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Education in Thailand: A Terrible Failure

Erstellt von waanjai_2, 30.05.2013, 08:13 Uhr · 384 Antworten · 29.474 Aufrufe

  1. #251
    ffm
    Avatar von ffm

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    Zitat Zitat von Talok Beitrag anzeigen
    Es ist doch naheliegend das alleine schon die meist härteren Bedingungen im Alltag wirtschaftlich zu überleben, die Werteskala von Wissenswertem und Wissensballast extrem verschieben können.
    Wenn es denn so wäre, dann wäre das ein riesengroßer Schritt nach vorne. Man könnte beispielsweise den Unterricht während der Erntezeit auf 4 Stunden am Tag reduzieren, und die Schüler für den Rest des Tages aufs Reisfeld schicken. Man könnte ernsthaft die Frage stellen womit die Schüler nach dem Ende ihrer Schulausbildung ihr Geld verdienen werden. Man könnte Pflichtpraktika durchführen, um die Schüler möglichst früh mit der harten Realität vertraut zu machen.

    Aber das alles findet ja im thailändischen Bildungswesen nicht statt. Stattdessen werden die Illusionen des akademischen Erfolgs so lange aufrecht erhalten, bis es zu spät ist um an der Weichenstellung noch etwas zu ändern.

  2.  
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  3. #252
    Avatar von Talok

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    Das Thema hatten wir ja schon... Lehrerausbildung! Das ist das Stichwort. Und dabei wäre der Mentalitätswandel das wichtigste. Also die Erkenntnis das "fragen" können, dürfen, sollen das A und O jeder "Lehre" ist. Solange der Schüler als "Trichter" angesehen wird in den der Lehrer von Morgens bis Abends Lerninhalte hinein stopft wird es schwierig bleiben überhaupt etwas zu "modernisieren". Das Problem ist allerdings größer als man auf den ersten Blick vermutet denn so funktionieren viele Schulsysteme in weiten Bereichen Asiens in mehr oder weniger extremer Form. Und das bis zu einem bestimmten Punkt sogar erfolgreich.

  4. #253
    Avatar von Siamfan

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    Zitat Zitat von ffm Beitrag anzeigen
    ....
    Zitat Zitat von Talok Beitrag anzeigen
    .....
    Warum denn alles so verkomplizieren? Oberstes Ziel muss es fuer Thailand sein, schnellstmoeglich von den auslaendischen "Fachkraeften" unabhaengig zu werden.
    .... und dafuer muss "nur" das zugesicherte Recht in der Verfassung und das Menschenrecht auf Bildung umgesetzt werden.
    Thailaendische Verfassung Section 49+50
    Section 49.
    A person shall enjoy an equal right to receive education for the duration of not less than twelve years which shall be provided by State thoroughly, up to the quality, and without charge.

    The indigent, disabled or handicapped, or destitute person shall enjoy an equal right under paragraph one and shall be supported by State to receive equal education with other persons.

    The education and training provided by professional or private organisation, alternative education of the public, self-directed learning and lifelong learning shall get appropriate protection and promotion from State.

    Section 50.
    A person shall enjoy an academic freedom.

    Education and training, learning and teaching, research and disseminating of research according to academic principles shall be protected; provided that it is not contrary to his civic duties or good morals.
    siehe:http://www.ilo.org/wcmsp5/groups/pub...cms_117898.pdf
    und
    Recht auf Bildung
    (1) Jeder Mensch hat das Recht auf Bildung. Der Unterricht muss wenigstens in der Elementar- und Grundschule unentgeltlich sein. Der Elementarunterricht ist obligatorisch. Fachlicher und beruflicher Unterricht soll allgemein zugänglich sein; die höheren Studien sollen allen nach Maßgaben ihrer Fähigkeiten und Leistung in gleicher Weise offen stehen.
    (2) Die Ausbildung soll die volle Entfaltung der menschlichen Persönlichkeit und die Stärkung der Achtung der Menschenrechte und Grundfreiheiten zum Ziel haben. Sie soll Verständnis, Toleranz und Freundschaft zwischen allen Völkern und allen ethnischen oder religiösen Gruppen fördern und die Tätigkeit der Vereinten Nationen zur Aufrechterhaltung des Friedens begünstigen.
    (3) In erster Linie haben die Eltern das Recht, die Art der ihren Kindern zuteil werdenden Bildung zu bestimmen.
    Recht auf Bildung. - Deutsche UNESCO-Kommission

