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Chiang Mai’s Startup F**kups

Erstellt von MadMac, 19.05.2018, 06:19 Uhr · 4 Antworten · 751 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von MadMac

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    Chiang Mai’s Startup F**kups

    Der folgende Artikel findet sich in der Maerzausgabe des Chiang Mai CityLife Magazines und beschreibt sehr treffend die praktische Unmoeglichkeit innovative Ideen hier in die Praxis umzusetzen, Startups zu gruenden, KnowHow nach Thailand zu bringen, kreative Leute zu befaehigen; getrieben von einer rueckwaertsblickenden, protektionistischen und investitionsunfreundlichen Kultur, die im Lande herrscht. Es erklaert auch die desolate Lage der Wirtschaft allgemein und warum es kein Licht am Ende des Tunnels gibt. Thailand ist 20 Jahre zurueck und der Abstand vergroessert sich weiter.

    Sehr langer, aber auch sehr lesenswerter Artikel.


    Chiang Mai Citylife - Chiang Mai?s Startup F**kups

  2.  
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  3. #2
    Avatar von DisainaM

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    Thailand geht in Richtung Kommando-wirtschaft zurück,
    man will keine Startup Kultur,
    jedes neue Geschäftsmodel ist im Prinzip erstmal verboten, so es keine spezielle Genehmigung dafür gibt.
    Gründer gehen da in der Bürokratiemaschinerie verloren, weil sie sich da in einer temporalen Endlosschleife befinden.

    Von daher hinken auch die Rankings und Städtevergleiche,
    es ist für Thailand uninteressant, wo es wie besser ist,
    man will beenden und nicht anfangen.

    Querköpfe, die das nicht verstehen, und damit spielen, in ein Umerziehungslager gesteckt zu werden,
    formulieren das so :

    “Thailand is a bit local when it comes to startups,” suggested Dr. Paradorn. “The term startup almost has a different meaning here — often aiming to conquer the country, not the world. In addition, our businesses owners are not in the venture capital mindset and people don’t have belief in small startup businesses, either due to inexperience or fear they will overtake their own businesses. We are stuck a good 20 years in the past and we need to modernise urgently if we are to survive the global market changes happening today.”
    (wer was anfangen will, muss gegen das System kämpfen ... meint er)
    erinnert an den Anwalt, der wegen dem Demokratie-Strassendeckel sein Leben riskierte.
    Nach einigen Tage durfte er nach Hause gehen, und er hatte gelernt, ... er schwieg)

    Für Bürokratie spricht er von impossible regulations aber tatsächlich müsste er sagen,
    man will es nicht.
    Die Hexenjagten in den Verwaltungen haben das Sytem komplett umgestellt, auf den mode :

    - wer nix macht, kann keine Fehler machen -

    kein Beamter riskiert seinen Job, um etwas zu genehmigen, was es noch nicht gibt,
    und wofür keine eigene Schlüsselnummer im Handbuch vorhanden ist,
    da brauchen wir hier von Startups nicht mehr reden,

    denn das Thema ist Politik von General Prayut,

    und das mündet dann am Ende in der Aktion,
    die Stimme dieses Dr Paradorn, wenn es ihn denn tatsächlich eben würde,
    endgültig zum Schweigen zu bringen,
    weil er das Image des Landes durch seine Kritik beschädigt.

    Fragen wären dann allenfalls, ob der Dr Paradorn mit waterboarding bei der Befragung rechnen müsste, oder nicht.

    Denn das war des öfteren die Kritik von Thailändern,
    den Japan einen berechtigten Status, als politisch Verfolgter in Thailand zuerkannte,
    und ihnen einen Aufenthaltsstatus gab,
    weil es sich offensichtlich mit Geheimdienstinformationen deckte.

  4. #3
    Avatar von DisainaM

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    ein schönes Beispiel,
    wo ein Taiwaner wohl teure ausländische Recykling Maschinen in seiner Firma in Thailand in Betrieb nahm,

    und damit recht erfolgreich war.

    Offensichtlich zu erfolgreich, denn die Behörden haben den Betrieb erstmal zerpflückt,
    denn solche Gewinne sind verdächtig.

    Offiziell heisst es :

    BANGKOK — Police have raided several factories near Bangkok that allegedly were processing illegally imported electronic waste in a sign that China’s crackdown on waste recycling is pushing such operations offshore.Police and industry ministry officials said Friday that they were still investigating the case, which involves at least four factories in an industrial park in the outskirts of the capital.
    Police said in a statement that the factory owners were ordered to get all the waste stored outside indoors within a week. No charges had been filed yet.
    Police were questioning managers of a Taiwan company about the how the factories, which were authorized only to handle domestic recycling, obtained such large quantities of foreign e-waste. The suspicion was that they used a legal loophole allowing imports of second-hand appliances.
    Police Raid Suspected E-Waste Recyclers Near Bangkok

    so, so, man hat sich den Müll angesehen, und festgestellt,
    dass (aufgrund des notwendigen Mülltrennungsprinzips) der wertvolle Kunststoff meist aus Produkten kommt,
    die in China hergestellt waren.

