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13. August 1961

Erstellt von strike, 13.08.2011, 11:44 Uhr · 29 Antworten · 1.521 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von strike

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    13. August 1961

    Habe dies hier via DW-TV mitverfolgt:
    beeindruckende Rede des Bundespraesidenten, bewegende Erinnerungen von Freya Klier zum 50. Jahrestag des Mauerbaus.

    Leider werden sich wieder mal nicht die Richtigen angesprochen fuehlen, sowohl in die eine als auch andere Richtung.

  2.  
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  3. #2
    Avatar von Micha L

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    Das Vergessen ist eine traurige Tatsache, aber fast wie ein physikalisches Gesetz.
    Realistisch betrachtet wird gerade die Jugend in ihrer Mehrheit daraus keine Lehren ziehen, weil die Ereignisse ihr so fern und unvorstellbar sind. Die erkämpften Errungenschaften erscheinen selbstverständlich und nicht der Überlegung wert.

    Leider ist es tatsächlich so, daß man generell etwas erst schätzt, wenn man es verloren hat oder es nicht besitzt.

    Diejenigen, welche aktuell andere Probleme haben, kann ich noch verstehen. Aber viele sehen nur ihre alltäglichen Querelen und denken, die wären was Besonderes. "Soll ich nun täglich auf Knieen dankbar sein", werden sie sich sagen.........................
    Daraus resultiert auch die Ansicht: "Wieso habt ihr euch das überhaupt gefallen lassen".

  4. #3
    Avatar von Ban Bagau

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    Post

    @Micha L

    Das ist aber der Lauf der Geschichte. Deine Generation, im gegensatz zu deinen Eltern und Urgroßeltern, unabhängig davon ob Ost oder West konnte in Frieden und ohne Hungersnot aufwachsen. Du hast ebenfalls in deiner Jugend wahrscheinlich kaum daran gedacht dies wert zu schätzen. Obwohl du von den Oberen, zwar unter einem anderem Vorwand und anderer Begründung, warum das so ist, immer wieder darauf hingewiesen wurdest. Sondern als gegebenen Standart angesehen. Wogegen deine Eltern/Großeltern in ihrer Jugend wahrscheinlich für diesen für dich selbstverständlichen Standart sonst was gegeben hätten. Vielleicht sogar auch ne` Mauer aktzeptiert hätten, als das kleinere Übel.

    Realistisch betrachtet wird gerade die Jugend in ihrer Mehrheit daraus keine Lehren ziehen, weil die Ereignisse ihr so fern und unvorstellbar sind. Die erkämpften Errungenschaften erscheinen selbstverständlich und nicht der Überlegung wert.
    Das ist so, weil die Gesellschaft immer mehr verliehrt, extenzielle Grundwerte zu vermitteln. Kein physikalisches Gesetz, sondern hausgemacht. Die Gesellschaft bezieht ihre Werte nur noch auf Konsum und das haben wollen. Wie auch in jüngster Zeit akuelle Fälle zeigen. Wo nicht etwa die beschaffung von Nahrungsmitteln der Grund von Unruhen waren, sondern das Konsumgefälle an temporären Livestyle Artikeln. (der Fall ist ein wenig komlexer und Facettenreicher als in der Presse dargestellt)
    Es ist an der Gesellschaft und jedem einzelnen, Eltern/Familie den heranwachsenden diese Werte und wertschätzungen dieser Erungenschaften zu vermitteln und das diese gar nicht so selbstverständlich sind. Denn es gibt selbst in der jüngsten Vergangenheit, wahrscheinlich auch aus deiner eigenen Erfahrung, Umwälzungen von heute auf morgen die sich bis dato, 30, 40 oder mehr Jahre hinweg, niemand vorstellen konnte.

  5. #4
    Avatar von strike

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    Zitat Zitat von Ban Bagau Beitrag anzeigen
    ...
    Es ist an der Gesellschaft und jedem einzelnen, Eltern/Familie den heranwachsenden diese Werte und wertschätzungen dieser Erungenschaften zu vermitteln und das diese gar nicht so selbstverständlich sind. ....
    Das war genau das fuer mich bemerkenswerte: es wurde nicht ausgeblendet sondern sogar explizit erwaehnt, dass es fuer dieses verbrecherische System - wie bei den ..... auch - freiwillige Zutraeger und Helfershelfer gab.

    Eifrige Schwaetzer, die jeden noch so offensichtlichen Mangel schoenreden.
    Verblendete Fanatiker, die jedem zum Feind erklaeren, der nicht ihre Meinung teilt.
    Zutraeger und Denunzianten, die "nur helfen" wollen.

