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Wirtschaft

Erstellt von petpet, 30.01.2009, 08:37 Uhr · 572 Antworten · 22.620 Aufrufe

  1. #441
    petpet
    Avatar von petpet

    Re: Wirtschaft

    Endlich einmal auf den Punkt gebracht!! :bravo: :bravo: :bravo:


    Griechische und größere Sorgen

    Derzeit drängt sich der Eindruck auf, das Zentraum der Schuldenkrise habe sich von den großen Industrienationen im Westen ans östliche Mittelmeer verlagert. Aber ein Blick auf die Dimensionen der Schulden reicht, um zu sehen, dass die Wirtschaftsprobleme der USA derzeit massiv unterschätzt werden.

    Zwei Fraktionen widmen sich dem Problem rasant wachsender Staatsverschuldung mit ungewöhnlicher Hingabe: Spekulanten und Untergangspropheten. Für Letztere (das Gold im Tresor, das Tafelsilber im Wald verscharrt) ist eh schon alles viel zu spät. Die anderen halten den Zeitpunkt für passend, um an den Nervositätsausbrüchen der Finanzmärkte zu verdienen. Neuerdings wetten sie mit hohem Einsatz gegen den Euro, weil einige EU-Staaten immer tiefer in den Schuldensumpf geraten, Griechenland an erster Stelle. Senior-Spekulant George Soros hat [highlight=yellow:acfd57ddf9]öffentlichkeitswirksam [/highlight:acfd57ddf9]vor einem Zerfall des Euros gewarnt, sollte die Staatengemeinschaft ihre Finanzprobleme nicht in den Griff bekommen. Derlei Schlagzeilen vermitteln den Eindruck, als habe sich das Zentrum der Schuldenkrise von den großen Industrienationen im Westen ans östliche Mittelmeer verlagert.

    Dass amerikanische Medien dieser Tage häufiger Bilder von der Akropolis zeigen als von der Wall Street, ist eine willkommene Abwechslung, aber auch eine Flucht vor der Realität. Griechenlands Bruttosozialprodukt ist mit 240 Mrd. Dollar kleiner als die (Un-)Summen, die US-Regierung zur Brandbekämpfung allein in sein Katastrophen-Trio AIG, Fannie Mae und Freddie Mac gesteckt hat. Die US-Regierung wird im laufenden Jahr mehr als 1 500 Milliarden Dollar an neuen Schulden aufnehmen und plant mit dem höchsten Budgetdefizit seit dem Zweiten Weltkrieg. Das zeigt: EU und Amerika haben ähnliche Probleme, aber verschieden große. Bis vor wenigen Wochen hat die Mehrheit der Marktteilnehmer deshalb auf einen weiteren Verfall des Dollar-Kurses spekuliert.

    Seitdem hat sich nichts Substanzielles verändert, außer vielleicht der Tatsache, dass nicht nur an der Ägäis, sondern auch in Nordamerika alte Brandherde aufflackern und neue sich entzünden. Der US-Häusermarkt etwa liegt trotz massiver Regierungshilfen noch immer am Boden, fast regungslos. Die Kreditausfälle bei Gewerbeimmobilien und die Zahl der Zwangsvollstreckungen erreichen traurige Höhepunkte. Hier lauern die nächsten Zeitbomben für den Finanzsektor und die Konjunktur. Zunehmend wird offensichtlich, dass wir in der weltgrößten Volkswirtschaft eine Verschnaufpause von der Krise sehen, aber keine Wende. US-Konsumenten, die lange das Wirtschaftswachstum antrieben, haben auf Jahre hinaus keine andere Wahl, als ihre Shopping-Touren einzuschränken und Schulden abzutragen. Sparen wäre auch im Staatssektor längst das Gebot der Stunde, wenn nicht die Konjunktur ohne Stimulusmilliarden so hilflos aussähe.

    Auch Europa muss sich um seine Finanzen sorgen, darf sich aber nicht verrückt machen lassen. Wenn die Rechnung der Griechen (von wem auch immer) beglichen ist, werden viele wieder verstärkt in die Krisenzentrale USA schauen. Ganz sicher Spekulanten. Und Untergangspropheten.

    http://www.handelsblatt.com/meinung/...sorgen;2537964

  2.  
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  3. #442
    petpet
    Avatar von petpet

    Re: Wirtschaft

    .
    .

