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Idyllischer Süden Thailands?

Erstellt von strike, 29.05.2009, 07:47 Uhr · 26 Antworten · 1.987 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von strike

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    Idyllischer Süden Thailands?

    Beim Lesen des - von Linksdemokraten (DKP) an der Uni Bochum verhinderten - Vortrages ( http://www.rote-ruhr-uni.com/cms/IMG...Islamismus.pdf ) des Sozialwissenschaftler Hartmut Krauss - übrigens ein Linker, aber eben nicht DKP-links - habe ich mich trotz nur kurzen Hinweises auf Südthailand gefragt, wie unter Berücksichtigung der Fakten davon ausgegangen weden kann, dass der Süden irgendwann friedlich werden wird.

    Es gab ja durchaus Beiträge in diesem Forum, nach denen man den Eindruck haben durfte, dass der Süden Thailands ein Hort friedlichen Zusammenlebens sei und die Regierungsübernahme durch Abhisit hier endlich für Ruhe gesorgt hat.

    Insofern wäre die Analyse des Vortragenden ja nicht für die muslimischen Thailänder gültig.

    Oder (etwa doch)?

    Gruss,
    Strike

  2.  
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  3. #2
    Avatar von Samuianer

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    Re: Idyllischer Süden Thailands?

    Zitat Zitat von strike",p="729954

    ......gekuerzt....
    Es gab ja durchaus Beiträge in diesem Forum, nach denen man den Eindruck haben durfte, dass der Süden Thailands ein Hort friedlichen Zusammenlebens sei und die Regierungsübernahme durch Abhisit hier endlich für Ruhe gesorgt hat.

    Insofern wäre die Analyse des Vortragenden ja nicht für die muslimischen Thailänder gültig.

    Oder (etwa doch)?

    Gruss,
    Strike
    So ist das halt, ich gebe dir einen Rat: "Fahr selber hin und mach DIR selbst ein Bild davon"! Dann weisst DU genau bescheid!

    Ich bin bis Januar 2007 schoen regelmaessig alle 3 Monate durch den Sueden gereist... so auch in den 90gern bis '95.

    Bei dem Problem handelt es sich um ein recht deutlich begrenztes Gebiet, naemlich um die einst anektiertten etnisch malaiischen Sultanate Kedah und Pattani, Kedah ging aber (bis auf die Provinz Satun) 1907 an das britische Kolonialreich und wurde nach der Unabahaengigkeit Malaysias zum Staat Kedah, Pattani, Yala und Narathiwat, sowie die Provinz Satun blieben Thai.

    siehe Karte:



    in den Siebzigern, war die treibende Kraft die immer wieder Uebergriffe machte, die PULO - (United Pattani Liberation Organization) am 22.Maerz 1968 gegruendet und nie bedeutend mehr als 300 Mitglieder zaehlte. Die PULO agierte seinerzeit als "kommunistische Organisation" bis zu ihrer "Islamisierung" 1992 wo sie sich in 2 Faktionen teilte!

    Tuanku Abdul Kade gilt als der Mann hinter den bewaffneten Ueberfaellen und Sprengstoff-wie Brandstiftungsanschlaegen terrorristischer Art.

    Weitere Spaltungen folgten 1995 und 1998 nach den Verhaftungen einiger Schluesselfiguren, folgte weitere Zerstreuung und einege andere Fuehrungsmitglieder gaben selbst auf.


    Nichts desto trotz bleibt die PULO unter der Malaybevoelkerung beliebt, man moechte Autonomie, und islamisches Gesetz, das dies eine sher schwer eunzuloesende Forderung darstellt kann wohl Jeder verstehen.

    Der Witz ist, das selbst Malaysia an einer Rueckeingliederung nicht interessiert ist.


    Erinnere in dem Zusammenhang an den "Aufstand der heiligen Maenner" in 1902 im Isaan.

    Lan Na, die Nordprovinz hat sich auch eingefuegt, wahrscheinlich wgen der ethnischen Aehnlichkeit weit problemloser als die Integration von Muslims in ein buddhistisches System!


