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Bundestagswahl 2009

Erstellt von phimax, 27.09.2009, 14:10 Uhr · 946 Antworten · 21.304 Aufrufe

  1. #631
    Avatar von aalreuse

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    Re: Bundestagswahl 2009

    Zitat Zitat von ernte",p="785240
    Zitat Zitat von aalreuse",p="785165

    Hinzuverdienstmöglichkeiten für H4-Empfänger verbessern. Klingt auf dem ersten Blick sozial. Ist wohl der Kompromiss zum Bürgergeldmodell der FDP. Auf dem zweiten Blick bedeutet dies nichts anderes als den weiteren Ausbau von prekärer Beschäftigung.
    Oh da, wie denn jetzt?
    Lieber gleich 500 in den Hals schieben - ohne Arbeit?
    Mit dem Argument, es fördert nur den Ausbau von prekärer Beschäftigung?

    Nee,nee so nicht.
    Ganz Einfach. Es gibt genug Jobs, für es schon jetzt nur 4-6 Euro die Stunde gibt. Wenn H4 Empfänger jetzt ohne Anrechnung einen 400 Euro Job annehmen können, sinken diese Löhne ganz schnell auf unter 3 Euro, die Arbeitszeit wird etwas gekürzt und schon ist man beim 400 Euro Job.

    Nach em FDP Bürgergeldkonzept soll die Geringverdienstgrenze sogar auf 600 Euro angehoben werden. Damit konnte die FDP sich aber wohl nicht durchsetzen. Da würde z.B. ein Kassiererjob im Supermarkt für evtl 1200 im Monat ganz schnell durch zwei 600 Eurokräfte ersetzt.

    Und das fatale ist, die Leute werden auch noch gesetzlich gezwungen solche Jobs anzunehmen.

    Die Arbeitgeben verweißen doch auch sonst auf die Tarifautonomie und lehnen staatliche Einmischenug ab. Also bitte dann auch konsequent sein. Stopp mit der Lohnsubventionierung via H4 und stopp mit dem Zwang prekäre Jobs annehmen zu müssen. Die Arbeitgeber sollen ihr Lohn und Kostenrisiko gefälligst selbst zahlen und nicht über Schulden finanzierte Lohnsubventionen auf die nächsten Gerationen abwälzen.

    Regional, z.B. in Thüringen, hängen schon jetzt über 50% der Jobs am H4-Tropf. Im Bundesdurchschnitt knapp 30% Tendenz steigend. Das können wir uns auf Dauer nicht leisten!

    Wie sagte die FDP im Wahlkampf? Arbeit soll sich wieder lohnen. Für wen? Nur für den Arbeitgeber durch steigende Lohnsubventionen? Oder soll auch endlich der Arbeitnehmer wieder von den Früchten seiner Arbeit leben können?

  2.  
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  3. #632
    Avatar von kcwknarf

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    Re: Bundestagswahl 2009

    Zitat Zitat von aalreuse",p="785344
    Da würde z.B. ein Kassiererjob im Supermarkt für evtl 1200 im Monat ganz schnell durch zwei 600 Eurokräfte ersetzt.
    Das ist doch super. Dann haben 2 Leute einen Job und nicht nur einer, der alleine dadurch reich wird.

    Zitat Zitat von aalreuse",p="785344
    stopp mit dem Zwang prekäre Jobs annehmen zu müssen.
    Dazu wird noch niemand gezwungen. Doch nur diejenigen, die freiwillig(!) H4 beantragen.
    Wenn die Jobs günstiger werden und - wie du selbst gesagt hast - 2 statt 1 eingestellt wird, dann finden auch mehr leute Jobs und benötigen H4 gar nicht erst.

    Wenn aber die Messlatte bei 1200 Euro oder höher liegt, dann wird natürlich nur die Elite eingestellt und alle anderen bleiben auf der Strecke oder müssen zwangsläufig H4 benantragen. Daher brauchen wir Jobs in allen Gehaltsstufen. Einfach, weil es sozialer für alle ist!
    Das ist doch nicht so schwer zu verstehen, oder?

  4. #633
    Avatar von ernte

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    Re: Bundestagswahl 2009

    Stellen wir uns doch mal die Frage in welchen Bereichen wird denn 3-6 Euro gezahlt?

