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ab 1. März sind "wir" nicht mehr Papst

Erstellt von socky7, 11.02.2013, 12:26 Uhr · 162 Antworten · 8.564 Aufrufe

  1. #111
    Avatar von Dune

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    Warum? Weil es in die Hand von Menschen gelegt wurde. Nirgendwo steht, dass wir einen Stellvertreter Gottes brauchen. Doch es gab/ gibt ihn und sie allesamt badeten sehr oft in einem Meer von Sünden.

  2.  
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  3. #112
    Avatar von Johndoe59494

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    Zitat Zitat von kcwknarf Beitrag anzeigen
    Ja, wenn es es so einseitig sieht. Aber es geht um 2 Leben! Es gibt 2 Opfer! Es geht um die Frage, ob das Wohlbefinden einer erwachsenen Frau den Mord an einem bereits gezeugten Kind rechtfertigt. Gesellschaftlich gibt es da ja ein politisch korrektes Ranking:
    1. Frauen
    2. Senioren
    3. Kinder
    4. Männer

    Alleine diese Reihenfolge widerlegt ja immer die Gerechtigkeit, die immer wieder gefordert wird. Der Staat (und der größte Teil der Gesellschaft) entscheiden sehr wohl, welches Leben würdiger ist als andere.

    Es geht also nicht alleine um die Frage, ob man der Frau helfen soll, sondern welche Konsequenzen das für weitere Beteiligte hat.
    Und da gibt eben auch die Kirche ein Ranking vor:

    1. Leben
    2. Tod

    Und es gibt halt immer wieder Fälle, wo die religiöse (ist ja nicht nur die christliche) Sichtweise nicht mit der staatlichen (oftmals gesellschaftlich politisch korrekten) Sichtweise kollidiert.
    Es geht dann eben um die Frage: religiöse Gebote vs. staatliche Gesetze

    Es wird immer als Selbstverständlichkeit gefordert, dass in solchen Fällen immer die Staatsgesetze über den religiösen stehen.
    D.h. für einen Arzt: hilft er der Frau, weil es der Staat von ihm verlangt, verstößt aber zugleich gegen das Gebot "Du sollst nicht töten"?
    Moralisch gesehen kann die Entscheidung in dem Fall nur gegen das Gesetz stehen, auch wenn man anschließend bestraft wird, weil der Staat ja das Gewaltmonopol hat.
    So wie früher eben die Kirche für "Recht und Ordnung" sorgte tut es nun der Staat. Er gibt die Regeln vor - wie eben eine Glaubensgemeinschaft.

    Am Ende entscheidet aber alleine der Mensch, ob er sich für sein Gewissen entscheidet oder für die Kanzlerin. In beiden Fällen muss er dann eben mit den Konsequenzen rechnen - ob nun durch ein irdisches oder ein oberes Gericht.
    Knarf, hast du eine Tochter oder Ehefrau? Wie wäre deine Einstellung, wenn diese betroffen wäre/wären?
    Die erforderliche Pille danach als Mord anzusehen, bedarf schon einer gehörigen Portion Ignoranz den betroffenen Frauen gegenüber!

