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Aufstand in England

Erstellt von Bajok Tower, 09.08.2011, 18:20 Uhr · 122 Antworten · 6.969 Aufrufe

  1. #81
    Bajok Tower
    Avatar von Bajok Tower
    Sobald Deutsche im Ausland sind, randalieren sie doch auch.


    NACH ENGLAND NUN AUCH RANDALE IM URLAUBS-PARADIES

    Schwere Krawalle an der Costa Brava. Neben den Chaostagen in Großbritannien scheint auch in Spanien die Gewalt zu eskalieren. Im Urlaubsparadies Lloret de Mar lieferte sich die Polizei schwere Straßenschlachten mit jugendlichen Party-Touristen.

    Traurige Bilanz der Krawalle am Mittwochabend: 22 Festnahmen, darunter 13 Deutsche. Die Randalierer sollen schon heute dem Haftrichter vorgeführt werden.

    WAS IST DA LOS?

    Während in Großbritannien die Gewalt von verarmten Stadtteilen ausgeht, scheint in Spanien die Lust an Gewalt zu dominieren...

    Jetzt auch Krawalle im Urlaubsparadies


    Lustig: Die BILD muss jetzt sogar zugeben, dass "in Großbritannien die Gewalt von verarmten Stadtteilen ausgeht" und also was mit Armut im Kapitalismus zu tun hat.

  2.  
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  3. #82
    Avatar von atze

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    Umso überraschender, dass unter den ersten verurteilten ein Grundschullehrer war!

  4. #83
    Tramaico
    Avatar von Tramaico
    Poebel ist Poebel, ob arm, ob reich und es gibt anscheinend einfach zwischenzeitlich zuviel Poebel. Tendenz steigend. Keine Sache von finanzeller Armut sondern lediglich geistiger. Was ist heutige Armut schon im Vergleich zu den Zustaenden vor der industriellen Revolution.

    Wer Resourcen hat sich sich auf der Strasse Schlachten zu liefern, dem geht es einfach noch zu gut. Ein Weg waere, die ueberschuessige Energien in einem Steinbruch abzubauen. Die gewonnenen Steine koennten dann fuer einen Wiederaufbau fuer Zerstoerungen verwendet werden. Eine win/win Situation.

  5. #84
    Avatar von Yogi

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    Zitat Zitat von Tramaico Beitrag anzeigen
    Wer Resourcen hat sich sich auf der Strasse Schlachten zu liefern, dem geht es einfach noch zu gut. Ein Weg waere, die ueberschuessige Energien in einem Steinbruch abzubauen. Die gewonnenen Steine koennten dann fuer einen Wiederaufbau fuer Zerstoerungen verwendet werden. Eine win/win Situation.
    Du hast da einen gedanklichen Fehler in deiner win/win Situation.
    Wenn die überschüssige Energie in einem Steinbruch abgebaut würde, gäbe es nichts, was man wieder aufbauen müsste. Der Prozess der vorherigen Zerstörung entfällt.
    Was macht man dann mit den produzierten Steinen?
    Gut, die kann man dann z.B. im Strassenbau verwenden. Dabei wird wieder überschüssige Energie abgebaut.
    Wir sollten das mal weiter spinnen.

  6. #85
    Avatar von Dieter1

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    Zitat Zitat von Yogi Beitrag anzeigen
    Du hast da einen gedanklichen Fehler in deiner win/win Situation.
    Wenn die überschüssige Energie in einem Steinbruch abgebaut würde, gäbe es...
    ....bald eine Menge ueberschuessiger Steine.

  7. #86
    Tramaico
    Avatar von Tramaico
    Zitat Zitat von Yogi Beitrag anzeigen
    Du hast da einen gedanklichen Fehler in deiner win/win Situation.
    Wenn die überschüssige Energie in einem Steinbruch abgebaut würde, gäbe es nichts, was man wieder aufbauen müsste. Der Prozess der vorherigen Zerstörung entfällt.
    Was macht man dann mit den produzierten Steinen?
    Gut, die kann man dann z.B. im Strassenbau verwenden. Dabei wird wieder überschüssige Energie abgebaut.
    Wir sollten das mal weiter spinnen.
    Derzeit gibt es wohl erst einmal genug wieder aufzubauen. Ist natuerlich alles erst einmal wieder aufgebaut, dann sollte auch die ueberschuessige Energie kompensiert sein. Keimt da erneut ueberschaeumender Zerstoerungseifer auf, zurueck zum Steinbuch zwecks Materials zum WIEDERaufbau. Der Steinbruch ist natuerlich nur Reaktion auf Aktion, bis zwischen den beiden Faktoren Harmonie herrscht. Erwaehnte ja schon. Win/win Situation bei KORREKTER Anwendung. You destroyed it, you rebuild it.

