer Begriff. Immerhin: Ray erklärt auch, er sei "gern bereit", den norwegischen Behörden Rede und Antwort zu stehen.
    Über sein Lionheart-Blog verbreitet er derweil die These, Breivik und die EDL hätten ihn mit dem Kreuzritter-Bezug gezielt belasten wollen. Für Ray ist die Sache klar: "Ich kann die Verbindung von Alan Lake (angeblicher Finanzier der EDL; Anm. d. Red.) mit der absoluten Spitze der Anti-Dschihad-Bewegung in Europa zeigen, die Geert Wilders einschließt. Die ideologisch-politische Seite der Bewegung, zu der Fjordman und Alan Lake gehören, hat ihre eigene Vision von Europa abgesteckt. Der folgte Breivik bis aufs i-Tüpfelchen. Die English Defence League war Teil des Plans und ein Werkzeug in ihren Händen, vielleicht wie auch Breivik selbst."

    Weit entfernt von der Einigung der Rechten, die Breivik mit seiner Bluttat anstrebte, zeichnet sich hier eine Schlammschlacht zwischen den radikalen Polen der Szene ab - krude Verschwörungstheorien und gegenseitige Beschuldigungen inklusive. Breivik erreicht damit das Gegenteil von dem, was er will: Nicht genug, dass die Szene gerade nicht zusammenrückt, sondern sich von ihren radikalsten Vertretern distanziert, nun ist auch noch das vermeintlich so konsensfähige Sujet vom Widerstand gegen die angebliche Islamisierung in Generalverdacht geraten. Von Pro-NRW bis FPÖ, von Echte Finnen bis Lega Nord werden es Populisten vorerst schwer haben, ihre ausländerfeindlichen Positionen zu vermitteln, ohne dass sofort die Assoziation mit Breiviks Mordtaten im Raum steht. Dabei hatte sich das europaweite Netzwerk der Rechtspopulisten in den vergangenen Jahren aus ihrer Sicht so erfreulich entwickelt. Die Islam-feindliche Perspektive erwies sich als idealer Kitt, unterschiedlichste Gruppierungen zusammenzuschweißen. "Der konkrete Zweck des europäischen Netzwerkes", erklärte vor einigen Wochen der deutsch-schwedische Rechtspopulist Patrik Brinkmann im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE, "ist die Durchsetzung islamkritischer und identitärer Positionen in Europa."
    Das ist durch die Morde von Norwegen deutlich schwieriger geworden.
    Quelle: Breiviks Vordenker: Ein bisschen Reue, ein bisschen Ausrede - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik

  10. #49
    woody
    Avatar von woody
    Zitat Zitat von strike Beitrag anzeigen
    ....Die religioesen Eiferer, die sich auf den Koran beziehen, sind schon allein deshalb die groessere Gefahr, weil der Islam die Trennung Religion und Kirche nicht mittraegt......
    Das ist mal ganz gelinde ausgedrückt Kokolores.

    Hier mal eine Zusammenfassung des Weltbildes der neuzeitlichen Kreuzritter:

    Weltbild des norwegischen Attentäters

    Rechter Bruder der Dschihadisten

    Ein Debattenbeitrag von Volker Weiß


    Die Welt ist krank, sie braucht eine radikale Kur: Mit dieser Logik richtete Anders Breivik ein Blutbad an. Sein Manifest des Grauens spiegelt Positionen europäischer Rechter, die für eine "konservative Revolution" trommeln. Ihre Argumente entsprechen denen von islamischen Dschihadisten.

    Nein, Anders Behring Breivik ist kein ..... Alle Versuche, den Mörder von Oslo und Utøya in diese Form zu pressen, entspringen nur eingeübten Reflexen. Doch der Attentäter hat ein Manifest verfasst, das wichtige Hinweise gibt: Die Erklärung ist eine Mischung aus taktischem Handbuch und politischem Programm. Wiederholt positioniert sich der Autor als "Konservativer Revolutionär" - und damit reklamiert er ein bestimmbares Weltbild für sich.