  4. #113
    Avatar von kcwknarf

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    Zitat Zitat von Johndoe59494 Beitrag anzeigen
    Knarf, hast du eine Tochter oder Ehefrau? Wie wäre deine Einstellung, wenn diese betroffen wäre/wären?
    Die erforderliche Pille danach als Mord anzusehen, bedarf schon einer gehörigen Portion Ignoranz den betroffenen Frauen gegenüber!
    Leben ist Leben, solange man nicht das Leben eines anderen bedroht.
    Soll heißen: wenn sich jemand in gefährlicher Weise meiner Tochter oder meiner Ehefrau nähert, töte ich ihn.
    Aber was kann ein kleines Kind dazu, wenn es durch eine .............. entstanden ist? Denn es wäre in dem Moment als Kind meiner Frau auch meiner Tochter oder mein Sohn, bzw. mein Enkel, auch wenn ich nicht der Erzeuger bin. Wie könnte ich also dann einer Tötung zustimmen?
    Und wenn meine Frau das Kind nicht haben möchte, dann gibt es viele elternlose Paare, die sich Kinder wünschen, aber auf einer sehr langen Warteliste stehen.
    Meine Frau, bzw. meine Tochter wird den allergrößten Beistand bekommen, um mit der Situation fertig zu werden.
    Oder meinst du, es sei einfacher für eine Frau, ihr Leben lang mit einer Abtreibung klar zu kommen. Werden nicht viele Frauen sich trotzdem ihr Leben lang die Frage stellen, ob ihre Entscheidung richtig war?
    Der Gewissenskonflikt oder die Erinnerung wird eh bleiben. Aber es wird auch ein zusätzliches Leben bleiben.

    Das hat nichts mit Ignoranz vor Frauen zu tun, sondern mit allerhöchstem Respekt vor dem Leben und vor Kindern. Aber wie ich schon sagte: die Gesellschaft stellt Frauen halt grundsätzlich vor Kindern. Kann sie ja auch. Mich erschüttert nur diese Selstverständlichkeit und die Respektlosikgkeit vor anderen Meinungen, die als ignorant, altertümlich oder gar radikal runtergemacht werden.

    Ich würde das auch so sehen, wenn ich eine Frau wäre und betroffen wäre. Das Leben ist dazu da, mit negativen Situationen klar zu kommen. Das ist unsere Aufgabe. Man kann es sich einfach machen - aber bitte nicht auf Kosten anderer.

    Soweit es eine Pille danach gibt, die eine Befruchtung verhindert, ist es ja auch in Ordnung. Es wäre ja auch okay, wenn Frauen grundsätzlich immer Pillen nehmen würden (dan käme die Frage ja auch nicht auf). Und das unterscheidet mich eben von der katholischen Kirche. Denn eine Verhinderung von Leben ist ja noch keine Tötung.

    Leider geht auch ansonsten jeder Respekt vor dem Leben flöten. Ich will gar nicht erst von der Tierwelt reden (ein Tierleben ist für ein Mensch ja nichts anderes als die Haltbarkeitzeit eines Produktes). Aber wenn es um Sterbehilfe geht oder um das Abschieben von alten Menschen, um vermehrte Kriegseinsätze in der Welt etc. Das Leben hat doch in unserer heutigen modernen Zeit den Stellenwert einer Kuckucksuhr. Ist doch absurd, dass man im Krieg Menschen töten, aber anschließend nicht auf sie urinieren darf. Die Würde wird also höher gestellt als das Leben. Wenn etwas radikal ist, dann ist es diese Einstellung. Denn wenn jemand vor mir steht, um mich zu erschießen, hoffe ich ja auch nicht, dass er nach meinem Tod nicht auf mir rumtrampelt, sondern dass er mich nicht tötet.

    In der Frage des Lebens haben die Religionen wenigstens eine klarere Einstellung als die Regierungen und Gesellschaften, die anscheind nur noch die werberelevante Zielgruppe als lebenswert betrachtet. Und das erschreckt mich zutiefst.

  5. #114
    Avatar von Dune

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    Leider reicht dieser Beistand meistens nicht aus... egal ob sie das Kind bekommen oder nicht, diese Traumatisierung ist so stark, dass es viele Betroffene gibt die daran zerbrechen. Die Folgeerkrankungen wie Depressionen (dort mit suizidalen Gedanken, Impulsen und auch durchgeführten Handlungen), die Störung der Persönlichkeit (mit Selbstverletzung, auch dort mit suizidalen Handlungen) sind so emens, wobei auch professionelle Hilfe (Kliniken, Kontaktstellen usw.) an ihre Grenzen kommen.
    Ich selber bin gläubige Christin, aber ich sehe es nicht als Gott gewollt an, einer Frau/ Mädchen nach so einem brutalen Ereignis so eine Last aufzuerlegen. Deshalb sollte die Betroffene selbst entscheiden, wenn sie sich für Abtreibung entscheidet, dann ist das gut so und ihr Recht.


