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Wirtschaftlichkeit von Reisfarmen im Isaan (Provinz Surin)

Erstellt von socky7, 03.02.2015, 22:05 Uhr · 19 Antworten · 2.096 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von socky7

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    Wirtschaftlichkeit von Reisfarmen im Isaan (Provinz Surin)

    Meine Frau ist Eigentümerin einer Reisfarm in der Provinz Surin mit einer Gesamtfläche von 20 Rai. Zur Farm gehören drei große Regen-Rückhaltebecken. Jedes Jahr kauft meine Frau mind. ein Rai an Farmland hinzu.
    Die Reisfarm bewirtschaftet ein 25-jähriger Sohn mit seiner vierköpfigen Familie. Obgleich der Sohn keinen teuren Pickup fährt und nur einen Traktor und zwei Motorbikes unterhalten muss, fehlt immer Geld. Jedes Jahr schickt meine Frau 50.000 Baht nach Thailand - nur zum Lebensunterhalt, also nicht für Neu-oder Umbauten an der Farm. Diese Baukosten werden zusätzlich von meiner Frau getragen.

    Meine Frau kann mit ihrem Geld machen, was sie will. Aber wenn meine Frau nicht in Deutschland berufstätig wäre und ich diese Unterhaltszahlungen leisten müsste, dann würde ich vermutlich irgendwann schlechte Laune bekommen.
    Etwas anderes ist der Unterhalt der alten Mutter meiner Frau, die nicht auf der Farm lebt. Das ist selbstverständlich, dass die Mutter in Thailand (mit umgerechnet 30 Euro Rente monatlich) von uns auskömmlich subventioniert wird.

    Was machen andere Thais, die vom Ertrag einer Reisfarm mit 20 Rai leben, Kosten für Neu-und Umbauten an der Farm selbst finanzieren müssen und keine Mutter in Deutschland haben ?

  2.  
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  3. #2
    Avatar von Khun Sung

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    Zitat Zitat von socky7 Beitrag anzeigen
    Obgleich der Sohn keinen teuren Pickup fährt und nur einen Traktor und zwei Motorbikes unterhalten muss, fehlt immer Geld. Jedes Jahr schickt meine Frau 50.000 Baht nach Thailand - nur zum Lebensunterhalt, also nicht für Neu-oder Umbauten an der Farm.
    Möglicherweise hat er andere kostspielige Hobbys ...

  4. #3
    Avatar von socky7

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    Zitat Zitat von Khun Sung Beitrag anzeigen
    Möglicherweise hat er andere kostspielige Hobbys ...
    Zu den zahlreichen spielsüchtigen Thais gehört der Sohn (noch) nicht. Aber Alkohol wird in seinem Dorf gut und gern getrunken.
    Die 50.000 Baht überweist meine Frau auch nicht an ihren Sohn, sondern an die sehr vernünftige Schwiegertochter. Zum Dank erhält meine Frau dafür jede Woche per Facebook die Fotos ihrer beiden Enkel, die gesund und wohlgenährt aussehen und einen sehr zufriedenen Eindruck machen.

  5. #4
    Avatar von Khun Sung

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    Zitat Zitat von socky7 Beitrag anzeigen
    Zu den zahlreichen spielsüchtigen Thais gehört der Sohn (noch) nicht. Aber Alkohol wird auf seinem Dorf gut und gern getrunken.
    Es gibt meines Wissens im Königreich auch noch andere Möglichkeiten, Geld zu verbrennen. Aber mich hier jetzt in Spekulationen zu ergehen, erspare ich mir. Vielleicht sollte deine Frau mal ein vertrauliches Gespräch mit der Schwiegertochter suchen.

    Ähm, geht ja auch nicht, wir reden ja über Thailand ...

