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Gelebter Buddhismus

Erstellt von Tramaico, 11.05.2012, 04:53 Uhr · 126 Antworten · 6.136 Aufrufe

  1. #21
    Tramaico
    Avatar von Tramaico
    Hm, diese Einstellung in Sachen Spiritismus haette ich in der Tat von DIR nicht erwartet. Okay, in Sachen politischer Anschauung und auch Todesstrafe haben wir unterschiedliche Ansichten, das wusste ich bereits.

    Kam auch damals mit Mr. Luc nicht in Sachen Buddhismus auf einen gruenen Zweig, wobei sicherlich auch die individuellen unterschiedlichen Hintergruenden eine wesentliche Rolle spielen. In Sachen Bildung bist Du mir um Lichtjahre voraus und vieles was Du aus dem FF bringst muss ich erst googeln um einen Eindruck zu bekommen worum es nun genau geht, um dann zur Thematik zu meinen eigenen Schlussfolgerungen zu kommen.

    Somit gehen wir dann wohl auch an manche Themen aus unterschiedlichen Winkeln heran. Du aus dem belesenen, gepraegt von jede Menge "Vordenkern" und ich mit einer burschikosen Hemdsaermligkeit. Deshalb habe ich beim Buddhismus auch mein Grundkonzept eher selbst erarbeitet und griff und greife nur selten auf dritte Quellen zurueck. Ist mir etwas unklar, dann gehe ich auf die Suche nach Antworten und zwar solange, bis ich die finde, die fuer MICH einen Sinn ergeben. Ergeben sie fuer mich keinen klaren Sinn, dann sind es fuer mich keine Antworten. Es ist ein reiner learning bei doing process anstatt ein Vertrauen in Dritte, wie sehr auch diese ueber einen guten Namen verfuegen moegen.

    Somit kann ich auch mit alternativen Bewusstseinzustaenden nichts anfangen, genausowenig wie ich an wahrsagerische, telepathische, mediale etc. Faehigkeiten glaube. Wie gesagt, viel zu viele Scharlatane in der menschlichen Rasse und je mehr ich fortschreite umso mehr verstaerkt sich diese Ueberzeugung.

    Als Jugendlicher war ich bedingt durch mein Interesse fuer die Kampfkuenste sehr vom Zen-Buddhismus angetan und von der psychischen und physischen Ueberlegenheit der Mr. Miyagis absolut fasziniert. All die Metapher, all die Mystik, cool. Mit der Zeit kamen dann aber mehr und mehr Zweifel auf, wie eben auch im Hinblick auf die Eltern, frueheren Lehrer etc. Heutzutage ist mir klargeworden, dass alle Menschen doch nur mit Wasser kochen. Alle. Ich erfahre von den vergangen Problemen, mit denen meine Eltern in meiner Kindheit zu kaempfen hatten. Aus den einstigen Uebermenschen sind auf einmal ganz normale Menschen geworden. Vieles ist lediglich Fassade und der so vermeintliche ueberlegene Mensch ist letztendlich so leicht verletzlich. Selbst die grossen Vordenker, Philosophen, Politiker, Psychater, Instrukteure, Lehrmeister etc. etc. Alle hinter der Fassade zerbrechliche menschliche Wesen. Man muss nur ihre Achillesferse finden.