    Sofort wurde vermutet, dass es sich um illegalen Müllimport aus China handelt, wofür man den Recycler belangen könnte,
    und in präventiv in Haft stecken könnte, um ihn dann nach Zahlung einer Kaution zu entlassen, bei gleichzeitigem Geständniss.
    Wäre ja wünschenswert, wenn Thais diese Maschinen und dieses Geschäft dann weiter betreiben könnten.

    Um aber ein hochwertiges Granulat zu erzielen, ist es notwendig, jegliche Verunreinigung bei den jeweiligen Hexelstrassen zu vermeiden.

    was sagt uns der Vorgang zu diesem erfolgreichen startup Unternehmen ?

    immer zuerst einen Thai vorschalten.

    .................................................. .................................................. ....................

    natürlich gibt es auch Betrüger,
    die zahlen 3 Jahre enorme Steuern,
    machen angeblich riesige Umsätze,
    und verkaufen dann die Firma an einen Thai,
    wobei sich der Firmenwert an den Umsätzen und Gewinnen,
    "Festgestellt" in den Steuerbescheiden, orientiert.

    to pimp something up

    Da gehts natürlich nicht um illegalen Müllimport, sondern um Show und Anlegerbetrug,
    aber das sind nur Spekulationen.

  5. #4
    Avatar von x-pat

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    Thailand ist prinzipiell nicht unternehmensfeindlich, aber restriktive (und oft unklare) Gesetze und eine von Vetternwirtschaft geprägte Geschäftswelt machen es für ausländische Investoren schwer hier Fuß zu fassen. Für Startups ist der Nährboden eher ungünstig, denn man findet hier weder einen gangbaren Risikokapitalmarkt, noch das notwendige Tech Know-How, noch guten Zugriff auf wichtige Märkte. Darüber hinaus gibt es, wie im Artikel erwähnt, tatsächlich viele behördliche Hürden die sich aber oft mit Geduld und Beziehungen meistern lassen.

    Ich hatte während des Dot-Com Booms auch mal so einen Startup Projekt gemanaged, und zwar mit einem Businessmodell, das für die Zeit durchaus vielversprechend war, nämlich ein webbasiertes Hotel-Reservierungssystem. Das ist heute gang und gäbe, steckte aber damals noch in den Kinderschuhen. Wir hatten einen Businessplan dafür ausgearbeitet, sowie einen Software-Prototypen, und wir hatten eine Zusage für das notwendige Startkapital von Thai Privatinvestoren. Letztendlich bekamen diese Investoren im letzten Moment kalte Füße und riefen die Bankeinzahlung zurück.

    Das Projekt war damit geplatzt und ein halbes Jahr Arbeit zunichte. Ich habe das damals zum Anlass genommen, keine Geschäfte mehr mit Thailändern bzw. Thai Entitäten zu machen. Das war meine persönliche Entscheidung, aber es soll nicht heißen, das es für Ausländer unmöglich ist, erfolgreiche Geschäfte in Thailand zu betreiben. Case in point: meine erste Firma, deren Anteile ich schon vor 20 Jahren verkauft habe, existiert immer noch unter ausländischer Führung. Allerdings wundert man sich manchmal über die weltfremde und hanebüchene Wirtschaftspolitik in Thailand. Gerade ein aktuelles Beispiel: https://www.bangkokpost.com/business...s-in-the-works

    Cheers, X-pat

  6. #5
    Avatar von crazygreg44

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    Zitat Zitat von DisainaM Beitrag anzeigen


    natürlich gibt es auch Betrüger,
    die zahlen 3 Jahre enorme Steuern,
    machen angeblich riesige Umsätze,
    und verkaufen dann die Firma an einen Thai,
    wobei sich der Firmenwert an den Umsätzen und Gewinnen,
    "Festgestellt" in den Steuerbescheiden, orientiert.

    to pimp something up

    Da gehts natürlich nicht um illegalen Müllimport, sondern um Show und Anlegerbetrug,
    aber das sind nur Spekulationen.

    Das ist gang und gäbe bei vielen ausländischen Guesthouse- & Barbetreibern . . . . . . . eine alte Betrugsmasche . . . . . . es wird eine dreifache Buchhaltung geführt, damit man zu gegebenem Zeitpunkt wenn man den Laden verkaufen möchte, auch entsprechend hohe Umsätze "nachweisen" kann

    man stellt also eine dreifache Buchführung voran: eine für sich selbst, eine für das Finanzamt und eine dritte für den Käufer. Wobei die dritte Buchführung dem Möchtegernekäufer die tollsten Umsätze vorgaukelt, die gar nicht stattgefunden haben. So treibt man das key money in einen hohen Bereich, man muss dann nur noch einen Dummen finden der den Zahlen auf leicht angegilbten "alten" Quittungen und Einnahmebelegen glaubt

    das hat jetzt zwar mit dem Thema Startup's nichts zu tun, aber Dissainam's Beitrag hat mich gekitzelt

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