    Ich sag mal so, in TH ist eigentlich alles da um die Kinder vernueftig auszubilden und um dann mittelfristig unabhaengig von auslaendischen Fachkraeften zu werden.
    Lehrplaene gibt es, Schulgebaeude, gute Buecher, gutes Lehrmaterial , ...... gutbezahlte Lehrer, ... und trotzdem klappt das nicht!???

    ohne Nachhilfe wuerde kein Kind die Ausbildungsziele erreichen ... und wenn man kurzfristig einen neuen Test vorlegen wuerde, wuerden auch nur sehr wenige Kinder mit Nachhilfe die Pruefungen bestehen.
    Also, wer will, dass diese Abhaengigkeit erhalten bleibt?

  5. #254
    Avatar von Siamfan

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    Beim dem Artikel ist aus meiner Sicht vor allem diese Aussage interessant:
    Through interviews with senior policymakers involved in the lawmaking process and analyses of policy documents, our policymakers have done the world tour in order to "learn from the best practices" elsewhere.
    From the United Kingdom to Australia, from Japan to New Zealand; educational policies from these places resonate in the Act.
    In one interview, an advocate of the Act from the Office of Education Council argued: "We spent at least two years prior to the promulgation visiting numerous places and studying other systems in order to come up with the best educational law for Thailand." Really?
    Testing times for students, education policy makers | Bangkok Post: opinion
    Ich verstehe das so, da sind Politiker (in der Regel keine paedagogischen Fachleute) in der Welt herum gereist und haben sich berieseln lassen.
    Ich kann mir jetzt nicht vorstellen, dass da viel verstanden wurde und nachgefragt wurde.
    Man hat dann wahrscheinlich kistenweise, Muster-Buecher, Lehrplaene, Stundenplaene, ... Teste mitgebracht und uebersetzt.

    Die Buecher machen von der Aufmachung/Bebilderung/... her einen guten Eindruck. Von der Sprache her, werden dort oft Worte aus der "Moenchs-/Koenigssprache" benutzt, mit der (nicht nur) Kinder Verstaendnisschwierigkeiten haben, da diese Worte zuhause nicht benutz werden.
    Hauptproblem meiner Ansicht nach, die Buecher(/Unterrichtsthemen)sind nicht zusammenhaengend, zeitlich aufaufeinander abgestimmt , in aufbauender Ordnung. Sie werden in ein Schuljahr gestopft ohn Beruecksichtigung auf den notwendigen Zeitbedarf.
    Eigentlich sollten die Kinder im 1. u. 2. Jahr nur etwa 1000 Stunden Unterricht haben , tatsaechlich sind es aber etwa 1400 Stunden plus Unmenge von Hausaufgaben.
    Der Stoff der Buecher haette aber einen wesentlich hoeheren Zeitbedarf. Geschaetzt etwa bis zu 2000 Schulstunden.
    Es gibt Buecher, da muessen die Kinder schon lesen oder schreiben koennen oder .... das wird alles nicht beachtet und gleichzeitig gestartet.
    Das ist auch so bei der Fremdsprache. Das Schreiben und Lesen darf erst beginnen, wenn die Kinder ihre Muttersprache beherrschen, also etwa 3. Schuljahr.
    Wenn das so ist, sind die Lehrer bis dahin eigentlich "unschuldig!". Sie bekommen etwas vorgesetzt, was inklusive Stundenplan nicht umzusetzen ist.
    Das gilt natuerlich auch fuer die Tests, woch bereits nach dem ersten Halbjahr Textfragen beantwortet werden muessen, die von den Kinder noch nicht gelesen werden koennen.
    Ich kann mir wirklich nicht vorstellen, dass Kinder in einem der "Vorbildlaender" in dem Alter bereits solche Tests schreiben muessen.

    Die Lehrer setzen die Buecher in der Regel nicht sinngemaess (falsche Lehrmethode, falsche Lernziele, ...) ein, erreichen nicht die Lernziele fuer alle Schueler, und ueberschuetten die Kinder mit Hausaufgaben, die sie nicht alleine machen koennen und wodurch auch die meisten Eltern ueberfordert sind.

