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Gelebter Buddhismus

Erstellt von Tramaico, 11.05.2012, 04:53 Uhr · 126 Antworten · 6.129 Aufrufe

  1. #101
    Tramaico
    Avatar von Tramaico
    Oder ein Graecus siamese.

    Mit Stoizismus konnte ich ja bis dato durch mein Bildungsdefizit nichts anfangen, aber durchaus mit dem auch im Volksmund bekannten Passus stoische Ruhe. Haette man mich gestern noch gefragt, woher dieses Adjektiv herruehrt, dann hatte ich passen muessen. Foren bilden. Foren schaffen Erkenntnisse. Okay, manchmal, nicht immer.

  2.  
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  3. #102
    Avatar von rudi.r

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    Vielleicht erkennst du eines Tages auch noch, dass es keinen Sozialdarwinismus gibt.

  4. #103
    Tramaico
    Avatar von Tramaico
    Unwahrscheinlich. Auch in einer menschlichen sozialen Gesellschaft koennen naturbedingte Gegebenheiten nicht ausgehebelt werden, so sehr sich dies auch manche "Gutmenschen" wuenschen. Steht doch sogar in der Bibel, soweit ich mich erinner. "Zeige mit sieben Gerechte und ich werde Sodom verschonen". Fehlgeschlagen und... bautz. Sogar damals war man sich ueber die sozialdarwinistischen Gegebenheien bereits bewusst und selbst die Kreationisten. Somit verweigert die Bibel stetig die Evolutionstheorie des Herrn Darwin, aber nicht den Sozialdarwinismus in der Gesellschaft.

    "Gott" wollte es korrigieren und ihm ist es nicht gelungen. Die "Linken" wollen es auch und habe hierbei noch nicht einmal etwas goettliches ansich. Du siehst, ich mache mir durchaus meine Gedanken. Du auch? Kann ich bis dato aus Deinem Post nicht erkennen. Muesste erst einmal Deine Hintergruende und Philosophie kennen und hier eben speziell auch die politische Orientierung.

    Aber ein guter Anfang waere, wenn Du mir in Deinen eigenen schlichten Worten erlaeuterst, warum ich vielleicht eines Tages erkennen sollte, dass es keinen Sozialdarwinismus geben wuerde. Weil der Mensch im Grunde gut und gerecht ist? Mit Verlaub, dass bezweifle ich und zwar auch dann, wenn es Dir gelingen sollte 7 Gerechte aufzuzeigen. Wir wissen doch, dass eine Schwalbe noch lange keinen Sommer macht, speziell bei einer Gesellschaft, die aus 7 Milliarden Individuen zusammengesetzt ist. Der Staerkere sticht den Schwaecheren. In der Natur wie auch in der Gesellschaft, obwohl natuerlich verzweifelt versucht wird, dieses zu kaschieren. Denn dies wuerde ja den Menschen als primaeres Sozialwesen auf diesen Planeten in Frage stellen. Bullytum oder schonender ausgedrueckt Lobbyismus ist ueberall und staendig gegenwaertig. Ueberzeuge mich vom Gegenteil. Ich bin gespannt und waere gerne in diesem Hinblick der Verlierer, da ich im Grunde sehr harmonieorientiert bin.

  5. #104
    Avatar von Joerg_N

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    Ist der Buddhismus nicht so eine richtig schöne Religion für Faulpelze und bekennende Hartz 4 ler?

    Ohm Ohm bis zum nächsten tag und wieder von vorn,

    und nur das beste für sich selbst

  6. #105
    Tramaico
    Avatar von Tramaico
    Nein, lieber Joerch, genau im Gegenteil. Die buddhistische Lehre raet ja zur Selbsthilfe anstatt auf einen Sterntalerregen vom Himmel zu hoffen. Somit haben dann selbst Moenche kein Recht um irgendetwas zu bitten und automatisch steht ihnen ueberhaupt nichts zu. Entsprechend danken sie auch nicht fuer moegliche Gaben sondern sie akzeptieren lediglich, egal was da kommt. Auch wenn es nichts ist. Dann wird eben gehungert. Also nicht unbedingt im Einklang mit Deinem Vergleich, da die wenigsten Faulpelze wohl bereit sind sich fuer Ihre Faulheit auch zu verantworten. Sie meinen stattdessen, allein ihr Status ein Mensch zu sein berechtigt sie schon zur unbedingte Hilfe von der sozialen Gemeinschaft und "Gutmenschen" pflichten Ihnen auch noch bei.

    Du hast derzeit immer noch ein falsches Verstaendnis von der eigentlichen buddhistischen Lehre, was Dir aber nicht zu verdenken ist, da es in der Tat ein Heer von buddhistischen Scharlatanen und Dumbos gibt, was aber der eigentlichen Lehre nicht das geringst anhaben kann. Was stoert es die Eiche, wenn sich Wildschweine an ihr reiben, um es fuer Dich ein wenig nachvollziehbarer zu machen. Der Buddhismus kommt ohne jegliches Ohm aus und ohne Ohm Ohm erst recht, aber gut, dass Du gefragt hast.