    Eine Realisierung, die mich in meiner Denke und im Wesen mehr und mehr praegt. Die Realisierung von Unzulaenglichkeiten, die im Grunde absolute Bedeutungslosigkeit des Seins fuehrt nicht zu Verzweiflung, Hoffnung, Depression sondern inspiriert mich mehr und mehr ueber vermeintliches Uebel und Leid laecheln zu koennen. Nein, nicht auf eine kalte, sadistische Art und Weise sondern eine Wahrhabung, dass ein eingerissener Fingernagel eben nur ein eingerissener Fingernagel und kein Weltuntergang ist. Somit eine Daseinsrealisierung die keiner kuenstlichen Manipulation des Bewusstsein mehr bedarf sondern das "Meditieren" zu einem staendigen Bestandteil des Wachzustands werden laesst. Waehrend ich im Garten die Hundekacke auflese, im Taxi zu einem Termin fahre, mich abends in's Bett lege oder was auch immer. Ein staendiges Befassen mit den Themen, die wir hier so eroertern, ein Auseinandersetzen mit Thesen und Leitsaetzen, ein staendiges Hinterfragen bis sich die Teilchen erneut anfangen ineinanderzufuegen. Es passt, es passt immer. Alternative Bewusstseinszustaende wollen dort aber nicht hineinpassen. Wie kann etwas bereits Klares bereits klarer werden? Warum eine Frage beantworten wollen, die schon beantwortet ist? Warum zweifeln, wenn es keine Zweifel gibt? Warum Zufriedenheit suchen wenn Zufriedenheit bereits vorhanden ist? Dies waere sonst dieses Konzept des Glaubens, dass die Wiese auf der anderen Seite einfach gruener sein muesste. Sie mag es gar sein, doch wenn ich mit dem gruen meiner Wiese zufrieden bin, warum soll ich damit hadern?

    Scheuklappen? Ja, koennte man durchaus so interpretieren, aber wenn diese Scheuklappen mich vor Ungemach bewahren, wo ist da dann das Negative? Jemand traegt Scheuklappen wird dahingehend verstanden, dass er nicht fuer alles und jedes weltoffen ist. Dieses die pessimistische, typische humane Perspektive. Scheuklappen wurden aber letztendlich nicht geschaffen um einzuschraenken und zu manipulieren sondern eben Pferde vor Schrecken (= Leid) zu bewahren. Unter dieser Praemisse sind Scheuklappen etwas sehr positives und sie wurden genau zu diesem Zweck entwickelt.

    Die buddhistische Lehre hat etwas positives im Sinne. Sie sollte nicht verunsichern, verwirren, mehr Fragen aufwerfen als beantworten, denn dies wuerde sie kontraproduktiv machen. Aber genau dieses scheint mehr und mehr der Fall zu sein. Die Simplizitaet der Scheuklappe wird ueberstilisiert wodurch wiederum niemanden ein Gefallen getan wird.

    Ich bin nur ein einfacher Mensch. Im Grunde ein ungebildeter Mensch, der nicht die Glocke aufsagen kann und moechte. Naturlich koennte ich mir die Glocke, das Werk eines Dritten, in Zitierfaehigkeit aneignen und versuchen damit zu glaenzen, aber wozu? Es ist nicht mein Werk und ich kann mich somit auch nicht mit ihm identifizieren. Identifizieren kann ich mich nur wirklich mit dem, dass ich selbst geschaffen und erarbeitet habe. Es ist einfach ganz und ganz ich ohne auf irgendeine Weise verfaelscht zu sein.

    Der Buddha hat seinen Buddhismus geschaffen und ich schaffe den meinen. Nur die Leitsaetze sind identisch. "Sich permanent vom Leid zu befreien". Dies gefaellt mir, dies kann ich nachvollziehen, hieraus kann ich Nutzen ziehen. Ich muss aber "die Glocke erlernen" um wirklich Nutzen ziehen zu koennen? Mit Verlaub, hier habe ich jetzt meine Zweifel weil ich den Nutzen nicht erkennen kann. Ueberzeuge mich, dass mich "alternative Bewusstseinszustaende" weiterbringen als der herkoemmliche Bewusstseinszustand. Scheuklappen einfach ablegen und versuchen? Warum, gibt es eine Steigerung von zufrieden sein oder ist es vielleich doch nur der Irrlaube, dass die Wiese auf der anderen Seite des Zauns einfach gruener sein muss als die, auf der man bereits steht?

  2.  
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  3. #22
    Tramaico
    Avatar von Tramaico
    Zitat Zitat von x-pat Beitrag anzeigen
    Eine Millionen Dollar zahlhbar im nächsten Leben.
    Okay, an meine Erben, da ich ja nicht wiedergeboren werde. Aber bitte eine Million Schweizer Franken, da dem Luftschloss Dollar irgendwie die Zukunftsperspektiven fehlt. Fuer Schwarzkonten, Taschenmesser, Schokolade und Kaese wird es dagegen immer einen Markt auf diesem Planeten geben.

