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Christentum, Islam, Buddhismus, Hinduismus und andere Religionen ......

Erstellt von Waitong, 11.03.2012, 13:45 Uhr · 312 Antworten · 16.437 Aufrufe

  1. #191
    Avatar von x-pat

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    Zitat Zitat von Micha L Beitrag anzeigen
    Es geht hier um die Religionen in ihrer gegenwärtigen Ausprägung. Genauso wenig wie es zu Lebzeiten Jesu das Christentum gab, ebensowenig gab es bereits den Buddhismus, als Buddha wirkte. Die Religionen sind danach entstanden und haben sich bis heute entwickelt und auch stark verändert. Meine Ausführungen zur Praxis der heutigen Anhänger haben außerdem nichts mit denen zu tun, die nur gelegentlich und rein formell religiös sind, also tatsächlich keine wahren Buddhisten bzw. Christen sind.
    Mit Religionen ist es so ähnlich wie mit einem Ameisenstaat; sie sind hierarchisch organisiert und stark zentralisert. Der Kern des Staates ist die Königin und deren Hof. Die Tausendschaften von Arbeitern und Soldaten haben vor allen Dingen die Aufgabe den Staat zu erhalten. Mit den Glaubensangehörigen einer Religion ist es nicht anders. Die persönlichen Opfer und Spenden der Gläubigen dienen der Erhaltung des sozialen Gebildes der Religionsgemeinschaft. Was ich damit sagen will ist, dass bei Religionen -ebenso wie beim Ameisenstaat- vor allen Dingen das relevant ist was im Zentrum passiert. Wenn zum Beispiel zwei Arbeiterameisen eine tote Fliege abschleppen und sich dabei verlaufen ist das irrelevant für den Staat. Wenn jedoch die Königin verloren geht, dann haben die Ameisen ein Problem. Analog ist es unbedeutend wenn im Christentum ein paar "Gestrauchelte" heretischen Methoden praktizieren. Wenn jedoch der Papst wieder einmal eine umstrittene Aussage macht, dann gehen weltweite Wogen durch die Gemeinschaft. Soll heißen, dass eben nicht die Mehrheit repräsentativ für eine Religion ist, sondern eine tonangebende Minderheit.

    Mit dem Buddhismus verhält es sich ein wenig anders, denn der Buddhismus ist nicht nur eine Religion, sondern auch eine Philosophie und eine Lebensart. Es ist möglich die buddhistische Philosophie und Lebensart anzunehmen ohne dabei eine Religion auszuüben. Außerdem ist der Buddhismus dezentralisierter, kulturell breiter gefächert, und in seiner Lehre vielschichtiger als die abrahamitischen Religionen. Es wäre daher schwierig einen "repräsentativen" Buddhisten zu finden, der allen Richtungen und Schulen gerecht wird. Ein weiterer Unterschied liegt in der starken Betonung der monastischen Tradition, wobei die einzelnen "Zellen" (Tempel und Schulen) weitreichende Autonomie haben. Die monastische Tradition bietet den Nährboden für den esoterischen Kern der Religion und der zielt im Buddhismus eben auf Meditation, Erkenntnisgewinn und Erleuchtung ab.

    Zitat Zitat von Micha L Beitrag anzeigen
    Die von mir geschilderten Erscheinungen in buddhistischen Gemeinden betrifft nur Mönche/Nonnen und engagierte und tiefreligiöse Laien. Nur die lassen sich nämlich in der von mir geschilderten Weise ausnutzen.
    Da sie dies freiwillig tun, kann man jedoch nicht immer von Ausnutzung sprechen. Jedenfalls sind die Grenzen fein und weniger offensichtlich. Ich bezweifle sicherlich nicht das es Ausnutzung mit wirklich negativen Konsequenzen für die Gläubigen im Buddhismus gibt, aber dies ist nicht der Regelfall und eine entsprechende Behauptung würde ich als zynisch empfinden. Nicht alle Robenträger gehören zur Monk Mafia. Man muss beachten, dass Großzügigkeit und Verzicht im Buddhismus eine wichtige Rolle spielt. Diese Tugenden werden von ernsthaften Buddhisten vor allen Dingen in Hinsicht auf Überwindung der Anhaftung an materielle Güter ausgeübt. Dabei muss es sich nicht um finanzielle Großzügigkeit handeln, und der Begünstigte muß auch nicht die Sangha sein, obwohl das in praktischen Fällen oft so ist.