    Reinigungsbereich, Überwachung (Nachtwächter etc.), Callcenter, Friseur etc., evtl. Gastronomie, usw.

    Alles Jobs, bei denen man nicht unbedingt viel Hirn braucht. Aber Leute braucht man, die diesen Job ausüben. Wenn keiner den Job macht dann geht`s automatisch hoch. So war es immer und so wird es auch immer sein.

    Wart mal ab was passiert, wenn die Putzkolonnen streiken. Die Arztpraxen dreckig sind, die Mülleimer im Flughafen überlaufen, dreckige Hotelzimmer etc. etc. Aber solange es Leute gibt die hingehen und sich verar..schen lassen, wäre jeder Unternehmer dumm das nicht ausnutzen zu wollen. Vier Wochen reichen aus um viel zu bewegen. Dann gehen diese Ausbeuter in die Knie. Ja richtig gelesen auch in meinen Augen sind es Ausbeuter.

    Komm mir jeztz bloss nicht, das ist die ARGE schuld oder die Politik.
    Allein die Leute sind schuld.
    Gewerkschaften, ein Kindergartenverein ist das. Grosse Fresse und nichts dahinter.

    Mein Vater (er war Bergmann) sagte immer, der einzigste Streik der jemals wirklich etwas brachte war ein wilder Streik. Das heisst gegen den Willen der Gewerkschaft wurde gestreikt.

  5. #634
    Avatar von kcwknarf

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    Re: Bundestagswahl 2009

    Zitat Zitat von ernte",p="785352
    Allein die Leute sind schuld.
    ...
    Das heisst gegen den Willen der Gewerkschaft wurde gestreikt.
    Streiks bringen aber nur etwas, wenn alle mitstreiken.
    Wenn ich einen Arbeitsvertrag unterschreibe, dann kann ich doch sagen: für 3 Euro arbeite ich nicht. Warum mache ich das nicht? Weil ich dann den Job nicht bekomme, weil hinter mir jemand steht, der sogar für 2 Euro arbeiten würde. Es gab Zeiten, da hätte ich auch für 1 Euro gearbeitet und als Selbstständiger waren Stundenlöhne von 50 Cent keine Seltenheit. Auch damit konnte ich leben.
    Ich kann doch nicht vom Staat oder von Firmen verlangen, dass sie mir hochdotierte Jobs verschaffen. Wir sind doch nicht im Schlaraffenland.

    Und das gilt auch für Streiks. Wer streikt riskiert eben die Kündigung und dann kommen die nächsten, die 3 Euro gar nicht so schlecht finden.
    Zum Glück entscheidet es eben der Markt, Angebot und Nachfrage, was ein gerechter Lohn ist.
    Erst wenn es mehr Jobs als Arbeitssuchende gibt, werden die Löhne steigen. Also muss man eben mehr Jobs schaffen und/oder die Arbeitslosigkeit senken. Das ist das einzige, was Sinn macht.

    Manuelle Einmischung durch den Staat mit Mindestlöhnen etc. ist so, als wenn man Bier in Wolken pumpt, damit Bier günstiger wird.

  6. #635
    Avatar von aalreuse

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    Re: Bundestagswahl 2009

    Die ARGEN sind nicht schuld, die müssen nur das umsetzen was im Gesetz steht. Und da steht nun mal, dass unabhängig vom Bildungsstand für jeden jede Arbeit zumutbar ist. Wer eine zumutbare Arbeit nicht annimmt, bekommt die Leistung gestrichen.

    Nun möchte ich den Familienvater sehen, der H4 Empfänger ist und es sich leisten kann die Stütze gestrichen zu bekommen. Also geht er, weil er Verantwortung für seine Kinder trägt, auch ein prekäres Arbeitsverhältnis ein.

    In einer anderen Debatte wird über die Integration von Ausländern und deren Bekenntniss zu den Werten unseres GG gesprochen. Wie können wir von denen ein Einstehen zum GG erwarten, wenn wir es selbst mit Füßen treten.

    Prekäre Jobs sind für mich mit Artikel 1 GG nicht zu vereinbaren. Und jeder Chef der solche Jobs vergibt tritt die Menschenrechte und die Menschenwürde mit Füßen.

    Aber das ist den meisten ja heute völlig egal, Lohndumping ist gerade zu zum Sport geworden.

