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Zugang zur Einsicht

Erstellt von Johann_B, 22.09.2013, 03:32 Uhr · 138 Antworten · 7.071 Aufrufe

  1. #61
    Avatar von Johann_B

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    Zitat Zitat von Tanha Beitrag anzeigen
    Gähn, ich hatte schon vor einigen Jahren mit Lothar S. (wohl dem Übersetzer des Textes) auf de.soc.weltanschauung.buddhismus aussreichend sture Diskussionen über T. Bs falsche Auslegung des Dhamma. Das tue ich mir nicht mehr an.

    Manfred W. und Kurt J. sind auch dabei, wie ich im Impressum des Buches noblestrategy.pdf lese. Schade die Verirren sich wohl auch immer weiter.

    Übrigens deine Seite hat kein Impressum oder ich habe es nicht gefunden.

    Tanha
    Na dann bist du ja ein Kenner und das ist ja gut, wenn es dir hilft. Ich kenn den "de.soc.weltanschauung.buddhismus" nicht, wenn du damit den Buddhadasa-Buddhismus den Deutsche gerne haben meinst, denn halt ich auch nicht für sehr hilfreich, denn der verschnürt die Leute ja nur zu in papanca. (Pfeile im Denken: Papañca und der Pfad zum Beenden des Konflikts)

    Vielleicht magst du es doch lesen und keine Sorge, ich stehe mit keinem in Verbindung auch wenn ich ihre Leistungen sehr schätze. Ich werd einen Vorabzug heute fertig machen und dir hier geben. Du kannst ja dann sehen ob du es wagst oder nicht.

    Diskutieren und dabei auf das Reflektieren vergessen sondern den Hauptaugenmerk daraus zu richten deine Mein-ung zu gehalten ist ja ein schönes Beispiel der Vorstellung. von Selbst und Nicht-Selbst.

    Wenn du Infos über die Seite und die Arbeit haben möchtest, findest du dies unter FAQ und Widmung und Segen.

    Zur Ablehnung aufgrund von traumatischen Erlebnissen sein noch gesagt, das Verzeihen können sehr wichtig ist um sich nicht selbst Wege zu versperren. Keine Ahnung was dir irgendwann über die Leber gelaufen ist, aber eine Reaktion wie diese nennt man handeln und urteilen aus moha, anhaften an fixen Ansichten und nicht nachsehen was wirklich ist. Vielleicht hilf dir da die Geschichte Der großartige Hermit rettet das Leben des Tigers - Great Hermit Saves the Tiger

  2.  
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  3. #62
    Avatar von Johann_B

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    Zitat Zitat von Tramaico Beitrag anzeigen
    Wie kann Bhikku Bodhi wirklich wissen, was der Buddha gesagt hat, da er erst 1944 geboren wurde als der Lehrvater bereits mehr als 2000 Jahre das Zeitliche gesegnet hatte? Somit kann auch er sich nur auf Ueberlieferungen beziehen, ausser der Buddha haette wie im christilichen Glauben wie Gott zu Moses gesprochen, was aber unbuddhistisch waere.

    Du siehst, mein Verstand wird bereits zur unbezwingbaren Huerde und Doktrinen prallen schnell an ihm ab, wenn sie nach meinen Schlussfolgerungen nicht schluessig sind.
    Nichts anderes habe ich dir gesagt, dein Verstand wird dich nie zur Weisheit und Befreiung führen. Gut das du das erkennst. Also dann hoffe mal weiter, wenn denn hilft.

  4. #63
    Tramaico
    Avatar von Tramaico
    Zitat Zitat von Johann_B Beitrag anzeigen
    Wohl zu viel Romantik im Spiel. Also wenn dir die anderen Erklärungen nicht helfen und dir Herman Hesse und die Fernsehstars am Herzen liegen, hilft dir vielleicht Die Wurzeln der buddhistischen Romantik und den Unterschied zwischen dem was Buddha lehrt und dem westlichen Erbe, daß man gerne da hinein interpretieren möchte zu verstehen. Aber ich fürchte einem der nur auf seinen Verstand vertraut, werden Erklärungen nicht helfen, konnten sie sich ja mit seinem Glauben in Konflikt stehen. Keiner ist dem Glauben mehr verfallen, als jene, die sagen, das man nicht glauben soll. Worauf stützen sie den die Behauptung? Doch selten auf Prüfung, den mit Vertrauen haben sie es ja meist noch nicht probiert.
    Nein, ich habe als Verstandesmensch weder etwas mit Romantik am Hut, noch mit Hermann Hesse oder Fernsehstars. Genausowenig wie mit Mythen und Dogmen, speziell wenn sie einer soliden schluessigen Basis entbehren.

