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Regierung zieht das soziale Netz enger

Erstellt von Bukeo, 17.09.2010, 15:05 Uhr · 2 Antworten · 913 Aufrufe

  1. #1
    Bukeo
    Avatar von Bukeo

    Regierung zieht das soziale Netz enger

    Regierung zieht das soziale Netz enger

    Landbevölkerung und Selbständige stehen ohne Sicherheit da

    Thailand ist weit entfernt von einem Wohlfahrtsstaat deutscher oder skandinavischer Prägung. Der Staat sorgt sich zwar um das Wohlergehen des Einzelnen und der Allgemeinheit, doch die Maschen des sozialen Netzes sind so löchrig, dass es die meisten Not leidenden Menschen nicht auffängt. Während Regierungen unterschiedlicher Couleur im letzten Jahrzehnt nur am Rande um soziale Gerechtigkeit und soziale Sicherheit bemüht waren, will sich die jetzige Administration nachhaltig um die Daseinsvorsorge der Bürgerinnen und Bürger kümmern.
    Pensionsfonds auch für Landbevölkerung

    Der Sozialstaat soll auf mehreren Säulen bauen. Neben dem bestehenden staatlichen Pensionsfonds für Mitarbeiter im öffentlichen Dienst und der Sozialversicherung (Social Security Fund) für lohnabhängig Beschäftigte werden Gesetzentwürfe für einen Sozialfonds für Landwirte und einen Nationalen Pensionsfonds für Frauen und Männer diskutiert, die von den anderen Sozialsystemen nicht erfasst werden. Die Mehrheit der Landbevölkerung, also Kleinbauern, Landarbeiter und Handwerker, weiter die Bergvölker, Saisonarbeiter, Taxifahrer, Mülleinsammler und die rund zehn Millionen Selbständigen, von denen viele als Händler, Kleingewerbetreibende oder Heimarbeiter tätig sind, fallen derzeit durch das soziale Netz.
    Der Sozialfonds für Landwirte soll den etwa 17 Millionen Farmern und deren Familien ein Höchstmaß an Sicherheit bringen. Sie sollen drei Prozent vom Reisverkauf in den Fonds einbringen. Der Staat will den gleichen Betrag beisteuern und beim Anbau von Reis finanzielle Unterstützung leisten. Ein wesentliches Ziel: Landwirte sollen sich nicht weiter verschulden. Wer mindestens 15 Jahre in den Fonds einbezahlt hat, bekommt ab dem 65. Lebensjahr eine Rente. Wer die 15 Beitragsjahre nicht erreicht, erhält eine Abfindung. Strittig ist die Rente ab 65. Vertreter der Landwirte votieren für eine Zahlung ab dem 55. Lebensjahr.
    Auch für den Nationalen Pensionsfonds stehen Details, wie eine monatliche Zahlung zwischen 100 und 1.000 Baht, je nach Höhe des Einkommens, fest. Der Staat schießt für die 20- bis 30-Jährigen im Monat 50 Baht, für die 30- bis 50-Jährigen 80 Baht und für die 50- bis 60-Jährigen 100 Baht zu. Dieses System steht allen Thais offen, die Regierung schätzt die Zahl der möglichen Beitragszahler auf 24 Millionen und will das Gesetz noch in diesem Jahr beschließen.
    Thailands Sozialgesetzgebung hat eine kurze Geschichte. Im Jahr 1940 wurde als erste staatliche Institution zur sozialen Sicherung das Department of Public Welfare gegründet. 1954 stimmte das Parlament dem ersten Social Security Act zu, erst nach langem Ringen trat das heutige Sozialversicherungsgesetz 1990 in Kraft. Es zielt auf Arbeiter und Angestellte in privaten Industrie- und Dienstleistungsunternehmen ab. Anfangs galt es nur für Betriebe einer bestimmten Größenordnung, heute muss jedes Unternehmen jeden Mitarbeiter im Social Security Office (SSO) anmelden, auch Ausländer im Besitz einer Arbeitserlaubnis.
    Von jedem Beschäftigten werden fünf Prozent vom Gehalt in den Social Security Fund einbezahlt, der Arbeitgeber überweist den gleichen Betrag. Bei einem Verdienst ab monatlich 15.000 Baht gilt: 750 Baht vom Arbeitnehmer und 750 Baht vom Arbeitgeber.
    Der Leistungskatalog wurde ständig erweitert. Versicherte bzw. deren Hinterbliebene erhalten einen sozialen Mindestschutz bei Krankheit, Arbeitslosigkeit, Mutterschaft, Kindergeld, Invalidität, Rente und Tod. Eine kostenlose medizinische Versorgung wird in vorab ausgewählten Vertragskliniken gewährt. Ab 2014 wird das SSO an alle, die mit 55 Jahren in den Ruhestand treten, eine Pension zahlen, wenn der Versicherte mindes-tens 13 Jahre Beiträge geleistet hat. Inzwischen hat die Regierung weitere Verbesserungen zugesagt. Auch Ehepartner und Kinder der Versicherten sollen bei einer Erkrankung die Sozialversicherungskarte nutzen, die Zahlungen des SSO sollen Schritt für Schritt angehoben werden.
    Sozialstaat hat 5exgewerbe nicht erreicht