  7. #106
    Avatar von Joerg_N

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    Also vom Sozialstaat aus gesehen eine asoziale Religion

    the fittest of best beten vor myself - auf Thaideutsch gesagt,
    eigentlich eine gesunde völkische Einstellung
    meine ich ganz ehrlich

  8. #107
    Tramaico
    Avatar von Tramaico
    Sozialstaat generiert doch eher Faulheit und Asozialitaet als ein Ambiente in dem sozial kein Muss sein muss. Schau, was dem einen sein Hilfwerk ist, ist dem anderen sein Moench. Eine psychische Sache, wenn man sich z. B. schlecht fuehlt wenn man die Frau betrogen oder den Hund getreten hat. Wenn dann eine Moeglichkeit besteht Gutheit demonstieren zu koennen, dann ist das doch ein sozialer Zug und zwar auch in eine Asozialstaat. Eine win/win Situation fuer Kunden und Anbieter.

    Das altbekannte kapitalistische Prinzip von Angebot und Nachfrage. Wir kommen einfach nicht ohne es aus. Auch Religionen basieren darauf. Philosophische Systeme aber eher nicht, da sie eher auf Geisteskraft anstatt Spiritismus (nein, diesmal nicht versehentlich fuer Spiritualitaet verwendet) basieren.

  9. #108
    Avatar von rudi.r

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    Zitat Zitat von Tramaico Beitrag anzeigen
    .....
    "Gott" wollte es korrigieren und ihm ist es nicht gelungen. Die "Linken" wollen es auch und habe hierbei noch nicht einmal etwas goettliches ansich. Du siehst, ich mache mir durchaus meine Gedanken. Du auch? Kann ich bis dato aus Deinem Post nicht erkennen. Muesste erst einmal Deine Hintergruende und Philosophie kennen und hier eben speziell auch die politische Orientierung......
    Ich bin weder Philosoph noch Naturwissenschaftler und das Rad muss ich auch nicht neu erfinden.

    Deshalb schliesse ich mich dem hier an:


    Sozialdarwinismus aus Sicht moderner Evolutionstheorie

    In der Biologie hat sich die Ansicht durchgesetzt, dass evolutionäre Vorgänge nicht von einer Höherentwicklung begleitet werden, ja dass eine objektive Einteilung der Lebensformen in höhere und niedrigere Gruppen grundsätzlich unmöglich ist.[128] Genetische Untersuchungen haben die Existenz eines biologisch begründbaren menschlichen Rassenbegriffs, auf dem Rassentheorien und die Ideologie vom „Herrenmenschen“ beruhen, in Frage gestellt.[129]
    Anhänger des Sozialdarwinismus geben dem Begriff des Survival of the Fittest in der Regel eine Umdeutung, die durch den biologischen Zusammenhang, in den Darwin ihn stellte, nicht gedeckt ist. Laut Darwin war nicht das Überleben an sich, sondern die Zeugung möglichst vieler überlebens- und fortpflanzungsfähiger Nachkommen Grundlage biologischen Erfolges.[130] Die Formel "survival of the fittest" wird im Deutschen oft fehlerhaft übersetzt: Dabei meint sie nicht größte "Fitness", sondern beschreibt die Anpassungsfähigkeit einer Art an die jeweils herrschenden Umweltbedingungen. Dazu zeigt sich, dass sowohl die von Sozialdarwinisten abgelehnte genetische Vielfalt als auch die Existenz altruistischer Verhaltensweisen in der Natur weit verbreitet sind und sich meist positiv auf die evolutionäre Fitness einer Art auswirken. Ein früher Kritiker herkömmlicher sozialdarwinistischer Theorien auf der Grundlage einer Theorie der Kooperation war der Anarchist und Geograph Pjotr Alexejewitsch Kropotkin mit seinem 1902 erstmals erschienen Buch Gegenseitige Hilfe in der Tier- und Menschenwelt.[131][132] Eine aktuelle Theorie der symbiotischen Evolution vertritt Lynn Margulis.[133][134]
    Der Versuch, mittels einer an der Tier- und Pflanzenwelt orientierten Theorie menschliche Beziehungen erklären zu wollen, ist ein Analogieschluss, der nicht ohne Zusatzannahmen gerechtfertigt ist. Insbesondere ein biologistischer Determinismus wird weithin abgelehnt, da die gesellschaftliche Entwicklung von einer Wechselwirkung von genetischen und kulturellen Faktoren gekennzeichnet ist.[135] Der Mensch kann sich mit anderen Worten durch Veränderung seiner Gene, seiner Kultur oder einer Kombination aus beidem anpassen.[136]
    Zum anderen lässt sich die von Sozialdarwinisten in der Regel unterstellte Unterscheidung zwischen normalen Bedingungen der „natürlichen“ Selektion und einer künstlich bedingten Unterdrückung des Selektionsmechanismus in der Industriegesellschaft aus wissenschaftlich-deskriptiver Sicht nicht aufrechterhalten; der Mensch sei demnach auch in der Industriegesellschaft den „generellen biologischen Gesetzen“ unterworfen.[137]
    Gegen die These der sogenannten genetischen Degenerierung durch den Zivilisationsprozess bringen Dobzhansky und Allen als weiteres Argument, dass genetische Defekte oder Selektionsnachteile oft keine absoluten Größen sind, sondern umweltabhängig entweder Vor- oder Nachteile darstellen können. Was vor dem Hintergrund einer normativen Vorstellung von „natürlicher Umwelt“ ein Nachteil ist, kann in der tatsächlichen, kulturell geprägten Umwelt dauerhaft ausgeglichen werden oder sogar Vorteile mit sich bringen. Deshalb führt das Nachlassen des Selektionsdrucks notwendig dazu, dass „schlechte“ Gene weniger problematisch sind als zuvor.[138] Im Darwinismus kann „Anpassung“ (fitness) nicht anders als über relativen Erfolg bei der Reproduktion definiert werden. Dazu stehen Theorien der wohlfahrtsstaatlichen Degeneration durch vermehrte Reproduktion sozial Schwacher im krassen Widerspruch, die die Anpassungsfähigkeit auf absolute Weise und damit unabhängig von der aktuellen Umwelt bestimmen wollen.[139]
    Aus philosophischer Sicht wird die Gleichsetzung eines biologischen Ist-Zustandes mit einem moralischen Soll-Zustand grundsätzlich abgelehnt (Humes Gesetz, Naturalistischer Fehlschluss).[140] Insbesondere der im Rahmen des Biologismus anzutreffende Versuch, aus der Natur Wertvorstellungen für die menschliche Gesellschaft abzuleiten, stellt als „Appell an die Natur“ logisch gesehen ein irrelevantes Argument (Ignoratio elenchi) dar, siehe auch Moralistischer Fehlschluss.
    Sozialdarwinismus