    Und jeder der gegen Gewerkschaften, Betriebräte, Mitbestimmung etc. wettert und alles tut um Betriebräte loszuwerden tut dies nur weil er ein schlechtes Gewissen hat und genau weiß wie mies er seine Leute behandelt. Ein anständiger Chef braucht vor seinen eigenen Mitarbeitern und deren Betriebsrat keine Angst haben.....

  7. #636
    Avatar von aalreuse

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    Re: Bundestagswahl 2009

    Zitat Zitat von kcwknarf",p="785350
    Zitat Zitat von aalreuse",p="785344
    Da würde z.B. ein Kassiererjob im Supermarkt für evtl 1200 im Monat ganz schnell durch zwei 600 Eurokräfte ersetzt.
    Das ist doch super. Dann haben 2 Leute einen Job und nicht nur einer, der alleine dadurch reich wird.

    Zitat Zitat von aalreuse",p="785344
    stopp mit dem Zwang prekäre Jobs annehmen zu müssen.
    Dazu wird noch niemand gezwungen. Doch nur diejenigen, die freiwillig(!) H4 beantragen.
    Wenn die Jobs günstiger werden und - wie du selbst gesagt hast - 2 statt 1 eingestellt wird, dann finden auch mehr leute Jobs und benötigen H4 gar nicht erst.

    Wenn aber die Messlatte bei 1200 Euro oder höher liegt, dann wird natürlich nur die Elite eingestellt und alle anderen bleiben auf der Strecke oder müssen zwangsläufig H4 benantragen. Daher brauchen wir Jobs in allen Gehaltsstufen. Einfach, weil es sozialer für alle ist!
    Das ist doch nicht so schwer zu verstehen, oder?
    Und wie soll das ganze H4 bezahlt werden? Von den Steuern der Elite! Diese wollen aber keine zahlen... das ist ja unzumutbar..... also noch mehr Staatsschulden.....

    Besser für alle wären unsubventionierte Jobs mit einem Lohn von dem man leben kann. Das reduziert die Sozialkosten, und damit die Ausgaben des Staates. Schafft Spielräume für Steuersenkungen und stärkt die Kaufkraft. Eine starke Kaufkraft sorgt aber für Nachfrage, Nachfrage sorgt für Aufträge und Firmeneinnahmen. So schließt sich der Kreis.

    Übrigens sind 1200 Euro netto sind eine extrem niedriege Messlatte. Das habe ich als Geselle schon vor 25 Jahren verdient. Der tarifliche Gesellenlohn im Bauhauptgewerbe liegt heute bei 2740 Euro brutto, was für einen Familienvater mit zwei Kindern rund 2000 Euro netto sind.

    Das ist ein Lohn von dem man einigermaßen leben kann.

  8. #637
    Avatar von franky_23

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    Re: Bundestagswahl 2009

    Da Problem mit den Gewerkschaften ist, dass zuwenige organisiert sind. In Branchen wo der Organisationsgrad vergleichsweise hoch ist, da gibt es auch vernünftige Löhne.

    Wer sagt über 1200 Euro im Monat sei die Elite, der hat keine Ahnung was in Deutschland verdient wird.

    Ich sehe auch die Problematik, dass bei HarzIV + höher Zuverdienst einfach kein Interesse mehr an einem Job mit 1000.-- Euro besteht und dann lieber für harzIV + 400 gearbeitet wird. Dies von beiden Seiten, sowohl von AG als auch AN Seite.

    Der Schmuh mit dem Verbot sittenwidriger Löhne hat ein methodisches Problem wer, wann den durchschnittslohn in einer Branche festsetzt.

  9. #638
    Avatar von kcwknarf

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    Re: Bundestagswahl 2009

    Zitat Zitat von aalreuse",p="785376
    Und wie soll das ganze H4 bezahlt werden?
    Wenn jeder eine Job hat muss auch keiner mehr H4 bekommen.

    Zitat Zitat von aalreuse",p="785376
    Übrigens sind 1200 Euro netto sind eine extrem niedriege Messlatte. Das habe ich als Geselle schon vor 25 Jahren verdient.
    Vor 25 Jahren gab es auch noch eine Mauer und die EU bestand nur aus wenigen Staaten.
    Es scheinen hier immer noch einige nicht kapiert zu haben: wir haben jetzt einen globale Welt. Die endet nicht mehr an der Zonengrenze!