    Trotz vielfacher Bemühung-en hat der Sozialstaat die im 5exgewerbe beschäftigten Frauen und Männer nicht erreicht. Unter dem ehemaligen Premier Thaksin Shinawatra wurde die so genannte 30-Baht-Krankenversicherung für alle Thais eingeführt und erwogen, die in Bars Beschäftigten zwangsweise in die Sozialversicherung einzubinden. Der Versuch schlug fehl! Das Management der Unterhaltungsbetriebe wies auf das ständige Kommen und Gehen des Personals hin und fragte das SSO: Wie sollen wir da Frauen und Männer für die Versicherung anmelden und monatlich die Beträge überweisen?
    Aber auch die 5exdienstleis-ter/innen, die sich eher als Bedienung in einer Kneipe verstehen, verweigerten sich mit schlagkräftigen Argumenten. Eine Versicherung würde sie für ihr künftiges Leben stigmatisieren, hieß es an den Bars. Das SSO würde sie vermutlich als Prostituierte führen. Und jede Behörde, Polizei oder Gesundheitsamt könnte dort die Namensliste einsehen.


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  2.  
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  3. #2
    Siamfan
    Avatar von Siamfan
    Das hier Comprehensive system 'within 6-7 years' hoert sich aber voellig anders an!
    Finde es einfach nur lustig wie die Menschen immer noch mit dieser "30 Bath-Krankenversicherung" verbloedet werden.
    Die freie Krankenversorgung gibt es schon ewig lange: Chiang Mai Citylife: 30 Baht Scheme a Billion Baht Failure<br><em>The health promises of 2001</em> by Rogvi Bordoy
    Die Probleme der selben (s. Bericht chiangmainews) wurden nun mal nicht durch die Einfuehrung der "30-Bath-Regelung" geloest. Das war letztlich nichts anderes wie das hier: Praxisgebühr
    Wundert mich eigentlich schon, dass keiner mehr auf dem Wunder OTOP herum reitet.

  4. #3
    Bukeo
    Avatar von Bukeo
    Zitat Zitat von Siamfan Beitrag anzeigen
    Finde es einfach nur lustig wie die Menschen immer noch mit dieser "30 Bath-Krankenversicherung" verbloedet werden.
    naja, ich sag zu meiner Schwiegermutter, lass die Paracetamol-Karte zuhause, die 200 Baht für die Untersuchung zahl ich schon - dann weiss ich aber auch, das wirklich untersucht wird und nicht nur
    Blutdruck gemessen wird und fertig. Hier in den Krankenhäusern wird man bei Krebs gar nicht mehr auf Karte behandelt, gleich nachhause geschickt, wenn es dann anfängt Probleme zu geben, dann
    kann der Arzt nicht mehr helfen, fertig.
    Man wiegt als den Patienten mit dieser Karte in Sciherheit, mehr nicht. Jemand der nur etwas Geld hat, stellt sich nicht stundenlang für die Paracetamol-Ausgabe an, sondern zahlt 2-300 Baht und geht
    als Privatpatient gleich durch zum Doktor.

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