    Glauben heisst schlichtweg nicht wissen, sondern bestenfalls vermuten oder noch unfundierter, lediglich hoffen. Dieses Fazit stuetze ich auf meinen eigenen Verstand. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser kommt da natuerlich auch zum Tragen. Ueberaus buddhistisch, wie ich empfinde, aber notorischen Missionaren wie auch Bauernfaengern, was manchmal Hand in Hand geht, natuerlich ein Dorn im Auge.

    Nein, nichts steht bei einem Verstandesmenschen mit seinem Glauben in Konflikt, da ein Glaube nicht existent ist sondern immer nur Fazite bestehend auf Schlussfolgerungen. Werde der Buddha nicht diesem Konzept gefolgt sondern haette vermeintlichen Weisen vertraut, waere es mit grosser Sicherheit nicht zu seiner Erleuchtung gekommen. Er hat ja nicht geglaubt sondern seinen Verstand eingesetzt und dieses brachte ihm dann schlussendlich die Erkenntnis.

  5. #64
    Tramaico
    Avatar von Tramaico
    Zitat Zitat von Johann_B Beitrag anzeigen
    Nichts anderes habe ich dir gesagt, dein Verstand wird dich nie zur Weisheit und Befreiung führen. Gut das du das erkennst. Also dann hoffe mal weiter, wenn denn hilft.
    Dann werde ich wohl ihm Dunkeln bleiben. Aber sage mal, woher weisst Du eigentlich, zu was mein Verstand alles faehig oder nicht faehig ist? Glaubst Du, vermutest Du oder raetst Du einfach nur?

    Wer nicht selbst in der Lage bin zur Weisheit und Befreiung zu finden, der wird dieses mit Sicherheit auch nicht dadurch schaffen, wenn er blind irgendwelchen Dogmen und Doktrinen von anderen Menschen blind folgt. So etwas macht meiner Ansicht kein Weiser sondern nur ein Dummkopf, der natuerlich schnell zur Beute von nicht weisen aber verschlagenen Bauernfaengern wird.

    Nein, negativ. Im Gegensatz zu Dir hoffe ich nicht. Weder auf Erleuchtung noch Befreiung. Es kuemmt wie es kuemmt, hatte ich doch schon erwaehnt. Und auch hatte ich nicht zum Ausdruck gebracht, dass mein Verstand fuer mich eine Huerde ist, denn dann waere es kein Verstand sondern dass er schnell zur Huerde von lediglich schwuelstigen Worthuelsen wird, weil mir mein Verstand eben sagt diese zu hinterfragen anstatt blind anzunehmen.

    Dadurch habe ich natuerlich immer weitaus groesser mentale Flexibilitaet als ein Schaeflein, dass nur treu und vertrauensvoll seinem Schaefer folgt, gar bis letztendlich in's Abbatoir.

  6. #65
    Avatar von x-pat

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    Zitat Zitat von Johann_B Beitrag anzeigen
    Und keine Sorge, ich stehe mit keiner Institution (weltlich oder religiös) in Verbindung und wenn ich keine Sage dann mein ich das auch so.
    Naja, das habe ich mir fast gedacht. Du warst also niemals Schüler eines buddhistischen Ordens, und bist auch mit keinem Lehrer der Sangha assoziiert, sondern bist hauptsächlich Forenbuddhist, der die frohe Botschaft auf dem Internet verkündet, und der hauptberuflich der Askese zugetan ist. Entschuldigung, das soll jetzt kein Ad Hominem Versuch darstellen, sondern lediglich ein Versuch deine Position einzuordnen. Ja, das erleichtert mich ich in der Tat. Wärst du ein Mitglied der "offiziellen" Sangha hätte mich das womöglich davon abgehalten, jemals die Robe in Erwägung zu ziehen.