    Es kann doch nicht angehen, dass das Lohnniveau derart viel höher in Deutschland ist als z.B. in Polen oder gar in Thailand. Das wird zwangsläufig angeglichen. Und da die Löhne in vielen Ländern nicht extrem steigen, werden die Löhne in reichen Ländern zwangsläufig sinken oder zumindest stagnieren. Dafür werden die Preise aber auch fallen. Ein Leben mit 1200 Euro wird also bald problemlos möglich sein.

  10. #639
    hello_farang
    Avatar von hello_farang

    Re: Bundestagswahl 2009

    Zitat Zitat von kcwknarf",p="785389
    Ein Leben mit 1200 Euro wird also bald problemlos möglich sein.
    Ich habe neulich mit einem Kumpel mal durchgerechnet, was ich an Kosten pro Monat habe. All inclusive (und da ist noch ein Ferienhaus mit dabei) sind es 750.- Euro pro Monat.

    Bin danach umgezogen, Miete um 80 Euro hoeher. Wnn ich aber die Kosten fuer das Ferienhaus gegen rechne (also aus der Summe heraus nehme), dann bleibt es fuer meine Berliner Existenz bei 750 Euro pro Monat.

    Stand: Oktober 2009

    Chock dii, hello_farang

  11. #640
    Avatar von aalreuse

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    Re: Bundestagswahl 2009

    Die globalisierte Welt sieht leider anders aus. Man will nicht billig produzieren und billig verkaufen, man will billig produziern und teuer verkaufen. Und das geht nur mit entsprechender Kaufkraft. Nur die Kaufkraft soll vom Staat kommen und das funktioniert nicht.

    Leben von durchschnittlich 1200 Euro netto wird nur möglich werden, wenn auch die Energie und Mietkosten sinken. Das heißt, wenn die Energiekonzerne auf ihren Gewinn verzichten und auch der Deutsche Immobilienmarkt zusammenbricht, weil durch zu geringe Mieteinnahmen die Immobilienkredite platzen. Ersteres wird kaum passieren und das zweite sollten wir nicht wollen.

    Der Versuch Deutschland zu einem Niedriglohnland zu machen führt zwangsläufig in eine noch größere Wirtschaftskrise. Und gerade die EU ist auf Deutschland und seine Zahlungen in die EU-Kasse angewiesen. Also wer eine Kuh melken will muss sie auch füttern, sonst geht sie zu grunde.

    Im Übrigen sind die Reallöhne in Deutschland (nicht die Tariflöhne) schon längst nicht mehr die höchsten in der EU.

    Ein noch größerer Druck auf die Löhne führt unweigerlich zum Ende.

    Das will in die meisten Köpfe nicht rein.

    Wenn niedrige Löhne Arbeit schaffen würden müssten in Afrika die Fabriken wie Pilze aus dem Boden schießen und die Asiaten längst arbeistslos sein, denn dort gibt derzeit die billigsten Arbeitskräfte. Das einzigste was Aufträge für Unternehmen und damit Arbeit schafft ist die Kaufkraft desjenigen der am Ende der Kette steht. Die Kaufkraft des Lohnsklaven.

    Nur ein Beispiel. Ein Werftbesitzer baut für einen Reeder einen Bananenfrachter. Der sagt sich, was geht mich das Leben meiner Mitarbeiter an, mein Kunde ist der Reeder dem muss ich einen guten Preis machen. Ich will aber auch so viel verdienen wie geht und drücke darum den Lohn meiner Leute auf unterhalb des Existenzminimums, soll der Staat doch für meine Leute sorgen. Kommt der Reeder zum Werftbesetzer. Ich kann dir leider dein Schiff nicht mehr abnehmen, der Markt für Bananen ist zusammengebrochen die Leute hierzulande verdienen so wenig, das keiner mehr Bananen kaufen kann. Also schließen jetzt die Werft und die Reederrei die Werkstore und die Arbeiter gehen stempeln.

    Besser: Ein Werftbesitzer baut für den Reeder einen Bananendampfer. Der Werftbesitzer verzichtet auf ein klein wenig Gewinn und bezahlt anständige Löhne. Dann kann der Reeder seine Bananen verkaufen und dem Werftbesitzer sein Schiff abnehmen. So haben alle etwas davon... aber das ist ja zu einfach....

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