    Also wird Hausaufgabenhilfe/Nachhilfe erforderlich. Dort werden sie aber in der Regel nur fuer die Teste getrimmt, ohne die Lernziele verinnerlicht/begriffen zu haben.
    Die Lehrer lassen in den ersten Klassen die Kinder den Inhalt der Buecher/die Lernziel/.... abschreiben, obwohl sie noch gar nicht Lesen und Schreiben koennen. O-Ton :"das legt sich irgendwann."
    Sie binden die Kinder nicht in den Lernprozess ein, Fragen sind bei Strafe (Schlaege oder Psycho-Druck) verboten, das Gleiche gilt fuer die Frage, ob sie etwas verstanden haben. Hier antworten die Kinder immer mit "JA"!

    Ich bin mir immer noch sicher, man koennte mit den vorhandenen Mitteln und Leherer, mit Beginn des naechsten Schuljahres eine Aenderung umsetzen, bei der die Kinder zu 95 % die Lernziele ohne Nachhilfe und verkuerzter Schulzeit und minimal Hausaufgaben erreichen.

    Die Lehrer selbst haetten nur etwa 5 Schulstunden/Tag (Rest Vor-/Nachbereitung), waeren Klassenlehrer und Fachlehrer gleichzeitig (Einsparung von Vorbereitungszeit).
    Die Kinder haetten nur 35-40 Unterrichtsstunden pro Woche.

    Ich hatte mal vor, das alles detailiert in einem Blog darzustellen, ... glaube aber heute es ist reine Zeitvergeudung. TiT


    Politiker koennen Eckpunkte setzen, aber keine Details fuer die Ausbildung!!

    Im derzeitigen IST wird Frust und Angst erzeugt, was sich irgendwann schwer raechen wird!

  6. #255
    Avatar von Volker M. aus HH.

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    Du hast nicht die Spur einer Ahnung ueber Thai Schulen.

  7. #256
    Avatar von Talok

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    Zitat Zitat von Volker M. aus HH. Beitrag anzeigen
    Du hast nicht die Spur einer Ahnung ueber Thai Schulen.
    könntest du uns denn an Deiner Ahnung teilhaben lassen ?

  8. #257
    Avatar von Siamfan

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    Mal ein Beispiel zu den "Unterrichts-Methoden" der Farang-"Lehrer" (auch Atschan genannt):

    Etwa 700 Kinder (6-13 Jahre) stehen um die Fahne herum. "Atschan" bruellt ins Mikro: "The name of the month is november"
    700 Kinder murmeln : "ahaha eh de dada!"
    Das wird dann zweimal alles wiederholt.
    Danach uebernimmt eine 12-13 jaehrige Schuelerin das Mikro und wiederholt das alles nochmal.

    Klar, dafuer brauchte es keinen Farang. Insbesondere auch nicht noch den zweiten im Hintergrund, der scheinbar einspringen muss, wenn der erste seinen Text vergisst. natuerlich nur, wenn er/sie nicht verpennt hat.


    Was kommt bei den Kindern in diesen 10-15 Minuten rueber?
    20-30 % (6-7 Jahre) wissen ueberhaupt nicht (auf Thai) was ein "Monat" ist. Sie wissen auch nicht, was ein Tag oder eine Stunde ist.
    Weitere 10-20 % kennen nicht alle Monatsbezeichnungen auf Thai.
    Etwa 20 % verstehen die englischen Worte nicht.
    ......
    30-40% sind mit solchen einfachen Saetzen nur gelangweilt.

    100% werden die Frage: "Hast du das verstanden?" mit "ja" beantworten, da sie sonst mit "strafrechtlichen" Konsequenzen rechnen muessen. (Es fragt aber keiner)

    In der Zwischenzeit stehen etwa 95 % der sonstigen Lehrer herum und halten Schwaetzchen oder beschaeftigen sich mit ihrem "Waschbrett"-Telefon.

    In der Regel geht es dann im Klassenzimmer (im Englischunterricht) weiter: "Today is the ...of November, ... in Englisch we ..."
    32/32 Kinder in der ersten Klasse EP (Englisch-Programm) verstehen kein Wort. Fragen aber auch nicht nach, weil sie Angst vor Schlaege haben.
    Dann muessen sie den Text abschreiben (wonach dann etwa taeglich 20 Minuten des Unterrichtes rum sind) und als Hausaufgaben auf Thai mit arabischen und alten Thai-Zahlen und auf Thai und in Englisch in Worten ausschreiben und (!!) auf Thai-Lautschrift "uebersetzen". Das alles, wo sie gerade erst in Schoenschrift das Thai-Alphabet lernen.