    Johann, ich mache den Wert des Gesagten nicht daran fest ob du Mönch bist, oder nicht, oder ob du jemals das Programm einer Akademie oder eines Ordens durchlaufen hast. Ich mache den Wert einzig am Gesagten selbst fest, aber nicht nur an dem was gesagt wurde, sondern vor allem auch wie es gesagt wurde. Und dabei fällt mir auf, dass du ein relativ abgeschlossenes Bild von der buddhistischen Lehre hast, das für Dinge die ausserhalb deiner Interpretation der Dhamma liegen, bzw. für Dinge die abseits deines gewählten Weges liegen nicht sonderlich offen ist.

    Es ist natürlich, dass man für seinen Standpunkt und Weg eintritt, sich damit identifiziert, und seine Sicht der Dinge verteidigt. Es ist auch natürlich, dass man sich selbst im Recht glaubt. Allerdings wissen wir beide wie leicht man sich dabei in Selbsttäuschungen verliert. Daher schlage ich vor, von weiteren Belehrungen und Verurteilungen abzusehen, denn sonst ist diese Diskussion garantiert fruchtlos und schnell beendet. Nein, ich fühle mich weder von dir bedroht, noch hege ich Ansichten die ich als unumstösslich erachte.

    Zitat Zitat von Johann_B Beitrag anzeigen
    Patt oder Einsicht? Es geht nicht um Gewinnen, doch wenn man das Tor zur Einsicht als Patt sieht, dann macht man es nicht auf.
    Ich nehme an, du bist kein Schachspieler. ;) Ein Patt ist eine Situation aus der es keine logische Auflösung gibt und an der das Spiel daher abgebrochen wird. Auf eine Diskussion übertragen ist dies eine Stelle an der eine Weiterentwicklung der Standpunkte nicht mehr möglich ist, sondern die typischerweise nur zu einer endlosen Iterationen des bereits Gesagten führt. Es ist geschickt, solche Situationen zu vermeiden.

    Zitat Zitat von Johann_B Beitrag anzeigen
    Viele meinen etwas ablegen zu können, was sie nicht einmal noch gelernt haben. Speziell Westler haben da ja unsagbares Talent und zerstören damit alle alten Kulturen der Welt. Die Feinheiten spielen sich im Geist ab und um diese zu erkennen, gibt es eine Praxis und für einen guten Rahmen einer Praxis ist da eine Tradition.
    Nicht zutreffend. Wenn ich von verknöcherten Traditionen und obsoleten Formalismen spreche, geht es nicht darum etwas abzulegen, sondern es geht darum etwas gar nicht erst anzulegen, was sich schon von vornherein als unpassend erweist. Das Ablegen ist dann erst eine historische Folge des Nicht-Anlegens. Ich verstehe, dass du um die Tradition besorgt bist, aber der springende Punkt ist das sich Traditionen naturgemäss nur so lange frisch halten wie sie Sinn machen und Nutzen erbringen. Traditionen die ihren Nutzen verloren haben degenerieren automatisch zum Ballast. Durch die künstliche Erhaltung verkommt Tradition damit zu einer Art Museum, in der die Ausübenden Staub wischen und die Besucher gelegentlich "Ah" und "Oh" ausrufen. Nichts anderes passiert heute in vielen Tempeln in Thailand.

    Nur um weiteren Annahmen vorzubeugen: damit will ich weder sagen, dass ich Tempel für nutzlos halte, oder gar dass die Dhamma überholt ist. Im Gegenteil, die Dhamma ist zeitlos und wird immer Nutzen bringen. Aber die Frage, ob sich ein Mönch die Suppenschüssel heranziehen darf, oder aus Gräsern geflochtene Schuhe tragen darf, oder eine Kuh bei den Hörnern nehmen und reiten darf, oder einen Sack Wolle tragen darf, oder was sonst noch so in der Vinaya steht, ist für die meisten Praktizierenden ziemlich bedeutungslos. Ich vermute dass du dem nicht zustimmen wirst, und daraus vielleicht wieder den baldigen Untergang des Buddhismus ableitest, aber du hast bisher wenig Überzeugendes gesagt, was für diese These spricht.

