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117,923 Geschosse gegen die Rothemden - wo doch garnicht geschossen wurde?

Erstellt von waanjai_2, 28.03.2011, 18:23 Uhr · 247 Antworten · 15.959 Aufrufe

  1. #151
    Bukeo
    Avatar von Bukeo
    Zitat Zitat von x-pat Beitrag anzeigen
    Es müsste heißen: was hat Thaksin ermöglicht? Die Antwort darauf ist (1) die Asien Krise, und (2) eine brüchige Demokratie, in der Manipulation und Stimmenkauf die entscheidenden Faktoren beim Wahlerfolg sind.
    man sollte ev. auch beachten, das Thaksins Anfangserfolge darauf zurückzuführen sind, das Chuan Leekpai gute Vorarbeit geleistet hat.
    Die Ideen Thaksins sind ebenfalls meist geklaut, so hat Chuan die 30-Baht Paracetamol-Karte geplant, diese aber wegen Unfinanzierbarkeit verworfen. Er hatte recht, Abhist musste 400 Krankenhäuser vor dem Ruin retten.
    OTOP ist die Kopie eines Sirikit-Projektes und der Rest, wie die Elite-Card, Dammprojekt ging ja bekanntlich voll in die Hose.

    Er hat eigentlich nicht ein einziges Projekt entwickelt, das man als "Erfolgreich" einstufen konnte.

  2.  
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  3. #152
    Avatar von strike

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    Zitat Zitat von x-pat Beitrag anzeigen
    ... Thaksin hat die Nation gespalten. Er hat die Bevölkerung in Unterstützer und Gegner geteilt. Er hat Uneinigkeit, Neid, und Gier gesät. Er hat morden lassen. Er hat das Gesetz gebrochen. Er hat sich ins Ausland abgesetzt. ...
    Ist nicht ketzerisch gemeint , diese Frage.
    Wirklich nur erstauntes Nachfragen:
    dies alles gab es in TH vorher nicht?
    Dies alles konnte ein Einzelner in diesem Land bewirken?

    Und spaetestens bei zweimal "Ja." ist die Frage von @waanjai_2 fast zwingend und mehr als berechtigt:
    wer bereitete den Boden und schuf die Voraussetzungen, dass so etwas moeglich wurde?


  4. #153
    Avatar von waanjai_2

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    Einfach koestlich, wie hier Theorien des taxinischen "Urknalls" entwickelt werden. Frage ich meine Leute, dann kommen die gar nicht mehr raus aus dem Erzählen über die Voraussetzungen und vorhergehenden Fehlentwicklungen.
    War ja bei den "Sozialisten" in D ähnlich. "Alles war gut und in Ordnung". Und dann gab es ploetzlich das "kommunistische Manifest" und keiner konnte es sich erklären.

    Vielleicht hat es aber auch entlastende Wirkung für den Langzeiturlauber, sich für die Geschichte seines Urlaubslandes erst ab der ersten Übernachtung zu interessieren.

  5. #154
    Avatar von raksiam

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    Koestlich ist doch wie sich "Gaeste" in einen Land ihre Koepfe heissdiskutieren ueber innenpolitische Geschehnisse deren Hintergruende und Ablaeufe keiner der Diskutierenden im Ansatz auch nur begreift.

    Aber das ist wohl ein Teil der deutschen Mentalitaet.

  6. #155
    Bukeo
    Avatar von Bukeo
    Zitat Zitat von waanjai_2 Beitrag anzeigen

    Vielleicht hat es aber auch entlastende Wirkung für den Langzeiturlauber, sich für die Geschichte seines Urlaubslandes erst ab der ersten Übernachtung zu interessieren.
    kommt darauf an, ob sich die Ehefrau als Thai ebenfalls für Politik interessiert. Wenn ja, dann sind Diskussionen darüber eigentlich nicht abwegig, oder?
    Du wirt doch nicht der einzige in den Foren bleiben, der den Rothemden noch die Stange hält. Sogar in Hardcore-Rothemden-Foren verlassen viele schon das sinkende Schiff.