    Und: es gab und gibt sie auf beiden Seiten der Elbe.
    Manche von denen mein(t)en im Namen einer guten Sache unterwegs zu sein, manche wohl eher der Boshaftigkeit wegen.

    Und siehe da: die Muster leben weiter.
    Insofern ist ein derartiges Verhalten nicht an der aktuellen Gesellschaftsform festzumachen - gestern ...., heute Royalist, morgen Kommunist - sondern nur am Einzelnen selber.
    Deswegen erschrecken mich auch solche Leute.

    Denn denen geht es letztendlich - und damit eine Bestaetigung Deiner These, Ban Bagau - immer nur um ihren eigenen Vorteil.
    Die Seite, von der sie sich das meiste versprechen, wird dann missionarisch und eben auch unehrenhaft unterstuetzt.
    Bis bessere Alternativen erkennbar werden - dann wird diese mit der gleichen Vehemenz vertreten.
    Und bei Bedarf Ahnungslosigkeit fuer das eigene Verhalten reklamiert.

    Ein besonderes Merkmal der Deutschen?
    Keine Ahnung.
    Aber die Diederich Hesslings dieser Welt sind nicht ausgestorben - leider.

    Wenn aber nur ein paar Menschen mehr in diesem Land nach den beiden Reden begriffen haben was ideologische Verblendung anrichtet, war es den Aufwand wert.
    Sollte ich die Reden finden, stelle ich sie ein.
    Vielleicht werden sie ja sogar von unseren foreninternen Superkommunisten und Militaerdiktaturverstehern gelesen und auch verstanden .........

  6. #5
    Avatar von strike

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    Hier ein sehenswerter Link, wobei BT mal erklaeren kann, warum der "Antifaschistische Schutzwall" vor allem das Weggehen aus dem Arbeiter- und Bauernparadies verhinderte.

    Multimedia - DW-WORLD.DE

  7. #6
    Avatar von Micha L

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    @Ban Bagau,

    die Zusammenhänge sind mir natürlich klar. Nur finde ich, daß dies kein Ergebnis neuerer Entwicklungen ist, Folge einer aktuell zu geringen Vermittlung von Werten. Werte lassen sich ohne Erfahrung schlecht vermitteln.
    Selbst Erfahrene vergessen oftmals.
    Schon immer waren Erfahrungen "von gestern" und mißachtet, müssen scheinbar immer wieder neu gemacht werden.

    Verdrängung soll ja auch eine Schutzfunktion des Gehirns gegen "Überspannung" sein.

  8. #7
    Bajok Tower
    Avatar von Bajok Tower
    Zitat Zitat von Ban Bagau Beitrag anzeigen
    konnte in Frieden und ohne Hungersnot aufwachsen
    Richtig, und die meisten Menschen waren glücklich, wenn man hier mit den Nachbaren spricht, wünschen sie sich die alten Zeiten zurück (nicht die Mauer, die braucht kein Mensch). Die ganze Inszenierung gestern in den Medien wurde gut finanziert (mit unseren Steuergeldern) und diente nur einem Zweck: von den jetzigen Problemen im Kapitalismus abzulenken. Zum Glück hat die Veranstaltung mit den CDU- und SPD-Rednern keine Sau in Berlin interessiert, die Menschen haben ganz andere Sorgen, mehr zum Thema muss man nicht sagen.

  9. #8
    Avatar von Micha L

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    Da beißt sich die Katze in den Schwanz: Die Aufrechterhaltung der DDR-Verhältnisse war nur mit der Mauer möglich, wie die SED realistisch erkannte. Ohne Die Mauer wäre die DDR schon 1961 kollabiert (nah dran war sie, weil täglich Tausende flüchteten).
    Diese Entwicklung setzte sich 1989 bei der Maueröffnung mit dem bekannten Ergebnis fort.

  10. #9
    Avatar von Uns Uwe

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    Zitat Zitat von Bajok Tower Beitrag anzeigen
    Richtig, und die meisten Menschen waren glücklich, wenn man hier mit den Nachbaren spricht, wünschen sie sich die alten Zeiten zurück
    Das erzähle mal den Mauertoten und Regimekritiker die im Knast saßen.

  11. #10
    Bajok Tower
    Avatar von Bajok Tower
    Was sollen dann die Toten des I. und des. II Weltkrieges vom Kapitalismus halten? Erzähl mal auch den anderen Toten (also nach 1945), wie schön der Kapitalismus ist.

    Und erzähl es den niedergeknüppelten Arbeitslosen und dem Ermordeten in England, dass ihr Land nur mit solcher Gewalt das System aufrecht erhalten kann, vielleicht haben sie Verständnis dafür.

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