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Als Deutscher auswaerts arbeiten und leben

Erstellt von freimut, 03.03.2013, 11:53 Uhr · 38 Antworten · 1.539 Aufrufe

  1. #31
    Avatar von kcwknarf

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    Zitat Zitat von pegasus Beitrag anzeigen
    Aber generell sind die Standards in Europa doch im Vergleich zu Asien immer noch deutlich höher, auch weil die Ausbildung einfach auf einem anderen Niveau ist.
    Der hohe Wert einer Ausbildung halte ich jedoch für einen Fehlschluß. Das mag in der Vergangenheit richtig gewesen sein. Doch die Welt ändert sich mittlerweile so rasant, dass alles, was man am Anfang einer Ausbildung lernt, am Ende schon wieder veraltet ist. Ich habe das ja selbst bei meinem Informatik-Studium gemerkt. Es kommen ja auch immer neue Beschäftigungsfelder hinzu, während andere aussterben. Heute zählen doch viel mehr Flexibilität, den Wissenstand immer aktuell halten und den Zeitgeist spüren.

    Deutschland setzt jedoch immer noch zu sehr auf die alten Bildungswege und wird daher auf Dauer vermutlich gegen die schneller agierenden Chinesen, Inder, Russen etc. keine Chance haben. Hinzu kommt ja eben auch, dass sich die deutsche Bevölkerung gegen eine Flexibilität wehrt. Ihr ist eben hoher Lohn, ein sicherer und humaner Arbeitsplatz, sowie soziale Absicherung wichtiger.
    Nur das kann man eben nur absichern, wenn man mit der Welt mithält. Da muss man halt einen gesunden Mix finden.

    Zitat Zitat von pegasus Beitrag anzeigen
    Noch ein paar Worte zum Thema Amiland, weil die Amis mal wieder als leuchtendes Beispiel angeführt wurden: ich kann nicht mehr verstehen, wie man als vernünftig denkender Europäer immer noch die Amis als großes Vorbild sehen kann. Das Modell des unkontrollierten Kapitalismus hat sich doch selbst diskreditiert.
    Sehe ich nicht so. Die Mentalität ist einfach ganz anders. Daher sehen die Menschen die angeblich so schlechte Infrastruktur auch mit anderen Augen. Es gilt dort immer noch, dass man es relativ einfach vom Tellerwäscher zum Millionär schafft. Gerade, weil nicht so viel reguliert wird. Aber man ist eben auch nicht so verwöhnt von sozialer Absicherung. Man ist es eben gewohnt, von heute auf morgen gefeuert zu werden. Aber dafür findet man am nächsten Tag gleich wieder einen Job. Das Leben kann man daher nicht mit Europa vergleichen.

    Schwer haben es eben nur diejenigen, die jetzt z.B. aus Deutschland in die USA auswandern wollen und denselben Standard erwarten. Auswandern sollten aber eh nur Leute, die nicht zu sehr im deutschen Absicherungsdenken verankert sind.
    Ist im Prinzip wie ein Vogel im Käfig, der dort geboren wurde. Kommt er mit der Freiheit zurecht oder reicht ihm die soziale Futter-Absicherung in den eigenen 4 Wänden auf Dauer aus? Das muss halt jeder "Vogel" für sich entscheiden.

  2.  
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  3. #32
    Avatar von pegasus

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    Zitat Zitat von wasa Beitrag anzeigen
    Ueberrascht mich,trotz der politischen Lage,Armut,Arbeitslosigkeit,Townships?
    Wie sieht es in 10 Jahren dort aus?
    Der Eindruck ist sicherlich durch die rosa Brille. War auf Messebesuch in Jo'burg, danach ein paar Tage entspannen in Cape Town. War letztes Jahr schonmal geschäftlich dort, hatte mir auch gut gefallen. Politisch ist Südafrika immer noch problematisch, die Rassentrennung ist de-facto immer noch da. Habe mich natürlich meist in den wohlhabenden Gegenden aufgehalten, daher auch die Rosa Brille. Ist aber für Afrika ein echtes Highlight, auch was Sicherheit anbelangt. Natürlich immer verglichen mit anderen Ländern auf dem Kontinent. Das führt jetzt aber zu weit, geht hier schließlich um Unterschiede Thailand/Deutschland.

  4. #33
    Avatar von freimut

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    Deutschland auf dem Weg nach unten und der Aufstieg der asiatischen Einwanderernationen. Thailand ist ja glaube ich kein Einwanderungland?
    Manche reden sich die Dinge solange schön, bis sie sie selbst glauben.

  5. #34
    Avatar von pegasus

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    Zitat Zitat von kcwknarf Beitrag anzeigen
    Der hohe Wert einer Ausbildung halte ich jedoch für einen Fehlschluß. Das mag in der Vergangenheit richtig gewesen sein. ..............