    Dein bekannter Slogan: alles wird besser, wenn Abhisit weg ist, dürfte eher noch für Lachanfälle gut sein.

  7. #156
    Avatar von waanjai_2

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    Vielleicht noch besser: die Rückbesinnung auf die "Alten Griechen". Der Zusatz "alt" ist mit Bedacht bedacht und dient vor allem der Vermeidung von Kalauern.
    Im Menschenbild der Griechen, später dann natürlich auch in der Renaissance war der "homo apathicus" nie ein erstrebenswertes Ideal.
    Jeder Mensch war aufgerufen in seinen Existenzweisen homo politicus und homo oekonomicus die hoechste Entwicklungsstufe zu erreichen. Das schloß von vornhinein jegliches "Desinteresse" aus.

    Dieses ist ja eine eher neue Entwicklung durch die Dumpfbacken dieser Welt, die sich ihr Leben durch verschiedene Tricks "vereinfachen" wollten. Z.B. durch das Eingrenzen des Interesses an Dingen an Orten, wo man hinreichend lange sich aufhielt. Andere Eingrenzungen gibt es zuhauf. Alle dienten sie dazu, die reale Komplexität dieser Welt künstlich zu vereinfachen. Soll heißen: einfacher als real. Und der Rest bleibt dann halt unbekannt. terra inkognita, das war früher einmal ein Horror für die Menschen. Wie konnte es man nur aushalten ohne es erkundet zu haben. Dumpfbacke von heute sagt: Wie schoen, noch etwas, was mich nicht heiß macht.

    Man stelle sich - sozusagen in einem Gedankenexperiment - die Dumpfbacken ohne ihre Begründungen vor. Was würde man von diesen wohl sagen? In Thailand? in Deutschland? Überall?

  8. #157
    Avatar von x-pat

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    Zitat Zitat von strike Beitrag anzeigen
    Wirklich nur erstauntes Nachfragen: dies alles gab es in TH vorher nicht?
    Die "Demokratie" in Thailand war in meinen Augen immer schon brüchig seit Abschaffung der absoluten Monarchie im Jahr 1932. Die Politik wurde bis in die frühen 70er von autoritären Militärdikaturen bestimmt. Diese Zeit war von Nationalismus und autoritärer Patriarchenherrschaft geprägt. Dies ist die Art von Gesellschaft die viele der heute älteren Thais geprägt hat. Erst in den letzten 40 Jahren gab es Ansätze von demokratischen Prozessen während sich das Militär zunehmend aus der Politik zurückzog. Dieses Entwicklung ist meiner Ansicht nach zum großen Teil ein Verdienst des Königs und von Prem Tinsulanonda, der nach den Wirren der 70er Jahre die parlamentarische Demokratie in den 80ern wiederhergestellt hat. Die 80er würde ich als eine Periode verstehen, in der der Kapitalismus in Thailand endgültig über den Militarismus triumphierte.

    Während der 90er stand die Demokratie jedoch immer noch auf tönernen Füßen. Durch die rasante Industrialisierung in den 70ern und 80ern hatte sich eine neue Elite etabliert, ein Geldelite der Geschäftsleute und Oligarchen, die zunehmend das politische Geschehen kontrollierte. Über mehr als ein Jahrzehnt hinweg hatten sich so größere und kleinere Haifische im Parlament die Klinke in die Hand gegeben. Anfang der 2000er, nach kurzem Vorspiel als Minister, war die Zeit reif für den größten Fisch im Becken. Ein reicher Unternehmer, Thai-Chinese, dessen raktenhafter Aufstieg und sagenhafter Reichtum durch Korruption, Vetternwirtschaft, und den zweistelligen Wachstumszahlen der vergangenen Jahre ermöglicht wurde, begann die noch schwache Demokratie für seine eigenen Zwecke zu malträtieren. Trotz anfänglicher Erfolge wurde ihm das bald übel genommen.