    Soll ich einen Termin mit dem Supreme Patriarch machen, damit wir ihm das Statement einmal um die Ohren hauen können?
    Gerne, jederzeit und mit jedem. Supreme Patriarch, Gott oder auch Teufel. Brenne darauf meinen Meister zu finden, der mir die Augen oeffnet.

    Ein einstiger, zwischenzeitlich verstorbener thailaendischer Supreme Patriarch hat mich durch folgende sinngemaesse Aussage (Quelle Bangkok Post) vor einiger Zeit bereits sehr stark beeindruckt:

    "Moenche, die in Hokuspokusriten ihren Kunden auf die Koepfe spuken sind genauso Idioten wie ihre Kunden".

  4. #23
    Tramaico
    Avatar von Tramaico
    Zitat Zitat von x-pat Beitrag anzeigen
    Behauptungen über spirituelle Errungenschaften ziehen die "Höchststrafe" nach sich: Ausschluss aus der Sangha.
    Hm, damit kann aber doch wohl bestenfalls einen Novizen schrecken, aber doch wohl kaum jemanden, der auf seinem buddhistischen Weg bereits sehr fortschritten ist und fuer den weltliche Massstaebe praktisch kaum noch von Relevanz sind.

  5. #24
    Avatar von Waitong

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    03.06.2010
    Beiträge
    2.636
    Zitat Zitat von Tramaico Beitrag anzeigen
    Somit gibt es fuer mich auch keinen frommen Buddhismus und keinen geheuchelten Buddhimus, weil es ganz einfach Selbstbetrug ist und dem Ziel sich vom Leid zu befreien in keiner Weise beitraegt. Ein Buddhist ist somit grundsaetzlich ein Pazifist ist daher fuer mich auch hogwash. Wenn Gewalt notwendig ist um Leid von mir fernzuhalten, dann wende ich sie an. Mit fuenf Silas kann ich nichts anfangen und keine Ahnung ob ich konform mit diesen gehe oder auch nicht. Muesste ich erst googeln. Ist absolut unwesentlich fuer mich und meinen Weg. Mein Buddhismus basiert auf keinerlei Doktrien sondern ausschliesslich auf Logik und somit muss ich auch nie etwas heucheln.

    Hmmm-Hmmm - was kratzt es mich im Halse und kribbelt's mich in den Fingern ?

    Aaalso - um mir ein Bild von deiner Logik zu machen, moechte ich dir gerne mal etwas

    zum Denken anbieten ------->




    http://www.werner-gitt.de/down_deu/H...des_Lebens.pdf




    In obigem LINK findest du einen Beitrag den ich sehr logisch finde.

    Es ist schon sehr befremdlich wie du die buddhistische Lehre verunstaltest...

  6. #25
    Avatar von MadMac

    Registriert seit
    06.02.2002
    Beiträge
    22.411
    Zitat Zitat von Waitong Beitrag anzeigen
    In obigem LINK findest du einen Beitrag den ich sehr logisch finde.
    Vom wiederholten Posten wird der Schotter auch nicht besser, Satansaustreiber

  7. #26
    Tramaico
    Avatar von Tramaico
    Zitat Zitat von Waitong Beitrag anzeigen
    Hmmm-Hmmm - was kratzt es mich im Halse und kribbelt's mich in den Fingern ?

    Aaalso - um mir ein Bild von deiner Logik zu machen, moechte ich dir gerne mal etwas

    zum Denken anbieten ------->



    http://www.werner-gitt.de/down_deu/H...des_Lebens.pdf






    In obigem LINK findest du einen Beitrag den ich sehr logisch finde.

    Es ist schon sehr befremdlich wie die buddhistische Lehre verunstaltest...

    Mitnichten.

    1. Wenn ich den gezeigten Link anklicke, dann erscheint ein Error-Bildschirm bei mir. ERROR 404: NOT FOUND! Ja, unsere Verstaendnis von Logik ist in der Tat sehr unterschiedlich.

    2. Beim abschliessenden Satz kommt nicht fuer mich raus was Du sagen willst. Zwei Varianten sind vorstellbar:

    - Es ist schon sehr befremdlich wie DU die buddhistische Lehre verunstaltest...
    - Es ist schon sehr befremdlich wie die buddhistische Lehre verunstaltet...