    Der Vorsitzende der sozialistischen Fraktion im Europäischen Parlament, Martin Schulz (SPD), der gestern in Athen mit Papandreou und Papakonstantinou zusammentraf, warnte gegenüber dem Handelsblatt davor, Griechenland mit immer neuen Sparforderungen zu konfrontieren. Es sei schwer genug, die bereits beschlossenen Konsolidierungsschritte "gegen großen Widerstand durchzusetzen", sagte Schulz. "Ich halte es für falsch, in einer solchen Situation weitere Maßnahmen draufzusatteln." Er mahnte an, als Lehre aus der Griechenlandkrise die Finanzmärkte stärker zu regulieren: "Es muss sichtbar gemacht werden, wer da am Markt mit der Existenz ganzer Volkswirtschaften spielt", sagte Schulz. Vor allem beim Handel mit Credit Default Swaps sieht er Regulierungsbedarf. [highlight=yellow:03504c00e8]Auch Rolle und Interessenlage der Ratingagenturen müssten transparenter gemacht werden.[/highlight:03504c00e8]
    http://www.handelsblatt.com/politik/...men-zu;2538538

    Wenn man die Macht der Rating-Agenturen betrachtet, dann eigentlich absolut unverständlich, dass da keine absolute Transparenz herrscht!

  4. #443

  5. #444
    Avatar von Ban Bagau

    Registriert seit
    24.11.2005
    Beiträge
    8.184

    Re: Wirtschaft

    Dieser Beitrag könnte auch auf Grund der behandelten und angeschnittenen Themen in anderer Threads wie Quo Vadis..., Hartz 4..., Westewave der Held... passen. Da dort aber momentan andere Themen und persönliche Differenzen behandelt werden, poste ich es hier.
    Ich verlinke die Themen, da ich die Texte nicht Ellenlang hier hinein kopieren will. (man muß das Rad ja nicht zweimal erfinden)

    Eine Definition zum Thema zu unserer vorherschenden Gesellschaftsordnung. Plutokratie, habe ich auch noch nie gehört aber die Definiton des Begriffes trifft voll zu. (Querverweis lesen)
    http://www.sgipt.org/politpsy/global/kartell.htm


    Ein weiter Link zum Thema Eu Subventionen und ihre Auswirkungen.
    http://foodwatch.de/kampagnen__theme...index_ger.html

    Zu guter letzt noch ein Video über Eu Gelderverteilung. Wer darüber bestimmt, wer übt Einfluß und wer es verteilt. (bischen Zeit mit bringen ca.43 min)

    <embed id=VideoPlayback src=http://video.google.com/googleplayer.swf?docid=4356658581857682498&hl=de&f s=true style=width:400px;height:326px allowFullScreen=true allowScriptAccess=always type=application/x-shockwave-flash> </embed>


    Schade mit der Einbettung des Videos hats nicht funktioniert, obwohl es in der Editorvorschau korrekt mit Vorschaubild und abspielen funktioniert hat.

    Dann ebend nochmal der Direktlink.
    http://video.google.com/videoplay?do...7682498&hl=de#

  6. #445
    petpet
    Avatar von petpet

    Re: Wirtschaft

    Es wird langsam Zeit, dass sich der Fokus der Finanzwelt wieder weg vom kleinen Griechenland, auf größere Risikokandidaten richtet.


    California is a greater risk than Greece, warns JP Morgan chief
    Jamie Dimon, chairman of JP Morgan Chase, has warned American investors should be more worried about the risk of default of the state of California than of Greece´s current debt woes.

    Mr Dimon told investors at the Wall Street bank´s annual meeting that "there could be contagion" if a state the size of California, the biggest of the United States, had problems making debt repayments. "Greece itself would not be an issue for this company, nor would any other country," said Mr Dimon. "We don´t really foresee the European Union coming apart." The senior banker said that JP Morgan Chase and other US rivals are largely immune from the European debt crisis, as the risks have largely been hedged.

    California however poses more of a risk, given the state´s $20bn (£13.1bn) budget deficit, which Governor Arnold Schwarzenegger is desperately trying to reduce.

    Earlier this week, the state´s legislature passed bills that will cut the deficit by $2.8bn through budget cuts and other measures. However the former Hollywood film star turned politician is looking for $8.9bn of cuts over the next 16 months, and is also hoping for as much as $7bn of handouts from the federal government.

    Earlier this week, John Chiang, the state´s controller, said that if a workable plan to reduce the deficit and increase cash levels is not reached soon, he will have to return to issuing IOU´s, forcing state workers to take additional unpaid leave and potentially freezing spending.