    Anstatt seinen autoritären Stil und seine Arroganz zu mäßigen, und sich an demokratische Spielregeln zu halten, baute Thaksin mit fast unlimitierten finanziellen Mitteln eine Armee von Fußsoldaten, Leutnants und Gefolgsleuten auf, die seine populistische Botschaft in den Norden und Nordosten trugen. Dies funktionierte hauptsächlich aufgrund der traditionellen patriarchalischen Strukturen in Thailand, die es Thaksin erlaubte sich schnell als Oberpatriarch der arbeitenden Klasse zu etablieren. Während der Thaksin Ära flossen große Geldmengen aus den Staatskassen in kleine Dörfer, die normalerweise von der großen Politik übersehen wurde, und zementierten so seine Beliebtheit. Thaksin führte jedoch genau Buch darüber welche Dörfer ihn unterstützen und welche nicht. Belohnt wurden nur die, die der Partei halfen. So teilte sich die Bevölkerung schnell in pro- und anti-Thaksin Gruppen auf.

    Den Rest der Geschichte kennen die meisten, die schon ein paar Jahre in Thailand leben.

    Cheers, X-Pat

  9. #158
    Avatar von waltee

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    Zitat Zitat von raksiam Beitrag anzeigen
    Koestlich ist doch wie sich "Gaeste" in einen Land ihre Koepfe heissdiskutieren ueber innenpolitische Geschehnisse deren Hintergruende und Ablaeufe keiner der Diskutierenden im Ansatz auch nur begreift.
    Wie du im obigen Beitrag von x-pat siehst ist es gar nicht so schwer dank unserer Bildung politische Zusammenhänge und Abläufe zu begreifen.

    Wieso sollten wir dann als "Gäste" in Thailand bei Korruption und Stimmenkauf plötzlich wegsehen? Gilt Zivilcourage im Ausland nicht?

  10. #159
    Avatar von raksiam

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    Zitat Zitat von waltee Beitrag anzeigen
    Wie du im obigen Beitrag von x-pat siehst ist es gar nicht so schwer dank unserer Bildung politische Zusammenhänge und Abläufe zu begreifen.

    Wieso sollten wir dann als "Gäste" in Thailand bei Korruption und Stimmenkauf plötzlich wegsehen? Gilt Zivilcourage im Ausland nicht?
    Also dann wuerde ich dir fuer deine Zivilcourage raten das du einfach Staftanzeige wegen Verstoss gegen die Wahlgesetze stellst. Die thailaendischen Behoerden werden sich ueber deine Mithilfe bestimmt sehr freuen.

    Woher werden den hier die Informationen bezogen. Arbeitet hier jemand im Stab von Thaksin mit oder
    ist als Berater der Regierung Abhisit taetig gewesen?

    In Thailand regiert immer noch Geld und Beziehungen. Oder glaubst du wirklich das die Macht hier in Thailand wirklich in den Haenden der jeweiligen Regierung liegt? Falls ja wird es Zeit das du aufwachst.

  11. #160
    Avatar von waltee

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    Zitat Zitat von raksiam Beitrag anzeigen
    Woher werden den hier die Informationen bezogen. Arbeitet hier jemand im Stab von Thaksin mit oder
    ist als Berater der Regierung Abhisit taetig gewesen?
    Dann darf ich also auch nicht die EUR/USD-Krise kommentieren weil ich nicht persönlich bei den G7 beteiligt bin? Nur direkte Informationen aus erster Hand gelten für dich, alles andere verdient kein Vertrauen? Keine Kritik an der Tea-Party oder Afghanistan Krieg oder Ausbeutung in Afrika oder Kindsmissbrauch in Cambodia etc. weil ich weder an einem Stab beteiligt bin noch die richtigen Berater bei mir verkehren? Also alles gestrost den Politikern überlassen und Maul halten?

    Das mag für dich ein Rezept sein um in Thailand nicht anzuecken, aber für mich gilt dein Argument absolut nicht.

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