    Die Kernfrage dieses Konflikts, wie vieler anderer Problem dieser Art, wird in dem Artikel von Krauss "Islamismus" ja recht deutlich analysiert.(dein Link)

  4. #3
    Avatar von strike

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    Re: Idyllischer Süden Thailands?

    Zitat Zitat von Samuianer",p="729965
    ......... "Fahr selber hin und mach DIR selbst ein Bild davon"! Dann weisst DU genau bescheid!

    Ich bin bis Januar 2007 schoen regelmaessig alle 3 Monate durch den Sueden gereist... so auch in den 90gern bis ´95.
    ............
    Hi Samuianer,
    da kann ich nicht mithalten.
    War lediglich in 2004, 2006 und 2007 mal im nördlichen Süden ( Umgebung Krabi, Rayong, Phuket ).
    Habe damals Militär - Check Points wahrgenommen.

    Mein "Wissen" um die Problematik beschränkt sich auf Diskussionen in anderen Foren.
    Diese Diskussionen waren aber fast ausschliesslich schwarz-weiss - in "unserem" Forum völlig unbekannt - und arteten zu einer Debatte über den Islam ohne jeden Bezug auf den Süden Thailands aus.
    Insofern bin ich für halbwegs objektive und nüchterne Einschätzung der Situation in Südthailand dankbar.

    Beim Lesen des erwähnten Vortrages war nur mein Gefühl, dass allein ein Abtreten von Thaksin nicht ausreicht, um Ruhe in die Reihen der fanatisierten Muslime Thailands zu tragen und die möglicherweise berechtigten Forderungen gelassen zu diskutieren.
    Aber eventuell ist der thailändische Islam nicht so radikal.

    Denn: ich habe in den letzten Jahren einigermassen viel Zeit in einem deutlich muslimisch geprägtem Viertel von Bangkok zugebracht.
    Den Muezzin fand ich erfrischend exotisch und weniger anstrengend als in Medan/Indonesien ( ein vieeeel kürzerer Auftritt! ) .
    Und ich hatte zumindestens in Phra Khanong nie das Gefühl über das übliche Mass hinaus gefährdet zu sein. In der Bronx oder Brooklyn fühlte ich mich weniger gut

    Wie erleben denn im Süden lebende Expats die aktuelle Situation?
    Bekommt man die als Ausländer überhaupt mit?
    Ist es besser geworden - falls es denn je schlecht war?

    Gruss,
    Strike

  5. #4
    Avatar von Samuianer

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    Re: Idyllischer Süden Thailands?

    Zitat Zitat von strike",p="729984
    Zitat Zitat von Samuianer",p="729965
    ......... "Fahr selber hin und mach DIR selbst ein Bild davon"! Dann weisst DU genau bescheid!

    Ich bin bis Januar 2007 schoen regelmaessig alle 3 Monate durch den Sueden gereist... so auch in den 90gern bis ´95.
    ............
    Hi Samuianer,
    da kann ich nicht mithalten.
    War lediglich in 2004, 2006 und 2007 mal im nördlichen Süden ( Umgebung Krabi, Rayong, Phuket ).
    Habe damals Militär - Check Points wahrgenommen.
    Verstehe, da sind die Checkpoints eher wegen der illegalen Einwanderer aus Myanmar und Schmuggel!

    Puket soll, Geruechten zufolge, Waffenschmuggelhochburg fuer die Tamil Tigers gewesen sein!

    Zitat Zitat von strike",p="729984

    Mein "Wissen" um die Problematik beschränkt sich auf Diskussionen in anderen Foren.
    Diese Diskussionen waren aber fast ausschliesslich schwarz-weiss - in "unserem" Forum völlig unbekannt - und arteten zu einer Debatte über den Islam ohne jeden Bezug auf den Süden Thailands aus.
    Insofern bin ich für halbwegs objektive und nüchterne Einschätzung der Situation in Südthailand dankbar.
    Das versuchte ich in dem vorangegangenen Beitrag ja ein wenig zu erhellen!