  6. #5
    Avatar von clavigo

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    die vom Ertrag einer Reisfarm mit 20 Rai leben
    Socky, wie hoch ist denn die Ernte? 10 to. oder mehr? Das Thailand generell nicht produktiv ist siehste hier:[QUOTE]Asean paddy yields

    country/tonnes per hectare

    Vietnam/5.60

    Indonesia/4.73

    Malaysia/3.82

    Philippines/3.72

    Thailand/2.85

    Laos/2.68

    Myanmar/2.52

    Cambodia/2.41

    Note: 2010-2012 average

    Source: USDA

  7. #6
    Avatar von socky7

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    Zitat Zitat von clavigo Beitrag anzeigen
    Socky, wie hoch ist denn die Ernte? 10 to. oder mehr?
    @clavigo:
    Nach deiner Aufstellung mit 2,85 to pro Hektar und der Gesamtfläche von 3,2 ha sollte die Ernte jährlich bei 9.000 Kg liegen.
    Ich höre dagegen von dieser Farm immer nur Zahlen, die rd. 3.000 Kg betragen. Da kann man schon fast von extensiver Landwirtschaft sprechen - LOL !

    Bei dem häufigen Wassermangel in der Provinz Surin wundere ich mich überhaupt, warum dort Reis angebaut wird. Die Thais sind froh, wenn sie eine Ernte pro Jahr einfahren. In den Philippinen ist von zwei Ernten pro Jahr die Rede und in Indien von drei Ernten.

    Wenn ich in der Provinz Surin Farmer wäre, würde ich dort keinen Reis anbauen. Der Grundwasserspiegel sinkt auch ständig. Der letzte neue Brunnen auf der Farm meiner Frau wurde 30 m tief gebohrt.
    Ich verstehe auch überhaupt nicht, dass die Preise für Farmland im Dorf meiner Frau seit Jahren ständig ansteigen.

  8. #7
    Avatar von savag

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    Meine Frau hat schon vor 2 Jahren aufgehört Reis an zubauen. Es lohnte sich schlichtweg nicht mehr.

  9. #8
    ffm
    Avatar von ffm

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    Zitat Zitat von socky7 Beitrag anzeigen
    Nach deiner Aufstellung mit 2,85 to pro Hektar und der Gesamtfläche von 3,2 ha sollte die Ernte jährlich bei 9.000 Kg liegen.
    Ich höre dagegen von dieser Farm immer nur Zahlen, die rd. 3.000 Kg betragen.
    In der Provinz Surin ist der Ertrag pro Rai niedriger als im Landesdurchschnitt, im Jahr 2012 waren es 370 Kilo pro Rai:

    Statistical Yearbook Thailand 2013

    Bei 20 Rai sollte der Ertrag etwa 7.400kg betragen. Dass man davon heutzutage als Familie mit Kindern selbst im Issan kaum vernünftig leben kann sollte klar sein.

  10. #9
    Avatar von berti

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    also, "landestypische" Kosten pro rai: Pflügen 500 thb, man. Einsäen 200 thb, Eggen 500 thb, 2x Unkraut jäten 2x200 thb, Ernten per Mähdrescher thb 500: total bis hierhin 2100 thb; dazu nach Gusto bzw. Notwendigkeit Dünger (Material u. Ausbringen), Diesel für Wasserpumpen ... ich behaupte ganz keck 2500 thb pro rai = 50k thb Gesamtkosten bei 20 rai u. ich werde mich zu diesen Kosten nicht erneut äußern weil ich genau weiß wovon ich rede! All diese kleinen handtuchgroßen Felder solcher Kleinstbauern können doch garnicht wirtschaftlich sein, laßt Euch nix von Euren Liebsten erzählen. Interessant wird es erst ab 200 rai mit eigenem Maschinenpark, mit Abschreibungsmöglichkeiten, mit Zukauf von Saatgut (nicht die Oma zuhause, die aus diesjähriger Ernte die Körner für nächstes Jahr raussucht...), mit Freunden in der Genossenschaft (wohin ich auch meinen Reis verkaufe) usw.

  11. #10
    Avatar von berti

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    Zitat Zitat von ffm Beitrag anzeigen
    Bei 20 Rai sollte der Ertrag etwa 7.400kg betragen. Dass man davon heutzutage als Familie mit Kindern selbst im Issan kaum vernünftig leben kann sollte klar sein.
    davon hältst Du dann 1t als Saatgut u. 1t Eigenverbrauch zurück - verkaufst 5,4 t zu derzeit max. thb 13 (nach Qualitätsabzügen), erhältst thb 70k, reduzierst um 50k Gesamtkosten (s. mein post #9) u. gehst mit stolzen 20k netto nach Hause (müssen für 12 Monate reichen!)

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