    Da die meisten Eltern das auch nicht koennen, macht eigentlich jedes Kind was anderes.
    Das "Gute" ist allerdings, kein Lehrer ueberprueft die Hausaufgaben, da weder der Farang- noch der Thai-Lehrer alles lesen kann.

    Es werden aber regelmaessig (auch schon im ersten Schulhalbjahr) Teste geschrieben, damit den Eltern klar wird, das Kind kann noch gar nichts und braucht dringend Nachhilfe (an der staatlichen Schule-EP=40.000TB/a und Kind).

    Ich freue mich auf jede sachliche Gegendarstellung.

  9. #258
    woody
    Avatar von woody
    Zitat Zitat von Siamfan Beitrag anzeigen
    ....
    Ich freue mich auf jede sachliche Gegendarstellung.
    Da warte ich auch drauf.

  10. #259
    Avatar von berti

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    tablet pc in schulen


    damit ist dieser absolute Schuss in den Ofen erwartungsgemäß auch schon wieder begraben; vergessen darf man aber nicht, daß sich Legionen von Regierungs- u. Erziehungsministerium- Mitgliedern aus diesem Wahnsinns- Projekt die Taschen prall füllen durften

  11. #260
    Avatar von DisainaM

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    Zitat Zitat von berti Beitrag anzeigen

    damit ist dieser absolute Schuss in den Ofen erwartungsgemäß auch schon wieder begraben; vergessen darf man aber nicht, daß sich Legionen von Regierungs- u. Erziehungsministerium- Mitgliedern aus diesem Wahnsinns- Projekt die Taschen prall füllen durften
    Vergessen wir nicht,
    die Grundidee war, dass Thailand mit dem Bildungsstand von Malaysia aufschliessen wollte,
    doch zum Haupthindernis wurde die Tatsache, dass viele Lehrer nicht bereit waren, in ihrem Alter nochmals als Weiterbildende den Umgang mit Tablet-PCs zu lernen.
    Aus Sicht vieler Lehrer soll der Unterricht weiterhin so aussehen,
    dass der Lehrer Lerninhalte aus einem Buch vorliesst, die die Schüler auswendig lernen müssen.
    Interagieren, Verständnisfragen zu stellen, ist eine Untergrabung der Lehrerauthorität, und deshalb nicht gewünscht.

    Auch die Überlegung, Studenten als Unterstützer ins Lehrprogramm einzubauen, ist eine Untergrabung der traditionellen Lehrerrolle.

    Doch der Hauptwiederstand kam von den konservativen Kräften,
    da sie die elektronischen Lerninhalte nicht zeitnah kontrollieren können.
    Die Kontrolle der Lerninhalte ist jedoch ein Kernelement, um die Entwicklung der Generation zu steuern.

    Erinnern wir uns an den Versuch von Thaksin, das damalige Schulbuch zu reformieren.

    Die Konservativen Kräfte war es unzumutbar, Jugendliche über die Gefahren von Aids und Schwangerschaftsverhütung aufzuklären.
    Die betreffenden Seiten wurden in den meisten Regionen Thailands aus den bereits gedruckten Lehrbuch heraus gerissen,
    nur in den sogenannten "verdorbenden Touristengebieten" wurde es erlaubt, diese Inhalte in dem Schulbuch zu belassen.

    Das Hauptproblem war folglich die Kontrolle der Lerninhalte, die ja jederzeit via Internetupload geändert werden könnten,
    ohne das man es unterbinden kann,
    weshalb man diese Lehrvermittlung unbedingt sabotieren musste.

    Absehbar, ja, aber der Versuch zeigte den guten Willen zur Reform.
    Die übliche Kritik, wer nun von der Aktion ev. profitiert haben könnte, kennt man bei jedem Projekt,
    schaut man dahinter, zeigt sich, dass die Vorwürfe oft auf Propaganda zurück gehen,
    da bereits geklärte Unterstellungen immer wieder gebetsmühlenartig wiederholt werden.

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