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chinesische Geschäftsleute mit thailändischer Staatsbürgerschaft

Erstellt von socky7, 16.04.2012, 20:41 Uhr · 27 Antworten · 2.671 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von socky7

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    chinesische Geschäftsleute mit thailändischer Staatsbürgerschaft

    In Thailand sollen mehr als 7 Millionen Chinesen mit thailändischer Staatsbürgerschaft leben. Das wären rd. 10 % der Gesamtbevölkerung. Andere Quellen sprechen davon, dass 15 % der thailändischen Bevölkerung ethnisch als Chinesen anzusehen sind, also quasi die Nachkommen chinesischer Einwanderer, die inzwischen einen thailändischen Pass besitzen.
    Einige davon sollen in der Bevölkerung sehr beliebt sein, sodass sie sogar Regierungsverantwortung übernehmen.
    Dieses Thema soll jedoch nicht chinesische Politiker, sondern nur chinesische Geschäftsleute in Thailand behandeln, wie z.B. Hotelinhaber oder Inhaber von Baumärkten.

    Auch wenn ich Gefahr laufe, wegen Verbreitung von Vorurteilen vom NITTAYA Thailand Forum ausgeschlossen zu werden, gebe ich meine ganz persönlichen Erfahrungen und Eindrücke wieder, die ich bei meinen bisherigen Aufenthalten in Thailand über einen Zeitraum von insgesamt drei Jahren im Umgang mit chinesischen Geschäftsleuten gesammelt habe:

    etwa 10 % davon waren sehr nette, kluge, freundliche und sympathische Leute -
    etwa 20 % davon waren mir weder positiv noch negativ aufgefallen -
    die restlichen 70 % waren richtige Stinkstiefel, also unsympathische Menschen, die schlechte Laune verbreiten.

    Ich hatte insgesamt über ein Jahr in drei verschiedenen Hotels bzw. Wohnanlagen gewohnt, deren Inhaber Chinesen waren. Einige sassen stundenlang an der Rezeption oder im Eingangsbereich, ohne jemals die Langzeit-Hotelgäste durch ein freundliches Nicken oder freundliche Worte zu begrüssen. Es war auch keine freundliche Geste festzustellen, wenn z.B. ein Schlüssel herausgegeben wurde oder ein Safe geöffnet wurde.

    Chinesische Geschäftsinhaber in großen und kleinen Geschäften begrüssten zwar alle Kunden, aber machten sich bei mir oft unbeliebt durch eine auffallend miese Behandlung ihrer thailändischen Angestellten.

    Interessant die Preisgestaltung von Baumärkten:
    Einige befreundete deutsche Häuslebauer, die bei Chinesen große Mengen an Baumaterial kauften, berichteten mir übereinstimmend, dass an bestimmten Tagen auffällige Preiserhöhungen in sämtlichen Baumärkten in der Region in gleicher Höhe stattfanden - also klare Preisabsprachen.

    Was mir in Bangkok im Lumpini Park auffiel, in dem ich vier Monate lang jeden Morgen als Jogger unterwegs war:
    Ich traf jeden Tag immer etwa die gleiche Menge Leute im Park, die morgens Gymnastik machten oder sich anderweitig betätigten. An den Feiertagen zum chinesischen Neujahrsfest war jedoch höchstens ein Viertel der Leute anwesend, weil offenbar die Chinesen morgens zuhause geblieben waren. Anders kann ich mir das nicht erklären. Demnach scheinen die Chinesen in Bangkok zu den aktiveren Menschen zu gehören. Das ist jedoch nur eine Vermutung von mir.

  2.  
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  3. #2
    Avatar von waanjai_2

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    Mach Dir da keine so großen Sorgen, von wegen Vorurteile.
    Die Thai-Chinesen, also Nicht-Thais gemäß der thail. Nationalhymne, aber mit thail. Paß sind sehr bekannt dafür, dass sie ungemein viele Vorurteile gegen die native thailändische Bevoelkerung haben. Also so gut gegen alle, die nicht die Merkmale der Zentralthais aufweisen. Wenn die vom Leder ziehen über das gesamte Pack aus dem Norden, dem Nordosten und dem Süden, dann bleibt kein Auge trocken. Dummerweise sind die allerdings native Thais. Was soll's.