    Last summer, California issued $3bn of IOU´s to creditors including residents owed tax refunds as a way of staving off a cash crisis.

    "I can´t write checks without money; that´s against the law. My main goal is to keep the state afloat, but I won´t be able to do it without the help of new legislation," said Mr Chiang.

    http://www.telegraph.co.uk/finance/f...gan-chief.html

    Und so langsam scheinen auch Amerikaner zu begreifen, dass die größeren finanziellen Risiken nicht im fernen Europa lauern.

  7. #446
    Avatar von strike

    Registriert seit
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    Beiträge
    28.011

    Re: Wirtschaft

    Zitat Zitat von petpet",p="832862
    .... so langsam scheinen auch Amerikaner zu begreifen, dass die größeren finanziellen Risiken nicht im fernen Europa lauern.
    Ich glaube, dass die dies schon lange begriffen haben.
    Nur quatschen die nicht ewig rum, sondern begeben sich sofort auf die Suche nach Finanzierungsmöglichkeiten und nach einem Dummen, der dafür zahlt.
    Mal sehen wie lange sie brauchen .....

  8. #447
    petpet
    Avatar von petpet

    Re: Wirtschaft

    Zitat Zitat von strike",p="832865
    Zitat Zitat von petpet",p="832862
    .... so langsam scheinen auch Amerikaner zu begreifen, dass die größeren finanziellen Risiken nicht im fernen Europa lauern.
    Ich glaube, dass die dies schon lange begriffen haben.
    Nur quatschen die nicht ewig rum, sondern begeben sich sofort auf die Suche nach Finanzierungsmöglichkeiten und nach einem Dummen, der dafür zahlt.
    Mal sehen wie lange sie brauchen .....
    Wir sollten den Griechen also vorschlagen, ihre Staatsdiener mit Steuergutscheinen und Schuldverschreibungen zu bezahlen. Da finde ich die Idee mit den Inseln aber besser! Davon mal ab: Ich kenne keine europäischen Ratingagenturen, die es sich zur scheinbaren Kernaufgabe gemacht haben, die Welt vom Dilemma in Europa abzulenken, indem sie Bonitätsnoten nach Gutdünken herabsetzen. Das macht noch nicht einmal das IFO-Institut. Selbst diese Deutsche Institution malt eher die eigenen Belange schwarz, bevor es sich dazu herablässt, schwarze Peter an andere zu verteilen. :-)

  9. #448
    petpet
    Avatar von petpet

    Re: Wirtschaft

    Es wird also daran gearbeitet, die "Arbeit" der Ratingagenturen zu kontrollieren. Gut so!

    Ratingagenturen unter Kontrolle der BaFin

    Die in der Finanzkrise in Misskredit geratenen Ratingagenturen sollen künftig von der deutschen Börsenaufsicht BaFin kontrolliert werden. Der Bundesrat machte den Weg frei für einen entsprechenden Gesetzentwurf, mit dem eine EU-Richtlinie umgesetzt wird. Die Kosten für ihre Überwachung müssen die Agenturen selbst tragen. Ab 2011 soll eine neue EU-Aufsichtsbehörde die Aufsicht über die Rating-Agenturen von der BaFin übernehmen.

    Die Ratingagenturen werden mitverantwortlich gemacht für die Ausbreitung der Finanzkrise. Ihnen wird vorgeworfen, bei der Strukturierung von Finanzprodukten behilflich gewesen zu sein, die sie anschließend mit Bestnoten bewertet hätten. Um solche Interessenkonflikte zu verhindern, dürfen sie nicht mehr die Bonität von Unternehmen bewerten, die sie beraten. Bei Verstößen drohen ihnen Bußgelder in Höhe von bis zu einer Million Euro.

    Das Gesetz sieht außerdem vor, dass sich die Agenturen einmal jährlich von einem Wirtschaftsprüfer kontrollieren lassen müssen. Die BaFin kann darüber hinaus jederzeit und ohne Anlass Sonderprüfungen anordnen. Der Rating-Markt wird beherrscht von den drei US-Agenturen Standard & Poor's, Moody's und Fitch....

    http://www.tagesschau.de/inland/bundesrat214.html

  10. #449
    petpet
    Avatar von petpet

    Re: Wirtschaft

    Nicht die "anderen" sind zu schlecht, wir sind zu gut!