    Zitat Zitat von Johann_B Beitrag anzeigen
    Westler verstehen ja bis heute nicht warum es in Ländern wo Theravada Tradition war, tausende jahre gleich geblieben ist.
    Auch in Afrika ist Tausend Jahre alles gleich geblieben. Das hat mit der Theravada Tradition nichts zu tun, sondern vor allem mit der technologischen Entwicklung, die an verschiedenen Orten des Planeten unterschiedlich schnell vorangeschritten ist.

    Zitat Zitat von Johann_B Beitrag anzeigen
    Gut, das hat wohl nicht geholfen. Lass mich daher fragen, was ein Nicht-Biologischen Wesen ist?
    Ein nicht-biologisches Wesen ist nicht-korporeal und unterliegt daher nicht den gleichen Gesetzmässigkeiten wie ein biologischer Körper, sondern ist ausschliesslich von den Kausalfolgen des Karmas determiniert. Im Buddhismus werden die zum Beispiel Devas oder Pretas genannt, womit zwei spezifische karmische Ausprägungen gemeint sind.

    Zitat Zitat von Johann_B Beitrag anzeigen
    Dann hat die Physische Komponente gar einen Willen?
    Eine physische Komponente hat natürlich keinen Willen, bzw. wäre es unsinnig davon zu sprechen. Aber Menschen, auch Arahants, haben sowohl eine psychologische als auch eine physische Komponente, denen im Buddhismus ein recht verwirrender und aus heutiger Sicht ungeschickter Begriff zugeordnet ist: namarupa (Name und Form). Du hattest ja behauptet, dass Nehmen ohne Verunreinigung (klesha) nicht möglich ist, worauf ich einwandte, dass in diesem Fall selbst ein Arahant Verunreinigungen aufweisen müsste, was natürlich nicht stimmt. Ergo, deine Behauptung ist falsch.

    Auch ein Arahant ist gezwungen, bestimmte Dinge die der Aufrechterhaltung der eigenen Existenz dienen oder zum Beispiel der Ausübung einer Lehrtätigkeit dienen, in Anspruch zu nehmen. Nun hattest du daraufhin eingewandt, dass es einen Unterschied zwischen nehmen und empfangen gibt, und das ein Arahant ausschliesslich empfängt, aber nicht nimmt. Naja, das kann man sicher so ausdrücken, aber in diesem Fall streiten wir uns lediglich um Terminologie. Mit anderen Worten: wenn sich ein Arahant auf einen Stuhl setzt, nimmt er dann den Stuhl oder empfängt er ihn? Es wäre wirklich witzlos sich darüber zu streiten.

    Zitat Zitat von Johann_B Beitrag anzeigen
    Solange der Tisch gedeckt ist und bleibt, kann man dies ja immer vernachlässigen. [...] Das ist alles aber kein Zugang zum Dhamma sonder nur Selbstgefälligkeit, der Feind um auch nur auf die niedrigsten Fährten des Pfades zu kommen.
    Ich weiss nicht so recht, was ich damit anfangen soll. Der Zugang zur Dhamma hängt von vielen Faktoren ab, angefangen von praktischen Kausalvorgängen bis hin zu kognitiven Bedingungen, die ich mal wie folgt beschreiben würde: wenn der Empfänger nicht auf den Sender eingestellt ist, gibt es auch keinen Zugang. Aber: die Dhamma wird nicht nur auf einem Sender ausgestrahlt, und wenn mein Empfänger nicht genau wie deiner eingestellt ist, bedeutet das lange noch nicht dass es keinen Empfang/Zugang gibt.

    Cheers, X-pat

  7. #66
    Tramaico
    Avatar von Tramaico
    Doppelt.......

  8. #67
    Avatar von x-pat

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    Zitat Zitat von Tanha Beitrag anzeigen
    Hier einmal ein Beispiel für die meines Erachtens sehr platte Philosophie von Thanissaro Bikkhu über Anatta:

    'Kein Selbst' oder 'Nicht-Selbst'? [...] Aha, also nicht hinterfragen, geht bei Erleuchtung von allein weg. Kenne ich von vielen Sekten.
    Ich muss sagen, dass ich den Text von Thanissaro Bikkhu sehr treffend, akkurat und gut formuliert finde. Allerdings verstehe ich auch, dass die darin gegebene Antwort unbefriedigend sein kann. Vielleicht hilft daher folgender Gedanke weiter. Wir haben in der Physik eine ganz ähnliche Problematik, nämlich die Frage ob die Objekte der Quantenphysik Teilchen oder Wellen sind. Diskrete Teilchen wären das Pendant zum Selbst und Wellen wären das Pendant zum Nicht-Selbst. Darauf gibt es in der Physik keine klare Ja-Nein Antwort, sondern es wurde experimentell festgestellt und versichert, dass sich Materie bzw. deren kleinste Objekte sich manchmal wie Teilchen verhalten und manchmal wie Wellen. Dieser Umstand ist als Welle-Teilchen-Dualismus bekannt. Dort ist die Geschichte allerdings noch nicht zu Ende, sondern es haben sich aus diesem Dualismus weitere Probleme ergeben, insbesondere durch die Frage der Aufenthaltsorte der Teilchen und die resultierende Wahrscheinlichkeitsinterpretation, und die Frage ob die Elementarteilchen eine indeterministische Natur besitzen oder nicht. Es wird unglaublich kompliziert und die verschiedenen Interpretationen sind bis heute ungeklärt. Um diese Entwicklung, nämlich das Verlaufen in immer komplexere Konzepte, zu verhindern, hat der Buddha die Frage ganz einfach vermieden.

    Es gibt nicht nur Fragen auf die es praktisch keine Antworten gibt, sondern auch Fragen auf die es theoretische keine Antwort gibt (und daher nie geben wird). So isses leider. Was das die Frage von Anatta angeht, sehe ich die buddhistische Position implizit bei einem Selbst-Nicht-Selbst Dualismus, aber beantwortbar ist sie letztendlich nicht, weil enstsprechende Konzepte nur auf Abwege führen.

    Warum hat der Buddha dann überhaupt soviel Aufhebens darum gemacht und die Anatta Doktrin in den Raum gestellt? Das war eine Rekation auf die vorherrschende Sichtweise der Brahmanen, die an eine ewige Seele glaubten und zwar im Sinne einer diskreten unveränderlichen Entität, was der Buddha verneint.

    Cheers, X-pat

  9. #68
    Avatar von Johann_B

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    Zitat Zitat von Tramaico Beitrag anzeigen
    Nein, ich habe als Verstandesmensch weder etwas mit Romantik am Hut, noch mit Hermann Hesse oder Fernsehstars. Genausowenig wie mit Mythen und Dogmen, speziell wenn sie einer soliden schluessigen Basis entbehren.

    Glauben heisst schlichtweg nicht wissen, sondern bestenfalls vermuten oder noch unfundierter, lediglich hoffen. Dieses Fazit stuetze ich auf meinen eigenen Verstand. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser kommt da natuerlich auch zum Tragen. Ueberaus buddhistisch, wie ich empfinde, aber notorischen Missionaren wie auch Bauernfaengern, was manchmal Hand in Hand geht, natuerlich ein Dorn im Auge.

    Nein, nichts steht bei einem Verstandesmenschen mit seinem Glauben in Konflikt, da ein Glaube nicht existent ist sondern immer nur Fazite bestehend auf Schlussfolgerungen. Werde der Buddha nicht diesem Konzept gefolgt sondern haette vermeintlichen Weisen vertraut, waere es mit grosser Sicherheit nicht zu seiner Erleuchtung gekommen. Er hat ja nicht geglaubt sondern seinen Verstand eingesetzt und dieses brachte ihm dann schlussendlich die Erkenntnis.
    Und so folgt auf einen Schuß der andere, man nennt das das Rad von Geburt und Tod. Du kannst es auch Schlußfolgern nennen wenn du möchtest.

    Ich wünsch dir viel Erfolg dabei und wenn du dann dennoch meinst vielleicht jemanden um Rat fragen zu wollen, weißt du ja wie du Rat zum Schluß des Folgens bekommst.