    Respekt vor dem Leben... ja er geht mehr und mehr verloren, aber ich finde die oben genannte Sache, passt dort nicht rein. Du selber beschreibst kriminelle Handlung, wie mancher amerikanische Soldat mit Toten im Krieg um geht. Sehe ich genauso, doch ein Kind nach einer .............. zur Welt bringen lassen, das ist etwas anderes.

  6. #115
    Avatar von Johndoe59494

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    Zitat Zitat von Dune Beitrag anzeigen
    Leider reicht dieser Beistand meistens nicht aus... egal ob sie das Kind bekommen oder nicht, diese Traumatisierung ist so stark, dass es viele Betroffene gibt die daran zerbrechen. Die Folgeerkrankungen wie Depressionen (dort mit suizidalen Gedanken, Impulsen und auch durchgeführten Handlungen), die Störung der Persönlichkeit (mit Selbstverletzung, auch dort mit suizidalen Handlungen) sind so emens, wobei auch professionelle Hilfe (Kliniken, Kontaktstellen usw.) an ihre Grenzen kommen.
    Ich selber bin gläubige Christin, aber ich sehe es nicht als Gott gewollt an, einer Frau/ Mädchen nach so einem brutalen Ereignis so eine Last aufzuerlegen. Deshalb sollte die Betroffene selbst entscheiden, wenn sie sich für Abtreibung entscheidet, dann ist das gut so und ihr Recht.


    Respekt vor dem Leben... ja er geht mehr und mehr verloren, aber ich finde die oben genannte Sache, passt dort nicht rein. Du selber beschreibst kriminelle Handlung, wie mancher amerikanische Soldat mit Toten im Krieg um geht. Sehe ich genauso, doch ein Kind nach einer .............. zur Welt bringen lassen, das ist etwas anderes.
    Besser hätte es nicht gesagt werden können! Danke!

  7. #116
    Avatar von tira

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    Red face

    Zitat Zitat von Dune Beitrag anzeigen
    ...... Nirgendwo steht, dass wir einen Stellvertreter Gottes brauchen.......
    moin,

    ....... denke x, steht schon wo

    ...... petrus du bist der fels auf dich werde ich meine kirche bauen......

  8. #117
    Avatar von kcwknarf

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    Zitat Zitat von Dune Beitrag anzeigen
    Ich selber bin gläubige Christin, aber ich sehe es nicht als Gott gewollt an, einer Frau/ Mädchen nach so einem brutalen Ereignis so eine Last aufzuerlegen. Deshalb sollte die Betroffene selbst entscheiden, wenn sie sich für Abtreibung entscheidet, dann ist das gut so und ihr Recht.
    "Recht" ist ja relativ. Staatliches Recht? Sicherlich. Religiöses Recht? Nein. Moralisches Recht? Wohl eher auch nicht.
    Du siehst es aus der Sicht der Mutter. Es ist ja auch einfach. So ein kleines Etwas im Bauch sieht man ja nicht mal. Würdest du genauso reden, wenn die Schwangerschaft nicht 9 Monate, sondern nur 90 Minuten dauern würde und das Kind bereits sichtbar wäre?
    Es ist halt so einfach: die Fliege oder die Mücken nerven mich - also klatsch drauf und schon ist Ruhe. Aber dass dabei Leben zerstört wird, merkt keiner. Wieviel weniger würden Fleisch essen, wenn man das Kalb erst auf dem Tisch töten und zerlegen müsste?

    Es ist halt nichts anderes. Wir leben in einer Wohlstandsgesellschaft, in der nur das Wohlbefinden der 20-50jährigen zählt: die Schicht der Steuerzahler. Ich habe ja absolut nichts gegen ein faules Leben mit möglichst viel Luxus. Aber wer versetzt sich denn mal in das Leben des Neugeborenen?