    IWF-Chef geißelt Deutschlands Exportstrategie

    Die Kritik einiger EU-Staaten an Deutschlands starker Exportorientierung gewinnt Schärfe. Frankreich beharrt darauf, dass die Bundesrepublik ihr Abhängigkeit vom Außenhandel abmildert. Doch Bundeskanzlerin Merkel sieht hierfür keine Veranlassung. Nun hat sich aber auch der Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) in die Debatte eingeschaltet – mit deutlichen Worten.
    HB BRÜSSEL/BERLIN. [highlight=yellow:8561f01dbb]Deutschland muss ebenso wie China[/highlight:8561f01dbb] nach Ansicht von IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn die Exportlastigkeit seiner Wirtschaft korrigieren und die Binnennachfrage stärken. Der Kampf gegen die globalen Ungleichgewichte in der Weltwirtschaft müsse nach der Krise angegangen werden, sagte Strauss-Kahn am Mittwoch in Brüssel bei einer Anhörung im Europäischen Parlament.

    Länder mit hohen Defiziten in der Leistungsbilanz wie die USA und einige europäische Länder müssten weniger konsumieren, mehr sparen und mehr exportieren. Deutschland habe ebenso wie China und einige Öl produzierende Länder dagegen ein hohes Leistungsbilanzdefizit, sagte Strauss-Kahn. „Hier muss es andersrum gehen - die Inlandsnachfrage muss stärker werden mit mehr Konsum und mehr Investitionen.“ China müsse außerdem seine Währung aufwerten. Der geschäftsführende Direktor des Internationalen Währungsfonds (IWF) warnte auch davor, die Konjunkturprogramme zu früh abzuziehen. Die Wirtschaftserholung komme in den meisten Industrieländern nur schleppend voran und sei noch von staatlichen Impulsen abhängig.

    Die Export-Kritik Strauss-Kahns kommt nicht von ungefähr, denn der weltweit geachtete Wirtschaft5experte erwägt, bei den Präsidentschaftswahlen 2012 für die französischen Sozialisten an den Start zu gehen. Dafür rührt er schon einmal die Werbetrommel.

    Zuvor hatte bereits Frankreichs Wirtschaftsministerin Christine Lagarde gefordert, Deutschland solle mehr für die Stärkung seiner heimischen Nachfrage tun. Der hohe Handelsüberschuss gefährde die Wettbewerbsfähigkeit anderer Euro-Länder. Diese Kritik wird von wirtschaftlich schwachen EU-Staaten unterstützt.

    In einem Interview mit dem französischen Radiosender RTL legte Lagarde nach und riet der Bundesrepublik, etwa die Steuern zu senken und so die inländische Nachfrage anzukurbeln. „Eine Verbesserung beim heimischen Konsum könnte unseren Exporten nach Deutschland, unserem wichtigsten Handelspartner, helfen“, sagte die Ministerin.

    http://www.handelsblatt.com/politik/...ategie;2547388

    Man könnte doch auch der Bundesregierung einfach etwas Entwicklungshilfe zahlen, zur Entwicklung der Binnennachfrage. Einen Europa-Umlage-Topf wird es demnächst sowieso geben, also warum nicht auch ein paar Brocken für Deutschland, damit die anderen Länder mehr nach Deutschland importieren können? Anderer Vorschlag: Die Länder, die momentan unter dem eigenen schwachen Export leiden, könnten versuchen die Lohnstückkosten zu senken und somit ihre Waren billiger anbieten. Das würde dann zwar die Binnennachfrage dieser Länder senken, den Export nicht zwangsläufig steigern, aber zumindest wäre die Handelsbilanz dieser Länder wieder ausgeglichen. :-)

  11. #450
    Avatar von

    Re: Wirtschaft

    Das schreibe ich schon seit fast einem Jahr und ich wundere mich lediglich warum die anderen Laender so lange still gehalten haben.

    Nein, wir sind nicht zu gut. Wir sind nur voellige Irrlichter und haben mit unserer Lohnzurueckhalötung ein Chaos angerichtet.

    Das ist in FAchkreisen wahrlich keine neue Diskussion sondern eins der vorherrschenden Themen seit einem Jahr.
    Deutschland muss schon um den Supergau im eigenen Land zu begrenzen endlich wieder verantwortungsvolle Wirtschaftspolitik betreiben.

    Und die kann nur heissen, wieder angemessener Anteil am Wirtschaftszuwachs fuer die Arbeitnehmer.

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