    Thai-Chinesinnen sind als Risikofaktor für fehlende Versoehnungsbereitschaft in Thailand erst ziemlich kürzlich in das Blickfeld der thail. Oeffentlichkeit geraten. Insbesondere seit der Demagoge und Medienmogul Sondhi L. sehr viele dieser Thai-Chinesinnen in das Lager der Geldhemdem ziehen konnte. Die stellten dann auch die Masse der Aktivisten bei den Flughafenbesetzungen. Frei nach dem Motto: Was interessieren uns die Touris, wir sind die wahren Thais und sorgen für genug innerthail. Traffik.
    Inzwischen wurde die wenig segensreiche Wirkung der Borniertheit von neureichen Thai-Chinesinnen zwar erkannt aber vom Kronrat als nicht ausreichend für einen erneuten Putsch eingestuft. Man hält halt irgendwie zusammen.

  4. #3
    Avatar von Micha L

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    Daß das selbstverständlich auf Gegenseitigkeit beruht, merkte ich aus eigener (geringer) Erfahrung:
    In Bangkok wurden wir oft von vermeintlich ganz privaten Werbern angesprochen, die uns zum Besuch irgendwelcher Konsumtempel animieren wollten. Die rieten uns nebenbei unisono mit fadenscheinigen Gründen ab, die Chinatown zu besuchen.

  5. #4
    Avatar von DisainaM

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    es gab mehrere chinesische Einwanderungswellen in Thailand,
    ob christliche Chinesen, oder die Armeetruppe der Kuu Ming Tan, die sich anstatt nach Taiwan, auf die Einwanderung nach Thailand besann,
    viele unterschiedliche Gruppierungen wurden heimisch in Thailand,
    und viele von ihnen lebten und leben in einer chinesischen Parallelgesellschaft.

    Dass sie die Show der Freundlichkeit nicht mittragen, und eher ihr unmaskoertes Gesicht zeigen,
    mag für einige zutreffen, ist aber eher unwichtig.
    Ob Thai-Chinesen, Thai-Inder, Thai-Moslems, es gibt unzählige Gruppierungen, die ein eher abgekoppeltes Leben in Thailand leben.
    Wie sie ihre th. Mitarbeiter behandeln, ist eher ein Prudukt ihrer Erfahrung,
    aus dem Wissen, dass die Belegschaft jederzeit wechseln kann,
    weil die Leute nicht mehr kommen, einen besseren Job bekommen, oder bei einer Thaifirmen unterkommen,
    meist sind die th. Mitarbeiter Personen, die von ihrem eigenen Clan nicht in einen Versorgungsjob gekommen sind,
    aus welchen Gründen auch immer,
    und so wird ihnen jederzeit klar gemacht, dass sie sich keine Schwachheiten einbilden sollen, durch falsch verstandene Freundlichkeit,
    denn der Rauswurf droht jederzeit.

  6. #5
    Avatar von clavigo

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    Socky ist ganz einfach: "The Chinese according to Waanja 2": Alle Gelbhemden- Chinesen sind böse geldgierige Chinesen, alle Rothemden-Chinesen sind gute Chinesen die den armen Isaanis Demokratie und Wohlstand bringen!

    Aber im Ernst: um als Thai-Chinese zu gelten braucht man 4, 3 oder 2 chinesische Grosseltern? Meine Frau hatte einen chin. Ugroßvater der 1905 mit Zopf, Reisschale und Schlafmatte nach TH kam; protziges Benehmen, Geldmacherei, Ausnutzung war für sie aber typisch "Jekkish Behaviour". Also, wo ziehen wir die Grenze?

  7. #6
    Tramaico
    Avatar von Tramaico
    Zitat Zitat von clavigo Beitrag anzeigen
    Also, wo ziehen wir die Grenze?
    Frage einen thailaendischen Staatsbuerger oder eine thailaendsiche Staatsbuergerin "khun pen khon arai" und die Antwort kann sowohl "khon thai" wie auch "khon chin" lauten. Ziehe daraus Deine Schluesse.