    Bist Du nicht der, der mit der buddhistischen Lehre nicht klar kam und sich somit der christlichen Glaubensrichtung zuwendete? Nun merkst Du an, dass Du entweder mein Verstaendnis der buddhistischen Lehre befremdlich empfindest oder die buddhistische Lehre generell irreleitet.

    Wie auch immer, eine Situation die ich wiederum sehr befremdlich empfinde und mit der ich absolut nicht klarkomme, aus welchem Winkel ich sie auch immer betrachte.

  8. #27
    Tramaico
    Avatar von Tramaico
    Aha, jetzt funktioniert der Link auf einmal. Ein Zeichen des Himmels oder doch wie immer sehr sehr irdische Hintergruende?

  9. #28
    Avatar von Waitong

    Registriert seit
    03.06.2010
    Beiträge
    2.636
    Schoen - dann schau dir mal an, um was es im LINK geht.


    Alles weitere klaert sich dann, hoffe ich (fuer dich) .

  10. #29
    Tramaico
    Avatar von Tramaico
    Zitat Zitat von Waitong Beitrag anzeigen
    In obigem LINK findest du einen Beitrag den ich sehr logisch finde.
    Ich habe kaum angefangen zu lesen und kam zu dem Schluss, dass Herr Gitt auf dem falschen Dampfer ist.

    Er versucht Naturgesetze mathematisch festzuschreiben, waehrend sie jedoch staendig einer Evolution unterliegen. Nur ein einziger Satz fuer Dich und Herrn Gitt von mir zum Nachdenken.

    Damit es nicht so schwer ist. Ein Naturgesetz ist, dass die Natur sich staendig adaptiert und durch Anpassung und Mutationen Veraenderungen hervorbringt und hierauf genau basiert die Evolutionslehre. Aus menschlicher Sicht erscheint erscheint es fast wie ein Oxymoron, das Gesetz kein Gesetz zu sein. Hieraus jedoch etwas goettliches ableiten zu wollen ist zwar menschlich aber nicht logisch. Eine mathematische Formel ist logisch die Natur aber nicht, da ihre eigene Existenz keinen Zweck erfuellt, was aber die Kreationisten wieder unlogischerweise in Frage stellen.

    Sie muss einfach einen Zweck haben, sie muss, sie muss, sie muss... dieses erinnert mich an die stoerrische Bockigkeit eines unfreifen und uneinsichtigen Goers, das einfach saemtliche Sinne fuer eine rationelle Wahrnehmung verschliesst. Es darf nicht, ich will es nicht, es muss aber... waehrend die Natur unbeirrt weiterhin vor sich hinwurstelt. Einfach so, einfach sie selbst, es kommt wie es kommt. Fast koennte man faelschlich vermuten, dass die Natuer vom Buddhismus gepraegt ist, was natuerlich Unsinn ist, weil die buddhistische Lehre natuerlich bedingt duch die natuerlichen Umstaende entstanden ist. Sozusagen eine Reaktion auf die Natur waehrend dagegen Religionen Aktionen wider der Natur sind.

    Reaktion auf Aktion. Dieses haben wiederum Natur und Buddhismus gemeinsam wobei nicht klar definierbar ist, wie die Reaktion ausfallen wird, da niemand weiss, was der naechste Augenblick bringen wird. Bestenfalls vermuten und spekulieren.

  11. #30
    Tramaico
    Avatar von Tramaico
    Zitat Zitat von Waitong Beitrag anzeigen
    Alles weitere klaert sich dann, hoffe ich (fuer dich) .
    Die enttaeuschte Hoffnung hat doch wohl kein Leid in Dir ausgeloest. Wenn ja, dann musst Du unbedingt daran arbeiten z. B. in dem Du versuchst der buddhisten Lehre zu folgen. Wie auch immer, muss jetzt zur Post und dann gehe ich zum Mittagessen. In der Zwischenzeit froehliches Philosophieren und moege Gott tatsaechlich mit Dir sein, damit Du nicht eines Tages in Enttaeuschung endest.

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