    Cheers, X-pat

  2.  
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  3. #192
    Tramaico
    Avatar von Tramaico
    Die buddhistische Lehre vom Streben nach der Befreiung vom eigenen Leid macht fuer mich absoluten Sinn, also folge ich ihr. Was andere Menschen so treiben, zelibrieren, glauben etc. macht oftmals fuer mich keinen Sinn. Somit toleriere ich es zwar, was wiederum Sinn macht und Teil der buddhisten Lehre ist, aber lasse mich dadurch nicht irritieren.

    Vor 2.500 oder so Jahren war vieles anders als heute. Die Menschen waehnten damals noch, dass die Erde eine Scheibe sei, ueber die sich dann das Himmelszelt erstreckt, in welchem ueberirdische Maechte wohnen. Heute wissen wir, dass es nicht so ist und Flugzeuge fliegen viel hoeher als man z. B. einen Turm in Babel bauen koennte. Somit sind dann auch sehr alte Schriften und manchmal auch die Worte von sehr alten Gelehrten mit Vorsicht zu geniessen. Einfach nicht mehr zeitgemaess.

    Evolution kann meiner Meinung heutzutage nicht mehr verleugnet werden, basierend z. B. auf Fossilien, die eine Existenz von praehistorischem Leben nachweisen. Wie erklaeren sich die Schoepfungsanhaenger diesen Aspekt? Stellen sie die jemalige Existenz von Saurier in Frage? Wie passen diese Urviecher in die Schoepfungsgeschichte? Gehen wir mal davon aus, dass Adam und Eva kaukasischen Ursprung waren. Wie kann es dann auf eimal andere menschliche Rassen geben, die doch im Erscheinungsbild sehr stark voneinander abweisen?

    Der uebermaechtige Herr erschuf alles von Grundauf, dennoch laesst er seinen eigenen Sohn von einer menschlichen Jungfrau gebaehren. Prompt geht dieses auch in die Hose und der "menschliche" Sohn wird von den Menschen gemeuchelt. Mission not accomplished. Maertyrertod hin und Martyrertod her, ein lebender Supermessias hat meiner Ansicht an nach mehr Chancen die Menschen zur Vernunft zu bringen. Diese Ansicht hatten anscheinend vor ca. 2.000 Jahren auch schon die Meuchler des Gottesohnes so gesehen und ergo die Hinrichtung am Kreuz. Waere das damals anders ausgegangen und Jesus Christus waere nicht am Kreuz gestorben sondern haette in dieser Situation der allmaechtige Gott seine wirkliche Staerke zur Geltung gebracht, dann waere das Christentum und die Menschheit heute viel weiter. Was blieb letztendlich uebrig, als einen fatalen Reinfall schoenzureden und nach Ausfluechten zu suchen. Logisch nachvollziehbar ist der Ablauf meiner Ansicht nach nicht.

    Mich selbst vom Leid zu befreien erkenne ich aber als sehr erfolgstraechtig an, da ich schon erhebliche Fortschritte erkennen kann. Eine Furcht vor dem Tod ist nicht mehr existent, da diese auch nach der buddhisten Lehre voellig unnoetig ist. Ein Leben gewinnt sehr viel an Qualitaet und Freude wenn diese Furcht nicht mehr existiert. Man ist in der Lage jeden Augenblick auszukosten, selbst dann wenn es auf einmal der allerletzte ist. Keine Furcht mehr vor dem was danach kommen koennte, vor einem Nichts oder einem Juengsten Gericht oder so. Was immer auch kommen mag, es hat schon seine Richtigkeit. Letztendlich ist der Tod nur eine Rueckkehr zu den Wurzeln. Nicht mehr und nicht weniger. Somit ist es nachvollziehbarer das Leben zu fuerchten aber nicht den Tod. Fuer den Buddhisten, heisst es, sei der Tod somit viel vertrauter als das Leben. Kann ich durchaus nachvollziehen. Liegt sicherlich daran, dass ich Buddhist bin, eigener Herr ueber meine Freude und mein Leid. Es liegt ausschliesslich nur an mir, egal was auch meine Mitmenschen treiben.