    Oder um dir ein Gleichnis von Ajahn Chah zu geben (vorsicht, Weisheitsgefahr nicht lesen wenn du im Rad bleiben willst)

    Medizin

    ... Es ist, als ob ein Arzt einem Patienten mit Fieber eine Flasche Medizin reicht. Auf der Außenseite der Flasche ist eine Etikette, welche die verschiedenen Krankheiten, die jene Medizin heilen kann, aufführt. Was die Medizin betrifft, die heilen kann, so befindet die sich in der Flasche. Wenn der Patient all seine Zeit vergeudet, die Etikette zu lesen, selbst wenn er sie hundert mal, tausend mal liest, wird es mit seinem Tod enden und er wird keinen Vorteil aus der Medizin ziehen. Er wird dann herum gehen und einen riesigen Ärger machen, erklären: der Arzt sei schlecht, die Medizin könne die Krankheiten wie beschrieben nicht heilen. Das, obwohl er niemals den Verschluss der Flasche geöffnet hat, um die Medizin zu probieren.

    In Dhammasprache nennt man das "Moha carita (the deluded nature)" oder "Vitakka carita (the ruminating or pondering nature)"
    Ziemlich aussichtslose Situation aber weit verbreitet unter den "Wohnzimmerasketen" die sich in Philosophie und Haushältergleichmut übern und nicht mal ihre Gesellschaftlichen Pflichten tun und dafür noch Ausreden im Dhamma finden versuchen, was sie aber dann nicht glauben wollen, weil es ja schon 2500 Jahre alt ist, wenn es ihnen dann gegen den Strich geht.

    Apamada, Tramaico! Verstand ist da nur so viel wie du glaubst das es Verstehen ist.

  10. #69
    Avatar von Johann_B

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    Zitat Zitat von x-pat Beitrag anzeigen
    Ich muss sagen, dass ich den Text von Thanissaro Bikkhu sehr treffend, akkurat und gut formuliert finde. Allerdings verstehe ich auch, dass die darin gegebene Antwort unbefriedigend sein kann. Vielleicht hilft daher folgender Gedanke weiter. Wir haben in der Physik eine ganz ähnliche Problematik, nämlich die Frage ob die Objekte der Quantenphysik Teilchen oder Wellen sind. Diskrete Teilchen wären das Pendant zum Selbst und Wellen wären das Pendant zum Nicht-Selbst. Darauf gibt es in der Physik keine klare Ja-Nein Antwort, sondern es wurde experimentell festgestellt und versichert, dass sich Materie bzw. deren kleinste Objekte sich manchmal wie Teilchen verhalten und manchmal wie Wellen. Dieser Umstand ist als Welle-Teilchen-Dualismus bekannt. Dort ist die Geschichte allerdings noch nicht zu Ende, sondern es haben sich aus diesem Dualismus weitere Probleme ergeben, insbesondere durch die Frage der Aufenthaltsorte der Teilchen und die resultierende Wahrscheinlichkeitsinterpretation, und die Frage ob die Elementarteilchen eine indeterministische Natur besitzen oder nicht. Es wird unglaublich kompliziert und die verschiedenen Interpretationen sind bis heute ungeklärt. Um diese Entwicklung, nämlich das Verlaufen in immer komplexere Konzepte, zu verhindern, hat der Buddha die Frage ganz einfach vermieden.

    Es gibt nicht nur Fragen auf die es praktisch keine Antworten gibt, sondern auch Fragen auf die es theoretische keine Antwort gibt (und daher nie geben wird). So isses leider. Was das die Frage von Anatta angeht, sehe ich die buddhistische Position implizit bei einem Selbst-Nicht-Selbst Dualismus, aber beantwortbar ist sie letztendlich nicht, weil enstsprechende Konzepte nur auf Abwege führen.

    Warum hat der Buddha dann überhaupt soviel Aufhebens darum gemacht und die Anatta Doktrin in den Raum gestellt? Das war eine Rekation auf die vorherrschende Sichtweise der Brahmanen, die an eine ewige Seele glaubten und zwar im Sinne einer diskreten unveränderlichen Entität, was der Buddha verneint.

    Cheers, X-pat
    Ich hab seine Lehrreden über das Thema fertig gestellt (Vorabzug), und du wirst sicherlich dort alle Antworten darauf finden: Selbsts und Nicht-Selbst.pdf

    Mit beiden Händen von Herzen!

    Vor allem dem werten X-Pat, dem Werten Tanha, dem werten Tramaico gewidmet, aber auch für alle die sonst noch hier mitlesen und sich dafür interessieren.

    Anumodana!