    Im Uebrigen koennten natuerlich auch moegliche ueberschuessige Steine importiert werden. Zum Beispiel in den Nahen Osten. Im Falle, dass es da nicht genuegend eigene Steinbrueche gibt. Wuerde dem weichen Pound sicherlich auch ganz gut bekommen.

  8. #87
    Avatar von Chak

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    Zitat Zitat von Bajok Tower Beitrag anzeigen

    WAS IST DA LOS?

    Während in Großbritannien die Gewalt von verarmten Stadtteilen ausgeht, scheint in Spanien die Lust an Gewalt zu dominieren...
    Du gehst da immer noch von falschen Grundannahmen aus, obwohl durch die Verurteilungen längst andere Erkenntnisse gewonnen werden konnten. Auch in GB handelt es sich um jugendliche Randalierer, die höchstens als Vorwand politische Begründungen angeben.

    Die öffentliche Meinung dort ist übrigens in der Mehrheit recht radikal was das Vorgehen gegen die Randalierer anbelangt. So wurde eine Petition gestartet Randalierern Sozialleistungen zu entziehen einschließlich des Rauswurfs aus Sozialwohnungen.

  9. #88
    Avatar von Yogi

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    Zitat Zitat von Tramaico Beitrag anzeigen
    Derzeit gibt es wohl erst einmal genug wieder aufzubauen. Ist natuerlich alles erst einmal wieder aufgebaut, dann sollte auch die ueberschuessige Energie kompensiert sein. Keimt da erneut ueberschaeumender Zerstoerungseifer auf, zurueck zum Steinbuch zwecks Materials zum WIEDERaufbau. Der Steinbruch ist natuerlich nur Reaktion auf Aktion, bis zwischen den beiden Faktoren Harmonie herrscht. Erwaehnte ja schon. Win/win Situation bei KORREKTER Anwendung. You destroyed it, you rebuild it.

    Im Uebrigen koennten natuerlich auch moegliche ueberschuessige Steine importiert werden. Zum Beispiel in den Nahen Osten. Im Falle, dass es da nicht genuegend eigene Steinbrueche gibt. Wuerde dem weichen Pound sicherlich auch ganz gut bekommen.
    Ich plädiere dafür prophylaktisch erst einmal Steine zu produzieren. Resourcen sind wohl genügend vorhanden. Sowohl Steine als auch Klopfer.
    Sollte dann die Zerstörung ausbleiben, könnten diese gewinnbringend verkauft werden. Eine win+/win+ Situation.
    So können Fragen nach dem, was war zuerst da, die Henne oder das Ei bzw. die Zerstörung oder der Stein, vernünftig beantwortet werden.

  10. #89
    Avatar von Waitong

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    Arbeitseinsaetze, wie man sie oefter hier in Bangkok sehen kann sind auch recht nuetzlich.

    Kurz vor Beginn der Regenzeit werden die Abwasserkanaele von Knacki's gesaeubert .

  11. #90
    Bajok Tower
    Avatar von Bajok Tower
    Riots in Grossbritannien:
    Das Ergebnis von über vierzig Jahren kapitalistischer Krise


    Während die Aktienmärkte abstürzten und Panik die Eurozone erschütterte, feierte sich die britische herrschende Klasse dafür, dass London für die nächsten Olympischen Spiele bestens vorbereitet sei. Dann gingen wie bei einer unvorhergesehenen Naturkatastrophe die Bezirke Tottenham, Enfield, Brixton und Walthamstow in Flammen auf. Mittlerweile musste Premierminister Cameron seine Villa in Italien verlassen und in eine Stadt zurückkehren, die mit ausgebrannten und geplünderten Straßenzügen einem Kriegsschauplatz gleicht.

    Der Funke, der die Riots auslöste, war der Tod des 29jährigen Marc Duggan. Er wurde aus seinem Auto gezerrt und in einem Kampf mit der Polizei anscheinend durch zwei Schüsse aus nächster Nähre getötet. Die Polizei erklärte, dass die Beamten in Notwehr handelten, um ihrerseits nicht von Marc Duggan erschossen zu werden. Dies stimmt wiederum nicht mit Berichten überein, nach denen die Kugel, mit der Marc Duggan angeblich geschossen haben soll, ein übliches Polizeikaliber ist. Wieder einmal spielt die Polizei ihr übliches Spiel der Verschleierung.