    .......Es gilt dort immer noch, dass man es relativ einfach vom Tellerwäscher zum Millionär schafft. Gerade, weil nicht so viel reguliert wird. Aber man ist eben auch nicht so verwöhnt von sozialer Absicherung. Man ist es eben gewohnt, von heute auf morgen gefeuert zu werden. Aber dafür findet man am nächsten Tag gleich wieder einen Job. Das Leben kann man daher nicht mit Europa vergleichen.
    Ah, der Tellerwäscher.....

    Wer sagt denn eigentlich, dass man in Deutschland, Italien, Holland, Spanien usw. nicht vom Tellerwäscher zum Millionär werden kann ? Der Tellerwäscher ist ja nicht zum Millionär geworden, weil er Tellerwäscher geblieben ist, sondern weil er sich irgendwann mal mit einer eigenen Idee in einem eigenen Unternehmen verwirklicht hat. Das geht nun wirklich überall und nicht nur in Amerika.

    Was ist denn mit den Tellerwäschern, die es nicht zum Millionär schaffen ? Die wohnen dann im Trailerpark und sehen die verfallende Infrastruktur um sich herum mit Begeisterung. Wenn Sie zum Zaharzt gehen wollen, können sie sich das nicht leisten von einer Behandlung bei einem Herzinfarkt mal ganz abgesehen. Warst Du schon mal auf dem flachen Land in Washington State oder Oregon ? Da ist weit und breit nichts, wer da Tellerwäscher ist bleibt Tellerwäscher. Es sei denn Du hast eine brilliante Idee für ein neues Produkt und bringst es auf den Markt.

    Und was ist den bitteschön in Deutschland reguliert ? Jeder kann ein Unternehmen eröffnen und da machen was er will, es sei denn es handelt sich um Rüstung5exporte, das ist reguliert.

    Nach ein Kommentar zum Thema Ausbildung: die Facharbeiterausbildung in Deutschland ist gut, da können nicht viele mithalten. Wenn ich einen deutschen Monteur mit einer Maschine irgendwo hinschicke, dann bekommt der die ohne Hilfe eines Projektleiters oder Bauleiters aufgebaut. Er braucht lediglich Montageunterstützung durch locals im jeweiligen Land. Das ist mit Thai Facharbeitern nicht so. Die kannst Du auch irgendwo hinschicken, da muss aber immer einer dabei sein, der sagt, wer was wann machen soll. Sonst wird da gar nichts aufgebaut. Außerdem muss man statt einem Monteur gleich drei schicken. Gut, ist zwar billiger (Lohnkosten) aber der Arbeitsaufwand ist ungleich höher.

    Und im Ingenieurbereich ist die Ausbildung auch nicht vergleichbar. Habe bei einem Projekt im letzten Jahr alles in Thailand konstruieren lassen. Das Ergebnis waren Mehrkosten bei der Installation, weil manche Sachen nicht gepasst haben. Natürlich auch teils mein Fehler, weil ich nicht alles gründlich genug geprüft habe. Kann aber auch nicht hinter jeder einzelnen Schraube hergucken, das kostet Zeit, die dann in anderen Bereichen fehlt. Das läuft in Europa auch anders, da prüft der Konstrukteur alles selbst.

  6. #35
    Avatar von wasa

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    Wenn jemand Handel und Wandel per Webside betreibt,der weiss oder versteht doch garnicht was auf dem technischen Sektor in Thailand abgeht.

  7. #36
    Avatar von kcwknarf

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    Zitat Zitat von pegasus Beitrag anzeigen
    Ah, der Tellerwäscher.....

    Wer sagt denn eigentlich, dass man in Deutschland, Italien, Holland, Spanien usw. nicht vom Tellerwäscher zum Millionär werden kann ? Der Tellerwäscher ist ja nicht zum Millionär geworden, weil er Tellerwäscher geblieben ist, sondern weil er sich irgendwann mal mit einer eigenen Idee in einem eigenen Unternehmen verwirklicht hat. Das geht nun wirklich überall und nicht nur in Amerika.
    Klar geht das - habe ich ja auch gemacht. Allerdings bestehen doch 2 Unterschiede. Zum einen bestehen sehr wohl in Deutschland Grenzen (mach doch z.B. mal eine Garküche in Dortmund auf, gründe einen Sportwetten-Laden oder gebe juristische oder medizinische Tipps, ohne entsprechendes gelernt zu haben).

    Zum anderen (und darum geht es ja hier in erster Linie) ist Deutschland ein Sicherheitsland. Es traut sich kaum jemand, einen Job als Tellerwäscher aufzugeben. Die Einnahmen und der Job ist halt sicher. Da geht dann kaum jemand ein Risiko ein, sich zum Millionär hochzuarbeiten.