    Zitat Zitat von strike",p="729984

    Beim Lesen des erwähnten Vortrages war nur mein Gefühl, dass allein ein Abtreten von Thaksin nicht ausreicht, um Ruhe in die Reihen der fanatisierten Muslime Thailands zu tragen und die möglicherweise berechtigten Forderungen gelassen zu diskutieren.
    Aber eventuell ist der thailändische Islam nicht so radikal.
    Waehrend Taksin seiner Amtszeit eskalierte die Situation,warum genau, wird von beobachtern auf "hard handed" zurueck gefuehrt!

    Darueber laesst einiges im www. finden!

    Will hier nicht wieder auf ganz bestimmte Begebenheiten eingehen.

    "fanatisierte Muslime" - keine Ahnung, hier reden einige von "Banden" die unter dem Schleier der PULO agieren!

    Erbeutete M16 und andere Waffen sind in Aceh aufgetaucht - vieleicht gibt/gab es einen Verbindung?

    Es gab auch eine Zeit da gab es vermehrt "Zwangsansiedlungen" von Arbeitern aus dem Norden, fuer die Gummi-und Obstplantagen

    Dem wurde auch Wiederstand entgegengestellt, so auch nicht-islamische Schulen, Einrichtungen..

    Es gab da unter der Gruppe "Islam Ismalija" die auch das Bali-Attentat ausgefuehrt hat, in Verbindung mit den "Rebellen" der Philippinen eine Bestrebung ganz Suedostasien zu islamisieren, da sind wir wieder bei der im Artikel angesprochenen "Islamisierung"!

    Das Ziel = die Umma, das Kalifat, die Weltherrschaft...auf einen mutmassliche Prophezeiung das wenn das geschehen ist, der Herr wiederkehrt... naja dieser Unsinn halt fuer den sich offensichtlich immer wieder genuegend Leute begeistern lassen!


    Zitat Zitat von strike",p="729984

    Denn: ich habe in den letzten Jahren einigermassen viel Zeit in einem deutlich muslimisch geprägtem Viertel von Bangkok zugebracht.
    Den Muezzin fand ich erfrischend exotisch und weniger anstrengend als in Medan/Indonesien ( ein vieeeel kürzerer Auftritt! ) .
    Und ich hatte zumindestens in Phra Khanong nie das Gefühl über das übliche Mass hinaus gefährdet zu sein. In der Bronx oder Brooklyn fühlte ich mich weniger gut
    Auch in Marokko bin ich nie irgendwie mit Unannehmlichkeiten aus dem Islam konfrontiert worden, meist mit Menschlischem, all zu Menschlischem, hilfreich, freundlich, oft auch kurios und halt hier und da mal was Aergerliches, wie Ueberall!

    In Kaschmir sehr gute Freunde und Bekannschaften gemacht!



    Zitat Zitat von strike",p="729984

    Wie erleben denn im Süden lebende Expats die aktuelle Situation?
    Bekommt man die als Ausländer überhaupt mit?
    Ist es besser geworden - falls es denn je schlecht war?

    Gruss,
    Strike
    Haben hier auf Samui in der Umgebung von Hua Thanon eine recht ordentliche "Muslim-Community", nichts was auffaellig oder stoerend waere!

    Diese ethnische Minderheit, die Seezigeuner, sie sprechen Malawi, ein Malay Dialekt, sind meist Fischer, die eng mit ihren Booten und dem Meer ein Dasein frsiten und eher unaufaellig leben.

    Wie der Artikel recht gut beschreibt ist diese "Radikalsierung" im Islam wohl fuer die Exzesse verantwortlich zu machen!

    Die historischen Errungenschaften der Mauren, Sarrazenen sind nicht von der Hand zu weisen!

    (Erste medizinische Fakultaet im 16. Jahrhundert in Isfahan/Persien!)

    Nur hat sich aus mir unerklaerlichen Gruenden, nach dem Abzug aus Europa komischerweise im Vergleich, nichts mehr getan, als ist die gesamte Gesellschaft in eine Art Dornroeschenschlaf versunken.


    landschaftlich ist der Sueden allemale idyllisch...ich meine auch das es eine Loesung gibt, denn wie du schreibst geht es in Phra Kanong und anderswo ja auch!