    Somit ist der Buddhismus auch stark und kann nicht kompromentiert werden. Von niemanden. Jeglicher Versuch kann nur in's eigene Auge gehen. Nein, keine Schadenfreude hierueber, denn dies waere auch schon wieder kontraproduktiv und wuerde meinem eigenen Streben schaden, mich von Leid befreien zu wollen. Ich kann es drehen und wenden, es passt immer. Ein Gedankengang, der ein Gefuehl der Harmonie ausloest. Ein wohliges Empfinden. Nicht zu euphorisch aber frei von jeglicher Haderei. Ist dieses Empfinden 24/7 gegeben, dann ist das Ziel erreicht und es gibt nichts mehr zu erforschen. Der Kreis hat sich geschlossen und man wird zum Sandkorn in der Sahara. Ein Sandkorn kennt weder Leid noch Freude, es ist einfach so wie es ist und es ist gut so.

  4. #193
    Avatar von Waitong

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    @x-pat

    Habe mich entschlossen hier weiter zu schreiben, um die anderen Kommentare,

    die ich auch sehr interessant finde, nicht zu stark zu vermischen.



    Hier geht's weiter >>> LEBEN - Evolution oder Schöpfung ? - Blogs - Thailand Forum - Nittaya.de

  5. #194
    Avatar von Waitong

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    Sorry - hatte vergessen im obigen Blog Kommentare zuzulassen.

    Jetzt kann kommentiert werden
    .

  6. #195
    Avatar von x-pat

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    Hallo Waitong,

    Erstmal vielen Dank für deine Erklärung. Entweder ist das Kommentieren noch nicht möglich, oder ich bin einfach zu dumm den Button dafür zu finden. Daher antworte ich erstmal hier. Du kannst das gerne kopieren.

    Zitat Zitat von Waitong Beitrag anzeigen
    Nun, es zeigt doch, dass es noch nicht gelungen ist Leben aus voellig unbelebter Materie zu erschaffen. Craig Venter hat bei seinem Versuch auf intakte (lebende) Zellen zurueckgegriffen, denen er lediglich den Zellkern entfernte um ihn durch kuenstlich hergestelltes Erbgut zu ersetzen.
    Ja, richtig. Deshalb waren manche Wissenschaftler auch nicht ganz so beeindruckt wie Craig Venter selbst. Die Presseankündigung "Craig Venter creates synthetic life" hätte genau genommen "Craig Venter creates synthetic living DNA" lauten müssen. Und genau genommen war es ja auch der Erfolg von Venters Team und nicht nur von Craig Venter. Trotzdem muss man diese erstaunliche technische Leistung anerkennen. Es ist kein leichtes Unterfangen einen kompletten Chromosomensatz zu synthetisieren und in einer Zelle zum Leben zu erwecken. Ich sehe das schon als einen wichtigen und markanten Punkt in der Gentechnologie an, der vielleicht bedeutender ist als die Entschlüsslung des menschlichen Genoms vor ca. 10 Jahren.

    Zitat Zitat von Waitong Beitrag anzeigen
    C. V. hat kein neues Leben in dem Sinne einer Ur-Zeugung geschaffen, da sein Experiment einen manipulierten Organismus als Ausgangspunkt hatte.
    OK, jetzt verstehe ich dein Argument. Du willst sagen, Venters Team hat eine Lebensform in einem "Designprozess" hergestellt und dabei von der Natur abgeguckt. Insofern hat er eine Schöpferrolle gespielt. Stimmt. Dies ist aber kein Beweis dafür, dass das Leben auf der Erde ebenfalls durch einen Designprozess enstanden ist.

