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Aufstand in England

Erstellt von Bajok Tower, 09.08.2011, 18:20 Uhr · 122 Antworten · 6.975 Aufrufe

  1. #121
    Avatar von Jarga

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    Das eine schliesst das andere nicht aus

    @Chak - weshalb denn? Es geht doch um Nachhaltigkeit und nicht wie beim Kaputtalismus um ein Wachstum durch Belebung des Wegwerf-Konsums.

    Wir haben mittlerweile sogar 2 PC. Beide wurden individuell auf unsere Bedürfnisse von einem echten Fachmann zusammen gestellt. Der erste läuft seit 7 Jahren. Vier kleine Auswechslungen an Komponenten war bisher alles was wir an neuem brauchten. Jeden Monat einmal checkt dieser Kumpel diese zwei Computer durch, so etwa wie ein Fahrzeugservice.

    Als Steuerzahler auf das zu bewirtschaftende Land müssen wir diese Rahmenbedingungen des Lebens in diesem System mehr oder weniger akzeptieren, betonung liegt aber auf weniger. Klar bin ich auch Mittäter, darf aber hoffentlich den Finger in die Wunde legen.

    Innerlich bin ich aber bereit für einen Wechsel. Das neue sollte aber viel mehr auf Selbstverantwortung basieren und vorallem Dezentralisierung.

    Selbst bin mit Handwerkstechniken vertraut, was ja nicht neue Fortschrittsfertigkeiten ausschliesst, aber dies sollte eben mehr auf Nachhaltigkeit beruhen.

    Nicht umsonst haben wir als Familie den etwas anderen Weg gewählt und uns hier in Thailand nieder gelassen, um unser Einkommen mit nachwachsendem Rohstoff zu generieren, eben mit richtiger Handarbeit in der Natur und mit ihr.

    Man(n) braucht ja nicht unbedingt wieder ins 'primitive' Leben abzugleiten, aber den Ursprung auch nicht verweigern. Unter den herrschenden Umständen ist ein weiter so einfach illusorisch, und eigentlich leben wir sogar in einer Illusion.

  2.  
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  3. #122
    Avatar von Jarga

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    Randale unbrauchbarer Konsumenten

    Kam mir gerade noch ein Fundstück unter von einem meiner Lieblingskritikern. Obwohl nicht immer einig mit seiner Sicht der Dinge, bringt er in seiner unnachahmligen Art des provoziernes vieles auf den Punkt.

    Slavoj Žižek

    Slavoj Žižek, geboren 1949, ist ein slowenischer Philosoph und Psychoanalytiker, der mittlerweile hauptsächlich auf Englisch schreibt. Seine Schwerpunkte sind Hegel, Marx und Lacan. Er gilt als einer der wichtigsten Theoretiker der radikalen Linken. Zuletzt erschien von ihm auf Deutsch Gewalt - Sechs abseitige Reflexionen.

    ZEIT ONLINE: Sind die Unruhen in London ein Teil der Suche nach neuen Modellen jenseits des Kapitalismus?

    Žižek: Nein, ganz bestimmt nicht. Ich teile da auch nicht die Bigotterie vieler Linker, die im selben Atemzug die Gewalt verdammen, in dem sie für Verständnis für diese Leute werben – etwa was soziale Ursachen anbelangt. Nein. Was man hier sieht, ist genau die post-ideologische Gesellschaft, wie die Neoliberalen sie so gerne wollten. Zygmunt Bauman war auf dem richtigen Weg, als er von der Randale unbrauchbarer Konsumenten sprach. Es handelt sich um enttäuschte Konsumenten, die einer perversen Form des Konsums, einem Karneval der Zerstörung, nachgehen. In viel schlechteren Situationen haben es Menschen geschafft, sich politisch zu organisieren, was hier vollkommen misslang.

    ZEIT ONLINE: Das gelang den "Empörten" in Spanien zum Beispiel besser.

    Žižek: Die "Empörten" sprechen etwas an, das interessant ist. Die Nachfrage des Kapitalismus nach hochausgebildeten Arbeitskräften hat dazu geführt, dass man eine Klasse überqualifizierter Arbeitsloser schuf, die nicht nur arbeitslos sind, sondern ganz und gar unanstellbar. Aber als ich ihr Manifest las, konnte ich darin keine konkreten Entwürfe für Alternativen finden. Minimallöhne sind etwa nur ein Versuch, den Kapitalismus zu retten, so wie Almosen, nur Forderungen nach Gerechtigkeit … – aber an wen sind diese Forderungen letztlich gerichtet? Obwohl "die Empörten" der gesamten politischen Klasse misstrauen, richten sie ihre Forderungen an den Staat! Diese Menschen rufen ausschließlich nach einem neuen Herrn. Lassen Sie mich ein grausames Gedankenexperiment machen: Würde sich ein ehrlicher, gemäßigter Faschist diesen Forderungen nicht anschließen?

    ZEIT ONLINE: Als bekennender Kommunist sollte Ihnen doch eine gewisse Form von Etatismus sympathisch sein.

    Žižek: Ich bin kein Kommunist in diesem Sinne, auch nicht was den real-existierenden Sozialismus anbelangt. Ich war selbst mit am Umsturz dieses Systems beteiligt und bin diesbezüglich nicht nostalgisch. Der Kommunismus ist für mich keine Antwort, sondern ein Problem – das immer noch ungelöste Problem, wie wir eine Organisationsform für die Gemeingüter, die Commons, finden können. Was die Lösung dieses Problems angeht, bin ich sehr bescheiden und auch pessimistisch.

    ZEIT ONLINE: Wie beurteilen Sie die politische Bewältigung der Euro-Krise?
    weiter hier in diesem Interview

  4. #123
    Bajok Tower
    Avatar von Bajok Tower
    Berlin brennt:

    Krieg um besetztes Haus in Berlin-Kreuzberg

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