  6. #5
    Avatar von franky_23

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    Re: Idyllischer Süden Thailands?

    Srike, denke in deinen Gedanken ist grundlegend was falsch was die Geografie betrifft.

    Der muslimische Süden beginnt unterhalb von Hat Yai. Der touristische Süden ist ein paar hundert Kilometer nördlicher.

  7. #6
    Avatar von strike

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    Re: Idyllischer Süden Thailands?

    Zitat Zitat von franky_23",p="730203
    Srike, denke in deinen Gedanken ist grundlegend was falsch was die Geografie betrifft.

    Der muslimische Süden beginnt unterhalb von Hat Yai. Der touristische Süden ist ein paar hundert Kilometer nördlicher.
    Grundlegend?
    Naja.
    Ich hatte genau deswegen "...War lediglich in 2004, 2006 und 2007 mal im nördlichen Süden..." formuliert.

    Gruss,
    Strike

  8. #7
    Avatar von J-M-F

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    Re: Idyllischer Süden Thailands?

    Zitat Zitat von strike",p="729954
    Es gab ja durchaus Beiträge in diesem Forum, nach denen man den Eindruck haben durfte, dass der Süden Thailands ein Hort friedlichen Zusammenlebens sei und die Regierungsübernahme durch Abhisit hier endlich für Ruhe gesorgt hat.
    da wahrheitsministerium lässt sowas zwar des öfteren verkünden, aber es gilt das gleiche wie zu taxins zeiten. das militär macht was es will.

    vor 1 oder 2 monaten wurden die anschläge wieder mehr, da sich aber auch gar nix geändert hat. mit anschließender alt bekannter verfahrensweise des militärs - mehr truppen - mehr waffen - mehr zu schnellen finger am abzug.

  9. #8
    Avatar von strike

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    Re: Idyllischer Süden Thailands?

    Zitat Zitat von J-M-F",p="730468
    ...............
    da wahrheitsministerium lässt sowas zwar des öfteren verkünden, aber es gilt das gleiche wie zu taxins zeiten. das militär macht was es will.

    vor 1 oder 2 monaten wurden die anschläge wieder mehr, da sich aber auch gar nix geändert hat. mit anschließender alt bekannter verfahrensweise des militärs - mehr truppen - mehr waffen - mehr zu schnellen finger am abzug.
    J-M-F,
    das ist genau mein Eindruck nach Beiträgen in einem anderem Forum.
    Deswegen wäre es interessant Stimmen aus dem wirklichen ( franky_23: zufrieden? ) Süden zu hören.
    Da scheint sich aber kaum mehr jemand hinzutrauen.

    Gruss,
    Strike

  10. #9
    Avatar von Dieter1

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    Re: Idyllischer Süden Thailands?

    Gaehn!

    Die terroristischen Aktivitaeten in Thailands Grenzprovinzen zu Malaysia werden von der al Kaida nahen "Djemaa Islamija" mit Haupquartier in Indonesien gesteuert.

    Die lokale Bevoelkerung will nach meinen Eindruecken nur ihre Ruhe und sonst nichts.

  11. #10
    Avatar von strike

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    Re: Idyllischer Süden Thailands?

    Zitat Zitat von Dieter1",p="730494
    ...................
    Die lokale Bevoelkerung will nach meinen Eindruecken nur ihre Ruhe und sonst nichts.
    Und soll - laut TIP ( http://thailandtip.de/tip-zeitung/na...n-kriegsrecht/ ) dabei auch kräftig von der Regierung unterstützt werden:

    Der Süden: Viel Geld, kein Kriegsrecht
    Premierminister Abhisit plant, das Kriegsrecht im Süden abzuschaffen und die drei Unruheprovinzen mit anderen Notstandsgesetzen zu regieren. Ferner sollen 63 Milliarden Baht in die Grenzregion gepumpt werden.

    Good News For The South :-)

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