    Die "Konservative Revolution" war eine Abwehrbewegung gegen die gleichmachenden Tendenzen der Moderne. Die wichtigsten Vertreter dieser Strömung agierten zwischen den Weltkriegen. Oswald Spengler etwa, der von Breivik sogar zitiert wird. Die "Konservative Revolution" war militant antiwestlich, antiliberal und antimarxistisch. Ganz wie in Breiviks Manifest wurde der Zyklus von Kulturverfall und Erneuerung beschworen, als dessen Stationen Dekadenz, Krise, Kampf und Wiedergeburt galten.

    Die "Konservative Revolution" wollte die "jungen Völker" Europas zur Blüte führen, mit den Mitteln moderner Technik, dem Recht des Stärkeren - und gegen den alt und schwach gewordenen Humanismus. "An Liberalismus gehen die Völker zugrunde", lautete die Diagnose Arthur Moeller van den Brucks, der 1923 ein Buch mit dem Titel "Das dritte Reich" schrieb.

    Die Kur sollte so radikal sein wie die angenommene Krankheit.

    Mit aller Gewalt galt es, die verlorenen Mythen zurückzuerobern. Letztlich war der romanisch-katholische Faschismus stets näher an diesem Weltgebäude als der deutsche Nationalsozialismus. "Konservativ" waren die gesellschaftlichen Vorstellungen, "revolutionär" die Radikalität der empfohlenen Mittel. Man verfolgte programmatisch, was im Manifest des norwegischen Attentäters ebenfalls gefordert wird: die Abstrafung der Verräter, Krieg gegen Marxisten, Liberale, Emanzipierte und "Invasoren".


    Mit dem Mythenkanon des Faschismus


    Die semantischen Ähnlichkeiten zu den Islamisten sind nicht zufällig, denn ihre Feindbestimmungen gleichen sich. Die historischen Ursprünge des politischen Konservatismus liegen in der Religion.

    Es gibt heute eine europäische Rechte, die sich auf die Theoretiker der zwanziger Jahre bezieht. Sie hat den Mythenkanon des Faschismus, den Glauben an ein reinigendes Blutbad zur kulturellen Wiedergeburt, übernommen und an die Zeit angepasst. Der "Vor-Bürgerkrieg", ausgerufen von Carl Schmitt, einem weiteren ihrer geistigen Ahnen, hat in ihren Augen längst seinen Höhepunkt erreicht.

    Die Rechte unserer Zeit fühlt sich bedrängt von einer Political Correctness, mit der "linke Gutmenschen" eine "Diktatur" errichtet hätten, bedroht von der europäischen Einigung, die meist als "EUSSR" verballhornt wird. Ihre Anhänger fordern ethnische und kulturelle Einheit, kämpfen gegen den Säkularismus, den Verlust der Mythen und die Gleichberechtigung der Geschlechter. Sie leben in einem "Interregnum", einer führer- und orientierungslosen "Zwischenzeit", aus der sie glauben, Europa befreien zu müssen. Zur Not durch das heroische Opfer einzelner. Sie sehen sich im "Widerstand", kämpfen im Geist der "Partisanen" Carl Schmitts und des "Waldgängers" Ernst Jüngers.

    Diese zum Weltbild geronnenen Ressentiments finden sich eben nicht nur in Breiviks Manifest, sondern auch in Publikationen wie der "Jungen Freiheit" oder der Zeitschrift "Sezession" des neurechten Instituts für Staatspolitik. In diesem Milieu gehört der von Breivik ausgiebig referierte Glaube, dass der Marxismus die Abwehrkräfte der Nationen gegen fremde Einflüsse geschwächt habe, zum Standardrepertoire. Die grundlegende Aufarbeitung der deutschen Judenvernichtung wird von Breivik als " .........-Religion" abgelehnt, die nur die nationalen Identitäten aufweiche.