  11. #70
    Avatar von Tanha

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    Zitat Zitat von x-pat Beitrag anzeigen
    Ich muss sagen, dass ich den Text von Thanissaro Bikkhu sehr treffend, akkurat und gut formuliert finde. Allerdings verstehe ich auch, dass die darin gegebene Antwort unbefriedigend sein kann. Vielleicht hilft daher folgender Gedanke weiter...
    Ich lass die Physik mal beseite, damit wir uns nicht verlaufen.

    T.B. schreibt:
    "...Als er später gefragt wurde, warum, erklärte er, dass sowohl die Meinung zu vertreten, es gäbe ein Selbst, als auch, es gäbe kein Selbst, bedeuten würde, in extreme Formen falscher Ansicht zu verfallen, ..."

    Ich kenne keine Stelle, wo Buddha dies so behauptet!

    Vielmehr sagte er in etwa, "Wer glaube, er würde beim Tode vernichtet oder auch ewig Leben, schießt über das Ziel hinaus.", nämlich weil er die bedingte Entstehung lehrte. Einen unpersönlichen Lebensprozess. Da niemand da ist kann auch niemand ewig leben oder vernichtet werden!

    Buddha hat nur anatta gelehrt und das heißt "Nicht-Selbst" und nicht etwa "Man darf darüber nicht "nachdenken", ohne auf Abwege zu geraten!"

    Anatta heißt, niemand zu Hause, keiner da und das heißt vor allem auch keine Kontrolle:

    "Nicht findet man der Taten 'Täter',
    kein 'Wesen', das die Wirkung trifft.
    Nur leere Dinge ziehn vorüber:
    Wer so erkennt, hat rechten Blick."
    (Visuddhi-Magga XIX.)

    „Das Leiden gibt es, doch kein Leidender ist da,
    Die Taten gibt es, doch kein Täter findet sich.
    Erlösung gibt es, doch nicht den erlösten Mann.
    Den Pfad gibt es, doch keinen Wanderer sieht man.“
    (Visuddhi-Magga XVI).


    Hier ist übrigens mal ein richtig guter Text von einem großartigen Meditationsmeister, wußte gar nicht, das dieser im Netz ist:

    http://meanmach.me.funpic.de/project...a_einsicht.php

    hierin zu anatta:
    Nicht-Selbst oder Nicht-Ich oder Unpersönlichkeit. Diese Lehre von anattā besagt, dass weder innerhalb der materiellen und geistigen Prozesse (nāma und rūpa) noch außerhalb irgend etwas gibt, das man im höchsten Sinne als eine für sich bestehende Ich-Wesenheit oder Persönlichkeit bezeichnen werden könnte.

    Es gehört zur Kernlehre des Buddhismus, dass alle Dinge - die bedingten Dinge (sankhara) oder auch nibbana - anattā sind. Jemand der von der ICH-Idee gefangen ist, wird glauben, dass er ein Selbst hat, eine Persönlichkeit hat. Im Visuddhimagga heißt es:

    "Das Leiden gibt, doch kein Leidner ist da....(siehe oben)


    Der Begriff "Nicht-Selbst" (anattā) bezeichnet das Fehlen einer immerwährenden Substanz, vorstellbar als ein Selbst, ein Wesen, eine Person oder irgendeine Wesenheit, über die wir Macht ausüben.

    Zum Zweck der Verständigung müssen wir solche Begriffe wie "Selbst", "Wesen", "Person" usw. verwenden, aber all diese Begriffe der persönlichen Referenz sind nur konventionell und bezeichnen keine existenzielle Selbständigkeit der fünf Anhäufungen.

    Trotz dieses harten Faktes haben auf Grund von Unwissenheit viele scharfsinnige Denker seit undenklichen Zeiten die spontane Auffassung von einem Selbst sorgfältig zu der festen Ansicht ausgearbeitet, dass ein Selbst real existiert, dass wir wirkliche Wesen sind, dass es im Innersten jeder Person ein selbständiges geistiges Wesen oder eine selbständige geistige Seele gibt. Die Lehre des Buddha geht gerade wegen der Lehre der Selbstlosigkeit "gegen den Strich" all dieser religiösen und philosophischen Spekulationen über ein Selbst.

    Gruß
    Tanha

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