    Natürlich: die Frau leidet ggf. ihr Leben lang (obwohl es dafür auch viele Ideen geben würde, damit das nicht geschieht - aber diese Ausführung erspare ich mir hier mal, weil sie vermutlich noch weniger verstehen würden). Aber ist ein Leben in Leid nicht besser als gar kein Leben? Warum bringen wir uns nicht sofort alle um, wenn das Leben so schrecklich und unnütz ist?
    Wäre es dann nicht sinnvoll, wenn ............. ihre Opfer gleich umbringen, um ihnen das Leid zu ersparen? Wenn das so weiter geht wird wohl bald ein Gesetz herauskommen, dass es mildernde Umstände gibt, wenn er das Opfer wenigstens noch von seinem Leid befreit hat - wie bei Rennpferden, die stürzen. Ist das wirklich die Welt, die du dir wünschst? Ich nicht.

    Ich kann und will nicht verhindern, wie jeder handelt. Diese Entscheidungen können und sollen ja alle selber entscheiden. Daher bin ich ja auch gegen jede Form von Gesetzen. Und wenn jemand meint, sein eigenes Wohlbefinden ist eben wichtiger als das Leben einer anderen Person (insbesondere des eigenen Kindes), dann ist das halt so. Nur möchte ich eben auch das Recht haben, meine Meinung vertreten zu dürfen und diese Lebenseinstellung für bedenklich zu halten.

    Und man muss es sich einfach mal vorstellen: das unschuldige Kind wird getötet, während der ............. maximal ein paar Jahre Gefängnis erhält. Wer ist also das größte Opfer?

  9. #118
    Avatar von Dune

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    knarf, mir stehen gerade die Nackenhaare zu Berge... ich arbeite seit 15 Jahren in der Psychiatrie und habe dementsprechend auch Kontakt zu Menschen, die solche Gewalterfahrungen hinter sich haben. Du redest von lebenswerten Leben, Du das haben die nach dieser Geschichte nicht mehr wirklich. Ich verstehe, wenn dann einige die mit innerlicher Leere ausgefüllt sind, ihr Leben beenden wollen. Ich als Frau möchte nicht in der Haut dieser Opfer stecken und wir als objektive Betrachter können niemals diesen Schmerz (der Seele und des Körpers) nachempfinden.
    Deine Ideen um das zu ändern, würde mich mal interessieren, Du würdest wahrscheinlich die Behandlung revolutionieren. Wen das wirklich so einfach wäre, dann müssten wir über das Problem nicht diskutieren. Oder? Zudem wenn ein Kind entsteht, sollte es geliebt und gewollt sein. Nicht so? Zwangsläufig übertragen sich die negativen Gefühle der Mutter auf das Kind und manchmal ist das Endprodukt für uns ein Patient in der nächsten Generation.
    Falsch finde ich auch, wenn man einem Gewaltopfer noch mit einer Gewissensfrage kommt, wieviel Druck will man noch aufbauen und wie sehr will man sie noch ins Elend stürzen.

  10. #119
    Avatar von Dune

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    Tira, Petrus ist richtig, aber es steht nirgendwo das er Nachfolger benötigt. Die Verkündung der Botschaften ist erfolgt und das weitertragen liegt in Menschenhand.

  11. #120
    Avatar von Waitong

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    Auch ich denke, jeder muss selbst entscheiden ob er menschliches Leben (in diesem Stadium) toetet und muss auch selbst mit den Folgen klarkommen. Es ist keine leichte Entscheidung. Letztendlich ist es eine Frage des eigenen Bewusstseins, wie man sich entscheidet.

    Wenn moeglich muss auch der ............. in die Verantwortung genommen werden. Was diesen Punkt angeht sind mir die Gesetze zu lasch.

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