    Salonfähige Rechtsausleger

    Bei der "Jungen Freiheit" konnte man diesen Begriff bereits auf der Titelseite lesen: zur Verteidigung der Piusbrüder. Selbst die Forderung im Manifest des Norwegers, den liberalen Protestantismus wieder durch einen glaubensstärkeren Katholizismus zu ersetzen, hat dort ihre Entsprechung. Denn die "Junge Freiheit" hat sich in den letzten Jahren zunehmend dem christlicher Fundamentalismus zugewandt. Sie schwingt sich zur letzten Verteidigerin der "ewigen Institution" der katholischen Kirche auf, berichtet aber auch begeistert über die Tea-Party-Bewegung in den USA. Auf Hass-Websites wie kreuz.net und Politically Incorrect ist die Zeitung eine beliebte Referenz.

    Die Welt des Anders Breivik deckt sich sehr mit der Welt der "Jungen Freiheit" und ihrer Freunde. Trotzdem gilt die Zeitung als salonfähig. Nicht erst Sarrazins Statistiken verhalfen ihr zu neuen Lesern. Politiker gratulierten zum 25. Jubiläum und führende Tageszeitungen drucken ihre Anzeigen. Stieß das auf Kritik, so wurden meist die gleichen Inhalte als "konservativ" verteidigt, die jetzt - nach Norwegen - selbstverständlich als "recht5extrem" bezeichnet werden. Entsprechend sieht die "Junge Freiheit" nach den Massakern ihre Felle davonschwimmen. Ein Kommentar ist betitelt mit "Der Reichstagsbrand von Europa" und setzt sie bereits in die Rolle des eigentlichen Opfers.

    Im Dunkel der Andeutung unausgesprochen bleibt dabei der Gedanke, es sei eine Verschwörung gewesen, die in Norwegen das Massaker herbeigeführt habe, um den Rechtspopulismus in Europa zu zerschlagen. Dabei kam jetzt nur heraus, wie ähnlich man dem Gegner ist.

    Kreuzritter und Dschihadisten - feindliche Brüder

    Die Krise der globalen Moderne gibt ihren reaktionären Gegenbewegungen Auftrieb. Der Drang nach Überschaubarkeit, Identität und der Sicherheit einer mythisch-religiösen Überwölbung der Welt kennzeichnet eben nicht nur die "rückständigen" Gesellschaften, er ist auch im Westen präsent. Die Welt soll wieder so werden, wie sie nie war.

    Was in Norwegen stattgefunden hat, könnte man auch "die Talibanisierung der christlichen Rechten" nennen. Die Forderung in Breiviks Konvulut, die "Märtyrer der Konservativen Revolution" zu feiern, die bald im "himmlischen Königreich" versammelt werden, klingt vertraut nach Heiligem Krieg.

    Die Ideologie des Islamismus zelebriert als offensiv gewordener Radikalkonservatismus die Abwehr der westlichen Moderne mit den Mitteln der Zeit - und wurde damit zur islamischen Entsprechung der europäischen "Konservativen Revolution". Geradezu spiegelbildlich haben sich die Verteidiger des "christlichen Abendlandes" dafür der Taktik des militanten Dschihad angeglichen.

    Die "Konservative Revolution" von Kreuzfahrern und Dschihadisten, das ist die tödliche Umarmung zweier feindlicher Brüder.
    Quelle: http://www.spiegel.de/politik/auslan...776735,00.html

  11. #50
    Avatar von thomas69

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    Zitat Zitat von woody Beitrag anzeigen
    Das kannst du halten wie du willst. Aber das aktuelle Blutbad hat seine ideologische Basis in ganz Europa und ist nicht auf Norwegen begrenzt.
    Es stimmt, dass es ein paar wirre Köpfe waren, die vermutlich aus Europa sind, aber ich distanziere mich entschieden davon, dass Du behauptest, das die ideologische Basis aus Europa ist. Und die (wirre Köpfe von) Autoren fanden es alles andere als gut, was in Norwegen passierte.

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