    Zitat Zitat von Waitong Beitrag anzeigen
    Wenn ich mir die Argumente der Evolutions-Anhaenger betrachte, sollte man eigentlich auch Argumente hoeren die es verstaendlich machen wie aus unbelebter Materie Leben entsteht.
    Dabei geht es um das was Wissenschaftler präbiotische Synthese nennen. Du kannst den Begriff ja mal googeln. Es gibt Ansätze die Teilprozesse der chemischen Evolution von der Entstehung von Aminosäuren in einer reduzierenden Umgebung (Miller-Urey Experiment) bis hin zur Entstehung von Makromolekülen, Peptiden und RNA erklären. Auch die chemischen Voraussetzungen für selbstorganisierende Molekularstrukturen, die primitive Zellwände formen ist ganz gut erforscht. Da diese Prozesse in der frühsten Erdgeschichte stattfanden, im Hadaikum, wird man vielleicht nie eine akkurate Chronologie bekommen. Das sie in irgendeiner Form stattgefunden haben und das irdische Lebensformen schrittweise aus selbstorganisierenden Bausteinen entstanden sind, bezweifelt heute jedoch kaum jemand.

    Zitat Zitat von Waitong Beitrag anzeigen
    Wenn man unter optimalen Laborbedingungen bisher keine Urzeugung von Leben herbeifuehren konnte, wie sollte es in der Urzeit der Erdgeschichte unter viel schlechteren und unkontrollierten Bedingungen der Fall gewesen sein?
    Hier liegt wahrscheinlich der Hund begraben, denn dies ist der Punkt den Kreationisten nicht verstehen. Man muss sich jedoch nur drei Dinge klar machen. Erstens sind die geologischen Zeitspannen immens und zweitens ist der Planet Erde das größte Laboratorium das wir uns vorstellen können. Drittens, und dies ist besonders wichtig, macht Evolution keine unwahrscheinlichen Sprünge vom Einzeller zum Säugetier, sondern schreitet in kontinuierlichen kleinen Schritten voran. Wenn man all dies beachtet, erscheint die Evolutionstheorie auf einmal plausibel. Natürlich gibt es nach wie vor viel zwischen Himmel und Erde, das sich nicht wissenschaftlich erkären lässt. Die Entstehung von Lebewesen gehört allerdings nicht dazu.

    Cheers, X-pat

  7. #196
    woody
    Avatar von woody
    Zitat Zitat von Tramaico Beitrag anzeigen
    ...... Gehen wir mal davon aus, dass Adam und Eva kaukasischen Ursprung waren. Wie kann es dann auf eimal andere menschliche Rassen geben, die doch im Erscheinungsbild sehr stark voneinander abweisen?
    Es gibt nur eine menschliche Rasse, die ältesten Funde menschlichen Lebens werden in Afrika gemacht

    Inzwischen hat die Wissenschaft anhand von DNA Analysen sogar festgestellt, dass im Homo Sapiens auch Spuren der Neandertaler vorhanden sind. Bis vor Kurzen ging man noch davon aus, dass die Neandertaler ohne Nachfahren ausstarben.

  8. #197
    Avatar von Joerg_N

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    Zitat Zitat von woody Beitrag anzeigen
    Es gibt nur eine menschliche Rasse, die ältesten Funde menschlichen Lebens werden in Afrika gemacht

    .
    Hat man bei denen auch die Bibel oder den Koran oder gar die Schriften von Gautama gefunden ?

    Damals war wahrscheinlich das Feuer oder die Sonne anbetungswürdig - den Menschen fällt immer wieder
    was ein wenn sie irgendwas nicht verstehen -
    anstatt sich auf die eigenen Stärken oder Schwächen zu konzentrieren
    muss eine, nicht sehbare Macht, dafür hinhalten.

  9. #198
    Avatar von kcwknarf

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    Zitat Zitat von Joerg_N Beitrag anzeigen
    anstatt sich auf die eigenen Stärken oder Schwächen zu konzentrieren
    muss eine, nicht sehbare Macht, dafür hinhalten.
    Also ich kann Gott sehen. Jeden Morgen und Abend im Spiegel.

  10. #199
    Avatar von Joerg_N

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    Zitat Zitat von kcwknarf Beitrag anzeigen
    Also ich kann Gott sehen. Jeden Morgen und Abend im Spiegel.
    Ich sehe Gott in meinem eingeborenen Sohn namens David

  11. #200
    Avatar von Joerg_N

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    Aber hast schon recht - warum immer die Göttlichkeit aufs unbekannte schieben

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