    Nach Marc Duggans Tod organisierte seine Familie einen Protest vor der Polizeiwache und verlangte ein Gespräch mit dem für die Untersuchung der Schießerei zuständigen Beamten. Sie plante die Mahnwache nach einer Stunde wieder aufzulösen. Doch weit davon entfernt Rede und Antwort zu stehen, weigerte sich die Polizei die Familie zu empfangen. Stattdessen wurde mit Schlagstöcken gegen die Menge vorgegangen, wobei ein 16jähriges Mädchen verletzt wurde. Der Protest wandelte sich in Wut. Zwei leere Polizeiautos wurden mit Steinen beworfen. Daraufhin startete die Polizei einen regelrechten Angriff auf die Versammlung. Bis jetzt sind die genauen Umstände, die die Riots auslösten, kaum ein Thema. Faktisch sind die Riots jedoch Anzeichen eines fortschreitenden sozialen Verfalls, wie er für den Kapitalismus auch in seinen „demokratischen" und „fortgeschrittenen Metropolen" typisch ist.

    Big Society - wenig Chancen für ein menschenwürdiges Leben

    Für die Politiker von Labour und ihre linken Anhängern ist es nun leicht die gegenwärtigen Kürzungsmaßnahmen der Regierung für die Riots verantwortlich zu machen. Nahezu jeder weiß (einige Millionäre sowie Cameron und seine Mannschaft vielleicht ausgenommen), dass die Frustration und Wut sich seit Jahren aufgestaut hatte. Immer mehr Jugendliche sind von der Arbeitswelt so gut wie ausgeschlossen. Die Kürzungsmaßnahmen der konservativ-liberalen Koalition haben die Kluft zwischen Arm und Reich zweifellos weiter vertieft. Diese Kluft kann nicht einfach mit einigen neuen von der Regierung gestifteten Billiardtischen in Jugendzentren überbrückt werden.

    Ebenso wenig wird Labour eine ernsthafte Lösung für die Probleme anbieten. Die Rolle, die die Labour Party bei der Einführung eines flexiblen Billiglohnsektors gespielt hat, sollte nicht vergessen werden. Dasselbe gilt für die von der Labour-Regierung (1997-2010) durchgesetzten einschneidenden Kürzungen von Sozialleistungen, die allesamt von den Gewerkschaften gebilligt wurden. Doch die Wurzeln der gegenwärtigen Misere gehen noch weit vor die Zeit der letzten Labour-Regierung zurück. Auf den ersten Blick erscheinen die gegenwärtigen Aufstände wie eine Wiederholung der Riots in den 80er-Jahren. Diese entzündeten sich an der rassistischen Diskriminierung, der Arbeitslosigkeit, der sozialen Verelendung und fortschreitender Polizeigewalt. All diese Faktoren spielen auch heute eine Rolle. (So schikaniert die Londoner Polizei unter dem Vorwand des illegalen Waffenbesitzes systematisch schwarze Jugendliche).

    Doch die gegenwärtigen Unruhen spielen sich vor dem Hintergrund einer über vierzig Jahre andauernden kapitalistischen Krise ab, die das soziale Gefüge an den Rand der Erosion getrieben hat. Ganze Generationen von ArbeiterInnen kennen nichts anderes als Niedriglöhne und prekäre Beschäftigung. Der wachsende Teil der Langzeitarbeitslosen (die sog. „Neuen Unterschichten") müssen in einer immer härteren und gewalttätigen Umgebung um das tägliche Überleben kämpfen. Messerstechereien und Schießereien sind nur ein Teil dieser alltäglichen Realität. Das Leben am unteren Rand der kapitalistischen Gesellschaft ist nur rein Spiegelbild des Lebens an der Spitze: Jeder ist auf sich selbst gestellt in einem gnadenlosen Kampf ums Überleben und im Streben nach Geld und materiellem Wohlstand, den einzigen Symbolen für Erfolg in dieser Gesellschaft.