    Das ist eben in einem Hire&Fire-Land wie USA anders. Eben WEIL es nicht sicher ist, einen Job auf lange Zeit behalten zu können und im Notfall auf den Staat zurückgreifen zu können, sind viele eben mutiger, kreativer und am Ende eben auch effektiver.
    Anders ausgedrückt: Not macht erfinderisch. Ging mir ja auch so, als ich in Deutschland war. Am besten bin ich vorwärtsgekommen, als ich in Not geraten bin (Job verloren etc.). Früher war ich doch genauso wie die meisten Deutschen: Hauptsache, ich habe einen sicheren Job und gute Einnahmen bis zur Rente. Eben die soziale Hängematte voll ausnutzen. Das geht aber eben nicht immer gut. Und dann steht man plötzlich da - hilflos und verlassen, weil man erst dann merkt, wie nutzlos z.B. Arbeitsagenturen sind.

    Daher halte ich eben das System USA für viel besser, gerade weil es noch viel Selbstinitiative benötigt. Dann kann man später auch nicht tief fallen. Und das ist der bessere Schutz!
    Ich bin ja grundsätzlich für folgendes System: dem Einzelnen so viel Chancen zu bieten wie möglich und die Absicherung auf das Minimalste beschränken. Soll heißen: das Rettungsnetz aufspannen, um einen vor dem Tod zu bewahren. Aber leichte Verletzungen durchaus in Kauf nehmen, weil man selbst daraus am besten lernt, wie man zukünftig etwas vermeidet. Aus Schaden wird man klug (ist schon toll, wie man früher solch intelligenten Redenswendungen erfand).


    Zitat Zitat von pegasus Beitrag anzeigen
    Wenn ich einen deutschen Monteur mit einer Maschine irgendwo hinschicke, dann bekommt der die ohne Hilfe eines Projektleiters oder Bauleiters aufgebaut. Er braucht lediglich Montageunterstützung durch locals im jeweiligen Land. Das ist mit Thai Facharbeitern nicht so. Die kannst Du auch irgendwo hinschicken, da muss aber immer einer dabei sein, der sagt, wer was wann machen soll. Sonst wird da gar nichts aufgebaut. Außerdem muss man statt einem Monteur gleich drei schicken. Gut, ist zwar billiger (Lohnkosten) aber der Arbeitsaufwand ist ungleich höher.
    Das passt doch gar nicht zum Thema. Natürlich gibt es nationale Unterschiede. Aber aus welcher Sichtweise willst du das jetzt sehen? Als Monteur, als Bauleiter, als Kunde? Ist ja auch eine Frage der Priorität (insbesondere aus Sicht des Kunden).

  8. #37
    Avatar von Tanha

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    Zitat Zitat von MadMac Beitrag anzeigen
    Jetzt zeige mir mal, wie das bei, sagen wir, Siemens ablaeuft? Da werden die Jobs in der Sonne unter dem Tisch gehandelt und wer Glueck hat, ist mindestens im mittleren Management zu finden nach Jahren buckeln fuer die Firma. Den Weg ins Ausland gibt es nicht, wenn man nicht irgendwo am Druecker sitzt und auch keine wichtige (unentbehrliche) Rolle spielt. Weil dann darf man daheim bleiben.
    Ich habe für ein deutsches Chemieunternehmen in Kolumbien gearbeitet (1990). Davor war ich bei denen im Außendienst tätig und habe nur stetig durchklingen lassen, dass ich gerne im Ausland arbeiten würde. Das Land konnte ich mir nicht aussuchen, sondern plötzlich gab eine Stelle und ich musste quasi sofort zusagen.

    Unterm Tisch wurde da nichts gehandelt und dass es so viele gibt, die das wollen, war wenigstens damals nicht so. Und nach Kolumbien wollte wegen des "Bürgerkrieges" mit Pablo Escobar und der Guerilla schon gar keiner.

    Gruß
    Tanha

  9. #38
    Avatar von maphrao

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    Zitat Zitat von Tanha Beitrag anzeigen
    Und nach Kolumbien wollte wegen des "Bürgerkrieges" mit Pablo Escobar und der Guerilla schon gar keiner.
    Heute soll Kolumbien recht sicher sein, Aufschwung ist auch da. Eine Art Geheimtipp.

  10. #39
    Avatar von MadMac

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    Zitat Zitat von Tanha Beitrag anzeigen
    Unterm Tisch wurde da nichts gehandelt und dass es so viele gibt, die das wollen, war wenigstens damals nicht so.
    Ja, Angebot und Nachfrage, auch hier. Genau das ist es ja, was ich meinte. Schau Dir mal an, auf wieviele Deutsche (im Vergleich zu anderen Nationen) Du im Ausland stoesst in fester Position und Verantwortung, keine 2 Jahresvertraege und Condo nebenan plus Firmenwagen und Expenses. Erstere kann man sich an den Fingern abzaehlen und letztere Jobs sind die, die intern vergeben werden und eben nicht an Einsteiger.

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