  8. #7
    Avatar von Chak

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    Zitat Zitat von waanjai_2 Beitrag anzeigen
    Mach Dir da keine so großen Sorgen, von wegen Vorurteile.
    Die Thai-Chinesen, also Nicht-Thais gemäß der thail. Nationalhymne, aber mit thail. Paß sind sehr bekannt dafür, dass sie ungemein viele Vorurteile gegen die native thailändische Bevoelkerung haben. Also so gut gegen alle, die nicht die Merkmale der Zentralthais aufweisen. Wenn die vom Leder ziehen über das gesamte Pack aus dem Norden, dem Nordosten und dem Süden, dann bleibt kein Auge trocken. Dummerweise sind die allerdings native Thais. Was soll's.
    Gegen Zentralthailänder haben die Chinesen also keine Vorurteile? Deswegen kommt meine Frau offensichtlich mit denen so gut klar.

    Die Vorurteile beruhen aber auf Gegenseitigkeit. Meine Ex-Frau meinte, alle Bangkoker, also nicht explizit Chinesen, wären nur unfreundlich und Abzocker. Das konnte ich schon damals nicht bestätigen und heute noch viel weniger.

  9. #8
    Avatar von Dieter1

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    Die Thais sind ja in grauer Vorzeit angeblich aus Suedchina eingewandert und seit ich Thai spreche konnte ich auch feststellen, das Mandarin und Thai nicht allzuweit voneiander entfernt sein kann.

    Die meisten der neu zugereisten Chinesen die ich kenne, sprechen die Sprache nach wenigen Wochen.

  10. #9
    Avatar von x-pat

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    Hm, ist das ein Chinesen-Bashing Thread?

    Eigentlich gibt es keine klare Linie zwischen Chinesen und Nicht-Chinesen in Thailand. Da sind die frisch eingewanderten, die Chinatown Chinesen, die Enklaven-Chinesen, assimilierte Chinesen, ethnisch assimilierte und kulturell assimilierte Chinesen, halbe Chinesen, viertel Chinesen, das Bild ist komplex.

    Ich habe in meinen ersten Thailandjahren eine Zeit lang mit chinesischen Kunden in der Chinatown zusammengearbeitet; das war eine ganz interessante Erfahrung. Sie sind mir weder sympathischer noch unsymapthischer als die Thais, sondern einfach nur anders. Allerdings haben viele Chinesen, im Gegensatz zu Thais, einen wirklich schlechten Geschmack für Architektur und Kunst. Aber ich wette das sehen sie anders.

    Cheers, X-pat

  11. #10
    Avatar von Waitong

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    Zitat Zitat von x-pat Beitrag anzeigen
    Eigentlich gibt es keine klare Linie zwischen Chinesen und Nicht-Chinesen in Thailand.
    Eine klare Linie im eigentlichen Sinn ist nicht definierbar, aber eine deutlich staerkere Gewichtung,

    auf der Seite der chinesischstaemmigen Bevoelkerung, in bezug auf den Wohlstand.

    Warum das so ist, hat seine Ursachen oft in den Beweggruenden der Vorfahren ihr Land zu verlassen.

    So war es auch bei den Grosseltern meiner Frau. Sie kamen um 1910 herum nach Bangkok und

    mussten hart arbeiten, um sich einen Platz in der Gesellschaft zu erkaempfen. Dazu braucht es einen

    eisernen Willen, denn die Chinesen waren zu dieser Zeit nicht sonderlich beliebt. Disziplin war und ist

    eine Grundbedingung fuer den Erfolg, das wird ueber Generationen weitergegeben, von den

    Grosseltern an die Eltern und an die Kinder.

    In unserer Familien-Geschichte ist es so, dass die Frauen (Oma,Mutter,1.Tochter sehr ausgepraegte

    willensstarke Menschen waren bzw. sind). Was mich sehr freut, denn unsere erwachsenen Kinder ist

    das sehr gut bekommen. Ich meine damit es gibt klare Regeln, was die Mutter sagt wird gemacht.

    Mir hat meine Schwiegermutter auf den ersten Eindruck hin absolut zugesagt - das sind mehr als 30 Jahre her.

    Darueber hinaus bin ich froh, dass meine Frau willensstark ist und vom Beginn an von mir finanziell

    unabhaengig Haus und Land in Bangkok mit in die Ehe gebracht hat.

    Obwohl unsere Kinder teilweise noch die chinesische Schule besucht haben sind sie heute Thais.

    Mit Freude beobachte ich wie sie ihren Lebensweg gehen.

    Mit Sino-Thais (also chinesisch staemmigen Thais) komme ich sehr gut klar.

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