    Nach den Straßenkämpfen in den 80er-Jahren setzte der Staat auf „Multikulti". Staatsgelder flossen in die schwarzen oder asiatischen Viertel um allerlei Kosmetik wie Jugendzentren, Sprachkurse oder im Falle der muslimischen Viertel Religionsunterricht in Moscheen zu finanzieren. Dahinter steckte die Idee die Ghettos zu separieren und ruhig zu halten. Die Kriege in Afghanistan und im Irak und die sich verschärfende Krise haben diesen Projekten den Garaus gemacht. In dem Maße, wie sich die Krise zuspitzt, besteht die einzige Möglichkeit, die wachsende soziale Ausgrenzung im Griff zu halten, in der verschärften Repression des bürgerlichen Staates. Mittlerweile läuft jede/r, der oder die gegen willkürliche Verhaftungen, Studiengebühren, Rentenkürzungen, Sozialabbau oder auch nur gegen eine verkommene Monarchie protestiert, Gefahr, festgenommen, verprügelt oder zum Opfer einer morgendlichen Razzia zu werden. Kürzlich rief die Metroplolitan Police dazu auf, jede/n, der im Verdacht stehe AnarchistIn zu sein, der Polizei zu melden. Um im Mai dieses Jahres den ungestörten Ablauf der pompösen königlichen Hochzeit zu garantieren, wurden Hunderte GegnerInnen der Monarchie vorsorglich in Gewahrsam genommen. Im zunehmenden Maße ist eine derartige Repression die einzige Antwort, die die Bourgeoisie geben kann - selbst unter angeblich „demokratischen" Verhältnissen.

    Die Kommunistische Perspektive

    Während die rechte Presse die Riots schnell als das Werk von Halbstarken verurteilte, waren Labour und die Linke des Kapitals vorsichtiger der Jugend die ganze Schuld zuzuschieben. Der Labour-Abgeordnete Davis Lammy kommentierte die Ausschreitungen als erster. Er verurteilte die Gewalt, die angeblich nur die eigene Community träfe und rief wie üblich zur Ruhe auf. Die britische SWP erwies sich in ihrer Reaktion wieder einmal als Anhängsel der Labour-Party. Zwar benannte sie die sozialen und ökonomischen Ursachen der Riots, um dann als Lösung so etwas wie eine Rechenschaftspflicht der Polizei zu fordern. Als ob die Reform der Polizei eine Aufgabe für eine „revolutionäre Organisation" sei, die nach eigener Aussage für die Überwindung des Kapitalismus eintritt.

    Die Polizei ist integraler Teil der kapitalistischen Staatsmaschine. Ihre Aufgabe besteht in der Verteidigung der bürgerlichen Gesetzlichkeit, also das „Recht" der Kapitalisten Profite zu machen, bzw. Mehrwert aus den ArbeiterInnen zu pressen zu verteidigen. Es kann für KommunistInnen nicht darum gehen die Riots zu verurteilen. Sie sind Zeichen der kapitalistischen Krise und des Zerfalls. Gleichzeitig romantisieren wir die Riots nicht als effektive Kampfform gegen die kapitalistische Ausbeutung. Gegenwärtig scheint sich die Wut der Menge gegen Filialen von Markenketten zu richten, die aufgebrochen werden, um dann mitzunehmen was irgendwie geht. Diese Form der „Expropriation" ist sehr weit von einer emanzipatorischen Praxis entfernt. Sie reflektiert lediglich die bürgerliche Ideologie nach der der Stärkste am meisten bekommt.

    Solange sich der Kapitalismus in einer Abwärtsspirale befindet, in der die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer und damit sozial immer weiter ausgegrenzt werden, werden sich derartige Explosionen häufen. Die Wiederbelebung einer wirklich emanzipatorischen Bewegung der Arbeiterklasse gegen die fortschreitende Barbarei des kapitalistischen Systems ist heute notwendiger denn je. In einer solchen kollektiven Bewegung werden die ArbeiterInnen verstehen, warum sie gegen die Kräfte der Repression kämpfen müssen: Für nicht mehr und nicht weniger als die Überwindung der alten Ordnung und eine Welt, die nicht auf dem Profit einiger weniger basiert, sondern in der für die Befriedigung der Bedürfnisse aller produziert wird. Statt bürgerlicher Parlamente, die lediglich die Macht des Geldes und Profits verschleiern, wird eine revolutionäre ArbeiterInnenbewegung Räte bilden, deren Delegierte ihren WählerInnen jederzeit rechenschaftspflichtig und abwählbar sind. All dies mit dem Ziel der Entwicklung einer kommunistischen Produktionsweise, die auf die Interessen und Bedürfnisse aller ArbeiterInnen ausgerichtet ist. Kurz gesagt: Erst wenn die ArbeiterInnenklasse beginnt zu verstehen, dass es eine Alternative zum Kapitalismus gibt, und den politischen Kampf aufnimmt, werden auch all jene, die in dieser Gesellschaft nichts zu verlieren haben, jene, die von den „Eastenders" nicht begeistert sind und jene, die von keiner Religion an diese Welt gekettet werden, den Ausbruch aus den bestehenden Verhältnissen wagen.

    Riots in Grobritannien: Das Ergebnis von ber vierzig Jahren kapitalistischer Krise

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