  10. #109
    Avatar von x-pat

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    Zitat Zitat von Joerg_N Beitrag anzeigen
    Ist der Buddhismus nicht so eine richtig schöne Religion für Faulpelze und bekennende Hartz 4 ler?
    So ein Statement hätte ich eigentlich nicht erwartet von jemandem der mit Thailand ein wenig vertraut ist. Die soziale Beziehung zwischen der Sangha und der Gemeinschaft ist ja symbiotisch, und das nicht nur in spiritueller Hinsicht. Die Gemeinschaft unterstützt die Sangha materiell, und die Sangha übernimmt im Gegenzug gemeinnützige Funktionen. Das beschränkt sich bei weitem nicht nur auf Heirats- und Beerdigungsdienste. Der Tempel in einem typischen Dorf hat gewöhnlich zusätzliche Funktionen, sei es als Suppenküche und Herberge für Obdachlose, Tierheim, Hospiz, oder Schule.

    Das Erstaunliche dabei ist, dass die Zuwendungen vollkommen freiwillig sind und es trotzdem funktioniert. Die Sangha ist traditionell auf die Großzügigkeit ihrer Unterstützer angewiesen und für die Unterstützer ist dies eine Gelegenheit Großzügigkeit zu üben. Das ist in meinen Augen eine WIN-WIN Strategie, auf die manch andere Institution neidisch sein könnte.

    Abgesehen davon würde mich interessieren wie lange ein sog. "Faulpelz" das Leben eines typischen Thai Mönchs aushält.

    Cheers, X-pat

  11. #110
    Avatar von x-pat

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    Zitat Zitat von Joerg_N Beitrag anzeigen
    Ohm Ohm bis zum nächsten tag und wieder von vorn
    Was kann denn der Herr Ohm dafür?

    Anhang 5382

    Wenn schon dann bitte "Ooooommmmmmmhhh!"

    Zitat Zitat von Tramaico Beitrag anzeigen
    Sogar damals war man sich ueber die sozialdarwinistischen Gegebenheien bereits bewusst.
    Sozialdarwinismus ist wohl am besten als Pseudowissenschaft zu beschreiben, ähnlich wie zum Beispiel die Phrenologie. Zum Glück ist deren Blütezeit seit der ersten Hälfte des 20ten Jahrhunderts vorbei. Sie hat meiner Auffassung nach trotzdem viel Schaden angerichtet und das passiert eigentlich häufig, wenn Menschen Naturgesetze aufgreifen und für ihre eigenen politischen Zwecke verzerren.

    Cheers, X-pat

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